Wahl des neuen Papstes

Hallo,

dies soll keine Troll-Frage werden, sondern sie ist ernst gemeint.

Der Papst wird doch von den Kardinälen (?) gewählt.

Diese Wahl kann bis zu 3 Tage dauern und die Wahlmänner werden von der Öffentlichkeit abgeschottet (zB verkleiderter Bus), damit sie nicht abgelenkt werden

Sie wählen nach Eingebung Gottes.

Nun ist meine Frage?

Wieso eine Wahl mit 2/3 Mehrheit mit bis zu 30 Wahlgängen? Spricht Gott eine so undeutliche Sprache?

LG

Andrea

Hallo,

Der Papst wird doch von den Kardinälen (?) gewählt.

Von denen, die unter 80 sind…

Diese Wahl kann bis zu 3 Tage dauern und die Wahlmänner werden
von der Öffentlichkeit abgeschottet (zB verkleiderter Bus),
damit sie nicht abgelenkt werden

Oh, sie kann noch viel länger dauern! Wenn es zu keinem Ergebnis nach 30 Wahlgängen kommt, etwa…

Wieso eine Wahl mit 2/3 Mehrheit mit bis zu 30 Wahlgängen?
Spricht Gott eine so undeutliche Sprache?

Auch wenn sich der Heilige Geist manifestiert bei der Wahl - es sind und bleiben Menschen. Und jeder hat für sein Land, aus dem er stammt, andere Interessen. Sagen wir es mal so, bei den einen dauert es vielleicht etwas länger, bis sie den Ruf des Hl. Geistes verstehen, bei den anderen kürzer. Es liegt in der Natur Gottes, nicht mit Donnerstimme und Wunderwirken herabzusteigen und auf einen der Kandidaten zu zeigen, aber es ist unglaublich schwer zu beschreiben, wie Gott/Hl. Geist mit einem kommuniziert, wenn man es selber noch nicht erlebt hat.
Bevor es jetzt zu metaphysisch wird: Gerade in den ersten Wahlgängen wird bei vielen Kardinälen noch ihr ureigenes menschliches Interesse im Vordergrund stehen, was man bei der Stimmabgabe dann erkennen lassen kann. Aber im Laufe des Wahlprozesses, der ja mit Besinnungstagen, Diskussionen und Gebeten einhergeht, haben sich die Kardinäle bisher noch immer auf einen Kandidaten einigen können (bitte, nicht das Schisma erwähnen, ich bleibe in der Neuzeit), mit einer Mehrheit - hierin kann man das Wirken des Hl. Geistes sehen…

NB: Ich bin kein Kardinal und war noch bei keinem Konklave dabei, ich behaupte das einfach aus eigenen Erfahrungen…

So long
Christian

Hallo,

Der Papst wird doch von den Kardinälen (?) gewählt.

Diese Wahl kann bis zu 3 Tage dauern

Es finden jeden Tag 2 Wahlgänge statt, einer morgens und einer nachmittags. Das Konklave kann also sehr viel länger dauern, denn erst nach dem 30. Wahlgang wird statt der 2/3-Mehrheit nur mehr die absolute Mehrheit nötig.

und die Wahlmänner werden
von der Öffentlichkeit abgeschottet (zB verkleiderter Bus),
damit sie nicht abgelenkt werden

Der eigentliche Wahlvorgang findet in der Sixtinischen Kapelle unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Sie wählen nach Eingebung Gottes.

Man sagt: inspiriert vom Heiligen Geist.

Wieso eine Wahl mit 2/3 Mehrheit mit bis zu 30 Wahlgängen?
Spricht Gott eine so undeutliche Sprache?

Nein, aber dennoch braucht es eine Zeit, bis sich der Hl. Geist durchsetzt. Manche Kardinäle hören vielleicht nicht mehr so gut, auch wenn sie die 80 noch nicht überschritten haben …

http://de.wikipedia.org/wiki/Konklave

Grüße
Wolfgang

Man sagt: inspiriert vom Heiligen Geist.

Ja, so sagt man.

Nein, aber dennoch braucht es eine Zeit, bis sich der Hl. Geist durchsetzt. Manche Kardinäle hören vielleicht nicht mehr so gut, auch wenn sie die 80 noch nicht überschritten haben

Genau, und so erzählt man sich denn auch, dass beim Konstanzer Konzil 1414 - 1417,

  • dem einzigen übrigens, bei dem sich Päpste „Guten Tag“ sagen konnten und einen Skat miteinander spielen,

als es nicht zu einer Einigung kommen wollte, man die Kardinäle in das damals größte Gebäude von Konstanz,

  • dem Hafenlagerhaus und Kornspeicher, heute großsprecherisch „Konzilsgebäude“ genannt,

einsperrte, sämtliche Zugänge verriegelte - die Stadtsage spricht sogar von einer Eisenkette rund um das ganze Gebäude - und die Kerle erst wieder rausließ, als sie einen Papst gewählt hatten.

Übrigens den Kandidaten, den Kaiser Sigismund gewünscht und vorgeschlagen hatte.

Es ist also nicht immer der Hl. Geist, der die Kardinäle inspiriert!

Dazu: http://www.heiligenlexikon.de/index.htm?Glossar/Konz…

Gruß Fritz

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Es liegt in der
Natur Gottes, nicht mit Donnerstimme und Wunderwirken
herabzusteigen

aber aber. stimmt doch gar nicht.
dazu ein witz, den ich auf einer webseite aufgeschnappt habe.

vier rabbiner streiten um die richtige auslegung einer bestimmten stelle. drei sind sich einig, aber der vierte legt sich quer.

meint der vierte: „ich weiß daß ich recht habe! möge der blitz herunterfahren, sodaß ihr alle seht, daß ER mir recht gibt!“

und donner krach bumm knall, es schlägt der blitz ein, mitten in das lehrhaus.

meint der dritte rabbi:

„jetzt steht es drei zu zwei!“

gruß
dataf0x

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Hallo,

Es finden jeden Tag 2 Wahlgänge statt, einer morgens und einer
nachmittags. Das Konklave kann also sehr viel länger dauern,

Nö, auch wenn es beckmessern ist: Vier Wahlgänge am Tag in den ersten Tagen sind vorgesehen… Und weil es so schön ist auch noch zwei Links, einmal zum Wahlmodus und einmal zum Konklave an sich

http://www.wahlrecht.de/lexikon/papstwahl.html

http://www.kath.de/kurs/vatikan/konklave.php

So long
Christian

Hallo,

Es finden jeden Tag 2 Wahlgänge statt, einer morgens und einer
nachmittags. Das Konklave kann also sehr viel länger dauern,

Nö, auch wenn es beckmessern ist: Vier Wahlgänge am Tag in den
ersten Tagen sind vorgesehen…

Du hast recht, ich hatte die genaue Belegstelle zuerst nicht gefunden und es daher aus dem Gedächtnis reproduziert. Aber Ziffer 63 der päpstlichen Wahlordnung sagt es ganz klar:
http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost…

Entscheidend war für mich, dass das Konklave in der Regel nicht auf drei Tage beschränkt ist, wie oben behauptet wurde.

Grüße
Wolfgang

dankeschön schon mal für eure Antworten.

Ok, ihr sagt, dass die „Eingebung“ nicht so leicht sei.

Aber man sagt doch auch, dass die Bibel von Personen geschrieben worden ist, die von Gottes Wort inspiriert wurden.

Ist es die gleiche „Eingebung/Inspiration“?

Ich kann mir nciht vorstellen, dass es verschiedene Arten von Inspiration gibt… entweder sie ist da oder nicht.
Daraus ergibt sich natürlich die Frage, wieso hat es „damals“ funktioniert und jetzt muss man „warten“ bis zur Eingabe.

LG

Andrea

*die sehr an einer Macht wie dem Papst + Gefolgsleute zweifelt, aber trotzdem wissensdurstig ist*

PS. gibt es eigentlich irgendwo in der Bibel eine Stelle, wo auf den Papst als heiligen Vater (und irgendwie mit „besonderen“ Draht) hingewiesen wird?

Ich frage deswegen, weil ich gestern in einer Reportage aus einer Rede des Papstes übersetzt wurde - sinngemäß solle man auf das hören, was der Papst sagt.

da bin ich ja fast vom Stuhl gefallen, da doch die Bibel u Gottes Wort ist, worauf man als Christ hören soll… und nun kommt da „einer“ her und man soll auf ihn hören?

(ich bin wirklich an einer normalen Disskussion/Erklärung interessiert, ich will keine Streitgespräche auslösen)

Hallo,

ich denke, das kann man nicht 100pro vergleichen - die Evangelisten waren noch fast Zeitzeugen Jesu (jaaa, fast, auch wenn sie ne Generation später gelebt haben) und sie schrieben damit in einer Zeit, in der Geschichten noch ganz anders erzählt und tradiert wurden. Ihre Eingebung und Hilfe war also, die Geschichten so zu filtern, dass ein stimmiges Bild entstehen konnte, das im Einklang mit der Lehre stand. Dabei hatten sie offenbar Erfolg, immerhin haben wir ihre Evangelien noch heute. Ich glaube nicht, dass das so von jetzt auf sofort geklappt hat, an so einem Evangelium schreibt man ne ganze Zeit.

Gerade läuft ein interessantes Interview mit Kardinal Sterzinsky, dem Erzbischof von Berlin, der auch am Konklave teilnimmt, der sehr interessant bei Beckmann erklärt, wie sowas abläuft mit gegenseitiger Verständigung und so.

Das Papstamt gründet sich nur sehr relativ aus der Bibel und geht zurück auf Petrus, als erster Bischof von Rom, auf den Jesus seine Kirche bauen wollte…

Ich kann es eigentlich garnicht oft genug sagen (grin): Man (auch Katholik) *muss* nicht auf den Papst hören! Er ist zwar das Oberhaupt der Kirche, aber jeder Christ ist sich selber und Gott verpflichtet! Einzige Ausnahme sind Dogmen, siehe dazu unzählige Artikel in den letzten Wochen. Aber wenn der Papst sagt, dass rot gleich grün ist, dann ist das falsch und niemand muss das glauben (daher wird es auch kein Papst sagen, denke ich mal - ansonsten werde ich ein etwas lauterer Kritiker). Aber wenn man Katholik ist, was ja ne freiwillige Sache ist, akzeptiert man bis zu einm gewissen Grad auch die Lehrrolle des Heiligen Stuhls und setzt sich zumidnest intensiv mit der Lehre auseinander.
Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen?

So long
Christian

dankeschön schon mal für eure Antworten.

Ok, ihr sagt, dass die „Eingebung“ nicht so leicht sei.

Aber man sagt doch auch, dass die Bibel von Personen
geschrieben worden ist, die von Gottes Wort inspiriert wurden.

Ist es die gleiche „Eingebung/Inspiration“?

Es gibt nur Inspiration oder nicht-Inspiration :smile:
Wie so oft kommt es dabei lediglich darauf an, wer daran glaubt.

Daraus ergibt sich natürlich die Frage, wieso hat es „damals“
funktioniert und jetzt muss man „warten“ bis zur Eingabe.

Wer sagt Dir, daß die Schreiberlinge des dicken Wälzers nicht auch warten mussten?

PS. gibt es eigentlich irgendwo in der Bibel eine Stelle, wo
auf den Papst als heiligen Vater (und irgendwie mit
„besonderen“ Draht) hingewiesen wird?

Das kannst Du hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Papst#Geschichte
Die Deutung ist allerdings mal wieder (eigentlich wie immer) äußerst strittig.

da bin ich ja fast vom Stuhl gefallen, da doch die Bibel
Gottes Wort ist, worauf man als Christ hören soll… und nun
kommt da „einer“ her und man soll auf ihn hören?

Also, Max Power behauptet woanders, der Papst sei ganz klar der Führer aller guten Christen.
Achja, und wer sagt eigentlich, daß die Bibel Gottes Wort ist, welches maßgeblich für die Christen ist?
Das, was als „die Bibel“ angesehen wird, hat sich schliesslich schon im Laufe der Zeit geändert.

Gruß,

Malte.

Hallo Malte,

da bin ich ja fast vom Stuhl gefallen, da doch die Bibel
Gottes Wort ist, worauf man als Christ hören soll… und nun
kommt da „einer“ her und man soll auf ihn hören?

Achja, und wer sagt eigentlich, daß die Bibel Gottes Wort ist,
welches maßgeblich für die Christen ist?

man glaubt es einfach

Das, was als „die Bibel“ angesehen wird, hat sich schliesslich
schon im Laufe der Zeit geändert.

DIESEN Satz könntest Du mir bitte noich mal etwas ausführlicher erläutern. Meinst du damit den Kanon, der de facto seit ca. 200/ de jure seit 400 u.Z. festgelegt ist ? Oder meinst du den Textinhalt ? Für das AT sind die umfangreichsten, unveränderten Quellen m.W. die Qumram- Rollen (Entstehungszeit ca. in der Lebenszeit Christi).
Oder meinst du dioe verschiedenen Übersetzungen in moderne Verkehrssprachen (althebr./altgriech. -> mittelhochdt.) ?
Erbitte Aufklärung.

Ciao maxet.

Hi Andrea,

Aber man sagt doch auch, dass die Bibel von Personen
geschrieben worden ist, die von Gottes Wort inspiriert wurden.

Ist es die gleiche „Eingebung/Inspiration“?

Schwierige Frage. Klar gehen die Juden und Christen davon aus, dass die Bibel von Gott „eingeben“ wurde. Allerdings ist diese Eingebung (jetzt mal auf die Bibel bezogen) auf die religiöse Geschichte beschränkt.

Ich kann mir nciht vorstellen, dass es verschiedene Arten von
Inspiration gibt… entweder sie ist da oder nicht.
Daraus ergibt sich natürlich die Frage, wieso hat es „damals“
funktioniert und jetzt muss man „warten“ bis zur Eingabe.

Klar gibt es verschiedene Inspirationen: Die von Gott, die der Medien, die des „Teufels“, die des Unterbewusstseins… Da gilt es erst mal zu entscheiden, welche die richtige ist.

PS. gibt es eigentlich irgendwo in der Bibel eine Stelle, wo
auf den Papst als heiligen Vater (und irgendwie mit
„besonderen“ Draht) hingewiesen wird?

Nicht direkt. Die Legitimation des Papstes wird aus der Stelle abgeleitet, wo Jesu zu Petrus sagt: Du bist der Fels auf dem ich meine Kirche aufbauen will. Ob diese „Legitimation“ ausreicht, muss jeder für sich entscheiden.

Ich frage deswegen, weil ich gestern in einer Reportage aus
einer Rede des Papstes übersetzt wurde - sinngemäß solle man
auf das hören, was der Papst sagt.

da bin ich ja fast vom Stuhl gefallen, da doch die Bibel u
Gottes Wort ist, worauf man als Christ hören soll… und nun
kommt da „einer“ her und man soll auf ihn hören?

(ich bin wirklich an einer normalen Disskussion/Erklärung
interessiert, ich will keine Streitgespräche auslösen)

Ich gehe davon aus, dass Du in Grundzügen die 10 Gebote kennst. Da steht aber nix von Genversuche, Klonen und Raubkopien. Sicherlich kann man viele Dinge auf die 10 Gebote „reduzieren“ aber es gibt dennoch Fragen, die nicht direkt durch die Bibel beantwortet werden

Grüße
Wolfgang

Aber man sagt doch auch, dass die Bibel von Personen
geschrieben worden ist, die von Gottes Wort inspiriert wurden.

Ich kann mir nciht vorstellen, dass es verschiedene Arten von
Inspiration gibt…

Liebe Andrea,

Gewiß ist die Bibel für gläubige Christen Gottes Wort, aber es gibt seit Beginn der sog. historisch-kritischen Exegese (und die begann damit, daß G.E. Lessing 1774-1778 die Fragmente des Hermann Samual Reimarus veröffentlichte) eine heftige Diskussion darüber, WIE sie es denn sei.

Vorausgesetzt wird, daß die Verfasser der einzelnen Schriften von Gottes GEIST inspiriert seien - das lat. spiritus hat u.a. folgende Bedeutungen:

  1. Luft, Hauch
    Atem, Atmen, Atemzug
  2. Leben, Lebenshauch
    Seele, Geist
  3. Anhauch, Begeisterung
  4. Mut, Sinn, Gesinnung

Da gibt es die Vorstellung der Verbalinspiration, d.h. jedes Wort ist so, wie es dasteht, vom Heiligen Geist eingegeben worden. Das

Man sagt: inspiriert vom Heiligen Geist.

Ja, so sagt man.

Übrigens den Kandidaten, den Kaiser Sigismund gewünscht und
vorgeschlagen hatte.

Es ist also nicht immer der Hl. Geist, der die Kardinäle
inspiriert!

tatata … und wer glaubst du wohl hat den ehrenwerten und von Gottes Gnaden gekürten Kaiser inspiriert?

Gruss,

Medelvio

OT
Hallo Fritz!

  • dem Hafenlagerhaus und Kornspeicher, heute großsprecherisch
    „Konzilsgebäude“ genannt,

Willst du unser Konzilsgebäude beleidigen? Dort finden noch heute wichtige Veranstaltungen, wie Erotik- oder Esoterikmessen statt!
Ein wenig mehr Respekt also! :wink:

Gruss
HC

Hi,

da bin ich ja fast vom Stuhl gefallen, da doch die Bibel
Gottes Wort ist, worauf man als Christ hören soll… und nun
kommt da „einer“ her und man soll auf ihn hören?

Achja, und wer sagt eigentlich, daß die Bibel Gottes Wort ist,
welches maßgeblich für die Christen ist?

man glaubt es einfach

Eben. Worauf ich hinaus wollte: Da kamen auch einfach welche daher und nun hört man auf sie.

Das, was als „die Bibel“ angesehen wird, hat sich schliesslich
schon im Laufe der Zeit geändert.

DIESEN Satz könntest Du mir bitte noich mal etwas
ausführlicher erläutern. Meinst du damit den Kanon, der de
facto seit ca. 200/ de jure seit 400 u.Z. festgelegt ist ?

Gibt’s da nicht auch Unterschiede zwischen den Konfessionen?
Ich bin da nicht ganz firm. Aber selbst „seit 400 u.Z.“ reicht - es wurde halt mal willkürlich so festgelegt, und zwar auch wieder nur von „so dahergelaufenen“. Jedenfalls nicht von Jesus, der so ziemlich die einzige wirklich unumstrittene Autorität für Christen sein dürfte.

Oder meinst du dioe verschiedenen Übersetzungen in moderne
Verkehrssprachen (althebr./altgriech. -> mittelhochdt.) ?

Dies noch dazu. Durch die Übersetzungen ist ja wohl - das hab sogar ich als blutiger Laie mittlerweile mitbekommen - eine ganze Menge teils erheblich „verändert“ worden.

„Die Bibel“ gibt es also bei genauerer Betrachtung nicht wirklich. Der altsprachlich kundige Forscher mag das anders sehen, aber für den Wald- und Wiesen-Gläubigen ist das so, der muß ja nehmen, was er vorgesetzt bekommt, und das ist verstümmelt, verwürfelt und entstellt durch ganz normale Menschen, die alle irgendwelche ganz weltlichen Interessen verfolg(t)en.

Gruß,

Malte.

Hi,

tatata … und wer glaubst du wohl hat den ehrenwerten und von
Gottes Gnaden gekürten Kaiser inspiriert?

sicherlich seine Berater (und/oder sein Verstand), die ihm klarmachten, dass für seine Zwecke ein Papst sinnvoll sei, der seine Politik unterstützt und nicht dagegen arbeitet.

LG,
Cess

Hallo, HC,

Willst du unser Konzilsgebäude beleidigen?

Ich wüsste nicht, was es da zu beleidigen gäbe. Als langjähriger Einwohner Konstanz’ - ach, gerne der Zeiten gedenk’ ich, da alle Gleider gelenkich - ging nahe zu täglich dran vorbei, drum herum und bisweilen auch hinein. Natürlich nicht bei den Messen, die du da zu besuchen scheinst, sondern bei Waidele-Konzerten u. ä.

Seiner Zeit, also zu Konzilszeiten mag es was hergemacht haben, wenn die Schiffe unter den Eckkränen hielten und die Warenballen rauf oder runter gehievt wurden. Einer - oder war es eine Stadtführerin, die uns auch die Kloakengässchen zeigte - sagte mir, dass es damals das größte weltlich-bürgerliche - also nicht ritterliche oder kirchliche - Gebäude Deutschlands gewesen sein soll. Was auch nicht so ganz glaubte und glaube.

Aber jetzt? So vom Bahnhof umzingelt!? Mit der angebauten Patronentasche?! Also ich weiß nicht.

Nun, und wenn anderwärts ein Bett, in dem zu schlafen sich Sisi weigerte, heute dennoch ein „Sissi-Bett“ ist, so mag es das „Konzilsgebäude“ bleiben.

Ähnlich verhält es sich ja auch mit dem Huss-Haus, das erst Tschechen dazu machten, weil die Konstanzer …
Und der Hussen-Stein …

Damit soll aber nichts gegen das schöne Konstanz gesagt werden. Ich war gerne dort!

Ein wenig mehr Respekt also! :wink:

Zuneigung, Freude dran gern! Aber Respekt?

Gruß an den See!
Fritz

Hallo Malte,

Das, was als „die Bibel“ angesehen wird, hat sich schliesslich
schon im Laufe der Zeit geändert.

DIESEN Satz könntest Du mir bitte noich mal etwas
ausführlicher erläutern. Meinst du damit den Kanon, der de
facto seit ca. 200/ de jure seit 400 u.Z. festgelegt ist ?

Gibt’s da nicht auch Unterschiede zwischen den Konfessionen?

du meinst die sog. Apokryphen, dass sind Bücher die 400 u.Z. durch das Raster gefallen sind

Ich bin da nicht ganz firm. Aber selbst „seit 400 u.Z.“ reicht

  • es wurde halt mal willkürlich so festgelegt, und zwar auch
    wieder nur von „so dahergelaufenen“. Jedenfalls nicht von
    Jesus, der so ziemlich die einzige wirklich unumstrittene
    Autorität für Christen sein dürfte.

äähmm, mal zwei Sachen

  1. technisch. Überleg Dir mal, auf welchem Material die Schriften weitergegeben wurden und wie vervielfältigt wurde. Glaubst Du wirklich, dass jeder Christ der antiken Welt 40 Bücher zu hause stehen hatte ? Denn auf Pergament ist ein Buch der Bibel (1. Moses, 1. richter, Markus-Ev. etc. ppp) ein Buch (Ausnahme die Briefe, da passen 2-3 in eines). Die Vervielfältigung geschah per Abschreiben… Schon aus diesem Grund ist es nachvollziehbar, dass in der damaligen Christenheit diverse Tradierungswege gab…
  2. inhaltlich. das AT entspricht dem Wissenschatz der Juden (Talmund IIRC), dieser ist in einigen Teilen als seit Christi Lebzeiten als unverändert bezeugt (Qumran- Rollen). Nun zu den BÜchern des NT. Mal eine Frage. Wie soll Jesus die Schriften über sein Leben kontrollieren ? Und die Schriften der frühen Christenheit ? Eine Autobiographie herausgeben (Arbeitstitel: Mein Weg zum meinen Vater ?). Wie soll jesus die Briefe an die Gemeinden und die Apostelgeschichte beglaubigen ? Sorry Malte, das gibt keine Punkte.

Oder meinst du dioe verschiedenen Übersetzungen in moderne
Verkehrssprachen (althebr./altgriech. -> mittelhochdt.) ?

Dies noch dazu. Durch die Übersetzungen ist ja wohl - das hab
sogar ich als blutiger Laie mittlerweile mitbekommen - eine
ganze Menge teils erheblich „verändert“ worden.

Der urtext ist das. Es ist die von Theologen und Altsprachlern verantwortete Arbeit, Übersetzungen zu prüfen. Es gibt in kath. Übersetzungen haarsträubende Fehler. Bei anderen seriösen Übersetzungen sind Differenzen untereinander dem Übersetzungsverständnis der Autorenkollektive geschuldet.

„Die Bibel“ gibt es also bei genauerer Betrachtung nicht
wirklich.

Das ist ein eigener Definitionsthread. Man kann genauso gut darüber diskutieren, was ein BS oder ein Kernel ist.

Der altsprachlich kundige Forscher mag das anders sehen, aber für
den Wald- und Wiesen-Gläubigen ist das so, der muß ja nehmen, was
er vorgesetzt bekommt,

das ist wie mit Linux. Die Masse nimmt die Suse und kompiliert nicht eine Zeile, andere wissen um andere Distris, und andere Programmieren Extensions. Bei den Gläubigen ist es ähnlich.

und das ist verstümmelt, verwürfelt und entstellt durch ganz normale
Menschen,

ja, mehr oder weniger bewusst. Luther hat zu Lebzeiten 27mal seine Übersetzung korrigiert.

die alle irgendwelche ganz weltlichen Interessen verfolg(t)en.

Nicht jeder, der den Kernel verändert will der Linux-Welt schaden, auch wenn er weltliche Interessen hat. Daher kann ich deiner pauschalen Unterstellung nicht zustimen, auch wenn sie in Einzelfällen zutrifft.
Luther hat mit seiner Kamel (durch das Nadelöhr) statt Seil- Übersetzung sicher keine Interessen gehabt. Heute stellt sich die Frage, wie man damit umgeht. DSer Satz ist ja schon Bestandteil der Umgangssprache.

Ciao maxet.

äähmm, mal zwei Sachen

  1. technisch. Überleg Dir mal, auf welchem Material die
    Schriften weitergegeben wurden und wie vervielfältigt wurde.
    Glaubst Du wirklich, dass jeder Christ der antiken Welt 40
    Bücher zu hause stehen hatte ? Denn auf Pergament ist ein Buch
    der Bibel (1. Moses, 1. richter, Markus-Ev. etc. ppp) ein Buch
    (Ausnahme die Briefe, da passen 2-3 in eines). Die
    Vervielfältigung geschah per Abschreiben… Schon aus diesem
    Grund ist es nachvollziehbar, dass in der damaligen
    Christenheit diverse Tradierungswege gab…

Sicher ist das nachvollziehbar.

Nun zu den
BÜchern des NT. Mal eine Frage. Wie soll Jesus die Schriften
über sein Leben kontrollieren ? Und die Schriften der frühen
Christenheit ? Eine Autobiographie herausgeben (Arbeitstitel:
Mein Weg zum meinen Vater ?). Wie soll jesus die Briefe an die
Gemeinden und die Apostelgeschichte beglaubigen ? Sorry Malte,
das gibt keine Punkte.

Soll er doch gar nicht :smile:

Der urtext ist das. Es ist die von Theologen und Altsprachlern
verantwortete Arbeit, Übersetzungen zu prüfen. Es gibt in
kath. Übersetzungen haarsträubende Fehler. Bei anderen
seriösen Übersetzungen sind Differenzen untereinander dem
Übersetzungsverständnis der Autorenkollektive geschuldet.

Klar.

„Die Bibel“ gibt es also bei genauerer Betrachtung nicht
wirklich.

Das ist ein eigener Definitionsthread. Man kann genauso gut
darüber diskutieren, was ein BS oder ein Kernel ist.

Im Gegensatz zur Bibel wollen weder BS noch Kernel mein Leben bestimen :smile:

das ist wie mit Linux. Die Masse nimmt die Suse und kompiliert
nicht eine Zeile, andere wissen um andere Distris, und andere
Programmieren Extensions. Bei den Gläubigen ist es ähnlich.

Sicher. Da sag ich ja auch gar nichts gegen, nur gerade, wenn es um Autoritätsansprüche und ihre Belege geht, sollte man sich dessen sehr bewusst sein.

die alle irgendwelche ganz weltlichen Interessen verfolg(t)en.

Nicht jeder, der den Kernel verändert will der Linux-Welt
schaden, auch wenn er weltliche Interessen hat. Daher kann ich
deiner pauschalen Unterstellung nicht zustimen, auch wenn sie
in Einzelfällen zutrifft.

Ich glaube ja gar nicht, daß diese Leute bewusst schaden wollten, Sie hatten sicherlich nur das Beste im Sinn. Aber „gut gemeint“ ist nicht immer auch „gut gemacht“…

Aus diesem Grund halte ich sämtliche Autoritätsansprüche für hinfällig. Sie fußen lediglich auf Interpretationen von Übersetzungen von Übersetzungen von Geschichten - keine gute Grundlage.

Was einem „erhlichen Christen“ also lediglich bleibt, ist a) ein möglichst ausführliches Studium der Bibel und der Apokryphen, idealerweise im Originaltext, und b) eine Besinnung auf die Kernpunkte dessen, was das Christentum wohl so ausmacht. Diese zu finden, kann nur durch a) in Kombination mit dem Blick in sich selbst geschehen, und selbst das ist eine ziemlich wacklige Angelegenheit. Du siehst, Kirche oder gar Papst haben dabei nichts zu suchen und nützen lediglich jenen schlichten Gemütern, die nicht selber denken wollen.

Oder glaubst Du, daß Glanz und Gloria, die endlosen Reichtümer, die strenge Hierarchisierung, die Heiligenverehrung, daß all dies (die Greueltaten lass ich hier mal beiseite, die hatten wir unlängst erst), was die katholische Kirche ausmacht, im mutmaßlichen Sinne Jesus ist? Die Vorstellung fällt mir doch arg schwer.

Das Motto muß also lauten, den Kirchen zu entsagen und Glaubensfragen mit sich selbst auszumachen.

Gruß,

Malte.