äähmm, mal zwei Sachen
- technisch. Überleg Dir mal, auf welchem Material die
Schriften weitergegeben wurden und wie vervielfältigt wurde.
Glaubst Du wirklich, dass jeder Christ der antiken Welt 40
Bücher zu hause stehen hatte ? Denn auf Pergament ist ein Buch
der Bibel (1. Moses, 1. richter, Markus-Ev. etc. ppp) ein Buch
(Ausnahme die Briefe, da passen 2-3 in eines). Die
Vervielfältigung geschah per Abschreiben… Schon aus diesem
Grund ist es nachvollziehbar, dass in der damaligen
Christenheit diverse Tradierungswege gab…
Sicher ist das nachvollziehbar.
Nun zu den
BÜchern des NT. Mal eine Frage. Wie soll Jesus die Schriften
über sein Leben kontrollieren ? Und die Schriften der frühen
Christenheit ? Eine Autobiographie herausgeben (Arbeitstitel:
Mein Weg zum meinen Vater ?). Wie soll jesus die Briefe an die
Gemeinden und die Apostelgeschichte beglaubigen ? Sorry Malte,
das gibt keine Punkte.
Soll er doch gar nicht 
Der urtext ist das. Es ist die von Theologen und Altsprachlern
verantwortete Arbeit, Übersetzungen zu prüfen. Es gibt in
kath. Übersetzungen haarsträubende Fehler. Bei anderen
seriösen Übersetzungen sind Differenzen untereinander dem
Übersetzungsverständnis der Autorenkollektive geschuldet.
Klar.
„Die Bibel“ gibt es also bei genauerer Betrachtung nicht
wirklich.
Das ist ein eigener Definitionsthread. Man kann genauso gut
darüber diskutieren, was ein BS oder ein Kernel ist.
Im Gegensatz zur Bibel wollen weder BS noch Kernel mein Leben bestimen 
das ist wie mit Linux. Die Masse nimmt die Suse und kompiliert
nicht eine Zeile, andere wissen um andere Distris, und andere
Programmieren Extensions. Bei den Gläubigen ist es ähnlich.
Sicher. Da sag ich ja auch gar nichts gegen, nur gerade, wenn es um Autoritätsansprüche und ihre Belege geht, sollte man sich dessen sehr bewusst sein.
die alle irgendwelche ganz weltlichen Interessen verfolg(t)en.
Nicht jeder, der den Kernel verändert will der Linux-Welt
schaden, auch wenn er weltliche Interessen hat. Daher kann ich
deiner pauschalen Unterstellung nicht zustimen, auch wenn sie
in Einzelfällen zutrifft.
Ich glaube ja gar nicht, daß diese Leute bewusst schaden wollten, Sie hatten sicherlich nur das Beste im Sinn. Aber „gut gemeint“ ist nicht immer auch „gut gemacht“…
Aus diesem Grund halte ich sämtliche Autoritätsansprüche für hinfällig. Sie fußen lediglich auf Interpretationen von Übersetzungen von Übersetzungen von Geschichten - keine gute Grundlage.
Was einem „erhlichen Christen“ also lediglich bleibt, ist a) ein möglichst ausführliches Studium der Bibel und der Apokryphen, idealerweise im Originaltext, und b) eine Besinnung auf die Kernpunkte dessen, was das Christentum wohl so ausmacht. Diese zu finden, kann nur durch a) in Kombination mit dem Blick in sich selbst geschehen, und selbst das ist eine ziemlich wacklige Angelegenheit. Du siehst, Kirche oder gar Papst haben dabei nichts zu suchen und nützen lediglich jenen schlichten Gemütern, die nicht selber denken wollen.
Oder glaubst Du, daß Glanz und Gloria, die endlosen Reichtümer, die strenge Hierarchisierung, die Heiligenverehrung, daß all dies (die Greueltaten lass ich hier mal beiseite, die hatten wir unlängst erst), was die katholische Kirche ausmacht, im mutmaßlichen Sinne Jesus ist? Die Vorstellung fällt mir doch arg schwer.
Das Motto muß also lauten, den Kirchen zu entsagen und Glaubensfragen mit sich selbst auszumachen.
Gruß,
Malte.