Wahlergebnis Bayern

Hallo,

mich erstaunt die derzeitige Aussage von SPD-Politikern, die für das schlechte Wahlergebnis in Bayern die „mangelnde Reformbereitschaft“ der Bürger beim Abbau des Sozialstaates verantwortlich machen.

In meinen Augen ist es so, dass die Reformbereitschaft der Bürger viel weiter ist als die der Politiker. Sprich, die Bürger würden die Reformen mittragen, aber die Regierung scheut sich bzw. ist vollkommen planlos, was die Durchführung anbelangt. Was ist hierzu eigentlich wirklich die Meinung des SPD-Klientels? Werden die Sozis nicht mehr gewählt, weil sie „Sozialabbau“ betreiben oder weil er notwendig wäre, sie ihn aber schlichtweg nicht anpacken?

Hallo,
so lange die SPD-Politiker mit Reform Sozialabbau meinen haben sie wohl so weit Recht, daß das der Grund für das schlechte Ergebnis ist. Das liegt aber nicht daran, daß die Wähler das nicht verstehen, sondern eher daran, daß das der falsche Weg ist.
Mit Stoiber wär’s zwar auch nicht anders, aber wenn schon CSU-Politik, warum dann nicht gleich von der CSU?
cu Rainer

Hallo,
es ist nun mal so, dass die anstehenden Reformen eben nicht in die Sozi-Riege fallen um gelöst zu werden. Leider ist dieses Land bereits so weit (deshalb stimme ich Dir zu wenn Du sagst, dass die Bürger doch bereits viel weiter sind als die Politiker) im Finanzsumpf, dass es nichts mehr umzuverteilen gibt, was die Sozis ja besonders gut können. Insofern wundert es mich sehr, dass die Union da so Vieles mitmachen möchte, gerade auch im Gesundheitsbereich, der m.E. nur noch radikal umzubauen wäre (siehe Private, da wo es ja funktioniert). Dieses Desaster ist aber auch nicht nur von den Roten allein verschuldet, sondern ein Prozess, der wahrscheinlich lange Jahre bereits schleichend ist. Also werden wir uns alle darauf einstellen müssen, viel mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und Risiken selbst abzudecken, was ich durchaus für richtig und zumutbar halte, also noch weitreichendere Maßnahmen über das Beschlossene hinaus. Die Staatswirtschaft muss auf ein Mindestmaß zurück geführt werden. Es hört sich hart an, aber es ist so. Man stärkt nicht die Schwachen indem man die Starken schwächt. Hinzu kommt, und dann bin ich auch am Ende :smile: dass die Regierungsparteien schlichtweg schlechte volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen gesetzt haben, die die Wirtschaft kontiunierlich vor die Wand hat fahren lassen (siehe nicht abebbende Pleitewelle). Ich kann mich nur noch wundern, dass es noch keine richtig schöne Demos gegen diese Regierung gegeben hat. Scheinbar sind die Kritiker dieser Regierung so wahnsinnig schmerzfrei… aber die eindeutigste Demo war der vergangene Sonntag, wobei Bayern ja nicht wirklich repräsentativ ist. Wirklich sensationell wäre so ein Ergebnis in NRW!!
Gruß Uli

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo, ich bin da etwas anderer Meinung.

Hallo,
es ist nun mal so, dass die anstehenden Reformen eben nicht in
die Sozi-Riege fallen um gelöst zu werden. Leider ist dieses

Ich bestreite, dass es fuer unsere derzeitige Misere ein bestimmtes politisches Lager gibt, das eine besondere Eignung zur Problemloesung aufweist. Zumindest keine der grossen Parteien, da diese als Volksparteien sehr vielen Interessen verpflichtet sind.

Land bereits so weit (deshalb stimme ich Dir zu wenn Du sagst,
dass die Bürger doch bereits viel weiter sind als die
Politiker) im Finanzsumpf, dass es nichts mehr umzuverteilen
gibt, was die Sozis ja besonders gut können. Insofern wundert

Was verstehst Du unter „Umverteilung“? Dass durch Steuergeschenke den finanziell Leistungsfaehigen die Taschen gefuellt werden, oder den gesamtwirtschaftlich wohl eher anzustrebenden Zustand, bei dem den Menschen am unteren Ende der Einkommensskala so geholfen wird, dass sie erstens ein anstaendiges Leben fuehren und zur Wirtschaftsleistung positiv beitragen koennen?

es mich sehr, dass die Union da so Vieles mitmachen möchte,
gerade auch im Gesundheitsbereich, der m.E. nur noch radikal
umzubauen wäre (siehe Private, da wo es ja funktioniert).
Dieses Desaster ist aber auch nicht nur von den Roten allein
verschuldet, sondern ein Prozess, der wahrscheinlich lange
Jahre bereits schleichend ist. Also werden wir uns alle darauf

Ich denke, 16 Jahre Kohl haben hier erhebliche Spuren hinterlassen und man hat es versaeumt, in den „fetten“ 80er Jahren Schulden abzubauen und Haushaltsdisziplin zu halten. Ein weiterer schwerer Fehler war die Art der Finanzierung der Deutschen Einheit ueber die dafuer nun wirklich nicht ins Leben gerufenen Sozialsysteme.

einstellen müssen, viel mehr Eigenverantwortung zu übernehmen
und Risiken selbst abzudecken, was ich durchaus für richtig
und zumutbar halte, also noch weitreichendere Maßnahmen über
das Beschlossene hinaus. Die Staatswirtschaft muss auf ein
Mindestmaß zurück geführt werden. Es hört sich hart an, aber
es ist so. Man stärkt nicht die Schwachen indem man die
Starken schwächt. Hinzu kommt, und dann bin ich auch am Ende

Ein Minimum an Staatswirtschaft ist nicht wirklich das Allheilmittel, ausser dem hat der Staat, und das sind WIR ALLE, eine Verantwortung auch und besonders fuer die Schwaecheren unserer Gesellschaft. Ich sehe ueberhaupt kein Problem darin, dass die Staerkeren (zu denen ich mich finanziell gesehen durchaus zaehlen darf) einen grossen Anteil tragen. Ich halte es fuer vermessen, anzunehmen, die „Reichen“ wuerden nur deshalb einen Euro mehr z. B. fuer Konsum ausgeben, wenn ihre Steuerlast sinkt. Eine Schwaechung der Starken kann ich nicht erkennen.

-) dass die Regierungsparteien schlichtweg schlechte

volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen gesetzt haben, die die
Wirtschaft kontiunierlich vor die Wand hat fahren lassen
(siehe nicht abebbende Pleitewelle). Ich kann mich nur noch
wundern, dass es noch keine richtig schöne Demos gegen diese
Regierung gegeben hat. Scheinbar sind die Kritiker dieser
Regierung so wahnsinnig schmerzfrei… aber die eindeutigste
Demo war der vergangene Sonntag, wobei Bayern ja nicht
wirklich repräsentativ ist. Wirklich sensationell wäre so ein

Bayern ist sicherlich beeindruckend, aber ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit fuer eine Partei wirklich so erstrebenswert? Zumal die CSU schon seit ueber vierzig Jahren regiert und bis zur kleinen Sekretaerin auf der Gemeinde nahezu alle Bediensteten der „Staatspartei“ angehoeren. Hier bilden nur die groesseren Staedte eine Ausnahme. Ich denke, aehnliche Effekte sind auch in NRW - nur eben mit anderem Vorzeichen - auch vorhanden.
Ein regelmaessiger Wechsel der Regierung von Lager zu Lager ist diesem „Staatspartei“-System doch wohl vorzuziehen!?

Ergebnis in NRW!!