Wahlhelfer

Hallö,

unser Bürgermeister hat mich zum „Wahlhelfer“ bestimmt für
die Kommunalwahl im Juni. Dazu ein paar Fragen an erfahrene:
Ist es viel Arbeit? Muss man da mitmachen, oder kann man
es auch sein lassen? Wäre schön, wenn mir jemand was
zum Thema „Wahlhelfer“ erzählt.

Gruß

Oliver

Hallo Oliver!

Ist es viel Arbeit?

Der Tag ist vermutlich knackevoll mit Beschäftigung gefüllt.

Muss man da mitmachen, oder :kann man es auch sein lassen?

Meistens werden nur Wahlhelfer für dieses Ehrenamt benannt, die signalisierten, daß sie mitmachen möchten. Schließlich ist niemandem mit devotivierten Schlaftabletten gedient. Andererseits kann man sich nicht drücken. Keine Lust, das Verpassen eines Fußballspiels oder Überstunden am Arbeitsplatz reichen als Grund für eine Absage nicht; schließlich funktioniert dieses Staatswesen nur unter Mitwirkung möglichst vieler Bürger.

Nebenbei: Ich finde es schade, daß es oft schwierig ist, Menschen für Ehrenämter zu finden, sei es als Wahlhelfer, Schöffe oder Gemeindevertreter. Angesichts dieser Tatsache habe ich für die weit verbreitete Mäkelei nur Abfälliges übrig. Gerade auf Gemeindeebene läßt sich vom Einzelnen ganz unabhängig von irgendwelchen politischen Parteien etwas bewegen. Will man aber Menschen für die Mitarbeit gewinnen, sind sie plötzlich sterbenskrank oder haben schlicht keine Lust.

Gruß
Wolfgang

Moin

ich will noch schnell meinen Senf dazugeben:
Bei der letzten Bundestagswahl habe ich mich interessehalber mal
freiwillig gemeldet zum Stimmenauszaehlen.Nachdem sich der Mann am
Telefon von seiner Ueberraschung erholt hatte war das auch kein Problem.
Das „Ehrenamt“ ist nicht mehr so begehrt…gilt aber pauschal…
Beim Auszaehlen selbst war gute Stimmung auch wenn das ganze gegen
Ende in Arbeit ausartete.Und die „Kollegen“ waren auch in Ordnung,abgesehen
von einem Typen der seine „Aufwandsentschaedigung“ haben wollte und
sonst nur beim Kaffetrinken war…Ich denke dass jeder so etwas
zumindest einmal mitmachen sollte.Man lernt eine Menge dabei und es ist
gut fuer das politische Bewusstsein.

MfG

Merias

PS:
Willkommen zurueck Wolfgang

Hallo Wolfgang,

hat man dich wieder entlassen oder wo stecktest du? :smile:

Nebenbei: Ich finde es schade, daß es oft schwierig ist,
Menschen für Ehrenämter zu finden, sei es als Wahlhelfer,
Schöffe oder Gemeindevertreter. Angesichts dieser Tatsache
habe ich für die weit verbreitete Mäkelei nur Abfälliges
übrig.

Vor nem Jahr wolltest du den Staat noch abgeschafft sehen. Und nu das.

deprimiert
Frank :frowning:

Hallo,

Deine Arbeit kann aus der Betreuung - je nach Grösse einer Kommune - eines Wahlbüros sein, sie kann aus der Verteilung von Flyern bestehen, der Betreuung von Wahlständen, Couvertierung von Wahlbroschüren und/oder der Aufstellung/Anklebung von Plakaten.

Ein Tipp. Es gibt oft das Problem, dass an zentralen Orten sich mehrere Kandidaten aufhalten und auch deren Wahlkampfhelfer. Du hast noch nie einen solchen Wahlkampf mitgemacht. Wenn Du Erfahrung hast, ist es immer gut, wenn man die Wahlkampfhelfer der Gegenseite in Diskussionen verwickelt. Sie sind dann an der Verteilung von Informationsmaterial gebunden. Voraussetzung ist aber, dass man auf der eigenen Seite genug Leute hat, die die Broschüren Deines Kandidaten verteilen können.

Aus eigener Erfahrung. Es ist einfach ein tolles Erlebnis, wenn ein Gegenkandidat mit zehn-fünfzehn Wahlkampfhelfern auftritt, man kann den Großteil dieser Truppe an sich binden und nach ausen wird dargestellt, dass „die zwar für den Kandidaten angeblich eintreten“ aber mehr auf der Gegenseite sind. Meist klappt es sogar, dass man die Wahlhelfer der Gegenseite zum eigenen Stand lotsen kann. Sie muss man dann in Diskussionen verwickeln, so dass es gelingt den Kandidaten der Gegenseite mit oftmals nur ein bis zwei Personen verloren stehen zu sehen.

Wichtig ist auch, aber bitte mit dem eigenen Mann und der Führung der Wahlkampfaktion abstimmen, in welcher Form Leserbriefe plaziert werden sollen.

Warnung aber davor, den Gegenkandidaten mit Schmutz zu bewerfen oder dessen Qualifikation, wenn sie nicht ohnehin erkennbar fehlt, abzuwerten.

Bei möglichen Podiumsdiskussionen innerhalb der eigenen Truppe einen Fragenkatalog an die gegenkandidaten erarbeiten und hartnäckig nachfragen, wenn die Antwort ungenügend ist.

Und noch ein Tipp. Wer nach aussen nicht unbedingt in Erscheinung treten muss, sollte sich dezent im Hintergrund halten, die Fäden nach Absprache ziehen, Meinungen beeinflussen, und - die eigenen Interessen an dem Wahlsieg eines Kandidaten hinten an stellen. Sie haben überhaupt nichts zu suchen. genau dies wird nämlich für viele Kandidaten erst der Weg zur Niederlage, wenn zuviele Helfer da sind, die sich aus der Wahl einen Vorteil erhoffen. Gewinner vergessen in den seltesten Fällen wer ihnen geholfen hat.

Gruss Günter

in früheren Zeiten aktiv im Wahlkampf auf Landesebene und Bundesebene tätig, jetzt nur noch auf kommunaler Ebene.

unser Bürgermeister hat mich zum „Wahlhelfer“ bestimmt für
die Kommunalwahl im Juni. Dazu ein paar Fragen an erfahrene:
Ist es viel Arbeit? Muss man da mitmachen, oder kann man
es auch sein lassen? Wäre schön, wenn mir jemand was
zum Thema „Wahlhelfer“ erzählt.

Gruß

Oliver

Hallo Günter!

Bitte berichtige mich, falls ich das Ursprungsposting falsch verstanden habe. Es geht um Wahlhelfer und nicht etwa um Wahlkampfhelfer. Wenn jemand meint, Kandidaten oder Parteien unterstützen zu müssen, kann er das tun. Er kann es aber auch lassen. Am Wahltag jedoch ist der Wahlkampf vorbei. Jetzt sind die Wahlhelfer am Zuge, ohne deren Arbeit die Durchführung der Wahl unmöglich wäre. Die Wahlhelfer haben vielfältige Aufgaben, z. B. Einsammeln der Wahlbenachrichtiguungen, Prüfung der Einträge in den Wählerverzeichnissen und insgesamt die Mitwirkung an der Sicherstellung einer freien und geheimen Wahl. Nur dies darf kein Wahlhelfer am Wahltag: Er darf keinerlei Einfluß auf das Wahlergebnis nehmen. Während der Tätigkeit als Wahlhelfer darf also niemand Parteien oder Kandidaten unterstützen, Flyer verteilen etc. Deshalb wirst Du in keinem Wahllokal etwas finden, was auch nur entfernt nach Parteiparole aussieht.

Falls mein Beitrag nach Oberlehrer roch, bitte ich dies zu entschuldigen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Du hast natürlich recht. Es geht hier um die Wahlen. Der Wahlkmapf ist dabei zu Ende.

Deshalb ein Hinweis. Der Wahlausschuss einer Kommune/ eines Stimmbezirkes besteht aus mehreren Personen. Überlicherweise müssen vor Wahlbeginn alle Mitglieder anwesend sein und werden nochmals kurz über Rehcte und Pflichten belehrt. Ein Teilnehmer führt meistens die Wählerliste, ein anderer Teil teilt die Stimmzettel aus und ein weiterer Teilnehmer sitzt an der Urne und kontrolliert, dass alles seinen korrekten Weg geht. Oftmals sitzt eine weitere Person zur Mithilfe dabei. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, wenn mindestens pro Wahllokal 8 Personen beannt sind und sich diese aufteilen und zwar vier auf den Vormittag, vier auf den Nachmittag, wobei jene, die am Vormittag anwesend waren spätestens zum Ende des Wahltermins anwesend sein müssen. Die am Morgen verschlossenen Wahlurnen werden dann am Abend geöffnet. Die Stimmzettel werden dann überprüft und Listen werden geführt über den jeweiligen Anteil des einzelnen Kandidaten. So in etwa in einer verkürzten Form, nicht ganz rechtlich so wie notwendig dargestellt, hoffe aber, der User weiss, was er in etwa tun muss. Beachten. Wenn am Sonntag nicht ausgezählt werden kann oder es - wie es dieses Jahr bei einigen Wahlen zu erwarten ist, möglicherweise auch am Montag und gar Dienstag um Auszählungen geht,
den Arbeitgeber rechtzeitig verständigen, dass wegen der Teilnahme möglicherweise der Arbeitsplatz nicht aufgesucht werden kann.

Gruss Günter

Bitte berichtige mich, falls ich das Ursprungsposting falsch
verstanden habe. Es geht um Wahlhelfer und nicht etwa um
Wahlkampfhelfer.

Da war ich „blind“.

Wenn jemand meint, Kandidaten oder Parteien

unterstützen zu müssen, kann er das tun. Er kann es aber auch
lassen. Am Wahltag jedoch ist der Wahlkampf vorbei. Jetzt sind
die Wahlhelfer am Zuge, ohne deren Arbeit die Durchführung der
Wahl unmöglich wäre. Die Wahlhelfer haben vielfältige
Aufgaben, z. B. Einsammeln der Wahlbenachrichtiguungen,
Prüfung der Einträge in den Wählerverzeichnissen und insgesamt
die Mitwirkung an der Sicherstellung einer freien und geheimen
Wahl. Nur dies darf kein Wahlhelfer am Wahltag: Er darf
keinerlei Einfluß auf das Wahlergebnis nehmen. Während der
Tätigkeit als Wahlhelfer darf also niemand Parteien oder
Kandidaten unterstützen, Flyer verteilen etc. Deshalb wirst Du
in keinem Wahllokal etwas finden, was auch nur entfernt nach
Parteiparole aussieht.

richtig,

Gruss Günter