Wahrnehmungsverteilung

Hallo,

ich weiss, ich bewege mich in etwa im falschen Forum, aber ich weiss kein bessres und erhoffe mir hier noch am ehesten eine Antwort:

Ich suche eine Übersicht (auf die ich referenzieren kann) die eine prozentuale Verteilung der menschlichen Wahrnehmung zeigt. Natürlich weiss ich, dass der eine eher auditiv veranlagt ist, der andere eher visuell. Dennoch hoffe ich, dass einer von euch ein Buch rummstehen hat, wo sowas drinn zu finden ist. Einen Ansatz habe ich schon: Schmidt, Thews „Blaue Reihe“ „Physiologie des Menschen“ Springer. Nur leider finde ich es nirgends bzw. komme nicht ohne weiteres rann.

Vielen Dank für eure Mühen!!!
Grüße
Kroeger

Ps.: sollte ich hier wirklich arg falsch liegen bitte in entsprechendes Forum verschieben und mail an mich. Danke!

Hallo nochmal,

hm, >88 Clicks und keiner weiss etwas dazu? Oder werde ich etwa ignoriert? Prinzipiell würde mir auch eine Negativmeldung reichen, nur zu warten ist nunja ->doof irgendwie ;o)

Grüße
Kroeger

Hi,

du suchst jemand der dir eine „hausaufgabe“ abnimmt bzw. erledigt.
keine moeglichkeit „kroeger“ hier.

cu

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Hallo Fritz,

du suchst jemand der dir eine „hausaufgabe“ abnimmt bzw.
erledigt.

Nein suche ich nicht (Hausaufgaben muss ich schon lange icht mehr machen :wink:). Ich frage hier, weil ich an besagtes Buch nicht rannkomme, zumindest nicht mit vertretbarem Zeit- und Kostenaufwand, und nicht einmal weiss ob ich dort die gewünschten Informationen finde. Ausserdem bin ich nicht von diesem Fach und auf Hinweise hoffe wo ich zu meiner Frage aktuelle Daten finde. Ansonsten gleicht das nämlich der Suche einer Nadel im Heuhaufen.
Und keine Angst mit einem „Schau mal da oder da“ nimmst du mir kein Stück Arbeit ab. Wenn du also eine Statistik diesbezüglich kennst bitte ich dich sie mir zu nennen, ich erklär dir dann auch gern warum und wofür ich sie verwende.

Grüße
Kroeger

Ps.: Zugegeben überrascht mich dieser Vorwurf immerhin bin ich in einem Expertenforum und Frage Experten nach gezielt nach einer Quelle. Ist ja nicht so, dass ich meine Gesamte Recherche auf andere abzuwälzen versuche. o.T. ich weiss.

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Keine Sorge,
Hi Felix,

du suchst jemand der dir eine „hausaufgabe“ abnimmt bzw.
erledigt.

Mach Dir mal keine Sorgen. Auf stumpfe Hausaufgabenerledigungswünsche passen wir Mods schon auf. Wir sind zu dritt, wir werden mit der Arbeit schon noch fertig. :wink:

Liebe Grüße,
Nike

Hallo,

Deine Frage ist hier völlig richtig gestellt. Sie ist aber sehr schwer zu beantworten, weil der Anteil der verschiedenen Sinne an unserer Wahrnehmung unterschiedlich operationalisiert werden kann. Wenn du dich auf die Anzahl der Sinneszellen beziehst kann man deine Frage exakt beantworten. Allerdings bedeuten weniger Sinneszellen weder, dass weniger Informationen aufgenommen werden, noch, dass der Sinn weniger wichtig wäre.
Unglücklicherweise finde ich gerade keine Angaben über die Anzahl der Neuronen, welche für die Verarbeitung der einzelnen Sinnesinformationen zuständig sind. Ich werde mich wieder melden, wenn ich etwas dazu gefunden haben werde.

Falk

Hallo!

Ich habe eben noch einmal das Buch Wahrnehmungspsychologie von Goldstein durchsucht. Dabei habe ich folgende Angaben gefunden:

  • 127 Mill. Sehsinneszellen (Stäbchen und Zapfen)

  • 10000 Riechsinneszellen

  • 5000 Geschmacksknospen (je mehrere Sinneszellen)

Leider könnt ich weder Angaben zu den Hörsinneszellen finden, noch über die Anzahl der Neuronen des zugehörigen neuronalen Systems. Das ich diese Angabe (noch) nicht finden konnte, ist entweder eine Schande für mich oder eine Schande für die Menschheit.

Wenn du weitere Informationen findest, informiere mich bitte.

Falk

Hallo Falk,

na das klingt doch schon mal sehr gut, * dafür. Allerdings hätt ich die Antwort schon wieder eher Richtung Neurologie gepackt…

Ich werd definitiv mal schauen, denn ich brauch genau die Aussage über den Anteil von Audio…

Grüße
kroeger

Weitere Sinne
Hallo!

Um dein Anliegen vollständig zu verwirklichen müsstest du alle 9 menschlichen Sinne berücksichtigen. Siehe hierzu http://en.wikipedia.org/wiki/Sense.
Ich habe allerdings den Eindruck, dass nur die Sinne Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und der Tastsinn ausreichend gut unersucht sind, als das eine ausreichend genaue Schätzung der Sinneszellen vermutet werden kann.
Bereits beim Tastsinn, ist die Informationslage äußerst engeschränkt. Die zeigt sich darin, dass die 3. Auflage des Goldstein (2005), lediglich eine Abschätzung der Anzahl der Mechanorezeptoren für die Innenseite der Hand zitiert: 17000 (Schmidt&Schaible 2001). Pro Quadratzentimeter der Fingerkuppen gibt es circa 320 Mechanorezeptoren. Am übrigen Körper ist die Tastrezeptorendichte deutlich geringer (siehe Homunkulus). Ich hoffe diese Angaben reichen dir für eine grobe Schätzung. Mehr gibt meine Literatur nicht her.
Allerdings kannst du das Schmerz-, Körperbewusstseins- und das Gleichgewichtsempfinden vernachlässigen, wenn es um die Wahrnehmung der Umwelt geht. Somit brauchst du nur noch Schätzungen der Hör- uund Temperatursinneszellen. Das schaffen wir jetzt auch noch!

Falk
Wenn

Hörsinn
Hallo!

Es gibt circa 15500 Haarzellen. Sie die Schwingungen der Basiliarmembran in bioelektirsche Inpulse umwndeln und an die Hörnerven weiterleiten. Somit gibt es also circa 15500 Hörsinneszellen.

Falk

Hallo kroeger!

Ich werd definitiv mal schauen, denn ich brauch genau die
Aussage über den Anteil von Audio…

Die Anzahl der Temperatursinneszellen ist vernachlässigbar klein. Auf der Handinnenseite gibt es nur circa 1,4-5,4 Rezeptoren pro cm² (http://www.sinnesphysiologie.de/proto01/6-anderesinn…). Hochgerechnet sollte es also nicht mehr als 5000 Rezeptoren insgesamt geben. Aufgrund der 127 Mill. Sehsinneszellen kann man sie, ebenso wie alle andren getrost vernachlässigen.
Der von dir gesuchte Anteil der Hörsinneszellen liegt also bei ungefähr bei 0.01 Prozent. Dies zu interpretieren ist aber schwierig, wie ich beretis in meiner ersten Antwort erklärt habe.

PS: Wozu brauchst du diese Schätzung?

Falk

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Hallo Kröger,
Deine Frage ist darum kaum richtig zu beantworten, weil die Wahrnehmung für ihre verschiedenen Qualitäten in verschiedenen und pro „Sinn“ unterschiedlichen Ebenen organisiert ist.
Zitat:
„Die funktionelle Organisation sensorischer Systeme gründet sich auf drei Haiuptprinzipien:
1.Sensorische Systeme sind hierarchisch organisiert - an der Basis befinden sich die Rezeptoren, an der Spitze der Neocortex. Die Komplexität der Kodierung nimmt von einer Organisationsebene zur nächsten zu.
2.Zumindest in visuellen, auditorischen und somatosensorischen Systemen existieren viele Repräsentationen der sensorischen Informationen.
3. Auf der höchsten Ebene ist die Funktion lateralisiert.“(aus: Kolb/Whishaw, Neuropsychologie, ISBN 3-86025-183-X Buch anschauen, S. 94, vorangehend ausführliche Darstellung der Organisation der verschiedenen sensorischen Systeme)

Über die (aus der hierarchischen Gliederung jeder einzelnen Wahrnehmungsfunktion resultierende) Unsicherheit, die verschiedenen Funktionen quantitativ zu gewichten, findest Du sowohl in diesem Buch einige Erläuterungen als auch in Naita/Feirtag „Neuroanatomie“,ISBN 3-89330-707-9 Buch anschauen, S.318 ff…
Es ist außerdem von Bedeutung, mit wievielen nicht-wahrnehmenden Systemen (z.B. motorischen ) eine Wahrnehmungsqualität verknüpft ist; z.B. bei Darstellung der Gehirnoberfläche(größter Teil des Neocortex)ist klar ersichtlich, daß die Großhirnrinde des Menschen weit umfangreichere Areale als Zielort für Geruchswahrnehmungen zeigt als als Zielort für visuelle Wahrnehmungen - obwohl doch die wenigsten Menschen den Geruchssinn in seiner Bedeutung schwerer gewichten würden (für die alltäglichen Leistungen des Nervensystems). Da kommt es nämlich auch ganz erheblich auf die Verknüpfungsvielfalt der visuellen oder der olfaktorischen Wahrnehmungen mit anderen regulierenden Systemen an. Wie breit und wohin ist eine Wahrnehmungsqualität „vernetzt“? Mit welchen Folgen z.B. bei Ausfall? - Daß dem Riechen „mehr“ Neocortex gewidmet ist, muß z.B. auch nicht bedeuten, daß es mehr periphere Rezeptoren (Riechzellen im Bulbus olfactorius) gibt als z.B. visuelle Rezeptoren. So müßtest Du erst einmal die „Organisationsebene“ definieren, für die Du prozentuale Mengen wissen wolltest. Nur - wozu? Angesichts der Fragen der Vernetzungen? Dies in Frage zu stellen könnten Dir die o.a. Bücher sicher Argumentationshilfe geben (falls man das von Dir verlangte). Gruß, I.

hallo Kröger,
ich las eben, daß Dihc wohl die Zahl der auditiven Rezeptoren besonders interessiert? Diese liegt lt. Nauta/Feirtag (s.mein erstes posting) bei 15 000; diese übergeben an ca.30 000 Axone, die weiterleiten an die primären sensorischen Nervenzellen (s. 87 des o.g. Buches). Genügt es Dir so? Gruß, I.

Hallo,

ich stell meine Antwort mal hierrunter…

Zunächst einmal vielen Dank euch beiden, Irmtraut und Falk, ich denke ich kann mit den Zahlen auf jeden Fall was anfangen. Ich bin erstaunt über die Art der Herrangehensweise, hatte ich doch vermutet, das man aussagen treffen kann wie (Achtung pure Spekulation bei den Zahlen): „Mensch nimmt ca 4000bit/sec an Informationen auf, davon wird was weggefiltert und der Rest Verteilt sich so und so auf die einzelnen Sinne.“

Brauchen tu ich das, weil ich in der Einleitung einer wissenschaftilichen Arbeit argumentieren will, das in Virtual Reality und Augmented Reality Umgebungen und Anwendungen zwar viel Wert auf die visuelle Darstellung gelegt wird, Audio aber zwar nicht völlig, aber dennoch sehr stark vernachlässigt wird. Und hier will ich mit Zahlen argumentieren, dass deutlicher Handlungsbedarf besteht, weil das Gehör eben einen ziemlich hohen Anteil an der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung des M hat.

Also, danke nochmal & Grüße
Kroeger

hallo kroeger,
ja, wenn man für würdig befunden worden wäre, dies zu Beginn schon zu erfahren …

Die Zahl der Rezeptoren eines Sinneseindrucks zur alleinigen Größe zu machen, die über den „Realitätsgehalt“ (oder den Eindruck von Realitätsgehalt) einer virtuellen Realität entscheidet, wenn bedient - das ist eine grobe, weil technisch-mechanistische Betrachtung dieser (hochinteressanten) Frage.
Zum Beispiel:
ich schrieb Dir über die umfangreichen corticalen Repräsentanzen des Geruchssinns - im menschlichen Gehirn! - und diese führen auf verschiedenen, auch schon untergeordneten, Ebenen zu einer breiten Verknüpfung eines Geruchsbündels mit einem Bündel an Erinnerungen unterschiedlichster Qualitäten. Du brauchst es nur an Dir selbst zu testen - bestimmte Gerüche führen Dich sofort und ohne Umwege zu bestimmten Situationen Deiner Kindheit oder Jugend zurück, sehr oft zu sehr kompexen Erinnerungen, in denen optische, akustische, olfaktorische und emotionale Erinnerungen gebündelt auftreten können.
Das ergibt sich aus der Vernetzung des Geruchssinns/seiner Fasern mit verschiedenen Gehirnarealen und mit verschiedenen Erinnerungs-/ Gedächtnisbereichen des Gehirns. - Wäre der optische Sinn nicht vielfach mit anderen, auch z.B. Gedächtniszentren, verknüpft - Du würdest einen Bleistift zwar beschreiben können, aber seine Funktion und seine Eigenschaften nicht erinnern … was nützen dann noch so viele optische Rezeptoren? Wenige würden genügen - das „Bild“ eines Bleistifts ist gespeichert (wenn Du nicht seit Geburt blind warst)und könnte bei Abruf auch lückenhaft Gesehenes ergänzen, ihm Bedeutung geben, ja allein durch Betasten des Gegenstandes wüßtest Du, wie er aussieht, Du brauchtest keinen einzigen optischen Eindruck, außer dem in der Erinnerung gespeicherten … es liegt also nicht an der Zahl der Rezeptoren.
Wie diese Vernetzungen für den Hörsinn aussehen, weiß ich jetzt nicht, aber genau das spielte für Deine Arbeit eine entscheidende Rolle. Daß das so ist, könnte Dir jeder Geräusche-Hersteller für Hörspiele schon sagen. Wie kann man ein Türequietschen alltäglich klingen lassen - wie bedrohlich? Ich glaube, am differenziertesten könnte Dir solch eine Frage ein Neuropsychologe oder ein Neurophysiologe beantworten. Daß aber solche Vernetzungen unbedingt notwendig sind, zeigt eine Erkrankung, die „Seelentaubheit“ heißt. Man hat akustische Eindrücke, unter Umständen ohne jede Einschränkung (= alle Rezeptoren arbeiten ohne Einschränkung) - aber es kommt nicht zu einem sinnvollen Geräusch/ Musik/ Spracheindruck u.ä…

Aufgrund seiner bodenlosen Neugier und seines unglaublichen Einfallsreichtums wäre es ein Glücksgeschenk für Dich und Deine Frage, Du könntest mit Manfred Spitzer in Ulm Kontakt bekommen (Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Klinik der Universität Ulm, Leimgrubenweg 12, 89075 Ulm). Versuchen würde ich das, vielleicht kannst Du ihn für Deine Fragestellung gewinnen. Vielbeschäftigter und vielgefragter Mann - beschreib ihm so kurz, klar und prägnant wie möglich Deine Frage und halt nicht mit Deinen Absichten hinterm Berg. Versuchs einfach …
Anderfalls (und vorbereitend) lies, was Du im Internet über „Agnosie“ findest (dich dürfte natürlich die akustische interessieren, und was zu ihr führt, und also welche Verbindungen von Höreindrücken wohin geleitet werden müssen, um auch eine wirkliche Zuordnung, einen „Sinn“ in einem Höreindruck zu erkennen, usw., so daß Du herausfinden könntest, welche „Ebenen“ mit zu bedienen sind bei Schaffung einer „realistischer“ wirkenden akustischen Realität; man hat so etwas immer erst durch Störungen solcher Vernetzungen herausgefunden), was Du über „Hirnwerkzeugstörungen“ findest, lies Damasio, Descartes Irrtum, lies Oliver Sacks „Vom Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ … und schau in die von mir angegebenen Bücher rein. Leider hast Du Dir da eines der komplexesten Gebiete der Neurolopsychologie ausgesucht … zu Deinem Glück (vielleicht)- eines der spannendsten.
Gruß, I.