Heute disktutiere ich schon den halben Tag mit einem Kollegen über den Münzwurf.
Die Ausgangsfrage ist folgende:
Du hast eine Münze und wirfst sie sagen wir 1000mal. Bei Kopf bekommst Du einen Euro von mir, bei Zahl musst Du mir einen Euro geben. Verlierst Du Geld, verliere ich Geld oder gehen wir beide am Ende mit ungefähr plusminus Null wieder nach Hause?
Hier kurz der Schriftwechsel:
ER:
„Im Mittel“ unentschieden, jedoch steigert sich die mittlere Abweichung von 0 (Gewinn/Verlust) mit der Anzahl der Würfe (und zwar mit der Potenz 1/2)
Darauf ICH:
Was bedeutet denn nun „im Mittel unentschieden“? Muss ich Geld an Dich zahlen, Du eventuell an mich oder muss keiner von uns beiden an den anderen Geld zahlen?
ER: Wer an wen zahlt wechselt für t-> infinity, der Betrag wächst mit sqrt(t). Für endliche Zeiten ist es gut möglich, dass man auf einer der beiden Seiten verbleibt…
ICH: Wer sagt Dir denn, dass „wer an wen zahlt für t -> infinity“ wechselt? Und warum sollte der Betrag ausgerechnet der Funktion SQRT(t) gehorchen?
Letztlich sagt das „Gesetz der großen Zahlen“, das wir hier zu Rate ziehen müssen, lediglich aus, dass sich für t-> infinity die relative Häufigkeit dem theoretischen Wert von ½ angenährt wird. Hingegen gibt das Gesetz der großen Zahlen keine Angaben darüber, wie es sich mit der absoluten Differenz zwischen Kopf- und Zahlwürfen verhält.
Siehe auch: http://www.tipptreffer.de/allgemein/lottoarcsin.htm
ER: Das Gesetz der grossen Zahlen gilt hier nicht, da es nur für völlig unabhängige Experimente gilt. Der Ausgangswert für Experiment n ist aber das bei n-1 gezahlte Geld, d.h. der Abstand wird übergeben…
Das Gesetz der grossen Zahlen sagt hier nur aus, dass für t-> infinity der Erwartungswert gegen null geht…
Das Gesetz der grossen Zahlen könntest Du anwenden, wenn Du jedesmal mit jemand anderem spielst! :0)
Die beschriebene Situation entspricht einem eindimensional Random-Walker! (1-dimensionale Diffuisonsanalogon) D.h. die Diffusionslänge (oder Reichweite oder zu zahlender mittlerer Betrag) geht
mit sqrt(t) gegen unendlich…
Hat er nun Recht und ich sollte ihm das eingestehen oder sind meine Schuldkenntnis trotz PISA dennoch nicht soooo schlecht?
Gruß,
Pierre
. Kurzfassung: jede Seite der Münze wird im Idealfall bei jedem zweiten Wurf gezeigt (also in 50 Prozent aller Fälle). Jetzt hat die Münze aber kein Gedächtnis über ihre letzten gezeigten Seiten. Wenn man also z.B. 3-mal Kopf bekommen hat und dieses ausgleichen will (oder soll) muss man 3-mal Zahl bekommen. Das aber geschieht nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5^3 = 1/8 (daher vllt. auch die Anmerkung wg. der (Un)Abhängigkeit der Ereignisse)