seit allermindestens 40 Jahren ist in allen betroffenen Ländern bekannt, dass die Aufforstung mit Pinus Pinaster im Mittelmeerraum und im französischen Südwesten Waldbrände begünstigt, ja regelrecht fördert.
Ebenfalls ist mindestens so lange bekannt, dass in Wäldern, die vorwiegend aus Quercus Ilex und Quercus Suber gebildet sind (das sind beiläufig die Arten, die im Mittelmeerraum autochthon vorkommen, einzelne winzige Restbestände von Steineichenwäldern gibt es noch u.a. im Hinterland der Côte d’Azur und in der Sierra de la Contraviesa und den Alpujarras) ein flächiger Waldbrand einmal viel weniger leicht vorkommt, aber vor allem auch eine Episode ist, die der Wald ohne weiteres übersteht - Korkeichen sind gut geschützt, Steineichen treiben je nach Grad der Verbrennung aus dem Stamm oder aus dem Stock neu aus. Ferner ist die Vorstellung aus dem 19. Jahrhundert, dass ein Wald in allererster Linie schnell und viel Holzeinschlag bringen müsse, bereits seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert durch nichts mehr begründet.
Weiß jemand, ob es insbesondere in Frankreich, Spanien und Griechenland seit 1990 irgendwann bei den maßgeblichen Instanzen diskutiert wurde, die sinn- und hirnlose Aufforstung mit Pinus Pinaster endlich durch richtige Wälder mit waldbrandresistenten Bäumen abzulösen und falls ja, weshalb derartige Konzepte nicht realisiert worden sind?
Deine Kenntnisse der Botanik in allen Ehren, aber kannst du nicht einfach Kiefer und Eiche schreiben?
Welche spezielle Art du anführst ist dem Brandgeschehen doch total wurscht.
genauso wie in D gibt es natürlich auch in F, E, und P starke Lobbygruppen, die kommerziell nutzbare Wälder haben wollen.
Unter anderem deswegen gibt es zB im Norden bzw. Nordwesten Spaniens immer wieder große Waldbrände, weil die dort gepflanzten Eukalyptusbäume brennen wie Zunder - aber eben wirtschaftlich eben gut verwertbar sind. Hitze in Europa: Welche Rolle Eukalyptus bei Bränden spielt Portugals Waldboom hat einen brandgefährlichen Preis | Euronews
Genauso ist schon seit langem bekannt, daß es in der spanischen Extremdura mit ihren Kork- und Steineichenwäldern unterdurchschnittlich viele Waldbrände gibt und sich die Brandstellen auch relativ schnell erholen. Aber diese Bäume sind halt von der Holzindustrie nicht wirklich nutzbar und wachsen halt auch für Holzplantagenwirtschaft nicht schnell genug.
By the way: Ein weiterer Baum ist mittlerweile in Spanien ins Zentrum des Interesses einer brandvorsorgenden Bepflanzung geraten, weil das in untem verlinkten Artikel immer wieder in den letzten Jahren beobachtet werden konnte: Bäume, die Feuer bremsen
Allerdings muß man/frau sich darüber im Klaren sein, daß jeglicher „Baumimport“ natürlich auch z.T. drastische Änderungen des jeweiligen Ökosystems mit sich bringt.
Das gilt durchaus auch für die von @Aprilfisch kritisierte Seekiefer, die im südwestlichen Europa nicht erst mit dem Baumplantagenboom des 19. Jhdt. eingeführt wurde, sondern bereits so lange vorher heimisch war, daß sie in bestimmten Regionen als autochton angesehen werden kann.
Nein, weil nur die genannten Arten im gegebenen Zusammenhang eine Rolle spielen - es verhalten sich durchaus nicht alle Kiefern und vor allem nicht alle Eichen so wie die beschriebenen, insbesondere nicht die beiden Eichenarten, die an waldbrandgefährdete Standorte (dieses besondere Risiko gab es an den genannten Standorten schon mindestens seit der letzten Eiszeit - auch wenn bei weitem nicht so viele Waldbrände in Andalusien durch Blitzschlag ausgelöst werden wie die zuständigen Förster in ihren Akten festhalten, damit sie sich nicht um den ganzen Kontext kümmern müssen) hervorragend angepasst sind - die Korkeiche macht ihre Korkhülle mutmaßlich zu keinem anderen Zweck, und der Wiederaustrieb abgebrannter Steineichen zeichnet diese Art aus - er findet übrigens nur statt, wenn der Brand nicht zu heiß war, und wenn benachbarte Seekiefer-Kronen mit ihrem Harzdunst regelrecht explodieren, kann das selbst Steineichen zu viel werden.
Ja schon, aber das systematische, großflächige Aufforsten mit dieser einzigen Art, das sie erst so gefährlich macht (Bildung mächtiger, durchgehender Nadelstreudecken, über die sich Glut flächig ausdehnt, und bei Hitze Verdunsten von Harz, das in den niedrigen, dichten Kronenschichten von reinen Seekieferbeständen ein explosives Gemisch bildet) ist eine Errungenschaft des 19. Jahrhunderts - Les Landes heißen so, weil es dort vor dieser systematischen Aufforstung keine nennenswerten Baumbestände gab, und das, was heute in Andalusien „Wald“ heißt, haben im nämlichen Jahrhundert spanische Forststudenten an deutschen Forstfakultäten gelernt, wo zur selben Zeit Fichtenplantagen anstelle von Wald propagiert wurden. Und die deutsche Fichte haben sie dann halt mit der Seekiefer ersetzt.
Ganz am Rande: Interessen spezialisierter Industrie gehen in Spanien auch in andere Richtungen als rasch viel Holzeinschlag - es gab / ?gibt? dort sehr langfristig verbriefte Rechte von Lackfarbenherstellern (vornehmlich aus dem Nordosten) auf die Gewinnung des einst dafür recht bedeutenden Seekiefern-Harzes, für die die Gebühren fälig sind, solang das Recht besteht, egal ob das Harz gewonnen wird oder (wie heute) eben nicht (mehr). Einzige Ausnahme: Wo es einen Wald nicht mehr gibt, kostet dieses Harzrecht auch keine Gebühren.
Hier auch die Frage, ob tatsächlich so viele Blitzschläge und gerissene Hochspannungsleitungen bei Waldbränden in Andalusien die Auslöser sind…
Nein, es handelt sich um eine Ableitung vom lateinischen consodalis = Gefährte, Kamerad, Genosse.
Eine freundliche Erinnerung an die seinerzeit in Württemberg gepflegte altsprachliche Bildung als Basis auch für technisch-naturwissenschaftlich Orientierte - ich bin Enkel eines Dekans der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, der - obwohl es zu seiner Zeit im „Stift“ zu Tübingen nicht mehr obligatorisch war - recht gut Hebräisch lernte, weil er der Ansicht war, dass er den dem Umfang nach überwiegenden Teil der Heiligen Schrift doch auch im Original lesen können müsste, wenn er ihn verstehen oder auslegen sollte.
Eine von meinen nicht von allen Konsodalen geliebten Episoden hierzu: 1916, vor Verdun. Mein Großvater war als Kgl. Württ. Leutnant für einen Abschnitt der Gräben dort verantwortlich, der wegen erwarteter besonderer Bedeutung neu überarbeitet werden sollte. Wichtig genug dafür, dass nach getanem Werk ein General zur Inspektion vorbeikam. Der, natürlich ebenfalls württembergischer Schwabe, meinte: „Ha no, das sieht ja alles schon recht ordentlich aus. Was machet Sie denn in Zivil, Leutnant?“ - „Zu Befehl, Herr General - ich bin Vikar!“ - „Soo? Dann bauet Sie also sonscht mehr am himmlische Jerusalem?“ (man muss sich das im ganzen Dreck und Elend der Schützengräben vor Verdun mal vorstellen!)