Wand isolieren

Hallo,
ich habe mal wieder eine Frage an die Fachleute hier.

Ich plane den Umbau von einem sehr grossen 1-Familienhaus in ein komplett abgeschlossenes 2-Familienhaus. Das Problem ist, das die Wände sehr hellhörig sind, sprich man kann fast jedes Gespräch im Nebenzimmer hören.
Bei dem Umbau werden jeweils 2 Räume der beiden Wohnungen aneinander liegen. Diese würde ich gerne voll isolieren.
Ich habe da an eine Ständerwand 75mm oder 100mm mit Dämmwolle/Steinwolle gedacht.
Hierbei weiss ich aber nicht ob das wirklich was bringt, da es ein recht altes Haus ist, wo die Zwischendecken aus Holzbalken bestehen.

Ich bin über jede Idee und jeden Vorschlag dankbar…

VG
Jag

Man unterscheidet ja bekanntermaßen zwischen

  • Luftschall
  • Körperschall und
  • Trittschall.
    Eine optimale Schalldämmung ist bei einer Holzbalkendecke kaum möglich, da die Masse im Unterbau (Beton/Estrich) fehlt.
    Grundsätzlich sind Mineralfasern vor anderen Dämmstoffen (PSE und andere) zu favorisieren.

Ich habe da an eine Ständerwand 75mm oder 100mm mit Dämmwolle/Steinwolle gedacht.

Aus Gründen des Branntschutzes bereits hier die Anmerkung: keine Steinwolle, sonder Glaswolle als Verfüllung nehmen!
Ständerwand ist gut. Die Auflage des Ständergewerks auf dem Boden muss ebenfalls schallgedämmt werden, auch wenn Kritiker nun (berechtigt) als Antwort anmerken werden, dass bereits durch die Arretierung auf dem Holzboden (Nägel/Schraubverbindungen) der schalldämmende Effekt verringert wird.
Stimmt zwar , doch eine Alternative bei diesen schalltechnisch ungünstigen Voraussetzungen des Objektes haben wir nicht. Unter den Ständerwänden (Auflagefläche ) denke ich da an eine streifenförmig unterlegte Gummigranulat-Dämmschicht, 10mm.

Ich bin mir sicher, dass zu diesem Thema noch weitere Vorschläge gemacht werden können. Noch einmal: eine Schalldämmung, wie von der DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ vorgegeben, ist in Holzbauweise estellten Wohngebäuden nahezu nicht erreichbar.

mfg - Klaus -

Hallo,

Hallo Jag,

Klaus hat Dir dazu ja schon einiges gutes geschrieben.

Ständer ist gut. Mehrschichtige Bauteile dämmen besser als einschichtige.
Bezüglich Dämmung gilt folgendes: Je härterfedernd ein Dämmstoff ist
(Klopftest!), desto schlechter dämmt er gegen Schalldurchgang.
Ein Schalldämm- Maß von zB. 10 dB bedeutet, daß 1/10 des Schalls durch das Bauteil geht. Bei 20 dB ist es 1/100, bei 30 dB noch 1/1000 ect.

Die Din 4109 (Schallschutz im Hochbau) ist in Deinem Fall nicht relevant, denn diese stellt die anforderungen an Außenbauteile.

Du bist mit Deiner Überlegung von mineralischen Faserdämmstoffen
gut beraten.
Noch ein Satz zum Branntschutz,(ist in 2 Klassen unterteilt).
Klasse A: Nicht brennbare Stoffe (A1 + A2)
Klasse B: brennbare Stoffe (B1, B2 sowie B3)

So und nun viel Spaß beim Aufbau der Wände.

ich habe mal wieder eine Frage an die Fachleute hier.

Ich plane den Umbau von einem sehr grossen 1-Familienhaus in
ein komplett abgeschlossenes 2-Familienhaus. Das Problem ist,
das die Wände sehr hellhörig sind, sprich man kann fast jedes
Gespräch im Nebenzimmer hören.
Bei dem Umbau werden jeweils 2 Räume der beiden Wohnungen
aneinander liegen. Diese würde ich gerne voll isolieren.
Ich habe da an eine Ständerwand 75mm oder 100mm mit
Dämmwolle/Steinwolle gedacht.
Hierbei weiss ich aber nicht ob das wirklich was bringt, da es
ein recht altes Haus ist, wo die Zwischendecken aus Holzbalken
bestehen.

Ich bin über jede Idee und jeden Vorschlag dankbar…

VG
Jag

Grüße
Armin

Hi!

Hab die Erfahrung gemacht, dass Holzfaser in Punkto Schalldämmung besser ist als Mineralwolle. Und außerdem angenehmer zum Verarbeiten. :smile:

Wieviel Gewicht vertragen denn solche Holzböden, wenn z.B. die Wand unten drunter auch steht und die Balken da drin aufliegen? Könnte man da solche Hohlräume einer dick beplankten 75mm Ständerwand nicht auch mit Sand aufschütten? Stell ich mir ziemlich effektiv vor im Schallschutz…

Würde mich konkret für ein Haus aus den 50ern interessieren, wo aber glaub keine Holzböden drin sind (sondern irgendwas undefinierbares, bröselndes Anderes…).

Gruß
Andrea

Andrea wird mir verzeihen:
Man sollte bei der Beantwortung derartiger Fachfragen zumindest den Begriff der „Landesbauordnung“ kennen, aber auch den der „Brandschutzanforderungen“ und sich zudem mit der Erkenntnis anfreunden, dass „sandverfüllte Leichtbauwände“ fernab jeder praktischen Verwendbarkeit liegen…

Was also von diesem Beitrag inhaltlich bleibt, ist die Erkenntnis, dass sich Andrea für ein Haus aus den 50ern interessiert…

Sie möge mir diese Anmerkungen bitte nicht nachtragen, aber sie waren notwendig aus meiner Sicht!

mfg - Klaus -

Hi!

Man sollte bei der Beantwortung derartiger Fachfragen
zumindest den Begriff der „Landesbauordnung“ kennen

Kenn ich, ich bin nicht vollkommen verblödet… Wo steht da, dass Holzfaser verboten ist? Warum wird das Zeug denn u.a. zur Dachisolierung verkauft, wenn man damit nicht mal bestehendes Mauerwek dämmen darf???

den der „Brandschutzanforderungen“

Hab ich auch schonmal gehört… Was ich nicht verstehe: warum soll aus einer stinknormalen Wand in einem 1-Familienhaus, die bisher auch gegen keine Bestimmungen verstoßen hat - plötzlich eine hochsichere-Brandschutzwand werden? Nur weil jetzt zwei Parteien rein sollen? Ansonsten geht es doch nur um Schallschutz und da reicht doch auch 'ne gute B-Klasse, oder? Schließlich kann das Ganze mit 3-4cm Fermacell beplankt doch schon einiges ab.

Erkenntnis anfreunden, dass „sandverfüllte Leichtbauwände“
fernab jeder praktischen Verwendbarkeit liegen…

Und warum?? Begründung bitte.

Was also von diesem Beitrag inhaltlich bleibt, ist die
Erkenntnis, dass sich Andrea für ein Haus aus den 50ern
interessiert

Nö, falsch geraten - oder Posting mal wieder falsch interpretiert…

Sie möge mir diese Anmerkungen bitte nicht nachtragen, aber
sie waren notwendig aus meiner Sicht!

Täuscht Andrea sich, oder ist Klaus immer ein bischen beleidigt, wenn man mal nicht sofort zu seinen - durchaus interessanten und ausführlichen - Postings nicht sofort Ja und Amen sagt???

Gruß
Andrea

Man sollte bei der Beantwortung derartiger Fachfragen zumindest den Begriff der „Landesbauordnung“ kennen

Kenn ich, ich bin nicht vollkommen verblödet…

Das hat auch keiner behauptet, entsprechendes läge mir fern!

Wo steht da, dass Holzfaser verboten ist?

Es wurde nicht behauptet, dass Holzfasern verboten sind (bitte richtig lesen!)

Warum wird das Zeug denn u.a. zur Dachisolierung verkauft, wenn man damit nicht mal bestehendes Mauerwerk dämmen darf???

Es sollte wohl "… zur Wärmedämmung des Daches… " heißen. Von Isolierungen spricht man ´technisch nur in der Elektrobranche. Außerdem geht es in diesem Fall keinesfalls um ein „bestehendes Mauerwerk“, sondern um eine zu dämmende Leichtbauwand zwischen zwei nun eigenständigen Wohnungen auf einer zusammenhängenden Wohnebene mit Holztragschicht!

den der „Brandschutzanforderungen“ Hab ich auch schonmal gehört… Was ich nicht verstehe: warum soll aus einer stinknormalen Wand in einem 1-Familienhaus, die bisher auch gegen keine Bestimmungen verstoßen hat - plötzlich eine hochsichere-Brandschutzwand werden?

Zur Erinnerung: Der Fragesteller schrieb
„Ich plane den Umbau von einem sehr grossen 1-Familienhaus in ein komplett abgeschlossenes 2-Familienhaus“

Heißt: hier ist eine bauliche Veränderung in der Form geplant, dass zwei voneinander unabhängige Wohnungen entstehen sollen.
Insofern sind die Hinweise auf die Landesbauordnung sowie die nun höheren Brandschutzmaßnahmen (als im Vergleich zu jenen Zeiten einer einzigen, zusammenhängenden Wohneinheit) berechtigt!

Nur weil jetzt zwei Parteien rein sollen?

Richtig!

Erkenntnis anfreunden, dass „sandverfüllte Leichtbauwände“ fernab jeder praktischen Verwendbarkeit liegen… Und warum?? Begründung bitte.

Gerne. Zunächst einmal beschrieb der Fragesteller, dass eine Holzunterkonstruktion gegeben ist. Wo nun die Tragbalken verlaufen, ob sie sich mit den Auflagepunkten der Leichtbauwand decken - wir wissen es nicht.
Genauso wenig wissen wir etwas über die tatsächliche Tragfähigkeit der statischen (und damit tragenden) Holzkonstruktion.
Bei 5m Wandlänge ergäbe sich bei einer Sandfüllung (unüblich; wie soll das auch einbautechnisch und auch auf Dauer wegen permanent seitlichem Flankendruck auch gegen die Schraubverbindung und Fläche der Abdeckung funktionieren?) also es ergäbe sich eine neue Auflast (nur durch den Sand) von rund 2,5t. Das Ganze lediglich bei einer streifenförmigen Auflage von 10 cm und ggf. noch abseits der Tragbalken.

Was also von diesem Beitrag inhaltlich bleibt, ist die Erkenntnis, dass sich Andrea für ein Haus aus den 50ern interessiert

Nö, falsch geraten - oder Posting mal wieder falsch interpretiert…

Wieso „wieder mal“ falsch interpretiert?
Entsprechendes ist mir nicht bekannt.
Außerdem schrieb Andrea:
(Originaltext) „Würde mich konkret für ein Haus aus den 50ern interessieren, wo aber glaub keine Holzböden drin sind (sondern irgendwas undefinierbares, bröselndes Anderes…).“

Wo -bitte- zeigt sich da ein Interpretationsspielraum?
Sollte jedoch der ursprüngliche Fragesteller zu diesem Gedanken animiert werden, hätte es wohl lauten müssen:
Ich an deiner Stelle würde mich …

Insofern -auch wenn im Konjuktiv geschrieben- war für mich der Bezug zwischen Aussage und der Person „Andrea“ eigentlich unzweifelhaft hervorgehoben.

Täuscht Andrea sich, oder ist Klaus immer ein bischen beleidigt, wenn man mal nicht sofort zu seinen - durchaus interessanten und ausführlichen - Postings nicht sofort Ja und Amen sagt???

Keinesfalls! Den Eindruck möchte ich weder vermitteln, noch sagen mir selbst meine Kritiker diese Charaktereigenschaft nach!
Jedoch irritiert erneut der Begriff „immer ein bischen beleidigt“ als erneute Suggestion eines nicht zutreffenden Sachverhaltes!

Fazit:
Meine Antworten sehe ich ein wenig auch mit Humor gewürzt. Wir sollten dennoch in diesem Forum die sachliche Kommunikationsbasis nicht verlassen.
Den Leser werden derartige Scharmützel nicht interessieren - und er hat persönliche Anfeindungen letztendlich auch „nicht verdient“.
mfg - Klaus -

Hallo,

Aus Gründen des Branntschutzes bereits hier die Anmerkung:
keine Steinwolle, sonder Glaswolle als Verfüllung nehmen!

Huch, wieso?
Steinwolle hat doch auch A1
Gruß
Peter

Hi!

Es sollte wohl "… zur Wärmedämmung des Daches… " heißen. Von
Isolierungen spricht man ´technisch nur in der Elektrobranche.

Naja. Selbst in meinen Laienkreisen weiß trotzdem jeder was gemeint ist :smile:

Außerdem geht es in diesem Fall keinesfalls um ein
„bestehendes Mauerwerk“, sondern um eine zu dämmende
Leichtbauwand zwischen zwei nun eigenständigen Wohnungen auf
einer zusammenhängenden Wohnebene mit Holztragschicht!

Ach so, ich hatte das so verstanden, dass er eine bereits bestehende, hellhörige Mauer schalldämmtechnisch verstärken möchte. Die sollte ja dann schon Brandschutz sein, weil gemauert… Mea culpa!

Gerne. Zunächst einmal beschrieb der Fragesteller, dass eine
Holzunterkonstruktion gegeben ist.

Ähm, ja schon. Dass das vielleicht für konkret diesen Fall dann nix ist, versteh ich schon.
Ging ja eher generell um den Vorschlag. Wenn man halt z.B. eine tragende Wand hat, die hellhörig ist (altes 50-Jahre Haus) und die Nachbarn langsam nerven. Ob da so eine 2t Belastung durch Sand (oder etwas weniger bei Beimischung von Perlite?) möglich wäre…

wie soll das auch einbautechnisch und auch auf Dauer wegen
permanent seitlichem Flankendruck auch gegen die

Hmmm. Sand setzt sich doch etwas, je nach Art? Und bei einer Beplankung mit z.B. OSB + 2-3cm Fermacell??? Müßte doch eigentlich dem Druck standhalten können? Oder ist trotz nur minimaler Erschütterungen durch vorbeifahrende LKWs z.B. mit einem derart starken Drang des Sandes nach unten zu rechnen, dass selbst eine stabile Stahlträgerkonstruktion mit o.g. Beplankung sich untenrum dann beulen würde?

Wo -bitte- zeigt sich da ein Interpretationsspielraum?

Naja, bezüglich „gestellte Frage -> (die Antwort) …würde mich interessieren…“ Also nicht das Haus, sondern die Antwort interessiert.

Naja, is ja auch wurscht…

Grüßle
Andrea

Ach so, ich hatte das so verstanden, dass er eine bereits bestehende, hellhörige Mauer schalldämmtechnisch verstärken möchte. Die sollte ja dann schon Brandschutz sein, weil gemauert… Mea culpa!

No problema para mi. Malentendidos son caracteristicas humanas.

… Holzunterkonstruktion ist gegeben …

Dass das vielleicht für konkret diesen Fall dann nix …

Hier brauchen wir mindestens eine F30-Wand

…Belastung durch Sand (oder etwas weniger bei Beimischung von Perlite?) möglich wäre…

F30 !

Hmmm. Sand setzt sich doch etwas, je nach Art? Und bei einer Beplankung mit z.B. OSB + 2-3cm Fermacell???

F30 !

Müßte doch eigentlich dem Druck standhalten können?

Wahrscheinlich zeigte sich die Gipsfaserplatte über kurz oder lang „in guter Hoffnung“ (beult sich aus).

Ein angenehmes Wochenende (auch an die kampfbereit erscheinende, doch ansonsten offenbar sehr zugängliche Andrea :smile:
wünscht - Klaus -

Huch, wieso? Steinwolle hat doch auch A1

Sicher, sie hat aber einen niedrigeren Schmelzpunkt als Glaswolle. Bei Brandschutzmaßnahmen ist Glaswolle die sichere Entscheidung
(Quelle: Eigene Weiterbildungsmaßnahme, Rockwool)

mfg - Klaus -

wenn Du sowas nicht schon hast:
hier eine Auflistung einiger Brandschutzklassen anderer Länder.

http://www.karrer-works.ch/DownloadDateien/Brandschu…

Bei UL bekomme ich immer noch eine Gänsehaut. Vor 6 bis 8 Jahren wurde man auf der Hannover Messe nur verständnislos angesehen wenn man nach einem UL-Zertifikat gefragt hat.

Gruß
Peter

Bei Brandschutzmaßnahmen ist Glaswolle die sichere
Entscheidung
(Quelle: Eigene Weiterbildungsmaßnahme, Rockwool)

Eine sichere Sache ist es dann, wenn geprüfte Konstruktionen ausgeführt werden. Es ist dann auch völlig egal, ob Materialien der Baustoffklasse A oder B verwendet werden (Dachstuhl F30, obwohl Balken und Unterkonstruktionen aus Holz sind).
Steinwolle wird übrigens im Innenausbau sehr häufig für Brandschutzkonstruktionen verwendet.
Grüße
BW