Wankelmotor - Ottomotor

Hallo,

habe eben gelesen, dass Mazda wieder ein Auto mit Wankelmotor auf den Markt bringen möchte.

Wer von euch kann einem unbedarften Motorlaien erklären, was an diesem Motor so ungewöhnlich anders (und besser!) sein soll und worin der Unterschied zum normalen Motor (Ottomotor?) ist?

Danke euch, schönes Wochenende!

Jerry

Hi

[geklaut bei http://www.schwab-kolb.com]
Ein exzentrisch gelagerter Drehkolben, in der Form eines gleichseitigen Dreiecks, in einem trochoidförmigen Gehäuse, dreht sich um den Mittelpunkt, der selbst eine Drehbewegung ausführt.
Ein Verzahnung zwischen Gehäuse und Läufer bewirkt, dass sich die Laufdrehzahl und die Drehzahl der Motorwelle wie 1:3 verhalten.
Der eigentliche Arbeitsvorgang nach Viertaktverfahren findet zwischen Drehkolben und Gehäusewand, in den Arbeitsräumen statt.
Die Arbeitsräume vergrössern und verkleinern sich. Ein- und Auslass-Schlitze in der Gehäusewand werden vom Drehkolben gesteuert und führen Ladungswechsel durch.

Das sagt dir nix? Hier ein animiertes Schema!:

http://www.der-Wankelmotor.de/Techniklexikon/DKM_vs_…

HH

MOD: Link klickbar gemacht (DL)

Hi Jerry,
der Wankelmotor ist an Laufruhe nicht zu überbieten, aber leider wurde er nicht so konsequent weiterentwickelt, wie andere Motoren-Bauformen. Das heisst auch, so ein Auto gehört in qualifizierte Hände einer Werkstatt. Hier im Norden sagen wir immer: Da kann nich jeder mit um :wink:
Gruss Sebastian

Hi!

Der Mann weiss, was er schreibt!

[geklaut bei www.schwab-kolb.com]
Ein exzentrisch gelagerter Drehkolben, in der Form eines
gleichseitigen Dreiecks, in einem trochoidförmigen Gehäuse,
dreht sich um den Mittelpunkt, der selbst eine Drehbewegung
ausführt.
Ein Verzahnung zwischen Gehäuse und Läufer bewirkt, dass sich
die Laufdrehzahl und die Drehzahl der Motorwelle wie 1:3
verhalten.
Der eigentliche Arbeitsvorgang nach Viertaktverfahren findet
zwischen Drehkolben und Gehäusewand, in den Arbeitsräumen
statt.
Die Arbeitsräume vergrössern und verkleinern sich. Ein- und
Auslass-Schlitze in der Gehäusewand werden vom Drehkolben
gesteuert und führen Ladungswechsel durch.

Der Kreiskolbenmotor ist generell eine feine Sache. Geringe bis gar keine Vibrationen, sehr hohe Laufkultur, gute Leistungsabgabe sind ein paar der Vorteile. Es gab übrigens von Hercules ein Motorrad mit Wankelmaschine (W 2000). Durch wenige bewegte Teile sollte eigentlich auch die Wartung leichter sein, was sich jedoch als Trugschluß erwiesen hat.

Allerdings gibt es im Alltag einige Nachteile, v.a. beim Pionier der Wankel-Technik, dem NSU RO 80, war das gut zu sehen. Der Ölverbrauch ist teilweise horrend, der Benzinverbrauch ist höher. Die Kühlung ist schwierig. Dadurch war die Lebensdauer oft eingeschränkt.
Die Mazda RX Sportwägen allerdings wurden mit den Jahren immer besser und ein neuerer RX 7 macht irre Spass. Auch der neue (RX 8?) wird sicherlich wieder ein tolles Auto werden, das neben einer seidigen. kraftvollen Leistungsentfaltung halt auch etwas mehr Sprit braucht.

Grüße,

Mathias

Hallo Mathias,

kannst du bitte einmal kurz aufführen, wieviel Benzin und Öl ein Wankelmotor im Vergleich zu einem normalen Ottomotor verbraucht?

Gibt es noch andere Gründe, warum diese Motorbauart nicht in gewöhnlichen KFZ eingesetzt wird? Der Ottomotor hat vor 30 Jahren auch noch deutlich mehr Benzin und 10 x mehr Abgase produziert als heute.

Gruß

Marcus

Hi!

kannst du bitte einmal kurz aufführen, wieviel Benzin und Öl
ein Wankelmotor im Vergleich zu einem normalen Ottomotor
verbraucht?

Das kann ich nicht, denn ein genereller Vergleich ist nicht möglich.
Beispielsweise verbraucht ein `76er NSU Ro 80 bei Vollgas noch weniger Benzin als ein ´76er Mercedes W116 450 SE 6.9 bei Halbgas. Generell haben die Leute mit ihren RO 80 wohl so 9-20 Liter verbraucht, je nach Fahrweise. Zu bemerken ist, dass der Verbrauch eines Wankels mit der abgeforderten Leistung mehr steigt, als wir es von Ottomotren gewohnt sind. Daher das breite Band an möglichen Verbruchswerten.
Der Benzinverbrauch eines modernen Wankels wie dem Mazda RX 8 wird wohl ein wenig über dem in dieser Fahrzeugklasse üblichen Niveau von 11-13 Litern liegen. Es ist aber auch möglich, dass er weniger verbraucht als einzelne vergleichbare Modelle, die Werte haben sich mit der Zeit angenähert. Ein Alfa GTV V6 beispielsweise nimmt auch einen 13-14 Liter Schluck aus der Pulle.
Ich kann mir auch vorstellen, dass der Mazda RX 8 weniger Öl verbraucht als ein Audi A6 2.4, allerdings wohl etwas mehr als sonstige hochwertige Neuwagen. Hier ist einfach die Frage, ob es Dich juckt, alle 1000 Kilomneter einen halben Liter nachzufüllen. Mehr wird es wohl üblicherweise auch bei modernen Wankelmotoren nicht sein.
Die Werte schwanken einfach sehr stark. Beispielweise benötige ich nach Bordcheck mit meinem BMW 530d alle 25.000 Km einen Ölservice. Während dieses Intervalls fülle ich ca. 0,5 bis 1 Liter Öl nach. Der gleich alte und baugleiche Wagen eines Kollegen muss alle 20.000 Km zum Ölservice und es werden während dieses Intervalls ca. 3 Liter nachgefüllt.
Bei beiden Wagen war dies von neu an so und die Werte sind beide noch im vom Werk vorgegebenen Rahmen.

Gibt es noch andere Gründe, warum diese Motorbauart nicht in
gewöhnlichen KFZ eingesetzt wird? Der Ottomotor hat vor 30
Jahren auch noch deutlich mehr Benzin und 10 x mehr Abgase
produziert als heute.

Klar, es gab, wie ich ja auch oben schrieb, diverse Weiterentwicklungen.
Der Wankel wurde damals nicht von mehreren Herstellern aufgegriffen, weil man den Ölverbrauch, den Benzinverbrauch und die Probleme mit der Haltbarkeit, v.a. bei Volllast, nicht in den Griff bekommen hat. Auch die Abgaswerte waren ein großes Thema. Der Ottomotor ist sicherlich in höherem Masse weiterentwickelt worden als der Wankel, da ja viel mehr Leute mit viel mehr Mitteln daran gearbeitet haben.
Somit ist die Leistung von Mazda beachtlich, denn schon ein RX 7 war ein alltagstaugliches Auto mit einer tollen Motorcharakteristik. Die große Frage wäre hier, wie ein mit demselben Aufwand wie die Ottos weiterentwickelter Wankel heute aussehen würde, aber das können wir natürlich nicht beantworten.

Das Wankelprinzip an sich hat m.E. durchaus eine Existenzberechtigung neben dem Ottomotor, genau wie der Diesel. Der Wankel ist ein Motor mit seidigem Lauf und fast keinen Vibrationen, er eignet sich also für Leute, die komfortbetont fahren möchten. Vollgasheizer kaufen besser einen Reihen-6er, Leute, die auf Drehmoent stehen, einen V12 und Leute die auf Drehmoment und Sound stehen, einen V8. Aber offenbar ist die Nische für den Wankel zu klein, so dass nur Mazda meint, hier Geld verdienen zu können. Und das komischerweise sogar mit einem Sportwagen und nicht mit einer Komfortlimo. Und das Konzept funktioniert. Kultivierte, sportliche Coupés werden immer mal wieder gekauft, s. auch Peugeot 405 und Volvo C70.

Grüße,

Mathias

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Hallo,
schau mal im Brett " Mechanik " Wankelmotor, dort findest Du
Info`s.
Gruß Wolfgang

Hi Matthias,

Es gab übrigens

von Hercules ein Motorrad mit Wankelmaschine (W 2000). Durch
wenige bewegte Teile sollte eigentlich auch die Wartung
leichter sein, was sich jedoch als Trugschluß erwiesen hat.

Und nicht zu vergessen die legendäre Van Veen OCR 1000 und die Suzuki RE5. Haben sich aber alle drei nicht durchsetzen können.
Wobei der „Staubsauger“ von Hercules auch optisch eine Zumutung war :wink:
Gruss Sebastian

Hi Marcus,
Mathias hat ja schon recht anschaulich die Gründe genannt. Dem Wankelmotor wurde damals keine Zukunft prognostiziert. Ähnlich ist es beim Zweitakter, der auch irgendwann nicht mehr weiterentwickelt wurde. Auch das Variomatic-Getriebe von DAF hat man einschlafen lassen, nur ist dies wieder neu entdeckt worden und findet sich heute leicht verbessert in einigen Fahrzeugen wieder. Vielleicht wiederfährt dies auch dem Wankelmotor. Lohnen würde es sich m.E. schon.
Gruss Sebastian