Hi Regenbogen!
ich fand deinen Beitrag etwas provokant und leicht
diskriminierend mir gegenüber. Wahrscheinlich hast du es nicht
so gemeint…
Nein, diskriminieren wollte ich Dich bestimmt nicht.
Etwas provokant mag das schon klingen, aber ich habe es
durchaus ernst gemeint.
–> Nun ja, diskriminiert gefühlt habe ich mich schon ein wenig, weil Frauen in diesem Dilemma stecken und sich sehr oft „Vorwürfe“ deshalb machen und anhören müssen.
Das ist mir schon klar.
In diese Kerbe wollte ich nicht schlagen.
Es ist nun einmal so, dass Frauen die Kinder bekommen und daher etwas weitsichtiger planen sollten.
Auch, wenn die innere Uhr schon für einen selber leicht tickt und man meint, nicht mehr unbedingt alle Zeit der Welt zu haben, was bei Männern auch etwas anders ist. Während Männer schön Job und Familie vereinbaren können aber niemals dann: Karrieregeil, Egoist oder, sollten sie jemals zu Hause bleiben: Hausväterchen anhören müssen. 
Damit müssen wir Männer heute auch leben.
Hätte ich etwa in meinem alten Beruf bleiben sollen, in
welchem ich unglücklich war? Weil ich auch da schon wusste,
irgendwann einmal hätte ich gerne ein Kind.
Keine Ahnung.
Ich würde eben entsprechend planen.
Gemütlich studieren und dann „uuuppps, jetzt will ich doch en
Kind“ finde ich persönlich eben nicht unbedingt zielführend.
Da könnten eine Ausbildung und danach einige erfüllte
Berufsjahre deutlich positiver sein.
–> Weißt du, theoretisch ist es auch besser nach dem
Studium einen Job auzuüben und dann eine Familie zu planen, da
gebe ich dir natürlich Recht. Doch leider bin ich nunmal nicht
mehr so jung.
Das meinte ich mit rechtzeitiger Planung.
Zielführend, was eine ordentliche Karriere angeht, ist das
Vorgehen natürlich nicht. Aber eine großartige Karriere strebe
ich auch nicht an. Nur einen erfüllenden Job und ein
erfüllendes Privatleben.
Das lässt sich auch heute noch erreichen.
Bist du sicher, dass ich nach dem Studium einen festen Job
bekomme und soviel verdiene, um Alleinversorgerin zu sein?
Nein, das liegt an Dir.
–> Stimmt und an der dann herrschenden wirtschaftlichen
Lage!
Nein, es liegt v.a. an Dir.
Die „wirtschaftliche Lage“ ist in Europa generell nicht schlecht. Wer etwas kann, bekommt einen Job. Nur muss man ggf. örtlich flexibel sein.
Wenn ja, ich persönlich bin natürlich für Gleichberechtigung
und gehe grundsätzlich davon aus, Eltern (ob nun männlich oder
weiblich) sind beide für die Erziehung eines Kindes geeignet.
Nicht in den ersten 2-3 Jahren. Da braucht m.E. ein Kind sene
Mutter. Wenn sie verfügbar ist, sollte man das so machen. Nun
schlagt mich…
–> Ich denke nicht, dass das Kind zwingend eine Mutter
braucht. Bis man abgestillt hat, sicher sinnvoll. Aber danach?
Eine Bezugsperson ist wichtig…doch muss sie unbedingt die
leibliche Mutter sein?
So sie noch am Leben ist, halte ich das für vorteilhaft.
Wenn nicht, geht es auch nur mit Vater, klar.
Somit hätte ich überhaupt kein Problem damit, dass mein
Partner zu Hause bleibt, lernt und sich um das Kind kümmert,
während ich die Brötchen verdiene.
Was sagt er dazu?
Mal mit Baby gelernt?
–> Er hat mehr Babyerfahrung als ich
. Und kann sich
gut vorstellen auch alleine für ein Kind zu sorgen. DAS wäre
möglich, wenn ich nach dem Studium einen guten Job bekäme und
ausreichend verdienen würde. Bekomme ich zuvor das Kind, so
muss er für die Brötchen sorgen.
Muss er das?
Er könnte, so Ihr Euch einig werdet.
Apropos Brötchen: Ich
denke, in den 1-2 Jahren Job werde ich kleinere Brötchen als
mein Partner backen müssen - was den Verdienst angeht. Ist es
da nicht etwas klüger, dass derjenige welcher mehr verdient
einen Job ausübt?
Natürlich.
Nur kann frau sich das auch vorher überlegen und rechtzeitig
zum System beitragen, wenn es denn schon eng ist.
–> Ist eine gut Ausbildung nicht auch schon ein Beitrag
den ich versuche zu leisten? Ich bemühe mich zumindest darum,
eine höhere Ausbildung abzuschließen und so meine Chancen auf
dem Markt zu erhöhen.
Du hättest ja schon 10 Jahre gearbeitet haben können und jetzt gemütlich schwanger werden.
Rechtzeitige Planung eben…
Womöglich müsste ich mir sonst noch von einigen anhören, dass
ich nicht genug verdiene aber doch so „dreist“ war ein Kind zu
bekommen. 
Möglicherweise…
–> Höchstwahrscheinlich 
Du musst schon selbst mit Deinem Kram klarkommen. Es sind nicht die anderen verantwortlich (zu machen).
Wenn Dein Mann mitzieht, gut. Wenn nicht, musst Du eben eine Alternative finden.
Ich höre von vielen die sich mit Projektarbeiten oder gar
Praktika (und viel weniger als 1000 Euro pro Monat nach dem
Studium herumschlagen)die erste Zeit über Wasser halten.
Leider!
Das kommt auf das Fach an.
Wer heute noch SozPäd o.ä. studiert, muss sich nicht wundern.
–> Nur deshalb sehe ich nicht ein mich durch ein
Wirtschaftsingenieursstudium zu quälen und wieder
jahrzehntelang unglücklich im Job zu sein.
Diese Kausalität sehe ich eigentlich nicht.
Was studierst Du denn?
Sollte ich also noch länger mit einem Kind warten und meinen
Partner finanziell unterstützen - falls das möglich ist?
Das wäre wohl das Sinnvollste.
–> Wenn du mir garantierst, dass ich mit Ende 30ig genauso
locker schwanger werden kann, gerne!
Ich muss nichts garantieren, meine Planung passt einigermassen.
Wir wollen beide ein Kind, soviel ist sicher. Die Chance, wenn
ich im Berufsleben stehe und mein Partner nach dem Abschluss
ebenfalls, ein Kind beidseitig zu versorgen ist mehr als
gering! So gesehen geht nichts über einen mind. 10 Stunden
Arbeitstag. Abgesehen von der Frage, ob es mit Ende 30ig noch
klappt, interessiert mich eher die Frage: Wozu unbedingt ein
Kind, welches man dann komplett betreuen lassen soll?
Nach 2-3 Jahren geht das.
–> Kann ich mir erlauben 2-3 Jahre komplett aus dem Job
auszusteigen?
Das kommt darauf an, was für ein Job das ist.
Ich denke, NEIN! Dann ist der Zug nämlich erst recht
abgefahren. Lieber dann doch noch zuvor ein Kind und dann
richtig durchstarten. Oder?
Mit Kindern unter 14 gibt´s immer mal wieder Ärger, der Zeit kostet.
Darauf zu warten lohnt sich nicht.
Oder gar: Wozu ein Job, wenn man das Kind betreut und die
meisten Posten anders belegt werden in der Zukunft?
Wie gesagt, das sollte man sich rechtzeitig überlegen.
–> Mache ich jetzt, zuvor war kein so großer Kinderwunsch
vorhanden und mir stellte sich diese Frage vor dem Beginn des
Studiums in der Form nicht.
Was soll ich dazu sagen?
Normalerweise beendet frau ihr Studium mit ca. 27, arbeitet 5 Jahre und bekommt dann ein Kind.
Wenn Du das anders gemacht hast, ist das schlecht. Evtl. auch auf dem Jobmarkt.
Mich stört einfach, dass viele Frauen studieren, dann sofort Kinder bekommen und niemals richtig arbeiten. Die Studienplätze könnten andere gut gebrauchen.
Man muss sich halt schon irgendwann überlegen, was man will.
Nur darum geht es mir.
Grüße,
Mathias