Ach, wie gerne hätte ich auf Andreas Anfrage geantwortet.
(freue mich, wieder von ihr zu lesen!)
Doch der Link von „eagle“ war eindeutig und zudem das Beste, was es hierauf zu antworten gab! Fast, ja fast hätte er mir „den Wind aus den Segeln genommen“.
Kann man das mit dem Taupunkt als Laie irgendwie berechnen?
Die ganzen Werte sind nachzuschlagen in Tabellenbüchern für Bauingenieure und Architekten. Oder man nimmt tatsächlich den hilfreichen Link von „eagle“ (eine wirklich schnelle und hilfreiche Lösung!)
Was mich wundert - Bewohne nun seit über 12 Jahren mein Zimmer (12m²) … jahrelang massig Pflanzen … Hygrometer hat durchgehend mindesten 85% Feuchte angezeigt. Ich hatte aber nie auch nur ein kleines Schimmelchen im Raum. Wie kommt es, dass … Unser Haus ist … aus den 50ern, nicht besonders isoliert (5cm in den 80ern?) und mind. 20 jahre alte Kunststoff-Fenster drin. Phänomen???
Andrea, wie gerne komme ich Deinem Wunsche nach - und werde auch zwangsläufig damit Deine Frage(n) beantworten.
Ich nehme hier einfach einmal an, dass das Zimmer über einen Innenputz verfügt, und unterstelle weiter mit Nichtwissen, dass das Mauerwerk 45cm dick sei. Die angegebene Fläche von 12m² gibt angesichts der nicht üppigen Wohnfläche zwar Anlass zur Verwunderung, dies sollte uns in unserer Betrachtung des Taupunktes jedoch zunächst einmal nicht weiter irritieren!
Nun kommen vom Wandaufbau her die 5cm Außendämmung noch dazu und zu guter letzt nochmals 5cm Außenputz (nur 5cm, weil der Vermieter „ein ganz ein Sparsamer“ war!!)
Bei 20°C Raumtemperatur und –5°C im Außenbereich erreichten wir folgenden Temperaturen an den Oberflächen bzw. Grenzschichten:
Innenputz/Mauerwerk: 18,1 °C
Mauerwerk/Außendämmung: 11,1°C
Außendämmung/Außenputz: -3,8°C
Da in diesem Beispiel in Deinem Zimmer keine außergewöhnlichen Aktivitäten herrschen, können wir einmal rund 65% rel. Luftfeuchte annehmen. Für die Wintermonate ist das schon recht hoch!
Mit Hilfe des Links („eagle“) erkennen wir, dass der Taupunkt bei 13,2°C liegen würde (der Wert deckt sich mit meinem Bautabellenbuch. Als Berufspessimist habe ich das natürlich geprüft).
Die Mauerwerkoberfläche innen hat eine Temperatur von 18,1°C
und außen (an der Dämmung) 11,1°C.
Die Differenz von 18,1°C – 11,1°C = 7°C wird sich über die gesamte Mauerwerksdicke von 45cm abbauen.
Nach dem mathematischen Prinzip des erweiterten Schlusssatzes (zu meiner Zeit sagte man noch: „Dreisatz“) wird der Taupunkt von 13,2°C in diesem Beispiel [Temperaturdifferenz von 2°C nach (13,2°C – 11,1°C)] in einer Mauerwerkstiefe von 14cm (von außen her gesehen) erreicht.
D.h. rund 31cm Mauerwerk sind und bleiben trocken, dahinter kondensiert die Feuchtigkeit und wird nach und nach über die Außenfassade wieder schadensfrei und unbemerkt in den übrigen Jahreszeiten abgebaut.
Damit haben wir bereits einen wesentlichen Punkt bei der Frage: „Warum schimmelt Andreas´ Taupunkt nicht?“ geklärt.
Der Rest („… selbst hinter Schränken kein Schimmel“) ergibt sich wahrscheinlich daraus, dass die „alten Fenster“ den Wohnraum nicht derartig gegen Frischluftzufuhr abschotten wie „moderne Fenster“ nach den Vorgaben der EnEV.
Und Frischluft wie auch Trockenheit, so sagt der Volksmund, mögen weder Pilze noch Raucher.
Ich hoffe, mit diesen (leider wieder einmal etwas längeren) Ausführungen nicht nur zur Erheiterung gedient, sondern auch zur Aufklärung beigesteuert zu haben.
Einen humorvollen Gruß: - Klaus -