Wann ist ein Geschenk Bestechung?

Zur Zeit arbeite ich an einem Bericht über die Siedlung, in der ich wohne. Thema: Ursprung, Entwicklung, gewachsene Struktur, Besonderheiten. Der Text wird unterstützt mit alten Karten, div. Luftbildaufnahmen (1929 bis neueste) zum Vergleich. Gedacht ist es als Informationshilfe. Viele Sachbearbeiter bekommen ein Gebiet zugewiesen, über das sie Entscheidungen treffen müssen, ohne die genauen Hintergründe zu kennen. Wert der Arbeit, Fotokopierkosten, Ringbindung. Ich drucke auf dem eigenen Computer. Mein Zeitaufwand wird ja nicht berechnet. Ich habe keine Verfahren bei den Sachbearbeitern laufen. Ist das Bestechung?

Hallo Zwillingsjungfrau,

Kannst Du das mal alles genauer erklären?

Zur Zeit arbeite ich an einem Bericht über die Siedlung, in
der ich wohne. Thema: Ursprung, Entwicklung, gewachsene
Struktur, Besonderheiten. Der Text wird unterstützt mit alten
Karten, div. Luftbildaufnahmen (1929 bis neueste) zum
Vergleich. Gedacht ist es als Informationshilfe.

Soweit so gut.

Aber dann bekomme ich die Kurve nicht.

Viele
Sachbearbeiter bekommen ein Gebiet zugewiesen, über das sie
Entscheidungen treffen müssen, ohne die genauen Hintergründe
zu kennen. Wert der Arbeit, Fotokopierkosten, Ringbindung. Ich
drucke auf dem eigenen Computer. Mein Zeitaufwand wird ja
nicht berechnet.

Was hat jetzt das Eine mit dem Anderen zu tun?

Ich habe keine Verfahren bei den
Sachbearbeitern laufen. Ist das Bestechung?

Und was ist das jetzt?

Gruß
Jörg Zabel

PS: Möglicherweise wird Deine Frage sowieso gelöscht.

Lieber Jörg,
ich habe ständig Schwierigkeiten mit diesem Forum, bin relativ neu und kenne mich mit den Regeln nicht aus. Ich will keine Rechtsberatung, ich bitte Mitglieder, die sich auf diesem Fachgebiet auskennen, um ihre Meinung. Der Bericht, ein „Nebenprodukt“ kürzlicher Recherchen ist fast fertig. Gebunden möchte ich ihn einigen Sachbearbeitern von Behörden „schenken“, die ratlos sind, z. B. Tiefbauamt nach Straßenabsenkung, keinen Grund gefunden, ich kannte ihn. Neue Sachbearbeiterin im Bauamt, sehr verunsichert, sie „schwimmt“. u. einigen anderen wenigen, die das Siedlungsbiet zu bearbeiten haben. Der Bericht hat keinen materiellen Wert, Fotokopierkosten und eine Ringbindung, ich drucke auf meinem häuslichen Computer und meine aufgewandte Zeit zählt nicht, weil ich sowieso Informationen brauchte. Sehr Interessantes hab ich gefunden, beispielsweise dass das Wohngebiet auf einem Salzstock liegt, Verkarstungen führen zur Höhlenbildung und zu Erdfällen. die registiert werden wie Erdbeben. Und das in Hamburg, weit entfernt von Plattenverschiebungen. Für Neubebauung eine meiner Ansicht nach wichtige Information.

Um den Sachbearbeitern und mir Peinlichkeiten zu ersparen, wollt ich mich vorher einfach informieren, ist eine solche Informationshilfe ein Geschenk? Ich hoffte, es würden vielleicht Behördensachbearbeiter antworten, die Richtlinien kennen.

Wenn ich dafür wieder gelöscht werden sollte, dann ist das nicht zu ändern.
Danke für deine Nachfrage
Ingrid

Hallo Zwillingsjungfrau,

ich glaube, jetzt hab ich verstanden.

Di willst Informationen in Form eines Berichtes weitergeben.

Der Bericht hat keinen materiellen Wert,
Fotokopierkosten und eine Ringbindung, ich drucke auf meinem
häuslichen Computer und meine aufgewandte Zeit zählt nicht,
weil ich sowieso Informationen brauchte.

Ich fasse mal die zwei wichtigsten Punkte zusammen:

  • kein Materieller Wert
  • wird ausschließlich dienstlich verwendet

Nun, dann dürfte es auch kein Geschenk an die spezielle Person sein, sondern an die jeweilige Dienststelle. Damit ist die „Bestechungssache“ meiner Meinung aussen vor. (Ich hab sowas auch schon ohne schlechtes Gewissen angenommen.)

Um den Sachbearbeitern und mir Peinlichkeiten zu ersparen,
wollt ich mich vorher einfach informieren, ist eine solche
Informationshilfe ein Geschenk? Ich hoffte, es würden
vielleicht Behördensachbearbeiter antworten, die Richtlinien
kennen.

Wenn Du es ganz genau wissen möchtest, dann biete dein Werk den jeweiligen Leuten an, und frage gleich, ob sie es annehmen dürfen. Du kannst ja darauf hinweisen, daß es sich nicht um ein persönliches Geschenk handelt.

Eine Grenze für Geschenke liegt hier in Hessen bei (hofentlich stimmts noch) 15,- Euro.

Hoffentlich habe ich Dir jetzt helfen können.

Gruß
Jörg Zabel

Hallo Ingrid,

ich war wohl etwas voreilig, eben hab ich noch was gefunden:
http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C1339819_L20…
Das sind zwar die niedersächsischen Vorschriften, aber in jedem anderen Bundesland wird es etwas ähnliches geben.

Vielleicht hilft es Dir weiter.

Gruß
Jörg Zabel

Lieber Jörg,

das habe ich verstanden. Es war mir schon klar, dass Geschenke immer eine heikle Sache sind. Die jeweiligen Sachbearbeiter könnten ja ihre Dienstvorgesetzten informieren oder beispielsweise den Bericht in die Bibliothek stellen, dann haben alle Kollegen gleichermaßen einen Vorteil davon und der-/diejenige profitiert nicht allein. Nach der Straßenabsenkung und meiner mündlichen Information, wodurch diese entstanden sein könnte, passierte leider gar nichts. Erde drauf, Loch wieder zu, das war es. Es passiert mir schon hin und wieder, dass ich nicht ernst genommen werden. Dabei hatte ich in diesem Fall gerade ein brandfrisches Gutachten von einem Geologen bekommen.

Ich selbst habe keinen und erwarte keinen Vorteil durch die Weitergabe von Informationen, wenn doch etwas geändert wird, geschieht dies zum Allgemeinwohl der dort wohnenden Menschen.

Es ist aber immer besser, ich informiere mich vorher. Daher großen Dank für deine Hilfe.
Beste Grüße
Ingrid

Nicht persönlich schenken.
Hallo Zwillingsjungfrau!

warum schenkst Du Dein Werk nicht einfach der Stadtverwaltung?
Also nicht den Bearbeitern im Amt, sondern z.B. dem Oberstadt- oder Oberkreisdirektor?
Ein nettes Anschreiben mit den wesentlichen Inhalten, ein paar Auszüge zum Zusammenhang mit beobachteten Straßenschäden und den Gründen.

Oder wenn Du es nicht ganz so hoch aufhängen willst - an den jeweiligen Amtsleiter oder Dezernenten. Aber in jedem Fall mit einem kurzen, präzisen Anschreiben.

Viel Erfolg!
Ulli

Liebe Ulli,

Hamburg ist so groß und hat viele verschiedene Behörden. Aber ein zusätzliches Exemplar dem Amtsleiter des für uns zuständigen Bezirksamtes zu schenken, ist eine gute Idee. Dann sind auch die von mir ausgesuchten Sachbearbeiter, die auch früher sich schon mit Fragen an mich wandten, gleich abgesichert. Der von mir zusammengestellte Bericht umfasst ja nur ein sehr kleines Gebiet in Hamburg. Mehrfach stellte ich fest, dass diese Sachbearbeiter über einen Fall entscheiden sollten, die Historie aber nicht kannten und keinen Rat wussten. So gab es auf einem Grundstück am Ziegelteich einen Erdeinbruch, ein kreisrundes Loch entstand, dass sich rasch mit Wasser füllte und sehr tief zu sein schien. Was war das? Es war der alte Schornstein in der ehemaligen Ziegelgrube. Der See war an dieser Stelle zugeschüttet und die Fläche parzelliert worden. Mit alten Karten konnte ich das belegen, allen war geholfen. Der Bericht soll einfach nur helfen, die Hintergründe zu verstehen. Deshalb ist er bei den jeweiligen Sachbearbeitern im Grunde am besten aufgehoben.
Doch dein Tipp ist sehr gut. DANKE
Ingrid