Wann ist es erlaubt einen Menschen zu töten?

EIN MENSCH DARF NUR DANN GETÖTET WERDEN, WENN ER DIESE TÖTUNG
WÜNSCHT ODER NICHT IN DER LAGE IST EINSPRÜCHE GEGEN DIESE
TÖTUNG VORZUBRINGEN

Willkommen im 3. Reich…
da wird es einem ja Angst und Bange bei dem Gedanken…

hallo,
ja, so geht es natürlich nicht. da hat aber einer einen nackenschlag für verdient. AAAAber, warum kann man die ganze chose nicht einfach dahingehend modifizieren:
ein mensch darf dann und nur dann getötet werden, wenn er diese tötung wünscht

wo da das problem ist, will mir nicht in den kopf.

grüße,

rushme

  • Selbstmord ist manchmal OK

Selbstmord aus persönlichem und freiem Entschluss muss man
akzeptieren, auch wenn man ihn nicht billigt…

Naja, auch wieder schwierig…wir werden einen
selbstmordwilligen menschen wohl kaum abhalten können.
billigen kann ich es auf keinen Fall

hallo,
wieso nicht, ich meine, wieso kannst du selbstmord „auf keinen fall“ billigen ? weiter oben wurde von egoismus gesprochen. ich finde, den egoismus eines menschen, der entscheidet, dass er auf den ganzen quatsch keinen bock mehr hat und sich nach gründlicher überlegung zum freitod entschließt, muss man akzeptieren.
man wird es müssen, es lässt sich ohnehin keiner davon abhalten, der wirklich und aufrichtig ausnullen will.

grüße

rushme

man wird es müssen, es lässt sich ohnehin keiner davon
abhalten, der wirklich und aufrichtig ausnullen will.

Hallo,

wie schon gesagt, akzeptieren muß man es, egal wie man persönlich dazu steht. für mich persönlich ist nun einmal ein selbstmord nicht ok - was aber wohl jemanden, der es unbedingt tun will, nicht davon abhalten wird.

gruß
Daniel

killing yourself to live

hi daniel,
sach doch mal, WIESO selbstmord für dich nicht okay ist (ich gehe davon aus, dass du auch den selbstmord ANDERER meinst, nicht nur für dich selbst inakzeptabel halt), ich glaube, das ist es, wo ich nicht hinterkomme.

grüße von

rushme

Hallo rushme

sach doch mal, WIESO selbstmord für dich nicht okay ist (ich
gehe davon aus, dass du auch den selbstmord ANDERER meinst,
nicht nur für dich selbst inakzeptabel halt), ich glaube, das
ist es, wo ich nicht hinterkomme.

Ich habe mal als halbes Kind (ich war 12) mit dem Selbstmord eines von mir sehr geliebten Menschen fertig werden müssen.

Als dann Jahre später ein Freund von mir von Selbstmord sprach, hab ich ihm gesagt, er solle erst zusehen, dass er keine Freunde mehr hat, und niemand mehr da ist, der um ihn trauern würde, dann könne er sich meinetwegen umbringen.

Gruss
Marion

Hi rushme,

ich gebe zu, daß ich das nicht richtig erklären kann. es ist eine rein subjektive einschätzung und ich gehe auch nur von mir persönlich aus. für mich persönlich sind keine gründe vorstellbar, die es rechtfertigen, sich „aus dem staub“ zu machen. Dies ist meine überzeugung und ich kann sie ebensowenig erklären, wie dir ein christ logisch erklären kann, warum er an gott glaubt … obwohl er natürlich sagen wird es ist halt so.
Auch wenn es nicht geholfen haben dürfte, dich zu überzeugen, was ich in diesem punkt auch gar nicht will

Liebe Grüße
Daniel

hm…

Als dann Jahre später ein Freund von mir von Selbstmord
sprach, hab ich ihm gesagt, er solle erst zusehen, dass er
keine Freunde mehr hat, und niemand mehr da ist, der um ihn
trauern würde, dann könne er sich meinetwegen umbringen.

Hallo Marion,
ich habe ähnliches erlebt und war lange zeit ähnlicher meinung wie du, glaube aber mittlerweile, daß die gründe die ein einzelner hat, sich zu töten ganz bestimmt nichts damit zu tun haben, jemand anderem als einem selbst weh zu tun. Daß dies billigend in kauf genommen wird, ist in einer so angespannten situation - die ja vorhanden sein muß, um sich umbringen zu wollen - eher zweitrangig und wird vom betroffenen sicher nicht in seine gedanken aufgenommen!
Daniel

Hallo rush me

ein mensch darf dann und nur dann getötet werden, wenn er
diese tötung wünscht

wo da das problem ist, will mir nicht in den kopf.

Das Problem fängt da an, wo der Mensch nicht in der Lage ist diesen Wunsch auszusprechen und andere Menschen hingehen und diesen Wunsch implizieren.

Noch übler wird es, wenn eines Tages die Erwartungshaltung an alte und kranke Menschen gestellt wird, dass sie rechtzeitig Selbstmord begehen, bevor sie anderen Menschen zur Last fallen.

Gruß
Carlos

hi marion,

ok, das ist einzusehen. klar.
auch ist es bestimmt so, dass viele selbstmorde nicht ausführlich genug geplant worden sind und von leuten verübt wurden, die zu diesem zeitpunkt nicht wussten, was sie taten, sich nicht klar darüber waren, dass dieses wirklich unwiderruflich das ende bedeutet, von dem schmerz, den sie freunden und verwandten anrichten, ganz abgesehen.

insofern gehen wir bestimmt völlig konform, und ich würde sicher auch jedem selbstmordinteressenten zunächst dringend raten: lass es sein !

dennoch beharre ich (ich persönlich) darauf, dass die option, sich für den freitod zu entscheiden, einem menschen offenstehen dürfen MUSS und nicht wegdiskutiert werden darf.

es tut mir aufrichtig leid, dass du einen lieben menschen auf diese weise verloren hast und wünsche mir natürlich, dass überhaupt kein mensch mehr so mies drauf kommt, dass er glaubt, nicht anders klarzukommen.

viele grüße,

rushme

Hallo rushme

dennoch beharre ich (ich persönlich) darauf, dass die option,
sich für den freitod zu entscheiden, einem menschen
offenstehen dürfen MUSS und nicht wegdiskutiert werden darf.

Ich hab es ja auch nicht generell abgeleht, wie gesagt, mit der Einschränkungn in meinem letzten Posting soll doch jeder machen was er will. Viele Leute denken, Selbstmord sei etwas, das nur sie persönlich angeht. Aber das ist falsch. In den meisten Fällen machen sich Freunde und Angehörige ihr Leben lang Gedanken oder Vorwürfe, ob sie etwas hätte machen können um z.B. den Selbstmord zu verhindern oder wie es wäre, wenn der oder die betreffende noch leben würde. Der Tod eines geliebten Menschen reißt immer ein Loch, erst recht, wenn dieser Tod nicht unabwendbar gewesen ist.

Wenn jemand aufgrund einer tödlichen Krankheit z.B. sein Leiden verkürzen möchte, ist das natürlich etwas anderes. Aber das kann man dann ja auch mit Freunden und Angehörigen absprechen.

Gruss
Marion

Hi rush

ein mensch darf dann und nur dann getötet werden, wenn er
diese tötung wünscht

wo da das problem ist, will mir nicht in den kopf.

Es geht hier um die „Tötung auf Verlangen“. Sollte ein Mensch anen anderen aufgrund schwester psychischer oder physischer Probleme bitten, ihn zu töten, dann begibt sich derjenige, der diesem Wunsch nachkommt, in eine ethische Grauzone.
Die Frage, die sich stellt, ist doch folgende: Würde dieser Mensch diesen Tötungswunsch auch dann haben, wenn er optimal versorgt würde. Nachdem dies wohl nirgens der Fall ist, sollte man erst mal die Betreuung verbessern…
Vile dieser Fälle wollen wg. unerträglicher Schmerzen sterben. Bei der Unterversorgung mit Schmerzmitteln hierzulande kein Wunder. (Morphium ist ein dolles Schmerzmittel, und sogar zugelassen…)

Noch schwieriger wird es, wenn jemand vorher schriftlich festlegt, in welcher Situation er getötet werden will.
weil man ja nie so genau weiss, wie man sich in der entsprechenden Situation wirklich verhalten würde. es sagt (bzw schreibt) sich in gesundem Zustand leicht „da will ich dann nicht mehr leben“, wenn man dann drinsteckt sieht es ganz anders aus…

Ausserdem stellt die Legalisierung der „Tötung auf Verlangen“ eine grosse Gefahr dar, Das Schwerkranken dies sozusagen als „leichter Ausweg“ angeboten wird, um dadurch im Hintergrund einfach Kosten zu sparen… (Und das ist dann wirklich Mord aus Gewinnstreben)

Und, last but not least, wird dadurch eine ethische Schranke durchbrochen, der nächste Schritt wäre dann die Befragung der Angehörigen nach dem vermutlichen Willen eines hilflosen Patienten, und als nächstes „Erlöst“ man die Kranken einfach so, damit sie nicht mehr leiden müssen…
Wo das hinführt, ist bekannt.
„Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte ein Geschichtsbuch oder fragen sie ihre Grosseltern…“

Gruss
Mike

ich kann Euch mal eine Extremsituation beschreiben: vor vielen Jahren gab es in münchen einen Autounfall. Der Fahrer war eingeklemmt und hätte nur mit der Blechschere (die die Feuerwehr hat) herausgeholt werden. Jetzt fing das Auto zu brennen an. der Mann war am rösten! vor Schmerzen schreiend (also nicht bewustlos!) bat er seinen Freund, ihn zu töten, was der auch machte! Und mit Sicherheit einen psychischen Knacks fürs Leben davontrug (seinen Freund töten). Dieser Mann wurde verurteilt. So wie ich mich erinnern kann, musste er sogar ins Gefängnis.
Ist das gerecht?
Grüße
Raimund

Hi Raimund,

ich kann Euch mal eine Extremsituation beschreiben: vor vielen
Jahren gab es in münchen einen Autounfall. Der Fahrer war
eingeklemmt und hätte nur mit der Blechschere (die die
Feuerwehr hat) herausgeholt werden. Jetzt fing das Auto zu
brennen an. der Mann war am rösten! vor Schmerzen schreiend
(also nicht bewustlos!) bat er seinen Freund, ihn zu töten,
was der auch machte! Und mit Sicherheit einen psychischen
Knacks fürs Leben davontrug (seinen Freund töten). Dieser Mann
wurde verurteilt. So wie ich mich erinnern kann, musste er
sogar ins Gefängnis.
Ist das gerecht?

so etwas ist natürlich ein außerordentlicher Extremfall. Ähnlich gab es hier in wien einen Fall, wo ein über 80-jähriger Mann Jahrzehntelang seine Frau, die fast unansprechbar dahinvegetierte, tötete, weil er es einfach nicht mehr gepackt hatte - er war selber längst betreuungsbedürfitg. Der arme Teufel wurde mit einer „pro forma“-Strafe bedacht.
Natürlich muss man an solche Extremsituationen auch andere Maßstäbe anlegen.
In der Alltagspraxis allerdings könnte Tötung auf Verlangen so aussehen, dass man Kranke und Alte einfach so mies behandelt, bis sie lieber sterben würden, und ihnen dann großartig die Euthanasie gewährt.
gruß,
bb

Das große Problem ist eigentlich:
wie kann ich Töten auf verlangen von Töten auf erzwungenem Verlangen oder gar Eutanasie unterscheiden und verhindern.
Fast jeder von uns möchte in bestimmten Situationen selbst darüber bestimmen können, wann er abtritt. Nur, wie kann ich die Kriminalität von der Mnschlichkeit unterscheiden.
Es gab mal einen Arzt, der sagte: wenn man auf jedem Grab, in dem ein Emordeter liegt, eine Kerze stellen würde, so wäre der Friedhof hell erleuchtet!
Grüße
Raimund

Extreme Ausnahmesituationen…
erfordern manchmal extreme Maßnamen

hi Raimund.
Anschliessend an das von bb gesagtem: Bei einer derartigen situation a la entweder durch den Wolf gedreht werden oder Kopfschuss kann man eigentlich nur von einer „No win“ situation sprechen, denn egal was man macht, es ist verkehrt.

Die ganze Diskussion dreht sich doch um das Töten auf verlangen in einer NICHT unmittelbar tödlichen Situation, und das ist ein erheblicher Unterschied.
In einem solchen Fall ist doch die Frage: ist der Wunsch des patienten überhaupt reel, oder durch eine unerträgliche äussere Situation bedingt. Sprich, Wenn ich ihn beispielsweise mit Morphium zudope und anständig pflege, will er dann auch noch sterben???
Was mach ich mit dem Todeswunsch eines 20-jahrigen, der nach Unfall im Rolli sitzt?? Behandle ich den anders als den 80-Jährigen, der noch auf einer Lunge atmet und permanent dialysiert wird… usw usw usw.
Es ergibt sich bei der aktiven Sterbehilfe eine derartig breite Grauzone ganz persönlicher Entscheidungen des „Sterbehelfers“, das ich ganz persönlich der Meinung bin, das da besser der Deckel drauf bleibt…

By the Way, derartige extremsituationen wie geschildert gibt es in Kriegen öfters, Deswegen wurde aber meines Wissens noch nie jemand juristisch zur Verantwortung gezogen.

Gruss
Mike

Hallo Raimund,

Das große Problem ist eigentlich:
wie kann ich Töten auf verlangen von Töten auf erzwungenem
Verlangen oder gar Eutanasie unterscheiden und verhindern.

Ich glaube, man kann in ethischen Fragen keine Dogmen aufstellen und ein für alle Mal bestimmen, was recht und richtig ist. Man kann nicht sagen: Selbstmord ist IMMER schuldhaft, oder Tötung auf Verlangen ist IMMER schuldhaft. solche Dogmen führen dann oft zu so grotesken Verordnungen wie der der katholischen Kirche, dass man einen Embryo nicht direkt töten darf (das wäre Mord) aber indirekt. Bei einer eileiterschwangerschaft darf der Arzt den Eileiter entfernen (und die Frau damit unfruchtbar machen!), denn dann wird der Embryo nur indirekt getötet. Schält er aber den Embryo (der nebstbei ohnehin keine Lebenschance hat) heraus und erhält den Eileiter, so hat er ihn direkt getötet und einen Mord von gleichem gewicht begangen, als hätte er einem Kind den Schädel eingeschlagen. also, da greift man sich ans Hirn …
Vielleicht ist die einzige Weisheit in der ganzen Sache die:
„Ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist“ war die erste Lüge, auf die der Mensch reinfiel.
lg,
bb

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Nach meinen Informationen ist es in der Intensivpflege so, dass man von drei Stufen ausgeht: Eins: alle Mittel (Respiration etc.) werden eingesetzt, zwei: einige werden eingesetzt, drei: Der Zustand ist hoffnungslos, dann werden keine Reanimationen oder Operationen mehr gemacht, der Patient wird schmerzfrei und psychisch ruhig gehalten, also z.B. unter Morphium, bis der natürliche Tod eintritt.
Man kann heute praktisch jede schmerzhafte Krankheit mit Medikamenten behandeln, die den Schmerz ausschalten. Das wird auch in der Hospizbewegung so gemacht. Glücklicherweise ist man in den letzten Jahren draufgekommen, dass Moribunde spezielle Pflege brauchen und entwickelt auch immer mehr in dieser Richtung. Als mein Vater Knochenkrebs bekam, wurde ihm Morphium verschrieben (nur war er bockig und hat es nicht genommen), er hätte also schmerzfrei bis zum Ende bleiben können.
Ich schließe mich der Meinung an, dass das Euthanasie-Gerede nicht aus ernsten medizinischen Erwägungen stammt, sondern aus dem „Weg mit denen“-Gedankengut. Alte, chronische Kranke, Behinderte und „Unnütze“ (Junkies und säufer) kosten Geld und bringen nichts, also putzt man die Bagage weg, ganz wie´s unterm Adolf war.Und sind erst einmal die dran, dann sind sehr schnell auch die anderen dran, nämlich du und ich.
lg,
bb

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