Wann Kinder alleine reisen?

Hallo zusammen,

was denkt ihr: Kann man einen fast 11-jährigen, vernünftigen Gymnasiasten und seine 7-jährige Schwester (für Wochenendbesuche bei den geschiedenen Eltern) schon alleine mit dem Zug reisen lassen? Die Fahrt dauert 1,5 Stunden und sie müssten nicht einmal umsteigen, sondern würden zum Zug gebracht und wieder abgeholt werden. Hättet ihr dabei ein gutes Gefühl? Welche Erfahrungen habt ihr?

Vielen Dank für eure Ratschläge,
Anna

Hallo Anna,
natürlich kommt das immer auf den Einzelfall an, aber wenn du schreibst das der 11 jährige ganz vernünftig ist, warum nicht?
Was sagen denn die Kinder dazu, würden sie es sich denn zutrauen oder hätten sie Angst?
Ich würde sie allerdings zum Bahnhof bringen, sie in das Zugabteil setzten und sicherstellen das sie auch am Zielbahnhof abgeholt werden.
Wenn sie Umsteigen müssten hätte ich da vieleicht eher bedenken, aber wenn der Zug durchfährt sollten sie eigendlich dazu in der Lage sein. Zumal das aus meiner Sicht einen großen Teil zur Entwiklung einer selbständigen Persönlichkeit beiträgt.

Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, meine Eltern haben mich auch schon sehr zeitig allein durch die Weltgeschichte fahren lassen. Meine beiden älteren Schwestern hingegen wurden fast bis zur Volljährigkeit ständig von ihnen begleitet. Heutzutage ist es so das sie sich mit mitte 40 nicht trauen allein von Berlin nach München zu fliegen und lieber fürs doppelte Geld mit dem Zug fahren wobei ich mir schon die halbe Welt angesehen habe. :wink:)

Also ich denke, red mit deinen Kindern ob sie der Meinung sind diese „Verantwortung“ übernehmen zu können und dann gib ihnen nötigenfalls ein Handy mit (womit wir wieder mal beim Thema 11jährige und Handys wären) :wink:)) und probiers es einfach aus.

Der Ronny

Hallo Anna,

Welche Erfahrungen habt ihr?

meine Kinder sind 12 und 10, und waren vor einigen Monaten mit dem Zug auch ca. 1,5 Stunden unterwegs. Weil der Fahrkartenschalter überfüllt war, und der Automat nicht funktionierte, habe ich den Schaffner vor der Fahrt darauf aufmerksam gemacht, dass die Kinder ohne Begleitung fahren, sie bei ihm die Fahrkarten kaufen und wo sie aussteigen werden. Die Große haben wir mit einem Handy mit entsprechenden Telefonnummern versorgt. Einen Platz mußten sie sich selber suchen, weil die Zeit zwischen Zugankunft und -abfahrt nur wenige Minuten betrug. Schade, ich hätte ihnen gerne bei der Platzsuche geholfen, zumal der Zug sehr voll war. Was soll´s, alles kann man manchmal nicht organisieren.
Die Fahrt und die Ankunft verlief wie am Schnürchen. Sie haben einen Sitzplatz gefunden, der Kauf der Fahrkarte hat auch geklappt, und der Schaffner hat wohl zwischendurch nochmal nach ihnen geschaut.
Mit ihrer Abfahrt habe ich das mulmige Gefühl nicht abgeschüttelt. Da fehlt mir einfach die Routine, die man aber sowohl als Elter und als auch als Kind bekommen würde, wenn die Kinder öfters so verreisen würden.

Zwar sind deine Kinder jünger als meine. Aber wenn du ihnen die Fahrkarte im voraus kaufst, dann haben sie nicht wie die Meinen das Problem mit dem Kartenkauf. Wenn der Zug etwas mehr Aufenthaltszeit hat als unserer, dann kannst du bei der Sitzplatzsuche helfen. Auf jeden Fall würde ich den Schaffner Bescheid geben, damit für ihn klar ist, dass die Kinder gewollt alleine reisen. Knackpunkt ist vielleicht noch für die Kinder zu wissen, wann sie aussteigen müssen. Vielleicht kannst du ihnen die Haltestationen aufschreiben, damit sie die Fahrt bis zu ihrer Ankunft verfolgen können - sprich, dass sie bei der vorletzten Station sich auf ihren Ausstieg vorbereiten.

viele Grüße
claren

Hi Anna,
ich schließe mich dem, was Ronny geschrieben hat, an. Nur eine Ergänzung: Wenn die Kinder in den Zug gesetzt werden, sollte der Zugbegeiter informiert und den Kindern gesagt werden, dass sie sich an ihn wenden können, wenn irgendwas ist.
Gruß,
Anja

Hallo zusammen,

Hallo,
das kann man so generell nicht sagen. Mein Sohn war seit seiner Geburt ein Reisekind. Er ist einmal pro Jahr mit dem Zug nach Rotterdam, mit der Fähre nach Hull und wieder zurück, mindestens 1 mal pro Jahr mit einer Freundin (meiner natürlich!) auf Städtetour, seit er 6 Jahre alt war. Er ist seit er 8 Jahre war mit den Pfadfindern 2 bis 3 mal jählich auf Ausfahrten und hat häfig bei Freunden in ganz Norddeutschland übernachtet.
Wir haben regelmäßig Mehrtagestouren mit dem Fahrrad und dem Zug unternommen und und und
Ein echtes Reisekind eben.
Er konnte mit schlafwandlerischer Sicherheit jede Reise, jeden Weg einfach antreten und irgenwie ankommen. Wenn man ihn allerdings gefragt hat, wo bist du gerade, wo müssen wir jetzt lang, auf welchem Gleis geht der Zug ein… er konnte es nicht beantworten, wenn er allerdings einfach vorgegangen ist, war er immer richtig, wenn wir uns irgendwo treffen mußten, er war immer da. Das muß irgenwie auf einer tieferen Ebene liegen. Ich weiß es nicht.
Als er 13 Jahre alt war hat er darauf bestanden den Flug nach England als unbegleiteter zu machen, mit umsteigen in Holland!!! Er hat mich von unterwegs einmal angerufen um nachzufragen wohin genau wer noch mal auf dem Amsterdamer Flughafen muß, das wars.

Seine Freundin, mittlerweile ist er fast 15 ebenso wie seine besagte Freundin, schafft es nicht allein mit der Regionalbahn 2 Haltestellen allein zu fahren, wenn es in einen anderen Stadteil geht, als sie gewohnt ist mit ihrer Mutter zu fahren.

Lange Rede kurzer Sinn:
es kommt drauf an, zuerst mal ein kleines Stück testen, ein paar mentale Übungen:„erzähl mir mal den Weg und was du alles tun wirst“… und ansonsten, …es kommt drauf an

Eine, die oft unverantwortlich gescholten wurde
die aber an den richtigen Stellen ein gutes Gefühl
hatte, zurecht
Gruß
Susanne

Vielleicht
kannst du ihnen die Haltestationen aufschreiben, damit sie die
Fahrt bis zu ihrer Ankunft verfolgen können - sprich, dass sie
bei der vorletzten Station sich auf ihren Ausstieg
vorbereiten.

Gute Idee! Braucht man aber nicht aufschreiben, kann man bequem aus dem Internet ausdrucken:
http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn?newreq…:

Gruß
Nelly

Hallo Anna!!

Also ob Mama im Zug nun neben einem sitzt ist doch eigentlich egal vorallem die 1,5 Stunden. Wenn sie hin und zurück gebracht werden vom Zug sehe ich eigentlich nichts schlimmes daran. Ich bin mit 15 (sind zwar 4 Jahre unterschied) erst 7 Stunden von Hamburg nach Ulm gefahren ohne irgendwelche Probleme. Musste allerdings umsteigen. Wenn der kleine ein Handy hat kann er dich ja auch jeder Zeit anrufen. Wenn doch irgendwas sein sollte. Aber was soll schon sein.

Liebe Grüße Nina

Hallo Anna,

wenn der Junior tatsächlich ‚vernünftig‘ ist, dann sehe ich keinen Hinderungsgrund. Ich habe in dem Alter schon wesentlich weitere und ‚kompliziertere‘ (sprich: Umsteigen, Grenzübertritt, Nachtfahrt) Strecken zurückgelegt.

Je nachdem, was es für ein Zug ist: entweder Du setzt die Kids in einen ICE-Großraumwagen oder in ein ‚normales‘ Abteil, das bereits von einer Family okkupiert wird und bittest die Zugbegleiter, ein Auge auf die Sprößlinge zu haben. Alternativ kannst Du bei der Bahn auf manchen Strecken das ‚Kids on Tour‘-Programm buchen, was allerdings nicht ganz billig ist; Infos dazu findest Du unter http://www.bahn.de/pv/view/service/zug/kids_on_tour….

Gruß

Renee

Hallo, Ihr!
Meine Mädels sind mit 6 und 10 Jahren zu zweit im Zug gereist, ca. eine Stunde weit. Ich habe sie immer zur Bahn gebracht und mir dann jemanden im Abteil gesucht, den ich vertrauenswürdig fand und um etwas Beistand gebeten, nur, falls nötig. Hat immer gut geklappt. Wichtig ist wohl auch, wie Deine Zwei sich damit fühlen. Gruß - Anette

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Ist ja schon viel gesagt worden, bedenken solltest Du eines:
Ein Problem sind i.d.R. nicht die vorhersehbaren Abläufe, sondern die unvorhersehbaren Situationen. Nehmen wir das Handy als Beispiel. Mir ist es häufig passiert, daß die Dinge im Zug nicht funktionieren…was dann? Oder das Abholen…was ist, wenn aus was weiß ich für Gründen doch keiner die Kinder abholt, oder man sich verfehlt? Was ist zu tun, wenn die siebenjährige Schwester im Zug meint, nicht auf den Großen hören zu müssen? Was soll getan werden, wenn doch der Zielbahnhof verpaßt wurde. Wie macht man es, wenn die Schwester mal auf Toilette muß (oder anders, begleiten: ja oder nein??). Ich meine es ist bestimmt nicht allzu schwer eine unbeaufsichtigte siebenjährige mal fix wieder in so eine Toilette zu schubsen… Das soll keine Panikmache werden, sondern nur verdeutlichen, woran man vorher denken sollte.

Wichtig also…traut sich Dein Großer die Verantwortung zu? Wenn ja, dann mit viel Phantasie alle denkbaren Katastrophen durchgehen und ihn überlegen lassen, wie er die Sitution meistern könnte…dann kannst Du korrigierend einwirken, er wird aber lernen, eigenen Strategien zu entwickeln und dann auch die eine Variante meistern, die Ihr vorher nicht durchgespielt habt. :wink:.

Ach und vergiß nicht, Beschäftigungsmaterial mitzugeben. :smile:

Das mit der fehlenden Selbsständigkeit, wenn man solche Fahrten nicht frühzeitig übt, ist übrigens Käse. Mein Sohn war auch nie alleine unterwegs und hat dann mit 14 völlig problemlos eine 5h-Strecke mit dreimaligem Umsteigen (Bahn und Bus in unbekannten Städten)bewältigt, und das ohne am anderen Ende abgeholt worden zu sein. Nach zwei Tagen ging das Ganze rückwärts und wieder ohne Pannen. Ebenso meine Nichte, die Bahnfahren praktisch gar nicht kannte…die war mich voriges Jahr per Bahn besuchen und hatte auch keine Probleme.

Zwischen 11 und 14 Jahren gibt es aber eine ganz ordentliche Entwicklungspanne.

Gruß Maid

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Hallo,

Ich bin mit 11 Jahren auch alleine ein paar Studen Bahn gefahren (mit Umsteigen auf unbekannten Bahnhöfen etc.). Ob ich allerdings eine 7jährig Schwester ausgehalten hätte? :wink:
Wenn du es deinen Kindern zutraust, würde ich dir zuraten. Ist ja auch ein schönes Abenteuer für die Kinder! Und verloren gehen werden sie schon nicht.

Gruß,
Hannes