Wann macht bei Selbstständigkeit Autoleasing Sinn?

Hallo liebe Leute

Ich würde gerne mal einen Sachverhalt verstehen.

Es ist bekannt, dass viele Selbstständige sich tolle Autos leasen, und meinen´"Kostet kaum was, das lohnt sich". Einer hat sogar auf Firmennamen ein Auto für 20.000 € gebraucht gekauft, und meint, er kann es zum größten Teil absetzen.

Doch wie groß ist die Kostenersparnis tatsächlich?

Nehmen wir das Beispiel eines fiktiven Neugründers, der sein Geld durch die Vermittlung in der Finanzdienstleistungsbranche verdient. Für diese Vermittlung bekomme er von den Unternehmen Provision. Er rechnet mit monatlichen Provisionseinnahmen von 3.000 €. Unternehmensausgaben betragen 500 € im monat. Auto bräuchte er wegen Fahrt ins Büro, und manchmal Kundenbesuche. Ansonsten privat.

Wie und wieviel ganz konkret kann diese Person denn sparen durch ein gewerbliches Autoleasing?

Beste Grüße

Wie und wieviel ganz konkret kann diese Person denn sparen durch ein gewerbliches Autoleasing?

Für diese Person ist KFZ-Leasing sicherlich nicht besonders vorteilhaft.

Hallo,

das hängt natürlich von den indiv. Gegebenheiten ab, aber man kann das recht gut selbst einschätzen oder berechnen, wenn man weiß, daß der Anteil an den Kosten, der für die Selbständigkeit genutzt wird, von der Steuer abgesetzt werden kann. Je höher also der Anteil, desto mehr könnte sich Leasing lohnen.

Oder: Kostet die Leasingrate monatlich 500 €, das Auto wird zu 100 % gewerblich genutzt, kann man auch 500 € von der Steuer absetzen. Das Finanzamt übernimmt also einen erheblichen Anteil. Wird es z.B. zu 50 % genutzt, kann man nur 250 € absetzen. Auf diesen Betrag ist dann halt keine Steuer zu zahlen.

Wie schon richtig angeführt wurde, dürfte es sich im genannten Beispiel nicht lohnen, denn es bleibt ja noch ein erkleckliches Sümmchen monatlich als Privatanteil.

Gruß, Hemba

Hallo,

wobei man das mit dem Privatanteil natürlich schon etwas differenzierter sehen muss. Entscheidend ist doch, ob der Privatanteil den ich bzgl. des gewerblichen/freiberuflichen Leasingfahrzeugs zu tragen habe mich unter dem Strich günstiger als ein privat finanziertes Fahrzeug kommt, bei dem ich die beruflichen Kilometer abrechne. D.h. es kommt sehr auf den Wert des Fahrzeugs und das Verhältnis und die Höhe beruflicher und privater Nutzung an. Dabei spielt natürlich auch herein, was es mir wert ist, auch privat immer ein modernes und gut ausgestattetes Fahrzeug zu nutzen. Denn wenn ich monatlich einen Hunderter für die private Nutzung abdrücke, dann kann ich dafür vielleicht auch eine alte Rostlaube privat finanzieren, wenn ich dafür aber andererseits einen gut ausgestatteten Neuwagen fahren kann, ist das natürlich etwas anderes.

Daher ist es gar nicht so einfach hier auf konkrete Zahlen zu kommen, und hängt viel auch von persönlichen Faktoren ab.

Gruß vom Wiz

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Hi, ich würde sagen, je mehr Liquidität man man behalten möchte und je mehr Richtung 100% Betriebsnutzung, umso mehr macht es Sinn.
Ist hingegen der Privatanteil hoch und zusätzlich ausreichend Liquidität vorhanden, machts keinen Sinn.

Erstens kann man die betrieblichen Aufwendungen auch bei einem Kauf über AfA und Betriebskosten geltend machen. Also nur die Mehrkosten des Leasings bringen steuerlich etwas, verursachen aber sicher mehr an Kosten als die steuerliche Absetzbarkeit beträgt.
So generell gesehen, es mag aber durchaus Angebote geben die auch ohne Liquiditätsreserve einen Sinn ergeben.

OL

Hallo Wiz,

Du hast vollkommen Recht, da sind natürlich noch sehr viele emotionale Faktoren, die letztlich zu einer Leasingentscheidung führen. Ich vermute mal, dass viele Personen vor sich selber dann eine Ausrede haben, warum sie sich dann doch das tolle Auto leisten …

Viele Grüsse, Hemba

Hallo!

Hallo liebe Leute

Ich würde gerne mal einen Sachverhalt verstehen.

Es ist bekannt, dass viele Selbstständige sich tolle Autos
leasen, und meinen´"Kostet kaum was, das lohnt sich".

Ich habe bzgl. Auto die Regel befolgt, mir geschäftlich niemals mehr zu leisten, als ich privat auch bezahlen wollen würde. Das funktioniert als Freiberufler ebenso wie für einen Dienstwagen als Angestellter.
Zudem habe ich mich gefragt, wie das jeweilige Fahrzeug bei meinen Kunden ankommen würde.

Leasing ist, das solltest Du als Finanzdienstleister wissen, nichts anderes als Miete, bei der die Betriebskosten manchmal sogar beim Leasingnehmer liegen. Was das kostet und ob das sinnvoll ist, muss individuell bewertet werden.

Einer
hat sogar auf Firmennamen ein Auto für 20.000 € gebraucht
gekauft, und meint, er kann es zum größten Teil absetzen.

Naja, ich kaufe normalerweise privat Autos für 30 - 50.000 Eur und setze nichts ab.
Geschäftlich hingegen fahre ich einen bescheidenen VW Passat, weil dies bei meinen Kunden, meist mittelständische Produktionsbetriebe, besser ankommt, als mit einer E-Klasse anzureisen.

Somit sollte man Ausgaben für Autos sehr individuell sehen und auch nicht dem Irrtum aufsitzen, der Staat würde einem den Porsche bezahlen. Die „anderen“ 50% muss man nämlich verdienen. Netto.

Doch wie groß ist die Kostenersparnis tatsächlich?

Nehmen wir das Beispiel eines fiktiven Neugründers, der sein
Geld durch die Vermittlung in der Finanzdienstleistungsbranche
verdient.

Vermutlich wird dieser Mensch überhaupt keinen Leasingvertrag bekommen, ohne private Sicherheiten vorlegen zu können.
Die Branche gilt ja aktuell nicht unbedingt als erfolgreich, seriös und zukunftsweisend…

Für diese Vermittlung bekomme er von den Unternehmen
Provision. Er rechnet mit monatlichen Provisionseinnahmen von
3.000 €.

Also ca. 1.800 Eur nach Steuern und Krankenversicherung.

Unternehmensausgaben betragen 500 € im monat.

Insgesamt werden wohl um die 1.500 Eur überbleiben.
Miete, Essen, Kleidung u.s.w. berücksichtigt, stellt sich ohnehin nciht mehr die Frage nach einem dicken BMW auf Leasing o.ä.

Auto
bräuchte er wegen Fahrt ins Büro, und manchmal Kundenbesuche.
Ansonsten privat.

Wie und wieviel ganz konkret kann diese Person denn sparen
durch ein gewerbliches Autoleasing?

Sparen ist hier in der Tat duch Leasing möglich, denn (vorausgesetzt es existiert kein Vermögen) der Neukauf eines Autos bar ist meiner Einschätzung nach keine Alternative.
Auch ein teures Auto macht hier keinen Sinn.

Also würde ich Angebote wie die Ford Flatrate o.ä. nutzen, über die ich für 100 - 200 Eur im Monat an ein kleines Auto inklusive Service, KfZ-Steuer und Versicherungen komme.

Zudem, und das natürlich ungefragt, möchte ich empfehlen, gerade in einer solchen branche zu Beginn den Ball extrem flach zu halten. Halse Dir keine Fixkosten für Dinge auf, die Du nicht wirklich brauchst. 3.000 Eur brutto ist nicht viel und ggf. musst Du einige Monate ohne / mit wenig Einkommen auch überbrücken können.

Gruß,
M.