Wann schriebt man 'das' mit doppeltem 's'?

Hallo,

Könnt ihr mir die Regel nennen, nach der festgelegt ist, wann man das Wort „das“ mit doppeltem „s“ schreibt?

Dies kommt insbesondere dann vor, wenn man das Wort „das“ nach einem Komma schreibt. Früher betraf die Regel die „das“-Schreibung mit „ß“. Daraus ist ja mit der Neuen Rechtschreibung „ss“ geworden.

Weder im Duden noch im www habe ich bisher die entsprechende Regel gefunden.

Auf eure Antworten freut sich

Thomas

Hi Perschke,

Könnt ihr mir die Regel nennen, nach der festgelegt ist, wann
man das Wort „das“ mit doppeltem „s“ schreibt?

dass:

  1. Häufung von dass: Treppensätze mit der Konjunktion dass sollte man vermeiden, weil die mehrfache Wiederholung der gleichen Konjunktion eintönig ist. Also nicht: Ich bitte dich, dass du, wenn du P. anrufst, ihm sagst, dass ich in der Zeitung gelesen hätte, dass zu befürchten sei, dass das schlechte Wetter noch länger anhält. Besser ist hier eine Infinitivgruppe oder ein Nebensatz ohne Einleitewort: Ich bitte dich, wenn du P. anrufst, ihm zu sagen, ich hätte in der Zeitung gelesen, es sei zu befürchten, dass das schlechte Wetter noch länger anhält. Treppensatz.

  2. dass / ob:
    Die Konjunktion ob leitet indirekte Fragesätze ein: Sie fragt, ob es wahr ist (für: Sie fragt: Ist es wahr?). Ich will wissen, ob es stimmt (für: Ich will wissen: Stimmt es?). Die Konjunktion dass dagegen dient zur Einleitung von Inhaltssätzen, und zwar auch dann, wenn im Vordersatz die Tatsächlichkeit des Geschehens nur als möglich hingestellt, bezweifelt oder gar verneint wird: Ich weiss, dass sie kommt (= sie kommt). Ich bezweifle (= setze in Zweifel), dass sie kommt. Ich leugne, dass es so ist. Ich weiss nicht, dass sie kommt. In Fällen, in denen Möglichkeit, Wahrscheinlichkeit oder Zweifel vorliegen, ist der Sprecher leicht geneigt, ob an die Stelle von dass zu setzen, weil er die Unsicherheit des Geschehens mit der Frage nach dem Geschehen verwechselt ( 4). Dies ist ein Fehler. Also nicht: Für den Fall, ob er wichtige Mitteilungen zu machen hat, kannst du … Ob man das später einmal nachweisen wird, ist nicht ganz ausgeschlossen. Ich bezweifle, ob die Erde rund ist. In allen diesen Fällen steht korrekt dass. bezweifeln / zweifeln.

  3. dass / weil / ob / wenn:
    Die Pronominaladverbien dadurch, darum, davon u. a. sind ein Ersatz für das Gefüge Präposition + Pronomen: dadurch = durch das; darum = um das; davon = von dem. Da die Verhältnisse des Mittels, des Grundes usw. bereits durch die betreffende Präposition ausgedrückt werden, würde es genügen, den folgenden durch das Korrelat angedeuteten Sachverhalt mit einem dass -Satz auszuführen: Das hängt davon ab, dass das Wetter gut ist. Es wird aber vom Sprecher oft in einer Art Pleonasmus eine Konjunktion gewählt, die den Sinn noch verstärkt, den man ausdrücken will, z. B. den Sinn des Fraglichen durch die Wahl von ob: Das hängt davon ab, ob das Wetter gut ist. Oft wird die Konjunktion weil gewählt, weil sie den kausalen Sinn verstärkt, der durch das etwas farblose dass nicht genügend ausgedrückt erscheint: Dieser Schritt wird dadurch notwendig, dass / weil sich die Verhältnisse grundlegend geändert haben. Gegen eine solche Verstärkung ist auch bei daher nichts einzuwenden: Das kommt daher, dass / weil du nicht auf mich gehört hast. Nicht korrekt ist allerdings der Ersatz von dass durch eine Konjunktion, die keine Verstärkung, sondern eine Verunklarung des im Pronominaladverb liegenden Sinnes bedeutet: so z. B. wenn daraus mit wenn gekoppelt wird: Der Streit entsteht daraus, dass (nicht: wenn) die beiden Begriffe nicht scharf genug präzisiert werden (daraus [3]). Kein Schwankungsfall, sondern einfach eine doppelte Möglichkeit ist die Setzung von dass oder weil besonders nach Verben der Gemütsbewegung, weil bei diesen sowohl die Tatsache als auch der Grund der Gemütsbewegung angeschlossen werden können: Ich freue mich, dass / weil schönes Wetter ist. Er ärgerte sich, dass / weil er diesen Fehler gemacht hatte. Der Einsatz von wenn für dass ist in den Fällen berechtigt, in denen die Möglichkeit besteht, anstatt der Tatsächlichkeit des Geschehens seine bedingte Annahme zu setzen: Das ist die Folge, wenn man so gutmütig ist. Die Tatsache der Gutmütigkeit wird durchkreuzt von der Vorstellung: Wenn man in dieser Weise gutmütig ist, dann sind das eben die Folgen. Die Möglichkeit dieses Wechsels ist nicht gegeben, wenn das Geschehen in die Vergangenheit gerückt wird. Damit wird die Tatsächlichkeit des Geschehens so sehr außer Zweifel gesetzt, dass seine nur bedingte Annahme sinnwidrig wird. Also nicht: Es ist kaum zu verstehen, wenn X damals diese Lage nicht für sich ausnutzte. Etwas anderes ist es, wenn in der Vergangenheit des Geschehens der temporale Aspekt überwiegt: … und dann schliefen sie …, und es störte sie nicht, wenn man über sie hinwegschritt (Koeppen). Entsprechend in der Gegenwart: Es stört mich nicht, dass / wenn man über mich redet.

© Dudenverlag 1998

Früher betraf die Regel die
„das“-Schreibung mit „ß“. Daraus ist ja mit der Neuen
Rechtschreibung „ss“ geworden.

Richtig, gleiche Regeln wie für „ß“, nur eben jetzt mit „ss“!

Weder im Duden noch im www habe ich bisher die entsprechende
Regel gefunden.

Der Abschnitt oben ist aus dem Duden!
Prinzipiell gilt, wenn man jenes, welches etc. als Ersatz verwenden könnte, heißt es „das“ mit einfachem s!

Auf eure Antworten freut sich

Hoffe es hilft - die Frage gab es aber auch schon häufiger, evtl. findet man dazu was im Archiv oder in den FAQs?!

LG,

Cess

Hallo auch,

„dass“ leitet immer einen Nebensatz ein. „das“ kann zwar einen Nebensatz einleiten, kann aber auch ganz woanders stehen. Nach einem Komma hilfst Du Dir in vielen Fällen ganz gut mit folgenden Richtlinien:

"das" lässt sich, wenn es einen Nebensatz einleitet und also hinter einem Komma steht, durch das Wort „welches“ ersetzen. Zum Beispiel:

Beispiel: „Das Haus, das an dieser Straße steht…“ = „Das Haus, welches an dieser Straße steht…“

"dass" hingegen lässt sich so einfach nicht ersetzen, dafür kannst Du den Nebensatz, der mit dass eingeleitet wird, in einen Hauptsatz umformen, indem Du das „dass“ weglässt und das Prädikat - wie in einem Hauptsatz üblich - an die zweite Satzposition rückst… äh, klingt komplizierter als es ist, siehe folgendes Beispiel:

„Ich glaube, dass es morgen regnen wird.“ = „Ich glaube, es wird morgen regnen.“

Einziger Haken: Ein Satz kann auch mit „dass“ beginnen , weil ein Satz auch mit einem Nebensatz beginnen kann. Dann hast Du natürlich kein Komma davor, sondern einen Punkt. Dass sich genau dieses hier verwendete „dass“ dann aber nicht durch das Ersatzwort „welches“ austauschen lässt, gilt allerdings auch in diesem Fall.

Zu den warums und wiesos, also zu den Wortarten, um die es sich dabei handelt, hat sich ja Cess schon ausführlich geäußert.

Ich hoffe, ebenfalls weitergeholfen zu haben (bzw: ich hoffe, dass ich ebenfalls weitergeholfen habe, bzw: ich hoffe, ich habe ebenfalls weitergeholfen *g*),
liebe Grüße,
Elisabeth

Könnt ihr mir die Regel nennen, nach der festgelegt ist, wann
man das Wort „das“ mit doppeltem „s“ schreibt?

Hallo Thomas,

vielleicht hilft dir das weiter:

http://www.linf.fu-berlin.de/das-s/seite2.html

http://www.linf.fu-berlin.de/das-s/seite3.html

Gruß
Kreszenz

hi,
danke Cess
wer kennt noch diese brücke…?
dieses, jenes und welches…?
im übrigen schreibe ich bei nicht zutreffen
immer noch dass mit ß, sprich
dem alten sz.
lg
stephan

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

im übrigen schreibe ich bei nicht zutreffen
immer noch dass mit ß, sprich
dem alten sz.

das gibt es aber gar nicht mehr! An die Stelle des ß ist komplett das ss getreten (also was jetzt „dass“ angeht, sonst gibt es „ß“ natürlich schon noch)!

Übrigens kleiner Tipp am Rande: wenn Du antwortest, lösch doch aus dem Artikel, auf den Du antwortest, alles weg, was nicht mehr gebraucht wird, dann hat man nicht so ellenlange Texte obendrüber stehen!

LG,

Cess