Wann und wie raushalten? laaaang 
Hallo Andrea,
man darf Streit und ungebührliches Verhalten nicht in einen Topf werfen
.
Ich merke immer recht schnell wann die beiden beim toben
anfangen sich gegenseitig aufzuschaukeln und das toben immer
doller wird.
Müssen die Kinder denn völlig ungezügelt in der Wohnung toben? Vielleicht kannst Du hier schon viel erreichen, wenn Du die ganz wilden Spiele im Zimmer nicht duldest.
In einem entspannten Moment den Kindern sagen, dass Du dieses Verhalten „drinnen“ nicht mehr akzeptierst, sie draußen aber balgen dürfen soviel sie wollen. Stelle eine Regel auf, fasse Dich kurz.
Wenn es das nächste Mal soweit ist, vor der Eskalation das Zimmer betreten und die Kinder bitten, ihre Tobereien doch draußen fortzusetzen (und zwar unabhängig davon, ob es regnet oder die Sonne scheint). Lass Dich nicht durch treuherzige Versprechen erweichen *g*, bis sie die Jacken/Schuhe anhaben, wird ein Teil der überschüssigen Energie schon verflogen sein. Wenn nicht… lass sie rennen.
(wie wäre es eigentlich mit einem Judokurs? Die Kinder sollen von dort auch eine erstaunliche Fairness mitbringen, außerdem werden Tobereien damit vielleicht in andere Bahnen gelenkt.)
Das endet eigentlich immer damit das einer
schließlich weint, zu 99% immer der kleine 
Nun gehe ich bei und ermahne beide es ruhiger anzugehen beim
toben damit sich keiner weh tut, aber sie nehmen mich dabei
irgendwie nicht ernst *glaub ich*, denn es endet wie immer.
Wie kann man denn bitte „vorsichtig“ toben? Das kann man auch nicht Ernst nehmen *s*.
Wenn „es endet wie immer“ sind sie sich der Folgen doch bewusst. Einer weint, Mama kommt, tröstet, schimpft, weist vielleicht Schuld zu - nimmt die Sache in die Hand. Sie haben keine Gelegenheit den fairen Umgang miteinander zu lernen, wenn ihnen ein wichtiger Schritt dahin abgenommen wird.
Ich bin dann meist wütend, entäuscht und schimpfe dann auch
mit beiden. Aber ich stelle auch fest das ich den großen meist
wohl etwas mehr verantwortlich mache, leider,
Nun ja, aber wenn es was nützen würde, dann hätte es schon gewirkt. Sei nicht wütend, bleibe gelassen (auch wenn ich mich wiederhole und das wahnsinnig schwer ist) - wenn Du das Weinen hörst, hast Du zwei Möglichkeiten
a) es aussitzen und damit anders als sonst reagieren (was sie ziemlich sicher erstmal aus dem Lot bringt).
Falls eines der Kinder kommt und Hilfe bzw. Deine Entscheidung anfordert, freudlich (auf keinen Fall genervt rüberkommen) darauf hinweisen, dass sie sicher eine Lösung finden werden. Wenn das verletzte Kind kommt, den Trost allgemein halten "Tut mir Leid, dass Du Dich beim Toben/Streiten verletzt hast, aber es ist ja nur eine kleine Beule… bestimmt kannst Du es das nächste Mal vermeiden (oder was auch immer grad passt).
oder b) gelassen in der Zimmertür erscheinen, erkennen dass die Verletzung nicht so schlimm ist (denn sonst wäre das andere Kind bestimmt ganz schnell erschienen und hätte Alarm geschlagen) und schweigend wieder gehen. Damit hast Du sie nicht ignoriert, ihnen aber auch die Verantwortung für alles weitere übertragen.
ich versuche
dann in diesen Situationen noch mal zu rekapitulieren was
eigentlich passiert ist, und meist bekomm ich die dollsten
Fabelgeschichten zu hören. Und natürlich auch zwei völlig
unterschiedliche Versionen.
Natürlich. Deshalb ist es in 99% der Fälle unmöglich den tatsächlichen Hergang zu erfahren, er ist imho auch nicht wichtig, denn das Unglück ist ja schon geschehen. Wie willst Du hier „was“ entscheiden, und warum überhaupt? Sie sind beide verantwortlich.
Unterschätze Deine Kinder nicht, die meisten sind großartige Strategen. Die „Kleinen“ kommen oft viel besser klar als man denkt. Wenn einer Deine Söhne die Konfrontationen nicht wollte, dann würde er eine Möglichkeit finden sie zu vermeiden.
Die Frage ist also: Was soll das ganze?
Ausserdem versuche ich jetzt immer dem „Verletzten“
zu erklären das soetwas nun mal passiert wenn man tobt und
nicht auf die Ermahnungen hört !!!
Warum erklärst Du etwas, was sie längst wissen? Sie ignorieren Deine Ermahnungen und werden es auch wohl auch weiterhin tun…
Weil?
Es ist einfach so, dass sie keine Möglichkeit haben es „selbst“ abzuschließen. Wenn sie streiten oder toben mit Verletzungsfolge, werden ihnen die nachfolgenden Dinge durch Dich abgenommen - es besteht keine Notwendigkeit es anders zu tun. Oder bin ich völlig auf dem Holzweg?
Warum soll man den Kindern von „oben“, quasi als Schiedsrichter etwas aufdiktieren, was sie selbst herausfinden können? Man versucht etwas zu „lehren“ und stößt auf taube Ohren - vielleicht ist es besser, den Kindern außerhalb des Konfliktes Möglichkeiten aufzuzeigen miteinander umzugehen?
Das beginnt doch schon beim Spielen mit den Kiddies. Die berühmte Frage: Wer fängt an? Der Älteste, der Jüngste, soll man es auswürfeln, heute Du, morgen ich… usw. Man sucht eine faire Lösung, jeder darf einen Vorschlag machen, das wird ausdiskutiert - oder? Solche Möglichkeiten werden von den Kindern ausgelotet und auch ins Miteinander übertragen, man muss sie nur ein bisschen anstubsen
.
Soll das heißen das sowas ignorieren soll, und mich überhaupt
nicht kümmern? Find ich nicht gut.
Du kümmerst Dich doch, indem Du ihnen zutraust es selbst zu schaffen
. Es ist auch kein ignorieren, wenn Du ihnen Deine Haltung klar zeigst und damit ihr Verhalten indirekt beeinflusst (das ist wohl das Zauberwort). Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger versuchen zu lehren, sondern sie durch eigene Handlungen oder Unterlassungen in die richtige Bahn lenken.
Du lässt sie nicht im Stich. Du hältst Dich nur aus der aktuellen Situation raus. Das heißt nicht, dass Du ihnen Deine Unterstützung verweigerst… im Gegenteil. Man kann durchaus später die Sprache darauf bringen und fragen, was man hätte besser machen können
.
Auch wurde dort gesagt das man die Kinder unterstützen soll in
ihren Auseinandersetzungen, wie sollte sowas denn ablaufen?
Darauf vertrauen, dass sie sich einigen werden. Ihnen Möglichkeiten dazu aufzeigen, nur nicht gerade in der hitzigsten Auseinandersetzung. Sie werden nach und nach lernen, es anders zu versuchen, wenn man sich wirklich zurückzieht, vor allem mental. Sich nicht ärgern lässt.
ich habe mal gelesen, dass in den meisten Fällen der Streit nur ein Ziel hat - die Eltern zu aktivieren.
Es ist doch so, und ich kann mich davon nicht freisprechen, dass man meistens reagiert, wenn die Kinder zoffen, eines weint oder schreit wie Spieß oder das Gepolter im Kinderzimmer einen dermaßenen Pegel erreicht hat, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. DANN tritt man auf den Plan und meint einschreiten zu müssen.
Sind sie dagegen wie die Engelchen (was ja mal vorkommt *g*) nimmt man es kommentarlos hin…
Seit ich dazu übergegangen bin, das friedliche Spiel anzuerkennen und zum Ausdruck zu bringen wie sehr es mich freut, dass sie gut miteinander auskommen - versuchen sie *diese* Variante viel öfter
.
Aus den Streitereien halte ich mich raus, meistens geht es doch um eine bestimmte Kassette, einen Glitzerstift den beide unbedingt gleichzeitig benutzen müssen oder ähnlichen Kram. Bisher haben sie sich gegenseitig noch keine schweren Blessuren beigebracht und gehen mittlerweile tatsächlich dazu über zu reden, Kompromisse einzugehen. Besonders begehrtes Spielzeug wird mittlerweile sogar getauscht (wo sonst eifersüchtigst drüber gewacht wurde, weil sie sich wirklich nichts, aber auch gar nichts gönnten). Im Augenblick bin ich eigentlich zufrieden (an dieser Stelle möchte ich meine Schwester preisen, die mich auf den richtigen Weg brachte
)
Ach ja ich vergass zu schreiben das nach dem schmerzlichen
Ende solcher Tobereien meist Schulzuweisungen und Streit
zwischen den beiden entspannt.
Und was passiert dann?
Grüße
Eva
/die auch ihren Dreikurs gelesen hat, aber nicht alles daraus praktizieren würde