Wann und wie raushalten?

Hallo,

also angeregt zu dieser Frage bin ich durch den Post unter mir.
Also ich hab zwei Söhne im Aler von 7 und 11. Die beiden teilen sich ein großes Zimmer (ca. 25 m²). Sofern das Zimmer aufgeräumt ist *gg* also ausreichend Platz zum toben und spielen, obwohl eigentlich ist es egal ob aufgeräumt ist oder nicht…

Ich merke immer recht schnell wann die beiden beim toben anfangen sich gegenseitig aufzuschaukeln und das toben immer doller wird. Das endet eigentlich immer damit das einer schließlich weint, zu 99% immer der kleine :frowning:
Nun gehe ich bei und ermahne beide es ruhiger anzugehen beim toben damit sich keiner weh tut, aber sie nehmen mich dabei irgendwie nicht ernst *glaub ich*, denn es endet wie immer.
Ich bin dann meist wütend, entäuscht und schimpfe dann auch mit beiden. Aber ich stelle auch fest das ich den großen meist wohl etwas mehr verantwortlich mache, leider, ich versuche dann in diesen Situationen noch mal zu rekapitulieren was eigentlich passiert ist, und meist bekomm ich die dollsten Fabelgeschichten zu hören. Und natürlich auch zwei völlig unterschiedliche Versionen.

Mittlerweile habe ich aber resigniert, ich tröste denjenigen der sich was getan hat und lasse den Rest einfach so „im Raum stehen“. Ausserdem versuche ich jetzt immer dem „Verletzten“ zu erklären das soetwas nun mal passiert wenn man tobt und nicht auf die Ermahnungen hört !!!

Ob das aber richtig ist weiß ich nicht, ich fühle mich jedenfalls nicht unbedingt gut dabei. Mache ich es jetzt richtig, in dem Post unter mir wurde geraten das die Kinder es selbst austragen sollen und man sich nicht einmischen soll.

Soll das heißen das sowas ignorieren soll, und mich überhaupt nicht kümmern? Find ich nicht gut.
Auch wurde dort gesagt das man die Kinder unterstützen soll in ihren Auseinandersetzungen, wie sollte sowas denn ablaufen?

Ach ja ich vergass zu schreiben das nach dem schmerzlichen Ende solcher Tobereien meist Schulzuweisungen und Streit zwischen den beiden entspannt.

Gruss Andrea

Hallo Andrea,

wie du am unteren Posting siehst, bin ich selber etwas hilflos.
Allerdings bist du offenbar nicht so involviert, also du schaffst es schon, kontrolliert zu reagieren, weisst nur nicht wie.
Ich sage dir jetzt also wie ich reagieren würde wenn ich denn könnte :wink:

  • Eingreifen nur wenn es nötig erscheint, z.B. bei großem Kräfte-Ungleichgewicht, Gewalttätigkeiten usw. (ich finde es schon nötig wenn einer weint)
  • Fragen was los war, jeden Einzelnen in Ruhe erzählen lassen und seine Geschichte gelten lassen
  • Falls nötig: Die Schwierigkeit der Situation anerkennen, das Vertrauen aussprechen, dass die Kinder das gemeinsam lösen können
  • Aus dem Zimmer gehen, damit sie das selber machen.

Tja, klingt gut, nicht wahr?
Bei mir funktioniert das derzeit leider nicht, weil ich mich zu sehr selber aufrege. Drum bin ich wohl im Moment auch keine so gute Ratgeberin. Aber das (Aufregen) scheint bei dir nicht der Fall zu sein, auch geht es ja wohl weniger um Streit, als darum, dass sie halt aufdrehen und dann über die Stränge schlagen. Dann wäre es halt nur Punkt 1 und 2. Aber das machst du ja eh schon. Warum denkst du, es reicht nicht aus?

Soll das heißen das sowas ignorieren soll, und mich überhaupt
nicht kümmern? Find ich nicht gut.

Jo, da bin ich deiner Meinung.
Ich finde, du machst es ganz gut :smile:

Viele Grüße,

Matilda

Wann und wie raushalten? laaaang :smile:
Hallo Andrea,

man darf Streit und ungebührliches Verhalten nicht in einen Topf werfen :smile:.

Ich merke immer recht schnell wann die beiden beim toben
anfangen sich gegenseitig aufzuschaukeln und das toben immer
doller wird.

Müssen die Kinder denn völlig ungezügelt in der Wohnung toben? Vielleicht kannst Du hier schon viel erreichen, wenn Du die ganz wilden Spiele im Zimmer nicht duldest.
In einem entspannten Moment den Kindern sagen, dass Du dieses Verhalten „drinnen“ nicht mehr akzeptierst, sie draußen aber balgen dürfen soviel sie wollen. Stelle eine Regel auf, fasse Dich kurz.

Wenn es das nächste Mal soweit ist, vor der Eskalation das Zimmer betreten und die Kinder bitten, ihre Tobereien doch draußen fortzusetzen (und zwar unabhängig davon, ob es regnet oder die Sonne scheint). Lass Dich nicht durch treuherzige Versprechen erweichen *g*, bis sie die Jacken/Schuhe anhaben, wird ein Teil der überschüssigen Energie schon verflogen sein. Wenn nicht… lass sie rennen.

(wie wäre es eigentlich mit einem Judokurs? Die Kinder sollen von dort auch eine erstaunliche Fairness mitbringen, außerdem werden Tobereien damit vielleicht in andere Bahnen gelenkt.)

Das endet eigentlich immer damit das einer
schließlich weint, zu 99% immer der kleine :frowning:
Nun gehe ich bei und ermahne beide es ruhiger anzugehen beim
toben damit sich keiner weh tut, aber sie nehmen mich dabei
irgendwie nicht ernst *glaub ich*, denn es endet wie immer.

Wie kann man denn bitte „vorsichtig“ toben? Das kann man auch nicht Ernst nehmen *s*.
Wenn „es endet wie immer“ sind sie sich der Folgen doch bewusst. Einer weint, Mama kommt, tröstet, schimpft, weist vielleicht Schuld zu - nimmt die Sache in die Hand. Sie haben keine Gelegenheit den fairen Umgang miteinander zu lernen, wenn ihnen ein wichtiger Schritt dahin abgenommen wird.

Ich bin dann meist wütend, entäuscht und schimpfe dann auch
mit beiden. Aber ich stelle auch fest das ich den großen meist
wohl etwas mehr verantwortlich mache, leider,

Nun ja, aber wenn es was nützen würde, dann hätte es schon gewirkt. Sei nicht wütend, bleibe gelassen (auch wenn ich mich wiederhole und das wahnsinnig schwer ist) - wenn Du das Weinen hörst, hast Du zwei Möglichkeiten

a) es aussitzen und damit anders als sonst reagieren (was sie ziemlich sicher erstmal aus dem Lot bringt).

Falls eines der Kinder kommt und Hilfe bzw. Deine Entscheidung anfordert, freudlich (auf keinen Fall genervt rüberkommen) darauf hinweisen, dass sie sicher eine Lösung finden werden. Wenn das verletzte Kind kommt, den Trost allgemein halten "Tut mir Leid, dass Du Dich beim Toben/Streiten verletzt hast, aber es ist ja nur eine kleine Beule… bestimmt kannst Du es das nächste Mal vermeiden (oder was auch immer grad passt).

oder b) gelassen in der Zimmertür erscheinen, erkennen dass die Verletzung nicht so schlimm ist (denn sonst wäre das andere Kind bestimmt ganz schnell erschienen und hätte Alarm geschlagen) und schweigend wieder gehen. Damit hast Du sie nicht ignoriert, ihnen aber auch die Verantwortung für alles weitere übertragen.

ich versuche
dann in diesen Situationen noch mal zu rekapitulieren was
eigentlich passiert ist, und meist bekomm ich die dollsten
Fabelgeschichten zu hören. Und natürlich auch zwei völlig
unterschiedliche Versionen.

Natürlich. Deshalb ist es in 99% der Fälle unmöglich den tatsächlichen Hergang zu erfahren, er ist imho auch nicht wichtig, denn das Unglück ist ja schon geschehen. Wie willst Du hier „was“ entscheiden, und warum überhaupt? Sie sind beide verantwortlich.

Unterschätze Deine Kinder nicht, die meisten sind großartige Strategen. Die „Kleinen“ kommen oft viel besser klar als man denkt. Wenn einer Deine Söhne die Konfrontationen nicht wollte, dann würde er eine Möglichkeit finden sie zu vermeiden.

Die Frage ist also: Was soll das ganze?

Ausserdem versuche ich jetzt immer dem „Verletzten“
zu erklären das soetwas nun mal passiert wenn man tobt und
nicht auf die Ermahnungen hört !!!

Warum erklärst Du etwas, was sie längst wissen? Sie ignorieren Deine Ermahnungen und werden es auch wohl auch weiterhin tun…

Weil?

Es ist einfach so, dass sie keine Möglichkeit haben es „selbst“ abzuschließen. Wenn sie streiten oder toben mit Verletzungsfolge, werden ihnen die nachfolgenden Dinge durch Dich abgenommen - es besteht keine Notwendigkeit es anders zu tun. Oder bin ich völlig auf dem Holzweg?

Warum soll man den Kindern von „oben“, quasi als Schiedsrichter etwas aufdiktieren, was sie selbst herausfinden können? Man versucht etwas zu „lehren“ und stößt auf taube Ohren - vielleicht ist es besser, den Kindern außerhalb des Konfliktes Möglichkeiten aufzuzeigen miteinander umzugehen?

Das beginnt doch schon beim Spielen mit den Kiddies. Die berühmte Frage: Wer fängt an? Der Älteste, der Jüngste, soll man es auswürfeln, heute Du, morgen ich… usw. Man sucht eine faire Lösung, jeder darf einen Vorschlag machen, das wird ausdiskutiert - oder? Solche Möglichkeiten werden von den Kindern ausgelotet und auch ins Miteinander übertragen, man muss sie nur ein bisschen anstubsen :wink:.

Soll das heißen das sowas ignorieren soll, und mich überhaupt
nicht kümmern? Find ich nicht gut.

Du kümmerst Dich doch, indem Du ihnen zutraust es selbst zu schaffen :smile:. Es ist auch kein ignorieren, wenn Du ihnen Deine Haltung klar zeigst und damit ihr Verhalten indirekt beeinflusst (das ist wohl das Zauberwort). Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger versuchen zu lehren, sondern sie durch eigene Handlungen oder Unterlassungen in die richtige Bahn lenken.

Du lässt sie nicht im Stich. Du hältst Dich nur aus der aktuellen Situation raus. Das heißt nicht, dass Du ihnen Deine Unterstützung verweigerst… im Gegenteil. Man kann durchaus später die Sprache darauf bringen und fragen, was man hätte besser machen können :wink:.

Auch wurde dort gesagt das man die Kinder unterstützen soll in
ihren Auseinandersetzungen, wie sollte sowas denn ablaufen?

Darauf vertrauen, dass sie sich einigen werden. Ihnen Möglichkeiten dazu aufzeigen, nur nicht gerade in der hitzigsten Auseinandersetzung. Sie werden nach und nach lernen, es anders zu versuchen, wenn man sich wirklich zurückzieht, vor allem mental. Sich nicht ärgern lässt.

ich habe mal gelesen, dass in den meisten Fällen der Streit nur ein Ziel hat - die Eltern zu aktivieren.

Es ist doch so, und ich kann mich davon nicht freisprechen, dass man meistens reagiert, wenn die Kinder zoffen, eines weint oder schreit wie Spieß oder das Gepolter im Kinderzimmer einen dermaßenen Pegel erreicht hat, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. DANN tritt man auf den Plan und meint einschreiten zu müssen.

Sind sie dagegen wie die Engelchen (was ja mal vorkommt *g*) nimmt man es kommentarlos hin…

Seit ich dazu übergegangen bin, das friedliche Spiel anzuerkennen und zum Ausdruck zu bringen wie sehr es mich freut, dass sie gut miteinander auskommen - versuchen sie *diese* Variante viel öfter :wink:.

Aus den Streitereien halte ich mich raus, meistens geht es doch um eine bestimmte Kassette, einen Glitzerstift den beide unbedingt gleichzeitig benutzen müssen oder ähnlichen Kram. Bisher haben sie sich gegenseitig noch keine schweren Blessuren beigebracht und gehen mittlerweile tatsächlich dazu über zu reden, Kompromisse einzugehen. Besonders begehrtes Spielzeug wird mittlerweile sogar getauscht (wo sonst eifersüchtigst drüber gewacht wurde, weil sie sich wirklich nichts, aber auch gar nichts gönnten). Im Augenblick bin ich eigentlich zufrieden (an dieser Stelle möchte ich meine Schwester preisen, die mich auf den richtigen Weg brachte :wink:)

Ach ja ich vergass zu schreiben das nach dem schmerzlichen
Ende solcher Tobereien meist Schulzuweisungen und Streit
zwischen den beiden entspannt.

Und was passiert dann?

Grüße
Eva

/die auch ihren Dreikurs gelesen hat, aber nicht alles daraus praktizieren würde

Hallo Eva,
schön das Du mir antwortest denn Deine Antwort auf Mathildas Frage war es die mich zu meiner Frage geführt hat.

man darf Streit und ungebührliches Verhalten nicht in einen
Topf werfen :smile:.

Nun das kommt wohl auf die Situation an, wenn mein Jüngster zum Beispiel meint seinen Frust bei einem Streit durch „Spucken“ zu unterstreichen wirds schon schwer. Denn spucken ist grundsätzlich verboten bei uns, also ein ungebührliches Verhalten. Deswegen hat er aber nicht unbedingt unrecht mit der Meinung die er vertritt!!!

Ich merke immer recht schnell wann die beiden beim toben
anfangen sich gegenseitig aufzuschaukeln und das toben immer
doller wird.

Müssen die Kinder denn völlig ungezügelt in der Wohnung toben?
Vielleicht kannst Du hier schon viel erreichen, wenn Du die
ganz wilden Spiele im Zimmer nicht duldest.

Nein müssen sie nicht, es passiert auch draussen. Das Zimmer habe ich nur deshalb genommen weil bedingt durch Möbiliar und so ein größeres Verletzungsrisiko besteht als draussen. Aber selbst 1500 m² Grundstück mit Baumhaus,Schaukel,Fußballtor und einem zur Sandkiste mutierten Kieshaufen sowie massig Rasen Büsche, Bäume zum verstecken scheint nicht zu helfen… :o)

In einem entspannten Moment den Kindern sagen, dass Du dieses
Verhalten „drinnen“ nicht mehr akzeptierst, sie draußen aber
balgen dürfen soviel sie wollen. Stelle eine Regel auf, fasse
Dich kurz.

Hmm, hört sich gut an sofern mein Mann sie auch durchsetzt. Oft reagiere ich auch einfach nur deshalb weil er mittlerweile „Ermüdungserscheinungen in der Erziehung“ zeigt, sprich unzufrieden und reizbar ist. Dazu sei noch gesagt er versorgt Kinder und Haushalt und ich verdien die Brötchen :o)
Das heißt eigentlich versuche ich wohl meine Kinder dazu zu bringen ruhiger miteinander umzugehen damit mein Mann seine kleine Identitätskrise überwindet :o)

Wenn es das nächste Mal soweit ist, vor der Eskalation das
Zimmer betreten und die Kinder bitten, ihre Tobereien doch
draußen fortzusetzen (und zwar unabhängig davon, ob es regnet
oder die Sonne scheint). Lass Dich nicht durch treuherzige
Versprechen erweichen *g*, bis sie die Jacken/Schuhe anhaben,
wird ein Teil der überschüssigen Energie schon verflogen sein.
Wenn nicht… lass sie rennen.

Ja, versuch ich schon aber nach 5 Min. sind sie wieder drin und 10 Min. später fängt das Spiel von vorne an…

(wie wäre es eigentlich mit einem Judokurs? Die Kinder sollen
von dort auch eine erstaunliche Fairness mitbringen, außerdem
werden Tobereien damit vielleicht in andere Bahnen gelenkt.)

Das funktioniert nur wenn die Kids auch mitmachen, angedacht war es schon. Aber weder der große noch kleine verspüren jedwede Lust dazu.
Dafür gibts jetzt seit einem 3/4 Jahr Pfadfinder… das hilft bloss leider nicht den körperlichen Übermut in Griff zu kriegen.

Das endet eigentlich immer damit das einer
schließlich weint, zu 99% immer der kleine :frowning:
Nun gehe ich bei und ermahne beide es ruhiger anzugehen beim
toben damit sich keiner weh tut, aber sie nehmen mich dabei
irgendwie nicht ernst *glaub ich*, denn es endet wie immer.

Wie kann man denn bitte „vorsichtig“ toben? Das kann man auch
nicht Ernst nehmen *s*.
Wenn „es endet wie immer“ sind sie sich der Folgen doch
bewusst. Einer weint, Mama kommt, tröstet, schimpft, weist
vielleicht Schuld zu - nimmt die Sache in die Hand. Sie haben
keine Gelegenheit den fairen Umgang miteinander zu lernen,
wenn ihnen ein wichtiger Schritt dahin abgenommen wird.

Doch man kann vorsichtig toben, genauso wie man in Kampfsportarten lernt zu treffen ohne weh zu tun…
Nun die Ermahnung dient eigentlich dazu sie an die möglichen Folgen zu errinnern. Und das trösten erfolgt derart das ich den jeweils anderen bitte ein Kühlpack zu holen und dann erfrage was passiert ist. Bei zwei unterschiedlichen Versionen und wenn beide auf ihrer beharren erkläre ich dann das ich nicht entscheiden kann wer recht hatte oder nicht und fordere dann eine Entschuldigung beider beieinander.
Strafen werden in solchen Fällen im Päckchen verteilt sprich beide bekommen die gleiche Strafe. Nur hat das bisher nicht wirklich was gebracht.
Eine Schuldzuweisung gibt es in der Form nicht sondern es ist halt so das wenn ich einen oder beide beim „flunkern“ erwische sehr ärgerlich werde. Es gilt bei uns das Sprichwort „Sag die Wahrheit und du bekommst die Hälfte weniger…“
Ich lege viel Wert auf gewisse alte Werte die durch die antiautoritäre Erziehung etwas flöten gegangen sind…

Ich bin dann meist wütend, entäuscht und schimpfe dann auch
mit beiden. Aber ich stelle auch fest das ich den großen meist
wohl etwas mehr verantwortlich mache, leider,

Nun ja, aber wenn es was nützen würde, dann hätte es schon
gewirkt. Sei nicht wütend, bleibe gelassen (auch wenn ich mich
wiederhole und das wahnsinnig schwer ist) - wenn Du das Weinen
hörst, hast Du zwei Möglichkeiten

a) es aussitzen und damit anders als sonst reagieren (was sie
ziemlich sicher erstmal aus dem Lot bringt).

Falls eines der Kinder kommt und Hilfe bzw. Deine Entscheidung
anfordert, freudlich (auf keinen Fall genervt rüberkommen)
darauf hinweisen, dass sie sicher eine Lösung finden werden.
Wenn das verletzte Kind kommt, den Trost allgemein halten "Tut
mir Leid, dass Du Dich beim Toben/Streiten verletzt hast, aber
es ist ja nur eine kleine Beule… bestimmt kannst Du es das
nächste Mal vermeiden (oder was auch immer grad passt).

Das tue ich auch schon, ist aber stark Situationsabhängig.

oder b) gelassen in der Zimmertür erscheinen, erkennen dass
die Verletzung nicht so schlimm ist (denn sonst wäre das
andere Kind bestimmt ganz schnell erschienen und hätte Alarm
geschlagen) und schweigend wieder gehen. Damit hast Du sie
nicht ignoriert, ihnen aber auch die Verantwortung für alles
weitere übertragen.

Sorry, das kenne ich aus meiner Kindheit und ist schlichtweg reine Ignoranz und zeigt dem Kind nicht das man für es da ist. Es tut ausserdem verdammt weh als Kind sowas zu erleben…
Nein das werde ich nie tun.

Unterschätze Deine Kinder nicht, die meisten sind großartige
Strategen. Die „Kleinen“ kommen oft viel besser klar als man
denkt. Wenn einer Deine Söhne die Konfrontationen nicht
wollte, dann würde er eine Möglichkeit finden sie zu
vermeiden.

Die Frage ist also: Was soll das ganze?

Das sind zum Teil normale „Rangkämpfe“ aber zum Teil sicher auch „Aufmerksamkeitskämpfe“, nur unterscheide das mal!!

Es ist einfach so, dass sie keine Möglichkeit haben es
„selbst“ abzuschließen. Wenn sie streiten oder toben mit
Verletzungsfolge, werden ihnen die nachfolgenden Dinge durch
Dich abgenommen - es besteht keine Notwendigkeit es anders zu
tun. Oder bin ich völlig auf dem Holzweg?

Ich denke schon das Du da auf dem Holzweh bist. Nun die Erklärung für den „Verletzten“ dient zum dazu lernen, oder lernst du alles auf Anhieb. Ich denke halt das die Wiederholung irgenwann zum Erfolg führt. Und bei kleineren Zwistigkeiten schreite ich selten, sehr selten ein. Das klären sie schon selbst. Ausserdem stehe ich auch nicht immer hinter ihnen, das heißt manche Sachen bekomme ich auch gar nicht mit, meist erst wesentlich später wenn denn einer zu mir kommt zum beschweren. Da versorge ich dann nur die Blessuren und das wars.

Warum soll man den Kindern von „oben“, quasi als
Schiedsrichter etwas aufdiktieren, was sie selbst herausfinden
können? Man versucht etwas zu „lehren“ und stößt auf taube
Ohren - vielleicht ist es besser, den Kindern außerhalb des
Konfliktes Möglichkeiten aufzuzeigen miteinander umzugehen?

Nun, ich habe es eigentlich nie so gesehen das ich etwas diktiere eher versuche ich eine Diskussion zu erwecken, also ein Gespräch. Und sollte ich mich dann wegen mangelnder Redebereitschaft zu einer „Ansprache“ genötigt sehen gilt sie immer beiden, ich spreche immer beide an. Nicht Du sondern Ihr…
Und ein wohl gesetztes „Wenn Dein Bruder das und das mit Dir gemacht hätte, hättest Du Dir das gefallen lassen?“ wirkt in der Konfliktsituation sicher auch etwas.
Wenn ich das ne Stunde später noch mal anspreche kann sich eh keiner mehr errinnern :o)

Das beginnt doch schon beim Spielen mit den Kiddies. Die
berühmte Frage: Wer fängt an? Der Älteste, der Jüngste, soll
man es auswürfeln, heute Du, morgen ich… usw. Man sucht eine
faire Lösung, jeder darf einen Vorschlag machen, das wird
ausdiskutiert - oder? Solche Möglichkeiten werden von den
Kindern ausgelotet und auch ins Miteinander übertragen, man
muss sie nur ein bisschen anstubsen :wink:.

Nun bei solchen Sachen wie spielen oder teilen gibt es eigentlich keine Probleme :o)

Soll das heißen das sowas ignorieren soll, und mich überhaupt
nicht kümmern? Find ich nicht gut.

Du kümmerst Dich doch, indem Du ihnen zutraust es selbst zu
schaffen :smile:. Es ist auch kein ignorieren, wenn Du ihnen Deine
Haltung klar zeigst und damit ihr Verhalten indirekt
beeinflusst (das ist wohl das Zauberwort). Nicht mit dem
erhobenen Zeigefinger versuchen zu lehren, sondern sie durch
eigene Handlungen oder Unterlassungen in die richtige Bahn
lenken.

Also das hatte ich weiter oben schon erklärt. Und ich denke schon das ich das Vorbild lebe, ich bin zum Beispiel gegen jede Form von Gewalt und ich lebe auch die Werte die ich vermitteln will, wie Wahrhaftigkeit,Ehrlichkeit,Toleranz,Fairness um die wichtigsten zu nennen. Damit stoße ich manchmal jemanden vor den Kopf und ecke auch an, denn meist wollen viele Leute die Wahrheit nicht hören. Aber ich kann damit leben und das sehr gut.

Du lässt sie nicht im Stich. Du hältst Dich nur aus der
aktuellen Situation raus. Das heißt nicht, dass Du ihnen Deine
Unterstützung verweigerst… im Gegenteil. Man kann durchaus
später die Sprache darauf bringen und fragen, was man hätte
besser machen können :wink:.

Ich werd mich nicht nochmal wiederholen, siehe weiter oben…

Sind sie dagegen wie die Engelchen (was ja mal vorkommt *g*)
nimmt man es kommentarlos hin…

Nein, ich schaue dann trotzdem nach ihnen und lobe…

Seit ich dazu übergegangen bin, das friedliche Spiel
anzuerkennen und zum Ausdruck zu bringen wie sehr es mich
freut, dass sie gut miteinander auskommen - versuchen sie
*diese* Variante viel öfter :wink:.
Aus den Streitereien halte ich mich raus, meistens geht es
doch um eine bestimmte Kassette, einen Glitzerstift den beide
unbedingt gleichzeitig benutzen müssen oder ähnlichen Kram.
Bisher haben sie sich gegenseitig noch keine schweren
Blessuren beigebracht und gehen mittlerweile tatsächlich dazu
über zu reden, Kompromisse einzugehen. Besonders begehrtes
Spielzeug wird mittlerweile sogar getauscht (wo sonst
eifersüchtigst drüber gewacht wurde, weil sie sich wirklich
nichts, aber auch gar nichts gönnten). Im Augenblick bin ich
eigentlich zufrieden (an dieser Stelle möchte ich meine
Schwester preisen, die mich auf den richtigen Weg brachte :wink:)

Schön, aber wie gesagt es geht nicht ums teilen sondern ums zu dolle toben.

Ach ja ich vergass zu schreiben das nach dem schmerzlichen
Ende solcher Tobereien meist Schulzuweisungen und Streit
zwischen den beiden entspannt.

Und was passiert dann?

Nicht mehr als das was ich oben schon beschrieben hab, immer Situationbedingt.

Gruss Andrea

Hallo,

stelle deine Denkweise um und denk mal an dich selbst.

Deine Kinder sollen sich in dein Leben einfügen und nicht du dich in ihres.

Konkret:
Frage beide, ob ihnen rumtoben, alles in allem, eigentlich Spass macht. Wenn die Antwort ja ist, erkläre beiden dein Problem und dass es dir schnurzegal ist wer schuld ist oder angefangen hat, wenn das nächste Mal dein Leben von ihrer Toberei beeinträchtigt wird, dann bekommen sie ein Verbot für x Tage zu toben. Dann musst du noch konsequent sein und du wirst sehen, selbst wenn sie es übertreiben, sie werden es untereinander regeln, sonst wirds langweilig.

Gruss D.K.