Wann zahlt man für den Makler ?

Hallo Leute …
man sieht ja im TV immer diese „tollen“ Sendungen „mieten, kaufen, blablabla …“, wo ein Makler irgendjemanden ein Haus zeigt, das gefällt ihm nicht, dann halt zum Nächsten … auch nix tolles … und das Ganze so etwa 4-5 Mal bis der Typ sagt „War nix für mich dabei“ …
Jetzt meine Fragen:

Wenn ich vorhabe ein Haus zu kaufen, aber keine Zeit habe selbst zu suchen und gehe ins nächste Maklerbüro, ab wann zahle ich für den Makler und wieviel ?
Wenn er mir also wirklich 5 oder 6 Häuser zeigt und mir gefällt nix ist das auch kostenpflichtig oder kassiert der erst wenn ich was unterschrieben habe ?
Weil für mich sieht das immer so aus, daß die das ne bestimmte Zeit mitmachen und so nach dem 4.ten 5.ten Vorschlag dann sagen „sie sind ein hoffnungsloser Fall“ und Tschüß aber es kostet nix.
Ist das so ?

Vielen Dank für Antworten

Andi

Wenn ich vorhabe ein Haus zu kaufen, aber keine Zeit habe
selbst zu suchen und gehe ins nächste Maklerbüro, ab wann
zahle ich für den Makler und wieviel ?

Immobilienmakler werden auf Erfolgsbasis entlohnt. Also erst dann, wenn ein Kauf- oder Mietvertrag unterschrieben wird. Wie hoch das Honorar ist, hängt vom Bundesland ab.

Hallo!

Wie hoch das Honorar ist, hängt vom Bundesland ab.

Insbesondere aber vom Verhandlungsgeschick in Verbindung mit der Marktlage für das betreffende Objekt. Schließlich gibt es keine Festpreise und eine genannte Courtage hat die Bedeutung einer frommen Wunschvorstellung.

Hört sich provokativ an, ist aber leider Realität: Die Mehrzahl aller Immo-Makler hat von Tuten und Blasen keine Ahnung und wird darüber hinaus der Funktion als unabhängiger Vermittler nicht gerecht. Diese Leute sind egal mit welcher Courtage überbezahlt.

Gruß
Wolfgang

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Hallo,

dass die Höhe der Maklercourtage von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist, ist mir neu, da muss ich wohl die Änderung der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland verschlafen haben, als man die das Recht der freien Vertragsgestaltung den einzelnen Bundesländern zugewiesen hat.
Ist natürlich Quatsch, die Maklergebühr mit Ausnahme der Vermietung von Wohnungen ist frei zu regeln und hat nichts mit den Bundesländern zu tun.

Wenn der Makler den Ver/Kauf eines Hauses zu vermitteln beauftragt wird, hat er mit dem Nachweis der Ver-/Kauf seine Tätigkeit abgeschlossen, es sei denn, er wird mit weiteren Tätigkeiten beauftragt, die im direkten Zusammenhang mit dem Ver-/Kauf stehen.

Über die Qualifikation der Makler lässt sich genau so trefflich diskutieren wie über die Qualifikation von Versicherungsvertretern, Bausparkassenvertreter etc.; überall gibt es ein kleines Grüppchen Qualifizierter und eine größere Gruppe von „wenig Qualifizierten“.

Schönen Tag noch.

dass die Höhe der Maklercourtage von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist, ist mir neu,

Das ändert aber nichts daran, dass das so ist. Sieh Dir in einem großen Immobilienportal die Makler-Angebote in verschiedenen Bundesländern an, dann wirst Du sehen, dass es die Courtagen abweichen.

Änderung der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland
verschlafen haben, als man die das Recht der freien
Vertragsgestaltung den einzelnen Bundesländern zugewiesen hat.

Da hast Du wohl noch einiges mehr verschlafen. Nicht die freie Vertragsgestaltung ist unterschiedlich geregelt, sondern die maximal>/B> mögliche Maklercourtage. Die Makler fordern natürlich die maximal mögliche. Ob sie sie bekommen steht auf einem anderen Blatt.

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Hört sich provokativ an, ist aber leider Realität: Die
Mehrzahl aller Immo-Makler hat von Tuten und Blasen keine
Ahnung und wird darüber hinaus der Funktion als unabhängiger
Vermittler nicht gerecht. Diese Leute sind egal mit welcher
Courtage überbezahlt.

Hallo, das kann ich mir nicht vorstellen, daß die MEHRZAHL aller Immobilienmakler keine Ahnung haben sollen! Ein Makler der überleben will, muß ein guter Dienstleister sein und der sehr hart umkämpfte Markt wird unweigerlich die schlechten Makler langfristig aussortieren. Daß sich ein paar schwarze Schafe mit evtl. linken Tricks halten können, mag ja sein, aber das kann logischerweise nur eine Minderheit sein.

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Hallo!

Hallo, das kann ich mir nicht vorstellen, daß die MEHRZAHL
aller Immobilienmakler keine Ahnung haben sollen! Ein Makler
der überleben will, muß ein guter Dienstleister sein …

Die Dienstleistung eines Immo-Maklers besteht darin, Verkäufer und Käufer zusammen zu bringen und für einen Kaufabschluss zu sorgen. Ein Makler sollte deshalb kontaktfreudig sein und mit Menschen umgehen können. Wenn er dazu noch eine ungefähre Vorstellung über das Preisniveau der Immobilien in einer bestimmten Gegend hat, reicht es. Ein Immo-Makler wird erkennen, dass es wohl irgendwo eine Quelle von Feuchtigkeit geben muss, wenn man im Keller bis zu den Knien im Wasser steht, aber mehr erwarte bitte nicht. Und das gilt querbeet, ob es die Immobilienabteilung der Raiffeissenbank ist oder private Maklerbüros aller Größenordnungen.

Bitte nicht falsch verstehen: Immo-Makler sind i. d. R. keine Baufachleute und sie müssen nichts von Haustechnik und Bauphysik verstehen. Der Makler ist auch nicht Vertragspartner. Er/sie ist Vermittler, sonst nichts. Das sollte dem Käufer einer Immobilie bewusst sein. Statt dessen ist im realen Leben und in zahllosen Beiträgen in diesem und anderen Internet-Foren immer wieder zu hören „… der Makler hat gesagt“ oder „…der Makler hätte mich doch darauf aufmerksam machen müssen“. Nicht wenige Leute lassen sich allen Ernstes vom Makler beraten und der schwätzt natürlich drauflos. Die Leute wollen Sprüche und Schlagworte hören - bitteschön.

Den Aussagen eines Immo-Maklers ist schon deshalb nicht zu trauen, weil sich sein Lohn i. d. R. nach der Höhe des Kaufpreises richtet. Ein Immo-Makler muss im Gegensatz zu vielen anderen Dienstleistern nicht darauf bedacht sein, die Käuferkundschaft zu halten, damit sie alsbald wiederkommen. Die Kundschaft erscheint eben nicht alle naselang, sondern in der überwiegenden Anzahl der Fälle nur einmal im Leben. Und schließlich gehören Kenntnisse etwa über Statik, Bauphysik, Bauweisen und Baumängel überhaupt nicht zu den Voraussetzungen, um Immo-Makler werden zu können. So betätigen sich Hausfrauen (nachdem Sonnen- und Nagelstudio nicht so recht liefen), Versicherungsvertreter, Bürokaufleute und alle nur möglichen Leute fernab von jeglichem einschlägigen Wissen als Immo-Makler.

aber das kann logischerweise nur eine Minderheit sein.

Du sitzt einem Irrtum auf. Im Grunde ist es nicht schlimm, wenn ein Immo-Makler fachlich vom Bau keine Ahnung hat. Sachkunde würde seinen Blick für die Courtageoptimierung trüben. Hauptsache, die Leute, die sich für Jahrzehnte verschulden, holen vor Kaufabschluss unabhängigen, sachkundigen Rat durch einen Bauingenieur ein. Der Tausender ist oft nicht übrig, aber mehrere Tausender für den Makler, dessen Lohn gar nicht erst verhandelt wird. Er war doch so nett …

Gruß
Wolfgang

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nicht überall leider… Gerade in den Ballungsgebieten wie Hamburg oder München muss man sich so einiges bieten lassen.

und: die höhe der maklerprovision ist in den bundesländern unterschiedlich, weil die regionalen verbände empfehlungen rausgeben, an denen sich die makler orientieren. Das ist dann die höchstgrenze. Kannste schlau verhandeln, wirds weniger.

Viel Erfolg!

MOD: URL entfernt

Hallo!

Für Leute, die beim Immobilienkauf der Sachkunde eines Maklers trauen, hier die Voraussetzungen zur Ausübung der Tätigkeit:

Die Tätigkeit ist genehmigungspflichtig. Voraussetzungen zur Erteilung der Genehmigung: Mindestens fünf Jahre vor Antragstellung auf Genehmigung darf der Antragsteller nicht wegen eines Verbrechens, Veruntreuung, Betrug oder ähnlichem verurteilt worden sein. Über sein Vermögen darf bei Antragstellung nicht das Insolvenzverfahren eröffnet oder beantragt worden sein.

Das sind erschöpfend alle Voraussetzungen. Irgend einer Sachkunde egal auf welchem Gebiet bedarf es nicht.

Gruß
Wolfgang

ja, die Voraussetzungen zur Ergreifung dieses Berufsstandes sind krass… es ist auch kein bestimmter Berufsabschluss oder sonstiges notwendig. Aber wenn man so viel Geld für die Vermittlung zahlt, erwartet man doch etwas mehr… oder!!!

Herzliche Grüße

MOD: URL entfernt

Den Aussagen eines Immo-Maklers ist schon deshalb nicht zu
trauen, weil sich sein Lohn i. d. R. nach der Höhe des
Kaufpreises richtet.

…in diesem Punkt muß ich widersprechen, da der Makler seine Courtage nur verdienen kann, wenn sich Verkäufer und Käufer über den Preis einig sind. So wie Du das ausdrückst, müßte der Makler gemeinsam mit dem Verkäufer den arglosen Käufer über den Tisch ziehen. Dies ist aber unrealistisch, da der Makler auch ein Vertragsverhältnis mit dem Käufer hat. Da heißt, er muß auch ihm ein zufriedenstellendes Ergebnis verschaffen und den Verkäufer über den marktrealistischen Preis aufklären, sofern der Makler langfristig Erfolg am Markt haben möchte.
Du schilderst überwiegend die rechtlichen Voraussetzungen für das Maklerdasein. Dominierend für das langfristige Bestehen eines Maklers aber sind die Marktgesetze. Und dafür müßen die Kunden dann doch gut bedient werden. Der Preis dafür ist dann eben die Provision.

Hallo!

ja, die Voraussetzungen zur Ergreifung dieses Berufsstandes
sind krass… es ist auch kein bestimmter Berufsabschluss oder
sonstiges notwendig. Aber wenn man so viel Geld für die
Vermittlung zahlt, erwartet man doch etwas mehr… oder?

Viele Leute erwarten tatsächlich Beratung durch den Makler, dass er sie auf Mängel aufmerksam macht, dass sie vom Sachverstand des Maklers profitieren. Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist da aber rein gar nichts. Es reicht, wenn ein Makler jemanden kennt, der lesen und schreiben kann. Deshalb sage ich in diesem Forum immer wieder, Kaufinteressenten sollten dem Gerede von Maklern überhaupt keine Bedeutung zumessen. Das gilt in gleicher Weise für die Leute in den Immobilienabteilungen von Banken. Außerdem: Maklerlohn drücken! Mehrere Prozent von Hunderttausenden sind auf gar keinen Fall gerechtfertigt.

Man kann es nicht oft genug wiederholen (wenn auch oft vergeblich): Vor Kaufabschluss sollte man einen Bauingenieur, Statiker oder Architekten hinzuziehen. Der kostet zwar Geld, aber mit dem Gutachten wird man i. d. R. den Kaufpreis so weit senken können, dass die Gutachterkosten allemal übrig sind.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

…in diesem Punkt muß ich widersprechen, da der Makler seine
Courtage nur verdienen kann, wenn sich Verkäufer und Käufer
über den Preis einig sind.

Dabei liegt ein möglichst hoher Preis im finanziellen Interesse des Maklers.

… da der Makler auch ein Vertragsverhältnis mit dem Käufer hat.

Ein Kaufinteressent, der eine Immobilie besichtigt, hat zunächst weder mit dem Eigentümer der Immobilie noch mit dem Makler irgend eine Art von Vertragsverhältnis.

Das heißt, er muß auch ihm ein zufriedenstellendes Ergebnis :verschaffen und den Verkäufer über den marktrealistischen :stuck_out_tongue:reis aufklären, sofern der Makler langfristig Erfolg am Markt haben möchte.

Gerade eben habe ich versucht, deutlich zu machen, warum z. B. Gedanken an Kundenbindung für einen Makler eher keine Rolle spielen. Manno, das ist ein Verkäufer! Der dröhnt irgendwas daher, um möglichst viel Provision zu verdienen. Das ist sein Job und er kann nichts weniger gebrauchen, als informierte Interessenten.

Du schilderst überwiegend die rechtlichen Voraussetzungen für
das Maklerdasein.

Genau. Und weil es keinerlei Qualifikation bedarf sowie aufgrund der üblichen Kopplung der Courtage an den Kaufpreis, sieht die Branche dementsprechend aus.

Und dafür müßen die Kunden dann doch gut bedient werden.

Um den Interessen von Verkäufer und Käufer gleichermaßen zu dienen, müsste ein Makler über profunde Sachkenntnis verfügen und sein Salär dürfte nicht an den Kaufpreis gekoppelt sein. Weil diese Voraussetzungen aber nicht vorhanden sind, darf man einem Makler als Käufer kein Wort über den Zustand einer Immobilie glauben. Der Käufer braucht einen unabhängigen Sachverständigen. Unabhängig bedeutet hier insbesondere, dass der Sachverständige kein eigenes Interesse an einem möglichst hohen Preis der Immobilie haben darf. Ein Makler ist in diesem Sinne nicht unabhängig und sachkundig i. d. R. auch nicht.

Für den Käufer einer Immobilie erbringt ein Makler keinen erkennbaren Nutzen. Heute braucht niemand einen Makler, um Immobilienangebote zu finden. Hat man die passende Immobilie gefunden, zieht man einen Gutachter dazu. Mit dem Gutachten in der Hand überlegt man sich den Preis, den man zu zahlen bereit ist - und zwar für die Immobilie, nicht etwa für eine Dienstleistung, die man als Käufer gar nicht bestellt hat. Sollte dann ein Makler dazwischen hängen, geht dessen Lohn eben vom Kaufpreis ab. Soll sich der Makler doch mit dem Eigentümer einigen, der ihn beauftragt hat. Diese Vorgehensweise funktioniert nur dann nicht, wenn die Käufer Schlange stehen. Aber wo ist das schon der Fall?

Gruß
Wolfgang

Hallo,

ok alles soweit. Ich muß und will nicht der Argumente-Sieger sein.
Ich bin eben vom normalen Ablauf mit Makler ausgegangen, der tagtäglich zigmal stattfindet und bei dem hinterher alle Beteiligten zufrieden waren. In diesem Forum werden natürlich hauptsächlich Fälle besprochen bei denen etwas nicht geklappt, bzw. jemand unzufrieden war. Da stellt sich natürlich dann eine negative Haltung auch zu den Dienstleistern der Branche ein, wenn man nur die negativen Fälle beleuchtet. Ich bin überzeugt, daß die positven Fälle, bei denen alle zufrieden waren, prozentual weit überwiegen. So wie Du das geschildert hast, müßte das Maklergewerbe bald aussterben, weil gar nicht mehr benötigt und ungeliebt. Ich denke solange es Immobilien und Verkäufer gibt, wird es auch immer Makler geben, weil viele Verkäufer einfach die Arbeit abgenommen haben möchten. Kein Nutzen für die Käufer? Das ist sicher falsch! Der Käufer bekommt das Angebot vom Makler, daß ihm eine Immobilie ehrlich beschreibt, Träume und Vorstellungen beim Käufer weckt (auch das muß sein und ist menschlich, man kauft nicht nur einfach Dinge, man möchte auch die damit verbundenen Emotionen haben) und ein reeller Preis obendrein. Mit Käuferprovision ist die Immobilie für den Käufer oftmals billiger, als bei Privatangeboten ohne Makler, kein Witz.
Laß uns das die nächsten Jahrzehnte noch beobachten, ob die Makler vom Markt verschwinden, wir kennen jetzt schon das Ergebnis. Also kann nicht alles nur schlecht sein an diesem Berufstand. Denke ich mir mal so…

Grüße