Hallo!
…in diesem Punkt muß ich widersprechen, da der Makler seine
Courtage nur verdienen kann, wenn sich Verkäufer und Käufer
über den Preis einig sind.
Dabei liegt ein möglichst hoher Preis im finanziellen Interesse des Maklers.
… da der Makler auch ein Vertragsverhältnis mit dem Käufer hat.
Ein Kaufinteressent, der eine Immobilie besichtigt, hat zunächst weder mit dem Eigentümer der Immobilie noch mit dem Makler irgend eine Art von Vertragsverhältnis.
Das heißt, er muß auch ihm ein zufriedenstellendes Ergebnis :verschaffen und den Verkäufer über den marktrealistischen
reis aufklären, sofern der Makler langfristig Erfolg am Markt haben möchte.
Gerade eben habe ich versucht, deutlich zu machen, warum z. B. Gedanken an Kundenbindung für einen Makler eher keine Rolle spielen. Manno, das ist ein Verkäufer! Der dröhnt irgendwas daher, um möglichst viel Provision zu verdienen. Das ist sein Job und er kann nichts weniger gebrauchen, als informierte Interessenten.
Du schilderst überwiegend die rechtlichen Voraussetzungen für
das Maklerdasein.
Genau. Und weil es keinerlei Qualifikation bedarf sowie aufgrund der üblichen Kopplung der Courtage an den Kaufpreis, sieht die Branche dementsprechend aus.
Und dafür müßen die Kunden dann doch gut bedient werden.
Um den Interessen von Verkäufer und Käufer gleichermaßen zu dienen, müsste ein Makler über profunde Sachkenntnis verfügen und sein Salär dürfte nicht an den Kaufpreis gekoppelt sein. Weil diese Voraussetzungen aber nicht vorhanden sind, darf man einem Makler als Käufer kein Wort über den Zustand einer Immobilie glauben. Der Käufer braucht einen unabhängigen Sachverständigen. Unabhängig bedeutet hier insbesondere, dass der Sachverständige kein eigenes Interesse an einem möglichst hohen Preis der Immobilie haben darf. Ein Makler ist in diesem Sinne nicht unabhängig und sachkundig i. d. R. auch nicht.
Für den Käufer einer Immobilie erbringt ein Makler keinen erkennbaren Nutzen. Heute braucht niemand einen Makler, um Immobilienangebote zu finden. Hat man die passende Immobilie gefunden, zieht man einen Gutachter dazu. Mit dem Gutachten in der Hand überlegt man sich den Preis, den man zu zahlen bereit ist - und zwar für die Immobilie, nicht etwa für eine Dienstleistung, die man als Käufer gar nicht bestellt hat. Sollte dann ein Makler dazwischen hängen, geht dessen Lohn eben vom Kaufpreis ab. Soll sich der Makler doch mit dem Eigentümer einigen, der ihn beauftragt hat. Diese Vorgehensweise funktioniert nur dann nicht, wenn die Käufer Schlange stehen. Aber wo ist das schon der Fall?
Gruß
Wolfgang