War es ein fehler?

Hallo Herb,
erstmal ein Sternchen von mir, trotzdem noch einige Gedanken.

Hi ho,

Für mich - ja.

Wenn die Öffentlichkeit, oder die Gläubigen, einem Papst
Bescheidenheit und Demut als löbliche Eigenschaften zurechnen
werde ich immer skeptisch.

das Problem ist, dass für das Glauben an sich noch lange nicht
das Ausführen des Glaubens oder Leben nach dem Glauben
verbunden ist.
Ich denke dass ein Papst wirklich an das glaubt, was er
predigt. Wo sonst soll die Motivation für den weiten Weg dahin
herkommen. Wenn es „nur“ um Macht geht, dann ist die
anderweitig einfacher zu erlangen.

Es geht nicht nur um Macht. Aber er schließt sich einer Gemeinschaft an (aus Überzeugung), in der er sich Macht erarbeitet. Und das widerspricht m. M. nach dem Glauben. Er muß die Tugenden Demut und Bescheidenheit hintan stellen um zu Macht zu gelangen.
Auch ein Geschäftsmann macht vieles aus Überzeugung, um zum Erfolg zu gelangen. Und jemand, der anstrebt Papst zu werden, muss Tugenden seiner Überzeugung opfern.

Wie kann ein bescheidener, demütiger Mann zum mächtigsten Mann
einer von Menschen organisierten Gemeinschaft werden?

Bescheidenheit und Demut schliessen Macht nicht aus (Beispiel:
Gandhi). Das Problem kommt mit dem zwangsläufigen
Machtmissbrauch (zwangsläufig dehalb, weil Menschen beteiligt
sind).

Gandhi war nicht im selben Sinn mächtig wie ein Papst der r.k. Kirche. Außerdem hat er meiner Meinung nach nie seine wirklichen Ziele „verschleiert“, also etwas anderes gepredigt als er gelebt hat.

Grüsse,

Herb

lg
M.

Hallo Dirk.

wenn gott menschen nach seinem ebenbild schuf…wieso verhalten
sich dann nicht alle wie er…

Im Judentum gibt es zu dieser Stelle zahlreiche Kommentare, wobei hier hauptsächlich dieses auf den freinen Willen des Menschen auf der einen Seite und seine Rolle als Partner der Schöpfung auf der anderen Seite bezogen wird. Der Mensch ist hiernach also nicht wie G’tt, sondern soll sich in einem Punkt so wie er verhalten bzw. sein Werk so fortsetzen.

wieso hält sich nur niemand dasran…

Weil G’tt - warum auch immer - meint, dass wir ihm freiwillig dienen sollen, aus ganzem Herzen, mit ganzem Verstand und Vermögen. Dieses bringt es mit sich, dass der Mensch sich zum einen irrt und zum anderen eben auch bewusst falsche Entscheidungen trifft. Letztlich wird aber alles zum Guten sein, sogegesen gibt es hier keinen Fehler. Alles ist gut.

alle glauben an
den einen…er hat nur verschiedenen namen.

Allen haben Eltern, sie haben nur verschiedenen Namen. Warum hören wir nur selten auf sie?

Scholem,
Eli