Hallo,
den Ausführungen von Cancidas kann ich nur zustimmen.
Wahrscheinlich kommt das ganze auf über 100 EUR, wenn Du die Ware aus USA beziehst. Rechne mal:
Angenommen der Schuh kostet Dich 60 EUR netto EK und nehmen wir mal an, es kämen nur ca. 10 EUR Transportkosten dazu (das kannst Du wahrscheinlich vergessen dass die Transportkosten so niedrig sind, es sei denn Du hast 4 - 8 Wochen Zeit für die Seefracht, aber nehmen wir einfach mal an). Dann bist Du schon bei 70 EUR.
Zu den 70 EUR kommen dann noch Zölle. Nehmen wir mal an, das wären 5 % (Ich kenne den Zollsatz für Turnschuhe aus USA gerade nicht, aber nehmen wir mal an). 5 % aus 70 EUR = 3,50 EUR. (Merke: Netto Warenwert + Transportkosten = Zollwert = EUST-Wert)
Wir sind also derzeit bei 73,50 EUR.
Die Einfuhrumsatzsteuer (EUST) beträgt wie die MWSt. 19 % sind 13,87 (also wieder Netto-Warenwert + Transportkosten = 70 EUR = EUST Basis)
Neue Zwischensumme: 87,37 EUR
Jetzt kommen noch die Verzollungskosten des Spedieteurs dazu. Bei einer Einzelverzollung kannst Du mit mindestens 10 - 15 EUR rechnen.
Nehmen wir im günstigsten Fall mal 10,00 EUR an. Dann bist Du bei ca. 97 - 98 EUR. Das ist 2 - 3 EUR unter dem Angebot aus Deutschland.
Und das nur unter der Voraussetzung, dass Du sehr viel Zeit hast, auf Deine Schuhe zu warten und, dass alle anderen Kosten wirklich nicht höher werden, als angenommen. Es ist aber damit zu rechnen, dass sie höher werden. Es reicht schon aus, dass am Tag der Verzollung, der Dollarkurs ungünstig ist, und das ganze geht nach hinten los. Und Du zahlst mehr, als 100 EUR inkl. Transport und Verzollung.
Ein normaler Transport per UPS aus USA kostet i. d. R. auch keine 10 EUR, sonder 20 - 40 EUR, je nachdem, welchen Tarif Du bekommen kannst und, wie schwer Deine Schuhe sind.
Wenn Deine Schuhe jetzt ein Reklamationsfall werden, weil irgendwas falsch oder kaputt ist, dann wirds erst richtig spaßig. Du hast nämlich keinerlei Gewährleistungsansprüche, weil Du sie nicht in Deutschland gekauft hast. Es gilt also nicht deutsches, sondern US-Amerikanisches Recht. Unter der Voraussetzung ungünstiger AGB noch nicht einmal das. Auch die Regelungen des Fernabsatzgesetzes greifen nicht, das gilt nämlich nur für Deutschland.
Du musst Dich mit dem Lieferanten in Verbindung setzen, die Ware evtl. auf eigene Kosten zurückschicken und der ganze Spaß geht von neuem los.
Ich könnte ja noch weiter erzählen, aber ich glaub, das reicht.
Grüße
Charly