da es momentan mal wieder eine Welle gibt und ein für diese Geschäftspraktiken wohlbekannter Verlag gerade mal wieder an bekannter Adresse umfirmiert hat und mit der immer noch gleichen Masche über Land zieht, eine aktuelle Warnung an alle Selbständigen und Freiberufler:
Vorsicht, wenn sich Vertreter bzgl. der Druckfreigabe für angebliche Neuauflagen beauftragter Werbemedien ankündigen! Dies gilt auch für die ebenfalls von diesem Haus gerne gespielte Masche mit Broschüre wie „Kinder stark machen“, „Verkehrserziehung“, … die angeblich im Auftrag einer Polizeigewerkschaft o.ä. herausgegeben werden sollen.
Es handelt sich bei den Verlagen WXY mitnichten um die Herausgeber der beauftragten Werbemedien. Vielmehr wird entgegen der geführten Gespräche zum Schluss statt einer Druckfreigabe (in die die Originalanzeige aus dem tatsächlich beauftragten Medium einkopiert ist) der Vertrag für den Abschluss eines neuen Vertrages für ein inhaltlich nicht definiertes Medium mit ähnlichem Namen vorgelegt. Es entsteht insoweit ein Schaden, als dieses Medium im Minimalauflage produziert wird und aufgrund inhaltlicher Belanglosigkeit und mangels ausreichender Verbreitung keine Werbewirkung entfaltet. Entgegen den nachgeahmten Originalmedien liegen zudem die TKPs bei rund 200%. Zudem wird mit einer handschriftlich gestrichenen Klausel jährlicher Vertragsverlängerung der Eindruck erweckt, es handele sich um einen einmaligen Auftrag. Tatsächlich geht der Vertragstext aber von halbjährlicher Erscheinungsweise aus, d.h. die genannte Summe wird sogar zwei Mal fällig!
Da die Truppe bundesweit aktiv ist und gewerbsmäßig agiert, wird es sicher nicht nur bei uns vor Ort so sein, dass systematisch offizielle Broschüren Anzeigenkunde für Anzeigenkunde kopiert und abgeklappert werden.
Jetzt der Teil zum Lachen:
Es ist schon recht dreist, auf die Tour auch Anwälte besch… zu wollen.
Es ist nicht mehr dreist, sondern schon dumm, es bei einem Anwalt zu versuchen, der regelmäßig in der Lokalpresse und im Internet zu solchen Gaunermaschen publiziert.
Es ist sehr dumm, beim Ehemann der Hauptverwaltungsbeamtin ausgerechnet mit der angeblichen Neuauflage einer städtischen Broschüre aufzulaufen.
Es ist mehr als dumm, es ausgerechnet bei einem Anwalt zu versuchen, der schon Mandanten erfolgreich gegen das Unternehmen vertreten hat.
Es fehlen mir die Worte, wenn besagtem Anwalt bei Hinweis auf den Betrugsversuch Prügel angedroht wird und es zu Körperkontakt kommen muss.
Es ist einfach schön, wenn sich der Täter fünf Minuten später im Auto beobachten lässt und der Polizei nur noch das Kennzeichen genannt werden muss. Die Gefängnisse sind nicht umsonst voll von dummen Betrügern.
Nicht ganz so schön ist es, dass sich gestern bereits ein Geschädigter bei der Stadt gemeldet hat.
erstmal danke für die Infos. Aufklärung tut immer not. Ich rufe mich auch immer tot in der Wüste, aber der nähere und weitere Bekanntenkreis ist voll mit Geschädigten.
Weil wir schon dabei sind, vielleicht kennst Du oder einer der übrigen Experten folgende Masche?
Bei 5000-Einwohner-Dorf-Bürger X klingelt es an der Tür. Es ist Y, der vorgibt, im Auftrag des Fußballvereins des Dorfes unterwegs zu sein. „Du“ (ja, er duzt X gleich mal, obwohl man sich zum erstenmal sieht) kennst ja bestimmt den Vorstand Z, der wohnt ja hier gleich in der Nachbarschaft (dabei deutet er undefiniert die Straße rauf und runter). Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass X den Z auch nicht kennt und dessen Name in den zwei Jahren seines Hierwohnens auch noch nicht gehört hat.
Weiter im Text: Y fragt X, ob er die Jugendmannschaft unterstützen möchte. X sagt „Ja, klar“ und öffnet seine Geldbörse, zückt einen Schein und will ihn Y geben. Der sagt: „Nein, direkte Geldspenden darf ich nicht annehmen“. Vielmehr ginge es um folgendes: Y verkauft im Namen des Fußballvereins Zeitschriftenabos. Ich solle mir doch hier und jetzt eine oder zwei Zeitschriften aussuchen und abonnieren. Der Fußballverein bekommt daraufhin eine Provision und zum glücklichen Ende der Geschichte kann sich die Jugendmannschaft endlich neue Trikots leisten.
Ende der Geschichte ist, dass ich dem guten Mann gesagt habe, dass ich mit Zeitschriften immer gut bedient bin, aber bereit wäre, die Jugendmannschaft auf eigene Kosten vollständig mit neuen Trikots auszustatten. Dies hat er abgelehnt, sodaß wir uns unverichteter Dinge wieder trennen mußten.
Nun zur Frage: Ist diese Masche der Zeitschriftendrücker schon bekannt? Meine letzte Fernsehzeitschrift hatte ich von einem „Drogensüchtigen“, die davor von einem „wiedereinzugliedernden Straftäter“.
bei mir ist es ca. 2 Jahre her, dass einer an der Tür stand mit der Masche. Er erzählte mir erstmal was von den Vorurteilen in der Gesellschaft, die ein Ex-Drogenabhängiger und Ex-Knacki erfahren würde
und bla bla bla … Eine Geldspende, die ich ihm gegen Quittung geben wollte, lehnte er wie bei Dir auch ab und verwies mich auf das Zeitungsabo, das den Betroffenen " im bekannten Drogenzentrum in der Soundso-Strasse in Stuttgart" zugute kommen würde. Tja dummerweise kenne ich mich in diesem Teil Stuttgarts wirklich gut aus und weiss, dass es dort natürlich kein Drogenzentrum oder was auch immer gibt.
Dumm gelaufen, für ihn.
Bei 5000-Einwohner-Dorf-Bürger X klingelt es an der Tür. Es
ist Y, der vorgibt, im Auftrag des Fußballvereins des Dorfes
unterwegs zu sein. „Du“ (ja, er duzt X gleich mal, obwohl man
sich zum erstenmal sieht) kennst ja bestimmt den Vorstand Z,
der wohnt ja hier gleich in der Nachbarschaft (dabei deutet er
undefiniert die Straße rauf und runter). Der Vollständigkeit
halber sei gesagt, dass X den Z auch nicht kennt und dessen
Name in den zwei Jahren seines Hierwohnens auch noch nicht
gehört hat.
Weiter im Text: Y fragt X, ob er die Jugendmannschaft
unterstützen möchte. X sagt „Ja, klar“ und öffnet seine
Geldbörse, zückt einen Schein und will ihn Y geben. Der sagt:
„Nein, direkte Geldspenden darf ich nicht annehmen“. Vielmehr
ginge es um folgendes: Y verkauft im Namen des Fußballvereins
Zeitschriftenabos. Ich solle mir doch hier und jetzt eine oder
zwei Zeitschriften aussuchen und abonnieren. Der Fußballverein
bekommt daraufhin eine Provision und zum glücklichen Ende der
Geschichte kann sich die Jugendmannschaft endlich neue Trikots
leisten.
Sagen wir es mal so: Gibt es seriöse Zeitschriftenwerber? Das klingt jetzt schlimm, aber ganz im Ernst, mir ist noch keiner untergekommen, der nicht irgendwelche mehr oder weniger geistreichen Legenden erzählt hat um seine Scheine zu bekommen. Das Schlimme an der Sache ist aber, dass die Legenden üblicherweise nicht von den Werbern selbst erfunden werden, sondern die Werber selbst übelst von ihren Kolonnenführern ausgebeutet werden und von denen auch die Legenden an die Hand bekommen.