Wartezeit im Wartezimmer (PKV)

Hallo,

ich habe von einer Arzthelferin erzählt bekommen, daß es ein Gesetz gibt, daß PKV-Versicherte nicht länger als 30 Minuten im Wartezimmer warten dürfen. Ist das so wirklich richtig?

Bin nämlich ab demnächst selbst privat versichert, aus diesem Grund interessiert mich das Thema stark :wink:

Falls es stimmt, wo steht das bzw. was für Rechte habe ich, wenn ich länger warten muß?

Gruß,
Michael

Hallo Michael,
also ein Gesetz gibt es nicht, aber unsere Mediziner sind zu privat Versicherten besonders freundlich und das wirkt sich auch auf die Zeit im Wartezimmer aus, bzw. werden Privatpatienten erst garnicht dort gelagert da alle einen festen Termin haben. Hintergrund des Ganzen ist es kann und wird anders berechnet als bei den sogenannten Kassenpatienten (GKV). Abrechnungsgrundlagen sind die GOÄ und GOZ -Gebührenordnungen für Ärzte oder Zahnärzte- die einen anderen Spielraum z.B. bis zum 3,5fachen Satz, bei der GKV gibt es einen Punktekatalog der entspricht ungefähr den 1,2fachen Satz.

Alles klar?

Gruß Peter

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Hallo Michael,
wenn DU meinst das du als PKV mehr „Rechte“ hast als kein PKV dann mach dich bei deinem Anwalt schlau. Wer so wichtig ist das er vor anderen Kranken Leuten behandelt werden muss sollte hier keine KOstenlosen Fragen stellen.

Ich finde Du hast keine Rechte auf max 30min Wartezeit und erst Rech kein Recht auf Durchsätzung deines „Rechtes“.

Bert

Hallo Michael,
nein, das Gesetz gibt es nicht.
Doch rat eines seit 22 Jahren privat Versicheten:
ich musste bei unserem Hausarzt einmal 45 Minuten warten. Ich habe da einmal mitgespielt. Dann bin ich aufgestanden und gegangen: genau getimed, dass Arzt und Sprechstundenhilfe das sahen. „Herr Brendle, sie waren doch noch gar nichtdran!“ Meine Antwort: „das habe ich selbst gemerkt! Ich bin nicht bereit 45 Minuten meiner Zeit bei Ihnen zu verbringen. Das spricht für eine sehr schlechte Organisation der Praxis. Auf Wiedersehen!“
Ich warte seit dem nie länger als 10 Minuten. Und alle anderen (also auch GKV) auch nicht mehr. Muss also ein ganz schönes Donnerwetter gegeben haben.
Ich lehne praxen, die brechend voll sind vollkommen ab. Es handelt sich hier fast aussschließloich um eine Organisationsfrage.
Also: durchsetzen!
das hat mit Großkotzigkeit nichts zu tun.
Ein paar Unterschiede gibt es allerdings zum Kassenpatienten:

  1. er lässt sich mehr Zeit (klar, verdient ja auch das Doppelte an mir)
  2. ich habe alle verfügbaren Medikamente zur Auswahl
  3. bei mir wird mit Sicherheit nicht gesagt „der ist zu alt für eine Hüftgelenk-OP!“ Und das wird bei den meisten Kassen leider so gehandhabt. (@ Günter: ich weiß nicht ob Deine dazu gehört). Ich halte so einen Spruch für absolut menschenverachtend. Eine meiner nachbarinnen humpelt mit Schmerzen durch die Gegend. Doch mit 75 jahren hat sie keine Chance so eine OP zu bekommen AOK). Nach dem Motto: die Alte kratzt doch sowieso bald ab. Warum noch Geld dafür ausgeben?
    Grüße
    Raimund

wow !!!
auch hierzu werd ich meinen Senf reinhauen :

Ich denke, die Wartezeit im Wartezimmer eines Arztes richtet sich NICHT und darf sich auch NIE nach der Zugehörigkeit zu einer KK, sondern nach der Schwere der Behandlungsbedürftigkeit der Patienten richten !!! Ich musste auch mal ziemlich lange im Wartezimmer sitzen, weil es an diesem Tag viele Notfälle gab, die der Arzt nun einmal vor mir und anderen Patienten behandeln musste und das Verhalten, das mache Patienten an den Tag legen, sich beschweren und dann einfach abhauen und den Termin nicht wahrzunehmen, finde ich nicht ok ! Man ist schliesslich bei einem Arzt und nicht in einem Supermarkt !

chatboy

Hallo

Ich denke, die Wartezeit im Wartezimmer eines Arztes richtet
sich NICHT und darf sich auch NIE nach der Zugehörigkeit zu
einer KK, sondern nach der Schwere der
Behandlungsbedürftigkeit der Patienten richten !!! […]

Ja, so _sollte_ es sein. Und bei einem „normalen“ Arzt sitzen selten lebensgefährliche Fälle im Wartezimmer, es ist also medizinisch ziemlich egal, wer als erster dran kommt.
Also muß der PKVer nicht lange warten, er soll ja zufrieden sein und wiederkommen.

auch mal ziemlich lange im Wartezimmer sitzen, weil es an
diesem Tag viele Notfälle gab, die der Arzt nun einmal vor mir
und anderen Patienten behandeln musste und das Verhalten, das
mache Patienten an den Tag legen, sich beschweren und dann
einfach abhauen und den Termin nicht wahrzunehmen, finde ich
nicht ok ! Man ist schliesslich bei einem Arzt und nicht in
einem Supermarkt !

Wieso? Den Arzt kann es doch nur freuen, durch die Notfälle kommt sein Terminplan durcheinander, ist doch toll, wenn im Gegenzug Termine wegfallen. (Gut ich beschwere mich dann nicht, ich informier die Sprechstundenhilfe nur, das ich gehe und evtl. ein andermal wiederkomme, oder jetzt zu einem anderen Arzt gehe).
Und von wegen Supermarkt, den suche ich mir nach meinen (subjektiven) Kriterien aus, genauso ist das beim Arzt, einer der mir aus welchen Gründen auch immer nicht gefällt, sieht mich eben nicht wieder (wobei Wartezeiten schon eine grosse Rolle spielen).

Gruß, DW.

PS: Achja, ein Recht auf eine begrenzte Wartezeit gibt es natürlich nicht.

Hallo Raimund,
zu alt für eine OP ??? - so einen Schwachsinn wird nicht
von meiner Kasse unterstützt und ich hoffe mal, von anderen
Kassen auch nicht.
Eine solche menschenveracchtende Haltung steht mir nicht.

Gruss

Günter

Hallo,
ein Gesetz gibt es nicht, wohlö aber ein entsprechendes Gerichtsurteil.
Der Fall war der (meine ich jedenfalls), dass ein Selbständiger
einen festen Arzttermin hatte - Aufgrund der überzogenen Wartezeit
(1 Stunde ?ß!!) hat er den Arzt wegen Verdienstausfall verklagt
und recht bekommen. In der Begründung stand dann diese Geschichte
mit der zumutbaren Wartezeit.

Gruss

Günter Czauderna

hallo Günter,
dachte ich erst auch. Bis ich ertserns einen Artikel darüber las (gleicher Tenor) und vor ein paar Tagen meine Nachbarin. Der wurde die OP auch verweigert. Grund: zu hohes Alter (ca. 75)
Meiner Mutter haben sie allerdings (BARMER) vor 10 Jahren (damals auch 76) noch diese OP bezahlt. Soll aber heute öfzters vorkommen. Leider!
Doch schön, dass die DAK diese Einstellung nicht hat.
Grüße
Raimund

hallo DW,
als abschreckendes Beispiel, wie es Ärzte nicht machen sollen: bei mir im Ort (ca. 3000 EW) hat einer der beiden Ärzte immer die einstellung gehabt: das Wartezimmer muss voll sein. Dann sieht man, wie gefragt er ist. Unter 1 Stunde war gründsätzlich nichts. meist 1,5 bis 2 Stunden Wartezeit. (Wartezimmerplatzangebot: ca. 30)
Es erübrigt sich eigentlich zu erwähnen, dass ich bei ihm nur zweimal war: das erste und zugleich das letzte mal.

Es gibt übrigens eine unbewiesene Erklärung, warum Ärzte meist 3 Behandlungszimmer haben: in das mittlere kommt der Privatpatient. Da er die Räume wie folgt aufsucht, ist eine kürzere Warteseit für die Pivatpatienten gegeben: 1 + 2 + 3 + 2 + 1 + 2… *g*
Grüße Raimund

Wenn ich bei meinem Orthopäden bin (leider oft) dann bekommen ich fast jedesmal mit, wie sich die Arzthelferinnen darüber unterhalten, dass da im wartezimmer noch der Herr X und die Frau Y sitzen ohne termin. Dann fragt die Oberhelferin : „ist der PP?“ Sagt die Helferin :" nein, Barmer" dann sagt die Oberhelferin : " Dann lass ihn sitzen!"

Ich selbst bin „nur“ in der techniker krankenkasse und musste wegen eines bandscheibenvorfalls zum arzt. Da ich nicht auf einen termin in 3 wochen warten konnte musste ich zur täglichen schmerzsprechstunde um 15.30 gehen. Man MUSS um Punkt 15.30 dort sein und Wartezeit einkalkulieren. Ich wartete bis exakt 19.20 und konnte um kurz nach 20 uhr aus der praxis. Die privatpatienten waren bereits um 16.00 uhr fertig.

Insofern kann ich verstehen, wenn jemand in die PKV wechselt.

Barbara

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Hallo Barbara,
is zwar jetzt was off topic aber muss ich jetzt einfach mal sagen

Insofern kann ich verstehen, wenn jemand in die PKV wechselt.

Wenn ich hingehe und irgendwo eine ungerechte Übervorteilung sehe und mir diese zunutze mache ist daran nichts zu verstehen sondern einfach nur zu verurteilen.

Wir regen uns über die Ungerechtigkeiten überall auf und wenn wir ne Chance haben selbst ungerecht zu sein machen wir das und das ist dann auch noch verständlich.

Ne

Bert

Moin,

Insofern kann ich verstehen, wenn jemand in die PKV wechselt.

ich seh darin höchstens einen Grund, den Arzt zu wechseln.
Gruß
Marion

Hallo PKVler und GKVler,

also ich bin GKV und bisher recht zufrieden!! Ich denke auch, dass Wartezeiten einfach ein Organisationsproblem der Praxen ist! Bei meinem Frauenarzt warte ich immer lang, bei meinem Hausarzt sowie beim Zahnarzt geht´s immer innerhalb von max. 10 Minuten!!! Als ich da mal die Sprechstundenhilfe fragte, wie die das so gut hinkriegen, hieß es: wir bestellen eben nicht 8 Leute auf einen Termin sondern halt wirklich nacheinander im 10 Min-Rhytmus. Somit geht´s fast immer glatt! Und bisher hat´s auch echt immer geklappt bei mir!

Wo ich meine GKV echt mal verflucht habe, war, als ich im Oktober einen Termin in einer Fachklinik für Handchirurgie brauchte. Ich rief erst in einem Krankenhaus an (ÜBW durch Orthopäden), die erste Frage war: Sind sie GKV oder PKV??? Ich: GKV. Antwort: Dann geht es erst wieder im März 2004, ist das o.k.??? Ich: Ähh, ich habe echt Schmerzen, das sind noch 5 Monate, könnte da nicht doch was früher machbar sein?? Antwort: GKV war das, gell!?!? Hmmm, nee, leider nicht!

Das fand ich dann doch recht diskriminierend!! Habe dann eine andere Klinik aufgesucht und werde am Montag endlich operiert!!

Viele Grüße,
S.

Hi,

das Gesetz heißt:
Gute Kunden sollen wiederkommen!

das ist aber auch das einzige Gesetz, wo sowas (ungedruckt) steht :wink:.

Gruß,
Micha