Warum

wird grundsätzlich immer Gott als Mann dargestellt? Warum nicht mal als Frau?
Oder vollkommen geschlechtsneutral?
Denn mit Sexualität hat Gott ja „gar nichts am Hut“. Es braucht sich ja nicht zu vermehren.
Oder ist diese Frage schon Häresie?
Grüße
Raimund

Hallo Raimund!

Was ist das für eine Frage??
Es geht doch nach der Bibel und dort ist er nun mal männlich! Wieso sollte man ihn jetzt umpolen?

Gruß Werner

Hallo Raimund,

innerhalb der jüdisch-christlichen Sprachtradition wird man kaum vom „Vater“-Bild wegkommen, obwohl es Versuche in diese Richtung ja längst gibt.
Wichtiger wäre, die Vater-Vorstellung selbst (im Bezug auf Gott wie auf menschliche Väter) zu erweitern um Eigenschaften wie Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit, Nähe (die alle im Gottesbild Jesu vorkommen - neben und in gewollter Spannung zu den Eigenschaften des Königs und Richters, der die Mächtigen vom Thron stürzt).

Für Juden und Christen ist in jedem Fall bedenkenswert, dass das Gottesbild der Propheten viele „mütterliche“ Züge hat („Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch“ Jes 66,13).

Für Christen könnte sich die „weibliche“ Seite Gottes außerdem im Heiligen Geist darstellen (hebr. „ruach“ ist f., gr. „pneuma“ n., erst lat. „spiritus“ m.), den manche Theologen weiterhin mit der Gestalt Marias (als „Gefäß“ und „Spiegel“ des Geistes) verbinden. Es ist interessant, unter diesem Aspekt einmal die schöne Pfingstsequenz „Veni Sancte Spiritus“ (dt. „Komm herab, o Heilger Geist“) zu lesen.

Die ausschließliche Rede von Gott als „Herr“ und „Herrscher“ war/ist zweifellos ein Übel und blockiert religiöse Erfahrungen.

Gruß,
Quest

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Feuerbach hat es wie folgt ausgedrückt:
„Erst schafft der Mensch … Gott nach seinem Bilde und dann erst schafft wieder dieser Gott … den Menschen nach seinem Bilde.“ (in Anlehung an Gen 1,27)
Zu der Zeit als das „Gottesbild“ erstmals festgemacht wurde, da herrschte wohl das Patriarchat?!

Gruß,
Cesmy

Hallo Raimund,

Das, was wir als Gott bezeichnen, ist ein universelles PRINZIP.
Nach diesem Prinzip „besteht“ dieser Gott aus zwei Polen, die eine EINHEIT bilden.
Diese zwei Pole werde als Seele (weiblich – negativ) und Geist (männlich – positiv) bezeichnet.
Da NUR der Geist der AKTIVE ist, und die Seele das passive, wird der aktive Gott (Geist) als MÄNLICH bezeichnet. Denn dieser Geist Gottes ist der HANDELNDE – der „strafende“ und der „belohnende“.
Die Seele dieses Gottes ist gleich der Sonne „nur“ strahlend – also NICHT handelnd, sondern „nur“ SEIEND. Das Seiende, fest stehende, unveränderliche, ewig GLEICHE.

Auf Erden (in der materiellen Welt) haben wir es mit dem Geist Gottes zu tun, dem veränderlichen, dem wandelbaren. Dieser Geist des Gottes ist das LEBEN, und vollkommenes Wissen. Er ist der Samengebende, der Erzeuger der Materie. Der positiv gebende, und daher MÄNLICH.

Dieses Prinzip haben denkende PERSONIFIZIERT, also diesen Gott als PERSON und daher auch männlich dargestellt – für die unwissenden, die das Prinzip noch nicht verstehen konnten.

Mit freundlichen Grüßen

Demetrius

Hi

Das, was wir als Gott bezeichnen, ist ein universelles
PRINZIP.

Es ist doch wohl eher ein persoenliches Prinzip

Nach diesem Prinzip „besteht“ dieser Gott aus zwei Polen, die
eine EINHEIT bilden.
Diese zwei Pole werde als Seele (weiblich – negativ) und Geist
(männlich – positiv) bezeichnet.

Ganz schoen chauvinistisch dieses Gottesbild!

Da NUR der Geist der AKTIVE ist, und die Seele das passive,
wird der aktive Gott (Geist) als MÄNLICH bezeichnet. Denn
dieser Geist Gottes ist der HANDELNDE – der „strafende“ und
der „belohnende“.
Die Seele dieses Gottes ist gleich der Sonne „nur“ strahlend –
also NICHT handelnd, sondern „nur“ SEIEND. Das Seiende, fest
stehende, unveränderliche, ewig GLEICHE.

Woher weisst du das?

Auf Erden (in der materiellen Welt) haben wir es mit dem Geist
Gottes zu tun, dem veränderlichen, dem wandelbaren. Dieser
Geist des Gottes ist das LEBEN, und vollkommenes Wissen. Er
ist der Samengebende, der Erzeuger der Materie. Der positiv
gebende, und daher MÄNLICH.

Und ausserhalb der Erde? Gibt es da keinen Geist? Die weitere Schlussfolgerung und daher maennlich verstehe ich beim besten Willen nicht?

Dieses Prinzip haben denkende PERSONIFIZIERT, also diesen Gott
als PERSON und daher auch männlich dargestellt –

Im Klartext: Frauen koennen nicht denken!

für die

unwissenden, die das Prinzip noch nicht verstehen konnten.

Und du meinst, dein Prinzip sei versaendlich?

Mit freundlichen Grüßen

Peter

Als Gott den Mann schuf, …
… irrte sie bloß.

Das wäre genauso blöde wie die männliche Variante.

Mir ist vollkommen unverständlich, wie denkende, gebildete Menschen überhaupt eine personifizierte Gottesvorstellung haben können. Auch die asiatischen Varianten von Yin und Yang haben doch - was männlich und weiblich anbetrifft - nur symbolische Bedeutung.

Wenn es so etwas wie ein Schöpfungsprinzip gibt, dann ist das doch das, was uns erschaffen hat. Der, der erschaffen wurde, versucht nun dem, der der Erschaffende war, seine Grenzen aufzuerlegen. Das ist doch grotesk.

Falls es so etwas wie eine intelligente Schöpfung gibt, dann ist sie mit Worten und unserem begrenzten Weltbild doch ohnehin nicht zu beschreiben.

Gibt es dazu nicht sogar ein Bibelzitat: „Das ist mir zu wunderlich und zu hoch, ich kann es nicht begreifen“ oder so ähnlich?

Burkhard

personifizierte Gottesvorstellung

Mir ist vollkommen unverständlich, wie denkende, gebildete
Menschen überhaupt eine personifizierte Gottesvorstellung
haben können.
Wenn es so etwas wie ein Schöpfungsprinzip gibt, dann ist das
doch das, was uns erschaffen hat. Der, der erschaffen wurde,
versucht nun dem, der der Erschaffende war, seine Grenzen
aufzuerlegen.

Hallo Burkhard,

dieser Gedanke taucht ja immer wieder in der Diskussion um „Gott“ auf. Aber „wenn es so etwas wie ein Schöpfungsprinzip gibt“, dann ist doch auch klar, dass dieses „Prinzip“ nicht weniger sein kann als personal (sonst hätte „es“ Personalität nicht „erfinden“ können), sondern nur mehr. D.h.: „Es“ muss unsere höchste Form von Kommunikation (Personalität, Ich-Du) in sich begreifen und zugleich übersteigen.
Ein hilfreicher Vergleich ist für mich der mit einem Würfel: Er hat das Quadrat in sich, ist aber natürlich kein Quadrat, sondern qualitativ mehr.

Dein Eingangszitat ist übrigens witziger in folgender Version:
„Als Gott den Mann schuf, übte sie nur.“

Gruß,
Quest

Raimund,

wer stellt den gott als mann dar?

B2

Hallo Werner,

wo steht das er männlich ist? weil geschrieben steht der herr und nicht die herrin?

B2

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wird grundsätzlich immer Gott als Mann dargestellt? Warum
nicht mal als Frau?

wo wird gott als mann bezeichnet?

wahrscheinlich meinst du, daß die pronomina für gott meistens männliche sind. das liegt aber an der sprache. auch im deutschen heißt es: „das ist ein tisch. ER ist schwarz.“ hier ist der tisch kein mann! da gott keinen körper hat, kann er auch keine männlichen oder sonstige keimdrüsen haben. wie kann er also ein mann sein?

außerdem ist das maskulin auch das generische geschlecht, da ein neutrum im hebräischen fehlt.

darüberhinaus wird gott öfters mit weiblichen worten bezeichnet, zum beispiel als geist, oder als mutter (für stellensuche bin ich zu faul.)

hope this helps!

oh übrigens, mit gott als „er“ haben engländer probleme. denn die korrekte übersetzung wäre dort nämlich IT und nicht HIM… nicht aber im deutschen. da gibts kein problem.

Hallo Rainmund,

darauf aufbauend möchte ich noch ergänzend, dass diese Zuweisung sprachlich im Judentum soweit präsent ist, dass es diese Bilder vom männlichen G’tt dort nicht gibt. So legen zwar viele Worte und deren Übersetzungen erst einmal nahe, dass hier ein Mann gemeint ist/war. Aber dem ist nicht so. In der jüdischen Lehre ist G’tt genauso männlich wie weiblich. Er besitzt alle Eigenschaften. In diesem Sinn war auch der erste Mensch ein Abbild von haSchem und erst später durch die Teilung in zwei Hälfte wurde männliches und weibliches getrennt und seitdem suchen wir auch unsere andere Hälfte.

Schalom,
Eli

wo steht das er männlich ist? weil geschrieben steht der herr
und nicht die herrin?

und weil jesus immer von vater und nicht mutter spricht.

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hallo, Ihr beiden,
schon wieder etwas gelernt! Einmal unsere Sprache ist eines der Gründe (deutsche, wie italienische). Zum anderen ist die permanente Darstellung G´ttes als Mann eine vermutlich christliche Erfindung.

darauf aufbauend möchte ich noch ergänzend, dass diese
Zuweisung sprachlich im Judentum soweit präsent ist, dass es
diese Bilder vom männlichen G’tt dort nicht gibt. So legen
zwar viele Worte und deren Übersetzungen erst einmal nahe,
dass hier ein Mann gemeint ist/war. Aber dem ist nicht so. In
der jüdischen Lehre ist G’tt genauso männlich wie weiblich. Er
besitzt alle Eigenschaften. In diesem Sinn war auch der erste
Mensch ein Abbild von haSchem und erst später durch die
Teilung in zwei Hälfte wurde männliches und weibliches
getrennt und seitdem suchen wir auch unsere andere Hälfte.

Sag das nicht so laut! sonst ist die kommende Normalität (Homosexuelle) beleidigt! :smile:
Grüße
Raimund

hallo legionär,
ich finde die jüdische Vorstellung von Gott wesentlich logischer (siehe oben. Von Eli dargestellt).
Die enspricht schon wesentlich mehr meiner Vorstellung
Grüße
Raimund

wo steht das er männlich ist? weil geschrieben steht der herr
und nicht die herrin?

und weil jesus immer von vater und nicht mutter spricht.

ach ja. nun ich denke aber das gott alles ist, ob männlich oder weiblich. er ist alles .

B2

Hallo Eli,

dem stimme ich auch zu

B2

Teilung in zwei Hälfte wurde männliches und weibliches
getrennt und seitdem suchen wir auch unsere andere Hälfte.

da fällt mir ein: es gibt bei platon die kugelmenschengeschichte. zuerst sollen die menschen vierbeinige kugelwesen gewesen sein, die dann geteilt wurden und seitdem die andere hälfte suchen.

gibts da eine verbindung?

wird grundsätzlich immer Gott als Mann dargestellt? Warum
nicht mal als Frau?

Hallo Raimund,
Habe auch wie Du kein Verständnis dafür. Eine möglich Erklärung :
l. Der Mann spielt bei den Primaten die dominante Rolle. Wahrscheinlich hat das mit dem Sexualverhalten zu tun.
2. In den meisten Kulturen hatten die Frauen in politischen und philosophischen Fragen zu schweigen, d.h. sie wurden gar nicht gefragt.
3. Ebenso und vor allem in Sachen Religion.
Wie kann da eine Frau als Gott bestehen ?
Mit Gruss : engelhard

Hi,

seit wann das eigentlich so ist? Die Menschen früher Zeiten hatten ja augenscheinlich wenig Probleme mit weiblichen Göttern, sei es jetzt die Kybele der Phrygier, die Kali der Thuggees oder die steinzeitlichen „Venus“-Göttinnen - obwohl doch gerade hier der „Primaten-Effekt“ noch am stärksten durchschlagen müsste?

Scheinbar echt ein Problem des (langweiligen) Monotheismus…

Gruss
Feanor