Hallo,
lese ich die Artikel in diesem Brett, so kann bei den meisten nur mit dem Kopf schütteln. Was habt Ihr von dieser Wahl erwartet: dass sich nun alles zum Besseren wendet, dass Wahlversprechen eingehalten werden, dass die Demokratie sich einmal mehr bewiesen hat?
Nur weil uns die Medien mitsamt ihres „journalistischen Sachverstandes“ ständig die gleichen „Nasen“ präsentier(t)en, ist nicht anzunehmen, dass von diesen Politikern auch nur die geringste Kompetenz ausgeht. Man sehe sich beispielsweise den Lebenslauf des Finanzministers an, der noch nie etwas mit Finanzen zu tun hatte. Seine Qualifikationen für dieses Amt sind: das Parteibuch und eine verlorene Hessen-Wahl.
Auch ist doch nicht anzunehmen, dass wir mittels zweier kleiner Kreuze so etwas wie Demokratie ausüben. Wir wählen die Volksvertreter bloss aufgrund völlig unverbindlicher Wahlversprechen und Willsensäusserungen. Es mutet merkwürdig an, wie naiv und vertrauensselig doch die angeblich so mündigen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes sind, wenn es sich um Politik handelt.
Banales Beispiel: Wer von Euch würde einer fremden Person ohne Vertrag und Rückversicherung 1000 Euro allein wegen des Versprechens in die Hand drücken, sie käme in einem Jahr wieder und hätte das Doppelte daraus gemacht. - Ihr würdet den Kopf schütteln über eine solch naive Person, die sich trotz dieser vagen Aussage darauf einlässt!
In Sachen Politik scheint das anders zu sein. Über Jahrzehnte konnte der Filz gedeihen, konnten sich elitäre Gesetzgebungen etablieren, waren Politiker nur ihrem Gewissen und nicht den Wählern gegenüber verantwortlich. Warum also diese Aufregung; die Mehrheit will es doch gar nicht anders, als ständig hinters Licht geführt zu werden. Wären die Menschen wirklich daran interessiert, dass es in diesem Lande allen einigermassen gut geht, wären die „Volksparteien“ mit ihrer Art der „parlamentarischen Diktatur“ längst gestürzt, will heissen: abgewählt und zu einer unbedeutenden Minderheit geworden.
Doch weil wir bequem sind, machen wir unsere zwei Kreuze und glauben, damit unsere demokratische Pflicht erfüllt zu haben. Das einzige, was wir damit machen, ist lediglich die Verantwortung und die Macht wiederum den gleichen inkompetenten Personen zu übertragen. (Wir sind ja inzwischen so weit, dass selbst das Abwählen der Inkompetenz nicht mehr ausreichend ist, damit diese Personen verschwinden - Stichwort: Landesliste.)
Nur weil allzu oft davon gesprochen wird, wir besässen hierzulande eine Demokratie, ist nicht anzunehmen, dass eine solche real existiert. Auch die DDR nannte sich ‚demkratisch‘ und trug dies sogar im Namen - war sie deshalb demokratisch!?
Wir liegen vielmehr einer Illusion auf, die sich einen demokratischen Anstrich gibt. Wer einmal auf einem Filmset war, der weiss, was damit gemeint ist: die Kamera zeigt ein scheinbar reales Bild, das jedoch in keinster Weise mit der Wirklichkeit überein stimmt.
Was wir also hier und anderenorts machen, ist allein durch diese Kamera zu sehen und über ein eingeschränktes (Welt-) Bild zu diskutieren.
Marco

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