Warum bei HIV-Test Risikogruppe?

Guten Abend,
habe heute einen HIV Test gemacht (mein erster)
Dabei bin ich mit der Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes einen Fragebogen durchgegangen.

Warum ich diesen Test mache?
Wann und ob ich das letzte mal ungeschützten Verkehr hatte?
Etc…

U.a. kam dann auch die Frage nach einer eventuellen Risikogruppe (Homosexuell, Drogenabhängig, etc…)

Hier stellt sich mir nun die Frage: Warum „diskrimiert“ man Homosexuelle (und andere Gruppen)
Also warum stellt man diese spezifische Frage?

Hat man als Homosexueller oder Drogenabhängiger andere HIV Viren oder was soll das?

hi

Hat man als Homosexueller oder Drogenabhängiger andere HIV
Viren oder was soll das?

Hier findest Du eine Auflistung von Risikogruppen und die Begründung dazu.

http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/hiv_aids.htm

Ob es nun tatsächlich stimmt, daß Homosexuelle öfter ungeschützten Geschlechtsverkehr haben als Heteros lasse ich mal außen vor. Ich vermute eher, daß es eine „Altlast“ aus den Anfängen von Aids ist, als die Krankheit hauptsächlich im Bereich von Drogenabhängigen und Homosexuellen aufgetreten ist.

Gruß
Edirh

Das ist eher eine Frage der Statistik.

Je mehr Personen einer Gruppe den HIV-Virus haben, umso aussagekräftiger ist ein positiver Befund beim Test.

Von allen HIV-Erkrankten sind ca. 60% Homosexuelle und ca 13% drogensüchtig. Bei den Neuinfektionen 2008 sind es 72% bzw. 8%.
Quelle: RKI: http://www.rki.de/cln_091/nn_196014/DE/Content/Infek…

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Text falsch positiv ist, ist daher bei Heterosexuellen, die nicht aus Risikogebieten stammen, sehr viel höher als bei Homosexuellen.

Grüße, Bernhard

Hallo,

U.a. kam dann auch die Frage nach einer eventuellen
Risikogruppe (Homosexuell, Drogenabhängig, etc…)

Hat man als Homosexueller oder Drogenabhängiger andere HIV
Viren oder was soll das?

Ich denke, das wird einfach ein Relikt aus der Zeit sein, als Aids wirklich hauptsächlich in diesen beiden Gruppen auftrat. Irgendjemand hat ja irgendwann diesen Fragebogen erstellt. Denkst du, den macht man jedes Jahr neu? Kann ich mir nicht wirklich vorstellen …

Mit anderen Worten: Das war einfach ein Fragebogen, der noch aus einer anderen Zeit stammt. Das ist ein bisschen so wie bei diesem Formular für die Steuererklärung, wo es ja auch heißt „Steuerpflichtiger“ und „Ehefrau“. Das stammt auch aus einer anderen Zeit.

Ich denke nicht, dass es irgend etwas zu bedeuten hat.

Schöne Grüße

Petra

Prävalenz und Testsicherheit
Hallo,

U.a. kam dann auch die Frage nach einer eventuellen
Risikogruppe (Homosexuell, Drogenabhängig, etc…)

Hier stellt sich mir nun die Frage: Warum „diskrimiert“ man
Homosexuelle (und andere Gruppen)
Also warum stellt man diese spezifische Frage?

Ob Homosexuelle heutzutage noch eine Risikogruppe sind weiss ich nicht.
Vom Prinzip her ist aber die Frage nach Risikogruppenzugehörigkeit eine der wichtigsten überhaupt, denn sie beeinflusst die Interprätation des Testergebnisses in dramatischer Weise.
99.9% Testsicherheit heist für sich allein genommen nämlich gar nichts.

Stark vereinfacht:
Misst man bei einem Risikopatienten positiv, dann ist er sehr wahrscheinlich positiv.
Misst man bei einem Nicht-Risikopatienten positiv, dann ist er wahrscheinlich nicht positiv.

Gruss,
TR