Warum bei Insolvenz Stromanbieter selbst kündigen?

Hallo liebe Experten und sonstige Wissende!

Auch wir gehören zu den Insolvenzopfern der Flexstrom-Gruppe.

Inzwischen ist das Insolvenzverfahren eröffnet, der Netzbetreiber hat uns gestern geschrieben.
Damit hätten wir dann wohl jetzt ein Sonderkündigungsrecht.

Das leuchtet mir aber nicht ein.

Warum müssen WIR kündigen, obwohl der Stromanbieter seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommt?

Was geschieht, wenn wir nicht nicht „per sofort“ kündigen, sondern ganz „normal“ zum Ende des ersten Vertragslaufjahres (31.07.13)?

Hintergrund: Wir befürchten, dass die Boni (Neukundenrabatt und Frei-KW) nicht einberechnet werden müssen, wenn wir vor dem Ende des ersten Vertragsjahres selbst kündigen.

Wobei wir in der glücklichen Lage sind, nicht zuviel überwiesen zu haben. Die geleistete Vorauszahlung entspricht wahrscheinlich auch unserem tatsächlichen Verbrauch, aber eben nur, wenn die Boni auch abgerechnet werden.

Danke in Voraus!
Topica

Das hat wahrscheinlich mit den Forderungen zu tun, die der Insolvenzverwalter dann noch in Rechnung stellen kann. Jeder nicht gekündigte Vertrag wird sicher als Forderung verbucht und erhöht damit die Insolvenzmasse. Ist blöd, wird aber wohl nicht zu vermeiden sein…

Das hat wahrscheinlich mit den Forderungen zu tun, die der
Insolvenzverwalter dann noch in Rechnung stellen kann.

Hallo kerml,

danke für die schnelle Reaktion.

Offene Forderung, ok, verstanden.
Aber die kann für die Restlaufzeit wohl nicht so hoch sein, da wir seit Mitte April anscheinend schon vom Grundversorger beliefert werden und somit gar keinen Strom mehr vom alten Versorger abnehmen.
Der Insolvenzverwalter könnte dann doch höchstens noch die Grundgebühren (7,99/Monat) für 3,5 Monate in Rechnung stellen oder irre ich mich?

Lieber Gruß!
Topica

Hallo Topica,

darf ich mal fragen woher Sie den Optimismus nehmen, von einem insolventen Stromanbieter einen Bonus zu erhalten?

Ich rate Ihnen dringend von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen und sich nach einen seriösen Stromanbieter um zusehen.

Gerne können Sie dazu den Tarifrechner auf meiner Homepage benutzen.
http://geizenbeimheizen.com/service/strompreisrechne…

Gerne berate ich Sie kostenlos. Sie finden meine Kontaktdaten im Impressum.

Gruß aus der Eifel

Keine Ahnung, aber ein Unternehmen welches sich in der Inslvenz befindet, wird wohl kaum Bonis verteilen.
Wenn Sie nicht kündigen werden sie automatisch zu dem in Ihrer Region gehörenden Stromanbieter gewechselt.
Ob das günstiger ist kann ich Ihnen nicht sagen.
Gruss

Hi Topica,
davon habe ich keine Ahnung …
Gruss Löwinger

Hallo Topica,

darf ich mal fragen woher Sie den Optimismus nehmen, von einem
insolventen Stromanbieter einen Bonus zu erhalten?

Ein Hallo zurück aus der Vordereifel!

Den Optimismus haben wir, da wir eher mit einer Nachzahlung rechnen.
Durch energieintensive Renovierungsarbeiten haben wir deutlich mehr verbraucht, als wir im Voraus bezahlt haben.

Die Boni würden wir dann natürlich von der Nachzahlung vor Überweisung abziehen, denn sie sind uns ja vertraglich garantiert, wenn wir bis zum Ende des 1. Vertragjahres durchhalten.

Wir gehören wohl zu den „bösen“ Kunden, die der Flexstrom-Gruppe letztendlich weniger überwiesen haben, wie die für den Einkauf von unserem Strom ausgeben musste.

Aber wir wurden nie nach einem Zählerzwischenstand gefragt.

Ich habe dann selbst aufgrund dieser unverschämten und nicht nachvollziehbaren Preiserhöhung (rund 250% ab dem 01.04.2013) beim dortigen Kundensupport angerufen und nachgefragt, wie denn die Neu-Berechnung mitten im Vertragsjahr praktisch stattfinden soll.

Die Auskunft war, dass wir eine Zahlerstandmitteilungs-Aufforderung zum Stichtag erhalten würden, die kam aber nie (wir haben trotzdem vorsorglich den Zählerstand abgelesen).

Zudem: die Halbjahresrechnung inkl. Stromsteuerhöhung war falsch berechnet, wir bekamen aber trotz schriftlicher Bestätigung, dass sich bei der Berechnung der „Fehlerteufel“ eingeschlichen hätte", immer wieder Mahnungen über den falschen Betrag.
Eine von uns angeforderte Stornorechnung über den falschen Betrag (290Euroirgendwas) und eine ordentliche Rechnung über den richtigen Betrag (41Euroirgendwas) sowie einen Kontoauszug haben wir nie erhalten.
Der Nachzahlungsbetrag wurde uns nur lapidar am Telefon mitgeteilt.

Deshalb haben wir diese Zahlung auch vorerst einbehalten.

Dann meldete sich das hauseigene Inkassounternehmen.
Nachdem wir denen unseren Standpunkt erklärt hatten, kam ein Schreiben zurück, dass die Forderung gegen uns eingestellt worden sei (dieser Schriftverkehr fiel in die Zeit zwischen Involvenzantrag und Insolvenzeröffnung).

Hinsichtlich der verlangten abstrusen Preiserhöhung haben wir uns zudem noch die Möglichkeit einer Anzeige vorbehalten (Stichworte: Betrug, wider den guten Sitten, Wucher, usw.).

Somit sind wir alles in allem in der glücklichen Lage, dass wohl eher der Insolvenzverwalter etwas von uns haben will und nicht wir von ihm :smile:

Jetzt stellt sich eben nur die Frage, wie wir uns in Bezug auf die Kündigung am „Richtigsten“ verhalten.

Lieber Gruß!
Topica

Keine Ahnung, aber ein Unternehmen welches sich in der
Inslvenz befindet, wird wohl kaum Bonis verteilen.

Siehe meine Antwort oben drüber.

Wenn Sie nicht kündigen werden sie automatisch zu dem in Ihrer
Region gehörenden Stromanbieter gewechselt.

Das „automatisch“ hat wohl weniger mit einer Kündigung zu tun, sondern damit, dass der Stromlieferant nicht mehr liefern kann.

Ob das günstiger ist kann ich Ihnen nicht sagen.

Ist natürlich nicht günstiger.

Gruss

Gruss zurück!

davon habe ich keine Ahnung …

Trotzdem danke fürs Lesen!

Hallo Topica,
In diesem Fall würde ich einen Inso-Anwalt sprechen, der kann sagen,was da richtig ist!
Gruß wacker

In diesem Fall würde ich einen Inso-Anwalt sprechen, der kann
sagen,was da richtig ist!

Hallo wacker,

anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen, kostet wahrscheinlich mehr, wie wir im schlimmsten Fall noch nachzahlen müssten.
Deshalb habe ich die Frage ja auch hier in der Internetgemeinde gestellt.

Gruß!
Topica

Hallo Topica,

Ich kenne den zugrunde liegenden Vertrag nicht. Wenn der Bonus dort allerdings Rechtssicherher zugesichert ist, denke sieht es gut für Sie aus, den auch zu bekommen. Wenn er allerdings in irgendeiner Form als zusätzlich zum eigentlichen Vertrag angesehen worden kann, sieht es meiner Meinung nach schlecht aus. Manchmal reicht ja schon ein einziges Wort wegzulassen oder an der richtigen Stelle einzufügen, um den Text im juristischen Sinne komplett auf den Kopf zu stellen.
Ein weitere Punkt der in meinen Augen nicht unterschätzt werden sollte, ist der Insolvenzverwalter. Freiwillig wird der nie im Leben etwas raus rücken, wozu er nicht verpflichtet ist. Und dann hilft nur klagen. Dem ist das vollkommen wurscht, aber für Sie kann es unter Umständen teuer und langwierig werden. Die Frage die Sie sich stellen sollten, ist die ob sich der ganze Aufwand lohnt. Soooo riesig wird der Bonus ja jetzt auch nicht sein.
Einen Klugscheißerrischen Seitenhieb kann ich mir allerdings nicht verkneifen. Eine etwaige Bonuszahlung sollte niemals bei der Auswahl eines Anbieters bzw. Tarifs berücksichtigt werden.

Gruß aus der Eifel

Ich kenne den zugrunde liegenden Vertrag nicht.

Wir hatten mit einem Verbrauch von 3500 Kwh/Jahr gerechnet und dafür rund 560 Euro/Jahr in zwei Halbjahresraten bezahlt (7,99 Grundpreis, 11,95 Cent Arbeitspreis, verbrauchsabhängiger Tarif).

Angeboten wurden zusätzlich 25% Neukundenrabatt am Ende der 1. Vertragslaufzeit und nochmals 15 Frei-Kwh für jede deutsche Gold-Olympiamedaille (es waren 11).

Verbraucht haben wir bis zur Insolvenz knapp 5000 Kwh. Die Mehr-Kwh wären größtenteils gedeckt durch die ausgelobten Rabatte und das wäre natürlich schön.

Wenn der Bonus dort allerdings Rechtssicher zugesichert ist, denke sieht
es gut für Sie aus, den auch zu bekommen.

Die Flexstrom-Gruppe hat meine Wissens mehrere Rechtsstreite verloren und musste die AGBs zu Gunsten der Kunden ändern. Das war noch bevor wir abgeschlossen haben.
Ich habe die letzten beiden Wochen auch viel zu dem Thema gegoogelt und eigentlich alle, die ich gefunden habe und die sich mit FS um die Bonizahlungen gezankt haben, waren erfolgreich. Vorausgesetzt, sie sind ein ganzes Vertragsjahr Kunde geblieben.

Ein weitere Punkt der in meinen Augen nicht unterschätzt
werden sollte, ist der Insolvenzverwalter. Freiwillig wird der
nie im Leben etwas raus rücken, wozu er nicht verpflichtet
ist.

Er muss in unserem Fall ja gar nichts rausrücken, sondern von uns (soviel wie möglich) eintreiben.
Wobei es da sicher Verhandlungsspielraum gibt.

Und dann hilft nur klagen. Dem ist das vollkommen
wurscht,

Bei der Menge von Einzelfällen (ca. 570.000) wird er vielleicht auch über jeden Vorgang, den er erledigt bekommt, froh sein. Es werden wahrscheinlich ziemlich viele versuchen, Ihr Geld zu retten und damit zig Ordner voll Schriftverkehr produzieren.
Viele Beträge werden auch locker die Geringfügigkeitsgrenze übersteigen, da hat er für Jahre Spaß.

aber für Sie kann es unter Umständen teuer und
langwierig werden. Die Frage die Sie sich stellen sollten, ist
die ob sich der ganze Aufwand lohnt. Soooo riesig wird der
Bonus ja jetzt auch nicht sein.

Ob wir klagen werden, wissen wir jetzt noch nicht, wohl eher Strafanzeige stellen.

Einen Klugscheißerrischen Seitenhieb kann ich mir allerdings
nicht verkneifen. Eine etwaige Bonuszahlung sollte niemals bei
der Auswahl eines Anbieters bzw. Tarifs berücksichtigt werden.

Ich gebe Ihnen teilweise Recht, aber ich finde, beim Vergleichen kann man das schon mit einbeziehen, aber man darf es nicht in die fälligen (Abschlags-)Zahlungen mit einberechnen. Die werden erst einmal für den ganzen Verbrauch fällig.
Der Bonus ist ein Sahnehäubchen obendrauf, wenn ein Jahr alles gut geht.

Fazit in unserem Fall: trotz dem jetzigen Wechselstress und ggf. ein paar Wochen Grundversorgung war es kein schlechtes Geschäft (mit und ohne Boni gerechnet), da der Arbeitspreis einfach ungeschlagen günstig war.

Grundsätzlich stellt sich für uns zukünftig aber die Frage, ob wir noch einmal einen Tarif wählen würden, für den mehr als einen Monat im Voraus bezahlt werden muss.

Und deshalb auch: jetzt keinen Fehler machen und das mit der Kündigung richtig bewerkstelligen.

Ich rufe morgen mal ein paar Energielieferanten und den Netzbetreiber an, mal sehen, was die dazu sagen.

Gruß aus der Eifel

Gruß in die Eifel!

Hi, Topica,

Es wäre auch für mich interessant zu erfahren wie sich FS verhält. Ich habe zwar keinen meiner Kunden dort hin vermittelt, allerdings kann man nie genug über die einzelnen Anbieter und Ihr Geschäftsgebaren wissen. Ich Drücke Ihnen auf jeden Fall die Daumen. Sie kennen sich sehr viel besser aus als der Durchschnitt und wissen was Sie wollen, weshalb ich davon ausgehe das Sie schon das beste für sich herausholen werden.
Und Ihr Fazit unterschreibe ich 1zu1. Das sind alles keine Gründe, nicht auch weiterhin Angebote, Anbieter und Tarife miteinander zu vergleichen. Rumsitzen und jammern tun schon genug andere :wink:

Gruß aus der Eifel

Da bin ich wieder und im Moment sieht es bei uns so aus:

Ich habe mit dem Netzbetreiber Westnetz, der RWE, Flexstrom, Löwenzahn Energie und nochmal RWE (andere Person) telefoniert:

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich niemand mir eine komplette Antwort geben konnte/wollte.

Der Flexstrom-Mitarbeiter meinte, weitere Investorenverhandlungen würden laufen und es würde hoffentlich weitergehen.

Bei Löwenzahn hieß es zur Frage „sofort kündigen oder zum 31.07.13?“: ich solle mich auf „mein Bauchgefühl“ verlassen.

RWE und Westnetz stehen auf dem Standpunkt: die Flexstrom-Gruppe gibt es nicht mehr und ich solle sofort wechseln.

RWE bot uns einen Vertag an: „RWE Klassik“, der entspricht etwa dem Preis für die Grundversorgung. Also veräppeln kann ich mich selbst.

Über Westnetz erfuhr ich immerhin, dass ich immer nur einem Stromlieferanten gleichzeitig haben kann.

Also den Vertrag bei Löwenzahn bis zum Vertragsende aussitzen und gleichzeitig einen anderen freien Stromanbieter mit der sofortigen Lieferung beauftragen, das geht nicht.

Dadurch werden wir schlichtweg in die Ersatzversorgung zu höheren Preisen gezwungen.

Andernfalls müssten wir uns kurzfristig für irgendeinen Anbieter entscheiden und bei Löwenzahn per Sonderkündigung aussteigen.

Jetzt wo rund 500.000 freie Kunden auf dem deutschen Markt verfügbar sind, sind die Angebote jedoch nicht so prickelnd.

Aus Unternehmenssicht sicher auch verständlich.

Aus unserer Sicht eher ein schlechter Zeitpunkt, um sich an einem neuen Anbieter zu binden.
Wir denken, dass sich Richtung Sommer der Markt wieder reguliert hat und dass günstigere Angebote auf dem Markt sein werden.

Wie schon geschrieben, gilt das nur für unseren Fall, denn Löwenzahn hat ein Guthaben bei uns, gegen das wir erst einmal alles aufrechnen, was wir in Abzug bringen werden:
die Boni, die Mehrkosten durch die Ersatzversorgung usw.

Wir werden in den nächsten Tagen zum ordentlichen Ende des ersten Vertragsjahres kündigen.

Ich berichte später noch einmal, wie das alles für uns ausgegangen ist.

Hier noch zwei Links, die mir sehr geholfen haben:

http://de.reclabox.com/beschwerde/59346-loewenzahn-e…

http://www.strom-magazin.de/forum/board-loewenzahn-e…

Mit einem Gruß!
Topica