Warum bürgen Bürgen?

Hallo zusammen,

die Frage steht ja schon im Betreff… Warum bürgen Bürgen? Hab grad den Beitrag mit der Mutter gelesen, die gerne in Rente gehen möchte, aber sich nicht traut…
Gibt es auch Argumente dafür?
Mir fallen spontan nur dagegen-Argumente ein für jemanden zu bürgen…

Könnt ihr mir auf die Sprünge helfen?

MFG
…Belini

Hallo,

das kommt immer auf mehrere Faktoren an:

Besteht zwischen dem Schuldner und dem Bürgen ein besonders gutes Vertrauensverhältnis und verfügt der Schuldner vielleicht nur zeitweise über eine „Finanzschwäche“, so kann Brügen durchaus legitim sein.

Man haftet hier als Brüge natürlich dann mit seinem privaten Vermögen und womöglich dem guten Namen. Aber es muss ja nicht immer schief gehen. Der Bürge sollte sich natürlich sehr gut informieren und wie gesagt über ein Vertrauensverhältnis verfügen.
Bestes Beispiel für eine Bürgschaft die ständig vorkommt, ist ja die Elternbürgschaft für ihre Kinder, die eine eigene Wohnung beziehen - z.B. bei Studenten. Die Kinder verdienen vielleicht selber Geld, haben aber vielleicht keine monatlich festen Einkünfte. Dann verlangen viele Mieter für den Fall des Mietausfalls den Einsprung der Eltern.

Andere Fälle können in der Familie auftreten. Die Oma, sehr vermögend, bürgt für einen Kredit den der Enkel zwecks Umsetzung einer durchaus erfolgversprechenden Geschäftsidee benötigt oder einfach nur für den Kauf eines Autos usw.

Der Brüge könnte für seine Bürgschaft überdies auch belohnt werden. Im Falle der Geschäftsidee etwa mit einer Gewinnbeteiligung.

VG
TraderS

in meinem fall gibt es 2 bürgen,die mir gegenüber für die einhaltung eines vertrages bürgen–ich hätte an deren stelle nicht gebürgt.
die 2 bürgen haben überhaupt keinen vorteil bei der sache,wahrscheinlich werden die noch für einiges einstehen müssen.

Hallo Belini,

Bürgschaften sind häufig Grundvoraussetzungen für einen wirtschaftlichen Vorgang. Wird nicht gebürgt, kommt’s nicht zum Geschäft.

Da es immer noch Familien in Deutschland gibt, die für einander einstehen, findet sich in einem solchen Zusammenhang immer wieder eine Mutter, ein Opa o.ä., die die Bürde übernehmen.

Häufige Vorgänge sind Mietbürgschaften, Bürgschaften bei Existenzgründungsdarlehen o.ä.
Gerne versuchen Kreditgeber auch ein „Wegdiffundieren“ von Kapital in die nahe Verwandtschaft durch Bürgschaften zu verhindern. Hierbei kommt es dann zu den zweifelhaften Bürgschaften von Ehefrauen ohne eigenes Einkommen und Vermögen, was sonst eigentlich keinen Sinn macht.

Ob jede Bürgschaft intelligent ist, sei dahingestellt. Viele erfolgreiche Existenzgründungen wären aber ohne Bürgschaft nie zustande gekommen.
Letztendlich sollte aber für einen Bürgen klar sein, dass er nur mit seinem persönlichen „Spielgeld“ haften sollte. Das scheint aber tatsächlich nicht jedem bewußt zu sein bzw. das Vertrauen in den Bürgschaftsauslöser scheint manchmal grenzenlos.

Grüße
Jürgen

Danke :smile:
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten…

Also bei Familienbürgschaften sehe ich es ja noch ein, aber bei sonstigen Bürgschaften sind die „Bürger“ schon ziemlich blauäugig, oder?

Komische Sache…

MFG
…Belini