Warum den Hintern nicht hoch bekommen ?!

Halli hallo,

ich war heute bei einer geselligen Runde Musiker, die mir erzählten, dass sie nicht wirklich ihren (Ar…) Hintern hoch bekommen würden, um für sich Engagements etc. zu buchen.
Dies erinnert mich stark an Gespräche mit anderen Menschen; auch ich kann mir hier an die eigene Nase fassen.

Warum wird es bisweilen so schwer sein für sich selbst etwas Gutes zu initieren, wenn das gleiche (oder das selbe ?) für jemand anderen in die Hand genommen, doch so „einfach“ zu realisieren ist ?
Irgendwie kein Problem … so klar und einfach und folgerichtig, dass dies und jenes zu tun ist …

Kennt ihr das auch ?
Wie ist Eure Meinung dazu ?
Habt ihr eine Erklärung und besser noch eine Lösung ?

Bin schon ganz gespannt
jwd

Hi jwd,

ich weiss nicht, ob ich wirklich verstehe, was Du meinst.

Im Fall der beshriebenen Musiker fiel mir spontan ein, dass viele einen sog. Manager oder Agenten haben, weil es m. E. allen oder doch den meisten Menschen schwer zu fallen scheint, sich bzw. ihre Band zu „verkaufen“. Bereits als Kind lernen viele „Eigenlob stinkt“ und so wird „Klappern gehört zum Handwerk“ schwierig.

Außerdem glaube ich, dass besonders in der Musik- bzw. Künstlerszene grundsätzlich besser ankommt, wenn ein Dritter über den/die Stars und Sternchen schwärmt.

Unabhängig davon weiss ich von mir selbst, dass etwas, das ich nicht so gut kann, was ich ungern tue, vor dem ich „Angst“ habe, mir ungleich schwerer fällt und ich bereits deswegen das vor mich herschiebe in der Hoffnung „erledigt sich von selbst durch Liegenlassen“.

Hallo Gunter

Im Fall der beshriebenen Musiker fiel mir spontan ein, dass
viele einen sog. Manager oder Agenten haben, weil es m. E.
allen oder doch den meisten Menschen schwer zu fallen scheint,
sich bzw. ihre Band zu „verkaufen“. Bereits als Kind lernen
viele „Eigenlob stinkt“ und so wird „Klappern gehört zum
Handwerk“ schwierig.

Genau sowas wollte ich auch gerade schreiben. Ich bin Ende der 60er und Abdfang der 70er Jahre öfter aufgetreten, sowohl als Musiker in den einschlägigen Clubs in Berlin, als auch Theater und Film.
Ich hab auch erst spät begriffen, wie wichtig es bei der Künstlerszene ist, dass man einen Agenten oder Manager hat. Es ist nachgerade demütigend, wenn man sich selber „verkaufen“ soll.
Gruß,
Branden

Hi Branden

. . . Es ist nachgerade demütigend, wenn man sich
selber „verkaufen“ soll.

Ich habe es ein wenig anders gemeint: „Sich selbst verkaufen“ i. S. v. eigene Leistungen anbieten und verkaufen machen tagtäglich viele (z. B. Selbstständige). Ich dachte eher an die Besonderheit der „Künstlerszene“, in der man m. W. ohne Manager nichts bzw. wenig gilt nach dem Motto, ohne Manager bist Du ein nobody oder andersherum, wer (bestimmte) Manager hat, hats geschafft. Dabei sagt der Name (Bekanntheitsgrad, Preis usw.) des jeweiligen Managers auch viel über den Status des zu vermittelnden Künstlers aus . . .

Isses der Hintern?
Hi,

ich war heute bei einer geselligen Runde Musiker, die mir
erzählten, dass sie nicht wirklich ihren (Ar…) Hintern hoch
bekommen würden, um für sich Engagements etc. zu buchen.

Irgendwie kein Problem … so klar und einfach und
folgerichtig, dass dies und jenes zu tun ist …

Kennt ihr das auch ?

Da bin ich Experte - sollte das eintragen lassen bei w-w-w.
Hab’ auch immer wieder angefangen… gute Ideen hab’ ich ja - hab’ auf Kunstmessen Kärtchen eingesammelt von Galerien, wo ich mir vorstellen kann, dass da meine Arbeiten reinpassen. Wollte denen dann eine Mail mit ner Einladung, meine HP zu besuchen, schicken… das war vor 2 1/2 Jahren…
Ich will weitere Beispiele nicht aufführen - es ist eine endlose Liste.

Und dann gibt es Künstlerkollegen, die wirklich nur Farbe auf der Leinwand verteilen, am laufenden Meter Schrott produzieren - und die nehmen ihr Mäppchen mit auf ‚fremde‘ Vernissagen und baggern und schleimen, haben eine Ausstellung nach der anderen… Mir isses schon peinlich, wenn jemand kommt und will seinen (meinen) Katalog von mir signiert haben…

Also ich warte mit Dir auf eine Antwort - ich selbst finde sie nicht.

Kollegiale Grüße
Anja

Hi jwd,

da würde ich doch mal glatt sagen, dass man nach dem Motto vorgeht: Wenn ich mich nicht irgendwo vorstelle, dann kann mich auch niemand abweisen!

Also schlichte Angst vor Zurückweisung bzw. Enttäuschung. Solange man so rumwurschteln kann, ist man vage unzufrieden. Bewirbt man sicher aber bei „DSDS“ und wird von der Jury gnadenlos ausgebuht ist man mit Sicherheit und komplett unzufrieden!

Geht es um andere, von deren Talent man auch noch überzeugt ist, kann man das sehr viel besser vertreten, da die Angst vor einer Enttäuschung nicht vorhanden oder wesentlich geringer ist.

Damit einhergehen könnte auch noch die Furcht vor Veränderungen. Stell dir mal vor es klappt alles super mit dem ersehnten Engagement, allerdings müsstest du auf der Stelle Freunde und Familie verlassen und weit weg gehen? Auch nicht so angenehm.

Da bleibt der Ar… ähem Hintern doch lieber am Stuhl festkleben und lässt sich von der Erdanziehungskraft an das Sitzmöbel fesseln.

Gruß
Nita

Warum wird es bisweilen so schwer sein für sich selbst etwas
Gutes zu initieren, wenn das gleiche (oder das selbe ?) für
jemand anderen in die Hand genommen, doch so „einfach“ zu
realisieren ist ?

Hallo!

Hm… die Frage habe ich ja ganz anders verstanden, als sie hier beantwortet wurde.
Geht es in der Frage nicht eher darum, daß man die Aufgaben, die andere an einen stellen leichter erfüllt als die, die man sich selber stellt? Und hat das vielleicht mit dem Selbst-Wert-Gefühl zutun? Nämlich: Ob ich es mir wert bin dieses und jenes für mich zu tun (sein Leben in die eigene Hand zu nehmen).

Mit freundlichem Gruß,
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