Noch zwei nette Texte
Wie der Hase zum Ostereierlieferauten wurde
Schon im Mittelalter spielte Färben der Eier eine große Rolle -
Genuss in der Fastenzeit verboten
Woher kommt der Brauch, jedes Jahr zu Ostern Eier zu färben und zu verschenken? Nun, der Brauch kann nicht älter sein als die Geschichte des Osterfestes selbst, denn das " Osterei " ist durch seinen Namen fest an das Osterfest gebunden. Eier außerhalb der Osterzeit sind nun mal keine „Ostereier“. Bei näheren Nachforschungen stößt man in auf die vorösterliche Fastenzeit. Spätestens seit dem siebten/achten Jahrhundert war der Genuss von Eiern in der Fastenzeit ausdrücklich verboten, ebenso der Verzehr des Fleisches von warmblütigen Tieren sowie tierischen Produkten.
Da man nun zwar die Menschen anhalten konnte, sich in der Fastenzeit bestimmte Beschränkungen aufzuerlegen, nicht aber die Hennen zwingen konnte, keine Eier zu legen, ergab sich zum Osterfest ein Überschuss an Eiern, der abgebaut werden musste.
Man versuchte den Eieranfall dadurch zu verringern, dass man so genannte Fastnachtshühner verkaufte, um zum einen die Bauern für die fehlenden Einnahmen zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag zu entschädigen, zum anderen aber auch, um den Speisezettel an Fastnacht zu bereichern und die Menge der anfallenden Eier in der Fastenzeit zu reduzieren.
Dennoch blieb ein Überschuss an Eiern bis zu Ostern, was dem Brauchtum vielfältige Möglichkeiten eröffnete. Seit dem siebten Jahrhundert wurden am Ostersonntag Speisen gesegnet, ab dem zwölften Jahrhundert dann auch die gesammelten Eier .
Schon im Mittelalter spielte das Färben der Ostereier eine- wichtige Rolle, da das Ei als Symbol des entstehenden Lebens auf die Auferstehung Jesu Christi hin gedeutet wurde.
Zweck des Einfärbens sollte sein, die geweihten Eier von den ungeweihten zu unterscheiden. Dieser Brauch stammt aus der Ostkirche und ist schon sehr alt. Zunächst offenbar nur einfarbig rot eingefärbt, Wurde das Osterei Anfang des 13. Jahrhunderts zum Gegenstand künstlerischen Interesses. Verschiedene Techniken zur ornamentalen Verzierung und figürlichen Darstellung verschiedener christlicher Motive gingen dabei der Anfertigung künstlicher Eier z. B. aus Glas, Porzellan oder Wachs sowie der kunsthandwerklichen Herstellung eiförmiger Vasen und Gefäße mit österlichem Schmuck voraus.
Und bis heute werden in vielen Familien die Eier mit Wasserfarben, aber auch mit Öl- und Wachsmalfarben reich verziert. Keiner besonderen Erwähnung bedarf es, dass in unserer Zeit das Schokoladenosterei in Variationen das meistgekaufte Osterei ist.
Der Osterhase hat seinen Ursprung im 18. Jahrhundert, als es in protestantischen Familien üblich wurde, die Ostereier zur Verschleierung ihrer Herkunft zu verstecken. Da die Protestanten weder die Fastenvorschriften der katholischen Kirche mit ihrem Verzicht auf Eier in der österlichen Bußzeit übernommen hatten noch die damit verbundene Segnung der gefärbten Eier am Ostersonntag kannten, stellte sich die Frage nach der Herkunft der Eier, die auch in protestantischen Familien zu Ostern verschenkt wurden. Dass dann schließlich ein Hase zum Lieferanten erklärt wurde, der die Eier verstecke, die von den Kindern gesucht werden sollen, geht auf überlieferte Symbolbilder zurück, unter denen das Dreihasenbild besonders wichtig war. Es stellt drei laufende Hasen in einem Kreis dar, die mit den Läufen nach außen gestellt und so angeordnet sind, dass ihre sechs Löffel sich zu einem Dreieck von nur drei sich berührenden Ohren verbinden.
Dieses Sinnbild für die’ Dreieinigkeit Gottes wurde übertragen auf das Osterfest: Christus schenkt durch seine Auferstehung neues, „abgerundetes“ Leben. Die Feier der Auferstehung Jesu Christi bleibt daher an Ostern das Geschehen, das bei den Christen im Vordergrund ihrer feierlichen Gottesdienste steht. F.S.
Als Symbol der Lebenskraft ist das Ei unschlagbar.
In Erinnerung an das Blut Christi war Rot ursprünglich die Ostereierfarbe - Wunder in der Schale
Ostern ohne Ei wäre wie Weihnachten ohne Tannenbaum. Als Symbol der Lebensfülle und -kraft kommt dem Ei nichts gleich. Bereits in vorchristlicher Zeit finden sich Eier als Beigaben in römisch-germanischen Gräbern. In China gab es Eier zur Geburt eines Sohnes, in Persien zum Neujahrsfest.
Die Christen nutzten das Oval früh als Sinnbild der Auferstehung: Die Schale hält das Wesentliche verborgen, aus ihr entspringt Leben. Ganz nüchtern erforschen Zoologen das Ei. Professor Reinhard Hilbig von der Universität Stuttgart-Hohenheim erkennt in ihm „ein komplettes Lebenserhaltungssystem mit Eiklar, Dotter, Eihaut und einer Harnblase“.
„Alles ist wunderbar angelegt“, schwärmt der Zoologe Hilbig. Das Gelb hält Fett, Kohlenhydrate und Vitalstoffe pur bereit, das Weiß Protein, die Eihaut lässt atmen und die Miniharnblase braucht das ovale Wesen „zum Pippimachen“. Für Hilbig ist das Wunder in der Schale „Lebewesen, Embryo“ und Vitalbombe zugleich. Es gibt kein Nahrungsmittel, das in so wenig Raum so viel Nährkraft birgt. Dabei so hygienisch verpackt.
Dass das Ei zum Lebenssymbol geworden ist, wundert den Professor nicht. "Da entwickelt sich etwas, braucht Sorgfalt und Wärme, gibt Leben weiter und ist doch so zerbrechlich. "
Umso mehr stört es den Zoologen, wenn Eier im „Hühner-KZ“ produziert werden, leblos weil unbefruchtet: „Das ist Ausbeutung eines Organismus bis zum Gehtnichtmehr“, schimpft Hilbig. Massenproduktion und -konsum von Eiern schaden seiner Ansicht nach Tier und Mensch gleichermaßen: Wer natürlich erzeugte Eier wähle, lasse die Kreaturen würdig leben und nehme selbst nur so viel Cholesterin auf, wie ihm zuträglich ist.
Mehr als zwei bis drei Eier in der Woche sollten nach Angaben der Freiburger Emährungswissenschaftlerin Gudrun Zürcher allerdings auch in der Osterzeit nicht auf dem Speiseplan stehen. Der Hintergrund: Ein einziges Hühnerei ist laut Zürcher eine „300-Milligramm-Cholesterinbombe“.
Österliche Eierfreude kommt erst richtig auf, wenn in der Fastenzeit - gänzlich aber in der Karwoche vor dem christlichen Auferstehungsfest - dem ovalen Energiespender entsagt wird. Manche Fastende sparen die Eier auf und bemalen sie in ihrer Vorfreude auf das Auferstehungsfest - bunt fürs Leben.
Ursprünglich war die Ostereierfarbe Rot in Erinnerung an das Blut Christi, aber auch als Farbe des Lebens, des Sieges und der Freude. Mit der Zeit bekamen die „Roteier“ andersfarbige Gesellschaft. Gelb stand für Weisheit und Erleuchtung, Grün für Jugend und Unschuld, Orange für Kraft und Wärme. Immer aber sind sie oval, Ewigkeitssymbol, ohne Anfang und Ende.
Bemalte und mit allerlei Techniken verzierte Eier gewannen dermaßen Popularität, dass nicht mehr nur Hühner für die Produktion beansprucht wurden. Die Süßwarenindustrie stellt sie in Schoko und Marzipan her, Ziereier gibt es aus Marmor, Porzellan oder Glas. Das 'Huhn, das goldene Eier legt, ist dagegen in jedem Falle eine Mär…
Über den Nährwert und die Symbolfülle hinaus - in Zeiten der Schokoeierinflation kaum mehr vorstellbar - genossen die Ovale sogar Ansehen als Zahlungsmittel. So galt das Ei im Mittelalter bisweilen als Berechnungseinheit für Zins und Pacht. In manchen Gegenden mussten Landpächter an Ostern ihren Herren den Pachtzins in ovalen Naturalien bezahlen. Das dürfte die Osterfreude indes gemindert haben.
Tipps zu Ostereierausstellungen finden sich übrigens im Internet unter Www.ostereier-markt.de. Uwe Renz
Für Otto! Beide Texte sind aus den „Badischen Neuesten Nachrichten“.
Woher aber die Herren F.S. und Uwe Renz ihr Wissen bezogen, haben sie - bis auf eine Netzadresse - nicht bekannt gegeben.
Beste Grüße und Froschtern!
Fritz