wie ist es zu erklären , dass in vollkommen unterschiedlichen geographischen regionen gleiche oder ähnliche worte verwendet werden?
z.b. merci wird in bulgarien und frankreich verwendet .
zahlen klingen weltweit ähnlich ( drei , three , tres …) .
wie ist es zu erklären , dass in
vollkommen unterschiedlichen
geographischen regionen gleiche oder
ähnliche worte verwendet werden?
Da gibt’s mehrere Mglichkeiten:
Die Sprachen sind mehr oder weniger eng miteinander verwandt, und haben daher gleich oder ähnlich klingende Wörter, die alle auf die gleiche Wurzel zurückgehen. Das erklärt zum Beispiel die Ähnlichkeiten in den Germanischen oder romanischen oder slawischen Sprachen.
Die eine Sprache hat Begriffe aus der anderen übernommen, bedingt durch Kolonialisierung, Eroberung, Handelskontakte oder sonstigen engen Umgang miteinander.
Siehe die ganzen englischen Begriffe im Deutschen.
Hin und wieder gibt es auch rein zufällige Ähnlichkeiten.
Z. B. heißt „Name“ im Japanischen „Namae“. Ist aber reiner Zufall.
wie ist es zu erklären , dass in
vollkommen unterschiedlichen
geographischen regionen gleiche oder
ähnliche worte verwendet werden?
Da gibt’s mehrere Mglichkeiten:
…
Deine Erklärungen klingen für mich sehr logisch und richtig. Außerdem gab es ja z.B. im vorletzten Jahrhundert, dem 19., ja auch z.B. die französische Sprache als Sprache des gehobenen Bürgertums und Adels und heute noch als Diplomatensprache. Dafür ist Englisch heute die Standardgeschäftssprache.
Na, auf der ganzen Welt gibt es aber nicht Zahlen, die drei, three , tres … klingen.
Aber gerade an Ägypten sieht man die vielen Spracheinflüsse oder kulturellen Einflüsse der Herren und Eroberer und Besatzer, ob das der persische und osmanische (türkische) kulinarische Einfluß oder der französische Pompgeschmack in Sachen Möbel und Alleenbau etc. oder der deutsche Einfluß in die Militärstrukturen und Uniformen oder die übernommenen Begriffe wie Sandawitsch statt auf arabisch ein Brötchen mit Salat und Käse und Tomate o.ä. Diese Liste ist beliebig weiterführbar.
In Deutschland finden sich bestimmt auch viele Begriffe z.B. das arabische zifr für die 0 findet man bei uns in Ziffer wieder und natürlich die arabischen Zahlen wobei sich heute eigentlich nur noch die 1 und die 9 ähneln.
Auf alle Fälle ein interessantes Thema. Mich würde eine wwww-Sammlung zum Thema kulturelle und sprachliche Einflüsse in der deutschen Kultur interessieren. Ist doch immer faszinierend, wo alles herkommt und sich wandelt.
Deine Erklärungen klingen für mich sehr
logisch und richtig.
Na, da hab’ ich ja Glück gehabt…
Außerdem gab es ja
z.B. im vorletzten Jahrhundert, dem 19.,
ja auch z.B. die französische Sprache als
Sprache des gehobenen Bürgertums und
Adels und heute noch als
Diplomatensprache. Dafür ist Englisch
heute die Standardgeschäftssprache.
Das sind die sonstigen engen Kontakte, die ich erwähnte, ja.
Na, auf der ganzen Welt gibt es aber
nicht Zahlen, die drei, three , tres …
klingen.
Aber es gibt Wurzeln wie z.B. „tik“ in der ursprünglichen Bedeutung „ein(s)“, die in allen Sprachfamilien Spuren hinterlassen haben…
oder die übernommenen Begriffe wie
Sandawitsch statt auf arabisch ein
Brötchen mit Salat und Käse und Tomate
o.ä. Diese Liste ist beliebig
weiterführbar.
Ja, die gibt’s in vielen Sprachen ähnlich.
In Deutschland finden sich bestimmt auch
viele Begriffe z.B. das arabische zifr
für die 0 findet man bei uns in Ziffer
wieder und natürlich die arabischen
Zahlen wobei sich heute eigentlich nur
noch die 1 und die 9 ähneln.
Auf jeden Fall. Jede Sprache hat massenhaft solcher Entlehnungen und Übernahmen aus anderen.
Auf alle Fälle ein interessantes Thema.
Mich würde eine wwww-Sammlung zum Thema
kulturelle und sprachliche Einflüsse in
der deutschen Kultur interessieren. Ist
doch immer faszinierend, wo alles
herkommt und sich wandelt.
Und manchmal sogar wieder zurückkommt und sich dabei verwandelt hat…
Sehr interessantes Thema, da hast du völlig recht.
Als erst Anregung für ein solches Brett:
Wie entstand das Wort „Hängematte“?
Klingt sehr deutsch…oder???
Du willst doch wohl nicht versuchen, einem alten Trapper in die Flinte zu pissen!
Also:
Die von den Aruaks (Taino) auf Haiti gebrauchte Bezeichnung für die Schlaf- und Tragenetze der Eingeborenen wird mit span. „hamaca“ wiedergegeben. Wegen der eigentümlichen Gestalt dieser Liegemöglichkeit vollzieht sich im Deutschen (zuerst Hengmatten, 1627) ebenso wie im Niederländischen (hangmak bzw. hangmat) sog. sekundäre Anpassung am das Verb „hängen“ und das Substantiv „Matte“.
Na, zufieden!?!
HOFee *bei einem seiner Lieblingshobbys (nämlich „Etymologie“) ertappt*
Was hältst Du von dem folgenden Satz:
„Das Murmeltier, es murmelt viel, man
sieht es hier beim Murmelspiel“
Nur so unter uns Etymologieliebhabern:
der ist doch klasse. Das kullern die
Etymologien, dass es eine Wonne ist.
Also:
Murmeltier - althochdeutsch „murmunto“ (9.Jh.) und davon möglicherweise die Verniedlichung „murmuntin“ (11.Jh.); wahrscheinlich vom lateinischen „mus montanus“ (Bergmaus) bzw. dem mittellateinischen Akkusativ „murem montis“; wird volksetymologisch an „murmeln“ angelegt und durch Komposition
verdeutlicht zu „murmelti(e)r“ (14.Jh.).
„murmeln“ - althochdeutsch „murmuron“ bzw. mit assimiliertem zweiten „r“ zu „murmulon“ (8.Jh.); wiederholende Lautnachahmung, denen ähnliche (aber wohl nicht notwendigerweise immer verwandte) Bildungen in anderen Sprachen zur Seite stehen (z.B. im Altindischen, Griechischen, Russischen u.a.).
„Murmelspiel“ bzw. „die Murmel“ - dissimilierte Form von „Marmor“ (von griech. „mármaros“/„mármaron“ = „Stein, Felsblock“).
Nicht ganz vollständig ausgearbeitet, aber ich bin auf dem Sprung, wie man so sagt!
Also:
Murmeltier - althochdeutsch „murmunto“
(9.Jh.) und davon möglicherweise die
Verniedlichung „murmuntin“ (11.Jh.);
mhd mürmendin, murmedin;
wahrscheinlich vom lateinischen „mus
montanus“ (Bergmaus)
genauer spätlateinisch (Polemius Silvius, 5. Jh.)
bzw. dem
mittellateinischen Akkusativ „murem
montis“; wird volksetymologisch an
„murmeln“ angelegt und durch Komposition
verdeutlicht zu „murmelti(e)r“ (14.Jh.).
„murmeln“ - althochdeutsch „murmuron“
bzw. mit assimiliertem zweiten „r“ zu
„murmulon“ (8.Jh.); wiederholende
Lautnachahmung, denen ähnliche (aber wohl
nicht notwendigerweise immer verwandte)
Bildungen in anderen Sprachen zur Seite
stehen (z.B. im Altindischen,
marmarah = rauschend, murmelnd, raschelnd
Griechischen,
mormyrein = rauscheln, aufsprudeln
Russischen u.a.).
mormotat’ = brummen, murmeln
„Murmelspiel“ bzw. „die Murmel“ -
dissimilierte Form von „Marmor“ (von
griech. „mármaros“/„mármaron“ = „Stein,
Felsblock“).
Beeutungsverengung zu „Spielkugel“ im 18. Jh. wird jedoch als Diminutiv empfunden.
Nicht ganz vollständig ausgearbeitet,
aber ich bin auf dem Sprung, wie man so
sagt!
Schön dass es auch noch andere Klugscheisser hier gibt, die ein entsprechendes Buch (oder auch mehrere) zuhause haben! Da kommt man sich selber nicht ganz so schlecht vor. ))
Da sind wir doch schon drei.
Apropos Buch:
Welches sind denn die Herkunftswörterbücher, aus denen Ihr so gerne zitiert?
Ich hab nur den Duden.
Gibts was besseres?
Welches sind denn die
Herkunftswörterbücher, aus denen Ihr so
gerne zitiert?
Ich hab nur den Duden.
Gibts was besseres?
Allerdings!
Wenn ich Kubis Ausführungen richtig deute, dann benutzt er auch das „Etymologische Wörterbuch des Deutschen“ (DTV).
Ich habe hier noch eine Reihe anderer Bücher, besonders zu Sprichwörtern, Redensarten o.ä. Mein grösster Schatz ist der fünfbändige Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten (Herder). Spitzenteil!
Solche Sachen kann ich lesen wie Krimis!
Also, kleiner Tip: lass Dir ein Etymologisches Wörterbuch schenken (das obengenannte DTV-Buch kostet 39.-DM) oder am besten gleich 'ne CD-ROM. Da habe ich bislang nur das Oxford English Dictionary, und das ist auch immer eine „Reise“ wert.