Warum (diese Parteien) wählen!?

Ich denke, ich werde es in diesem Leben wohl nicht mehr verstehen, dass sich, beispielsweise in diesen Brettern, die Menschen den Kopf über jene Personen und Parteien heissreden, die sie seit Gedenken an der Nase herumführen. Und trotzdem sind die jeweiligen Partei-Anhänger so sehr von diesen Personen, Gruppen, Programmen überzeugt, dass sie andere davon ebenfalls überzeugen wollen.

Ich kann hier wiederum nur Volker Pispers (http://www.volkerpispers.de) sinngemäss zitieren: „Und alle vier Jahre stehen wir sprachlos vor dem, was wir gewählt haben, und wundern uns darüber, warum das kleinere Übel immer so furchtbar gross sein muss!“
   Wenn man wählt, wählt man einen Kompromiss, denn es wird sich keine Partei finden, die all unsere Wünsche und Bestrebungen erfüllt. Aber im Gegensatz zur Mathematik wird aus Minus und Minus nicht Plus, und somit bedeutet selbst das mehr oder weniger kleine Übel - welches die Anhänger der Opposition als das grössere ansehen -, dass es immer übler wird.
   Es ist mir nicht bewusst, wie oft man sich noch von den Bundestagsparteien vera…, hm, aufs Kreuz legen lassen muss, um selbständig davon überzeugt zu sein, dass diese Parteien die Probleme nicht lösen werden. Weil aber keine andere Lösung in Sicht zu sein scheint, nimmt man eben doch wieder das, was am nächsten liegt - und wählt weiterhin diese Parteien und Personen.
   Im Gegensatz zu anderen Lebensbereichen scheint es zumindest in der Politik möglich zu sein, stets aufs Neue die Bevölkerung zu belügen, zu betrügen, zu hintergehen, Verfassungs-/Gesetzesbruch zu betreiben, sich zu bereichern, unvernünftige als vernünftige Lösungen zu verkaufen, Wahlversprechen nicht einzulösen, Lohn- und Sozialraub als notwendig darzustellen, für inhaltslose Worte und einem Lächeln mit Sympathie bedacht zu werden. Nach der Entstehung der BRD war die CDU dran, nach der grossen Koalition 13 Jahre die SPD, danach 16 Jahre CDU, nun vier Jahre erneut die SPD. Somit hatten sie (notwendigerweise gerade in den vergangenen Jahren) Zeit genug, etwas Anständiges auf die Beide zu stellen. Es ist zwar nicht klar, wie das aussehen soll, aber beide versprechen bei jeder Wahl, dies zu tun, obwohl sie es schon vorher nicht getan haben.

Es gab da mal ein Sprichwort: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und sagt er doch die Wahrheit.“
   Unsere Politiker haben dieses Sprichwort in die Tat umgesetzt: sie lügen deshalb nicht nur einmal, sondern ständig… und werden gewählt.

Marco

das volk
Auf den ersten Eindruck mag ich jetzt das Thema verfehlen, aber letztlich ist es genau das gleiche: Das Volk mault, weil einige Dinge wegen/aufgrund/mit der Euro-Sache teurer geworden sind. Täglich schaue ich in entsetzte Fratzen, die einen Döner mampfen, obwohl er statt DM 3,95 jetzt € 3,10 kostet. Da wird lamentiert, gemault, aber trotzdem weiter gekauft.

Da halte ich es mit Bill Murray, dessen dargestellte Figur in „und täglich grüßt das Murmeltier“ sagte: „Menschen sind Idioten.“ Da dies für den größten Teil der Bevölkerung gilt, bleibt mir nur festzustellen: Warum sollte das bei Wahlen anders ablaufen?

Gruß
Christian

Hi
„Warum (diese Parteien) wählen?“. Aus den Klammern schließe ich, das du das Wählen generell in Frage stellst. Da zeigt sich irgendwie, das die Deutschen doch etwas verwöhnt sind. Was wäre denn besser? Wie wählen gar nicht und lassen alles von einem König/Kaiser oder sonstigem Diktator bestimmen???

freak

Hallo Marco,

ganz einfach: Weil keiner von denen die immer rum meckern selbst in die Politik geht um es besser zu machen!

Wo sind denn die Alternativen?

Gruß Ivo

ganz einfach: Weil keiner von denen die immer rum meckern
selbst in die Politik geht um es besser zu machen!

Wo sind denn die Alternativen?

Guten Morgen, Ivo!

Gäbe es keine Menschen, der herummeckern würden, besässen wir bereits wesentlich mehr Willkür in diesem Land. Und irgendwann wird es wieder heissen: Wir haben doch gar nicht involviert, wir haben doch von alledem nichts gewusst!
   Die Alternative wäre, die Geschicke der Bevölkerung nicht mehr den Politikern zu überlassen - dazu ist die Politik zu ernst. Es kann nicht angehen, dass unsere Zwei-Kreuzchen-Entscheidung von einigen hübschen Medienbildern und hohlen Phrasen abhängig ist; denn nichts anderes ist das, zumal nicht einmal die Hälfte der Wählerinnen und Wähler weiss, wie man wählt. Alternativen gibt es, aber zu radikalen Veränderungen scheint man nicht bereit zu sein und wählt - im doppelten Sinne - das, was man kennt. Ein neues Waschmittel kann zehnmal besser als das alte sein, aber weil man’s nicht kennt, wird es nicht gekauft und greift zu dem scheinbar altbewährten.

Marco

Hallo Christian,

beim Döner kann ich nicht ganz mitreden, denn der kostete hier, solange ich mich entsinnen kann, sechs D-Mark. ;o) Erstaunlich finde ich aber hinsichtlich dieses Euro-Teuro-Themas, wie lange es wieder gedauert hat, bis es überhaupt einmal von Medien und Politik aufgegriffen wurde; und natürlich preschen auch gleich wieder die Lobbyisten hervor, um von Ausnahmen, schwarzen Schafen und Einbildung zu sprechen. Entweder besitzen all diese Personen zu viel des Geldes oder sie kaufen nicht selbst ein. Es ist stets das gleiche Schema. *seufz*

Mit „…und täglich grüßt das Murmeltier“ hast Du einen meiner Lieblingsfilme angesprochen. Im Grunde bewegen wir uns täglich in dieser sich ständig wiederholenden Abfolge. Weil jedoch (anscheinend) für viele Menschen dies als real erscheint, ändert sich nichts. Will sagen: Aus Bill Murrays Sicht gestaltet sich dieser eine Tag immer wieder etwas anders, und er lernt dazu, aber die anderen merken nicht, dass sie in dieser einen Wiederholung ebenfalls immer wieder vorkommen - und sie wissen es auch nicht.

Wie ich schon Ivo geschrieben habe, wissen mehr als die Hälfte der Wählerinnen und Wähler nicht einmal, wie man wählt. In Hessen könnte ich das beim „Kaschieren und Manipulieren“ - oder wie immer dieses Wahlsystem heisst ;o) - noch verstehen, aber ansonsten… Und wieder sei Volker Pispers erwähnt, der angesichts dieses Wähler-Unvermögens meinte, man hätte ebenso Affen wählen lassen können. Das nächste Mal solle der Wähler erst erklären, wie er wählt und warum er wählt, was er da wählt. Und wenn er’s nicht weiss, darf er wieder nach Hause dackeln und in vier Jahren nochmal kommen, denn so sehr scheint ihn die Wahl ja nicht interessiert zu haben.

Marco

Ich vermisse Deine Alternative!!! oT
x

Hallo Marco,

Wie ich schon Ivo geschrieben habe, wissen mehr als die Hälfte
der Wählerinnen und Wähler nicht einmal, wie man wählt. In
Hessen könnte ich das beim „Kaschieren und Manipulieren“ -

Kumulieren und Panaschieren

oder wie immer dieses Wahlsystem heisst ;o) - noch verstehen,
aber ansonsten… Und wieder sei Volker Pispers erwähnt, der
angesichts dieses Wähler-Unvermögens meinte, man hätte ebenso
Affen wählen lassen können.

Das Menschen etwas differenzierter vorgehen als Affen, sieht man darin, dasss die Stimmen nicht über die 19 angetretenen Parteien gleichverteilt sind.

Das nächste Mal solle der Wähler
erst erklären, wie er wählt und warum er wählt, was er da
wählt. Und wenn er’s nicht weiss, darf er wieder nach Hause
dackeln und in vier Jahren nochmal kommen, denn so sehr
scheint ihn die Wahl ja nicht interessiert zu haben.

Ehh geil, durch die Ausbildung von Wahlberechtigtenprüfern kann man die Zahl der Arbeitslosen dauerehaft und sicher um 500.000 Menschen senken. Das Argument, dass sie nur 1 Sonntag beschäftigt sind, zählt nicht. Man kann sie ja auch für Kommunal-, Landtags-, Bürgermeister-, BR-Wahlen, Streik-Urabstimmungen etc. einsetzen. Die restlichen 100 Tage/Jahr werden sie weitergebildet.

Tschuess Marco.

Wäre man/frau so kritisch bei den „Oberen“ wie bei den Kritikern der „Oberen“, besässen wir wahrlich Alternative genug!

Hallo Marco,

Wäre man/frau so kritisch bei den „Oberen“ wie bei den
Kritikern der „Oberen“, besässen wir wahrlich Alternative
genug!

Aber welche ??

Wäre jeder mit sich selbst so kritisch, wie mit anderen …

Gruß

Heike

Hallo Marco,

Wäre man/frau so kritisch bei den „Oberen“ wie bei den
Kritikern der „Oberen“, besässen wir wahrlich Alternative
genug!

Wirklich schöner Satz, aber irgendwie ist meine Leitung heute ganz besonders lang…

Aus Deinem Posting habe ich gelesen, dass Du Wählen ablehnst. Was also bleibt ansonsten? Wo ist Dein persönlicher Vorschlag?

Jana

P.S. Den „Schuh“ von ganz oben ziehe ich mir deshalb nicht an, weil ich denke, dass er auf mich nicht zutrifft.

Zwei Alternativen und ein Fazit
Hallo Jana,

diese ewigen Aufforderungen der Kritikerkritiker nach Alternativen und das stete „Geh doch selbst in die Politik“-Gegenargument sind auf Dauer ja auch ermüdend.

Bis ich mein Parteiprogramm stehen hab, sehe ich zwei Möglichkeiten:

  1. Pispers wählen. Der ist richtig gut.
  2. Die ganze Politikszene als einzige grosse Comedy-Veranstaltung betrachten. Das kommt der Realität wohl auch am nächsten.

Fazit: Lachen und weiterzahlen. Wer nach der Wahl regiert, spielt dabei wirklich keine Rolle.

Gruss,
Andreas

Hallo Andreas,

mit dieser (Deiner?) Null-Bock-Mentalität kann ich nicht viel anfangen. Ich finde das unreif, weil es für meine Begriffe eine vernünftige Zukunft total ausschließt. Und meinem Kind eine Zufallsstrategie zu bieten - das ist Egoismus pur.

Aber wie gesagt: Meine Ansicht!

Vielleicht habe ich auch einfach zu lange Ost-Jahre miterleben müssen, als dass ich ganz genau weiß, was ich nie wieder haben will. Das verkörpert sich für mich in der PDS…

Wahrscheinlich geht es vielen Menschen schlicht und ergreifend zu gut, sodass wirkliche Ziele, um die es sich zu kämpfen lohnt, nur verschwommen irgendwo in einer Ecke ihres Hirns herumwabern. Das ist traurig.

Viele Grüße
Jana

Hallo Marco,

Gäbe es keine Menschen, der herummeckern würden, besässen wir
bereits wesentlich mehr Willkür in diesem Land. Und irgendwann
wird es wieder heissen: Wir haben doch gar nicht involviert,
wir haben doch von alledem nichts gewusst!

Das will ich nicht bestreiten. Und das gilt vor allem für die, die Ihr Kreuzchen gar niocht mehr machen!

   Die Alternative wäre, die Geschicke der Bevölkerung nicht
mehr den Politikern zu überlassen - dazu ist die Politik zu
ernst.

Zustimmung. Aber der Volksentscheid in Deutschland? Glaubst du dass das gutgehen würde? Ich glaube nicht dass wir uns so vernünftig wie die Schweizer verhalten würden.

Es kann nicht angehen, dass unsere
Zwei-Kreuzchen-Entscheidung von einigen hübschen Medienbildern
und hohlen Phrasen abhängig ist; denn nichts anderes ist das,
zumal nicht einmal die Hälfte der Wählerinnen und Wähler
weiss, wie man wählt. Alternativen gibt es, aber zu radikalen
Veränderungen scheint man nicht bereit zu sein und wählt - im
doppelten Sinne - das, was man kennt. Ein neues Waschmittel
kann zehnmal besser als das alte sein, aber weil man’s nicht
kennt, wird es nicht gekauft und greift zu dem scheinbar
altbewährten.

Ich denke uns wäre schon viel geholfen, wenn man sämtliche Landtagswahlen am selben Tag wie die Bundestagswahl veranstalten würde. Dann wären wir nicht im permanenten Wahlkampf und das würde die Politik insgesamt voranbringen.

Gruß Ivo

Hallo Marco,

genau um Alternativen geht es aber. Oder wie denkst du dir das? Einfach nur nö sagen? Weg damit?

Genau aus diesem Grund hat man was aus der Geschichte gelernt und kann einen Kanzler per Misstrauensantrag nur mit einem Gegenkandidaten stürzen.

Ohne Alternative alles schlecht finden ist ziemlich bescheiden.
Wenn du nun wenigstens was wie einen Volksentscheid gesagt hättest. Meinetwegen.

Aber von dir kommt nur heißes Nichts.

Gruß Ivo

das wahlvolk
Hallo Marco,

wählt. Und wenn er’s nicht weiss, darf er wieder nach Hause
dackeln und in vier Jahren nochmal kommen, denn so sehr
scheint ihn die Wahl ja nicht interessiert zu haben.

das propagiere ich schon seit Jahren. Wer Erst- und Zweitstimme nicht auseinanderhalten kann und noch nicht mal weiß, was der Mensch oder das Gremium, den bzw. das er gerade wählt, überhaupt für eine Aufgabe hat, hat bei einer Wahl m.E. nichts verloren. Das ist zwar vielleicht eine sehr unpopuläre Meinung, aber so sehe ich das nunmal.

Man darf auch nicht vergessen, daß all die Idioten, denen man täglich auf der Straße, im Supermarkt oder sonstwo begegnet, auch wählen dürfen. Wenn die nicht mal in der Lage sind, sich einigermaßen koordiniert durch ihr Leben zu bewegen, habe ich Zweifel daran, daß die sich über politische Dinge für nur zwei Pfennig (Cent) Gedanken machen. Aber leider gibt es in Deutschland das Recht auf Dummheit und Ignoranz sowie das dazugehörige Wahlrecht.

Der Witz ist ja, daß es für mindestens 80% der Menschen gar nicht darauf ankommt, was im Parteiprogramm steht und für was die Partei eintritt, sondern entscheidend ist, was man traditionell zu wählen hat, welche Fresse einem besser gefällt und die populäreren Sprüche klopft. Der Beweis dafür ist der Wahlsieg Schröders 1998.

Gruß
Christian