Leistung und Risiko
Warum sollte er etwas davon an Leute die weniger oder nichts
leisten oder weniger Risiken einzugehen bereit sind, abgeben.
Was soll ihn dazu motivieren ?
Und selbst wenn ein Schuhmacher 40 Millionen im Jahr verdient,
er verdient es nur weil er etwas riskiert, in diesem Fall sein
Leben und weil andere die weniger oder nichts riskieren Zeit
haben sich vor den Fernseher zu setzen und ihm zu zusehen.
Nein. Er hat einfach Glück. Zweimal.
- Er ist mit einem sehr gefragten Talent ausgestattet. Dazu hat er weder etwas geleistet, noch etwas riskiert.
- Er ist in Verhältnisse hineingeboren, in denen er die Chance hatte, dieses Talent zu entwickeln und schließlich auch etwas zu leisten.
Es ist Glück, dass er diese Leistung überhaupt vollbringen und das Risiko eingehen kann. Viele andere würden das auch gern. Aber auch mit noch so großer Leistung und hohem Risiko haben sie keine Chance dazu, denn der wichtigste Faktor als Voraussetzung für solchen Erfolg ist Glück.
Wäre ihm z.B. das Talent zum weltbesten Handballer in die Wiege gelegt worden, könnte er selbst bei höherer Leistung nur einen Bruchteil verdienen, bzw. bekommen.
Motorsportler in anderen Serien gehen ein höheres Risiko ein als Schumi mit den hohen Sicherheitsstandards in der Formel 1, bekommen trotzdem nur einen Bruchteil.
Wobei die Problematik der (m.E. ungerechtfertigt) exorbitant angestiegenen Einkünfte in der Unterhaltungsbrache in Relation zu ‚normaler’ Leistung (Art, nicht Qualität!) ein anderes Thema ist.
Welche großartige Leistung qualifiziert Britney Spears, die Backstreet Boys & Co. zu derartig hohen Einkünften? Welches Risiko? Nichts davon, sie lassen sich einfach nur gut in der wichtigsten Zielgruppe vermarkten. Sie hatten lediglich bei einem Casting einen minimalen Tick besseren Eindruck bei der Jury hinterlassen als vielleicht Jenny Smith. Jetzt kassieren sie Millionen und Jenny Smith jobbt weiter bei McDonalds. Obwohl sie wahrscheinlich sogar die bessere Musikerin ist.
Schauen wir uns das Topmanagement an. Was da für Gehälter und vor allem Abfindungen gezahlt werden. Mir kommt gerade der Name Ron Sommer in den Sinn, aber er ist ja nicht der Einzige.
Leisten sie so viel mehr, wie sie mehr verdienen?! Nein.
Ein Bekannter ist Oberarzt in der Chirurgie. Zugegeben verdient er auch nicht schlecht. Aber mehr als er kann auch ein Topmanager nicht leisten, mehr Verantwortung hat dieser auch nicht. Und doch bekommt der ein Vielfaches.
Risiko? Ich denke jeder kleine Unternehmer, der eine Bankbürgschaft mit seinem Häusle abdeckt, um mit einem letzten Kredit seine Firma über Wasser zu halten, geht ein höheres persönliches Risiko ein und ist dem Herzinfarkt ein deutliches Stück näher.
Mit welchem Recht soll der mehr abgeben ???
Das hat nichts mit Recht zu tun.
Vermögen zu haben bedeutet noch lange nicht, dafür auch großartig mehr geleistet zu haben.
Umgekehrt bedeutet viel zu leisten noch lange nicht, ein großartiges Vermögen zu haben.
Niemand hat ein großes Vermögen, ohne ein großes Maß an Glück, das andere eben nicht hatten.
Also ist es eine moralische Verpflichtung, einen höheren Beitrag zur Beseitigung der Probleme der Gesellschaft zu leisten. Wer ein Vielfaches hat, verkraftet locker, davon einen Bruchteil in die Gesellschaft zu investieren, von der er ja letztendlich auch profitiert (hat).
Aber da wir hier ganz strukturelle Probleme haben und eine Vermögenssteuer nur etwas die Spitze des Eisberges polieren würde, was zur Verschleppung grundsätzlicher Lösungen verführte, bin ich auch dagegen.
Wem nicht paßt, daß manche Leute viel oder sehr viel verdienen
der soll die Leistungen dieser Leute einfach nicht konsumieren
und die so gewonnene Zeit dazu nutzen selbst etwas zu leisten.
Das wäre prinzipiell die naheliegendste Möglichkeit selber
auch „Champagner“ genießen zu können.
Super Rezept! Wir hängen ja eh nur vor dem Fernseher und in Kneipen rum und leisten tun wir nichts…
Bye, Jens
PS: Bevor jetzt das Neid-Gejammer anfängt, ich bin weder Handballer, Motorsportler, Jenny Smith, Oberarzt oder ein kleiner Unternehmer … und Schumi finde ich gut. Aber mit der Hälfe seines Vermögens könnte er m.E. immer noch mehr als glücklich sein. Schließlich macht er nicht mehr als Autofahren, wenn auch besser als jeder andere.