Warum eigentlich Zölibat?

Nicht das ich diese Praktik (oder halt auch Nicht-Praktik) kritisieren will, aber worauf gründet sich das ganze. Steht irgendwo sowas wie: Und seiest du ein Priester dann lege nicht hand an deine Frau?
Ich kenn nur Seit fruchtbar und mehret euch.
Jetzt mal im Ernst: Worauf beruft sich da der Vatikan? Oder kriegt man da auch nur als antwort: Ähh, naja, das war halt schon immer so…

yours Zero

Hallo „0“ :smile:,

weshalb man das Zölibat einführte weiß ich auch nicht genau.
Dennoch ein paar Erläuterungen:
In der Anfangszeit der Kirche gab es kein Zölibat, dieses wurde erst später eingeführt.
Das Zölibat ist kein Glaubensdogma, sondern ein kath. Kirchengesetz, das demzufolge nicht primär etwas mit den Glauben zu tun hat.
Demzufolge kann dieses Gesetz auch wieder aufgehoben werden.

MfG
Roberto

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Der Priester soll sich ganz auf seine Aufgabe konzentrieren können. Er führt eine Gemeinde und soll seine Kraft dahinein stecken. So habe ich das mal gehört.
Der Priester handelt nach den Grundsätzen Jesu. Jetzt kommt es immer darauf an, wie man und vorallem wer die Bibel auslegt.
Jesus hatte schon sehr engen Kontakt zu Frauen. Wie das nun auszulegen ist, ist schwierig.

gruss
kerstin

Naja, die katholische Kirche beruft sich da vor allem auf zwei Bibelstellen, Mt 19,12 „Denn einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig gemacht; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen.“ und 1 Kor 7,32-33 „Wer ledig ist, der sorgt sich um die Sache des Herrn, wie er dem Herrn gefalle; wer aber verheiratet ist, der sorgt sich um die Dinge der Welt, wie er der Frau gefalle, und so ist er geteilten Herzens.“.
Manchmal wird noch Lk 16,13 „Kein Knecht kann zwei Herren dienen; entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ hergenommen, entsprechend übertragen auf Priesteramt und Ehe.
Für die kath. Kirche stellt die Ehe eine Behinderung des Priesters dar, dieser wäre mit seiner Frau beschäftigt und sie würde seinen Dienst an Gott behindern.

Hier der entsprechende Abschnitt aus dem Katechismus der Katholischen Kirche - ohne jeglichen Kommentar und Wertung… :

1579 Mit Ausnahme der ständigen Diakone werden alle geweihten Amtsträger der lateinischen Kirche normalerweise aus den gläubigen Männern gewählt, die zölibatär leben und den Willen haben, den Zölibat „um des Himmelreiches willen" (Mt 19,12) beizubehalten. Dazu berufen, sich ungeteilt dem Herrn und seiner „Sache" zu widmen [Vgl. 1 Kor 7,32], geben sie sich ganz Gott und den Menschen hin. Der Zölibat ist ein Zeichen des neuen Lebens, zu dessen Dienst der Diener der Kirche geweiht wird; mit freudigem Herzen auf sich genommen, kündigt er strahlend das Reich Gottes an [Vgl. P0 16].

Viele Grüße,
Anna

Jetzt mal im Ernst: Worauf beruft sich da der Vatikan? Oder
kriegt man da auch nur als antwort: Ähh, naja, das war halt
schon immer so…

Also auf die Bibel und da besonders auf den Apostel Paulus kann sich der Vatikan da nicht berufen.

Immerhin gab Paulus dem Timotheus folgende Anweisung:

  1. TIM 3,2 Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren,
  2. TIM 3,3 kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig,
  3. TIM 3,4 einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit.
  4. TIM 3,5 Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?

Gruß Harald

hallo Leute

also ich bin Moslem und das war einer der sachen die ich nie verstanden habe,solange ich in Deutschland lebe und das sind immerhin schon 26 jahre.Nagut aber kann sich denn ein Mann sich auf seine Gemeinde konzentrieren wenn Er doch mit sich und seine Umwelt nicht im Harmonie und einklag leben kann.
Also bei uns wird die Ehe und damit auch Die Famlie im vordergrund gestellt und der Basis für Erfolg und innere zufriedenheit quasi,ich weiss nicht ob ich es so rüberbringen konte aber mal ehrlich.Mann ist doch vor allem dingen auch Mensch,mit all seinen bedürfnissen und alles andere ist doch Verdrängung…oder nicht.Ich stele mir es doch ziemlich hart vor und her ist das egal ob als Priester oder Schwester.Was müssen diese Menschen Nacht für Nacht für Träume haben…nach geborgenheit,Familie,einen wo man sich ran kuscheln kann oder halt tausend andere sachen…ich weiss es nicht und normalerweise gebe ich über sachen die ich nicht weiss keine kommentar ab aber die Antworten die ich bisher hier gelesen habe konnten diese Frage noch nicht beantworten. Vielleicht findet sich ja noch einer dre sich da auskennt.

Würde mich freuen

Ertan

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Hallo Zero,

das Pflicht-Zölibat wurde erst im Mittelalter eingeführt und hatte einen sehr weltlichen Hintergrund. Es ging darum, daß die Besitztümer von Priestern und Bischöfen, insbesondere Landbesitz, nicht vererbt wurde, sondern in Kirchenbesitz blieb.
Ohne Ehe gibt es keine „legitimen“ Kinder, die etwas Erben können.

Gruß
Carlos

Carlos hat völlig recht: Damals wurden die kirchlichen Posten gegen Entgelt verkauft (sog Simonie). Da die kirchliche Herrschaft teils zugleich weltliche Herrschaft war, also Steuern und Abgaben eintreiben durfte, ein gutes Geschäft für die Investoren (im Prinzip dasselbe wie heute die Sache mit UMTS).
Daher hatten früher die katholischen Bischöfe oft null Ahnung von der katholischen Religion - nun gut!
Das Problem des Vatikan:
Leute möchten ihren Kindern gern was vererben, im Fall von Obrigkeit eben Dynastien bilden (z.B. Nord-Korea). Dann wäre das mit dem Verkaufen der Posten natürlich schnell vorbei! Denn der Erzbischof von Köln z.B. war im MA ein überaus reicher und mächtiger Mann und hätte sich und seinen Sohn sicher nicht von irgendeinem Papst im fernen Rom wieder absetzen lassen.
Daher also das Zölibat! Und daher das Zölibat zuerst nur für die höheren Würdenträger! Die einfachen Dorf-Priester durfen noch ein paar hundert Jahre länger verheiratet sein, deenn deren Posten wurden ja auch nicht von Rom aus verkauft.
Und noch etwas: Das Zölibat hat ziemlich wenig mit null Sex zu tun. Im MA gab es vielfach noch neben der „richtigen“ Ehe Ehen minderen Rechts, der daraus entstammende Nachwuchs war illegitim und nicht erbberechtigt. Daher konnte der Erzbischof von Köln ohne weiteres in einer solchen Ehe minderen Rechts leben und auch Kinder zeugen, nur eben waren das illegitime Kinder, die nicht erbberechtigt waren.
Letztlich war das Zölibat also eigentlich nur ein juristischer Trick, damit der Vatikan die höheren Posten in der katholischen Kirche nach jedem Ableben des Amtsinhabers neu teuer versteigern konnte.
Und noch eines als Dreingabe: Die sog. Unfehlbarkeit des Papstes „ex cathedra“ ist erst um 1870 im Zuge des sog. Kirchenkampfes mit dem Bismarck-Reich eingeführt worden. Vor 1870 hätte niemand in der katholischen Kirche daran gedacht, dass der Papst unfehlbar sein könnte.
mfG Frank aus dem ehemaligen „Hillijen Kölle“.

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Hallo Zero,

Nicht das ich diese Praktik (oder halt auch Nicht-Praktik)
kritisieren will, aber worauf gründet sich das ganze. Steht
irgendwo sowas wie: Und seiest du ein Priester dann lege nicht
hand an deine Frau?

In der jüdischen Religion ist Heirat Pflicht, auch für Priester, und der eheliche Geschlechtsverkehr eine fromme Pflicht. Jesus war unverheiratet, Petrus (der erste Papst!!!) aber schon, auch die anderen Apostel (lies nach bei Paulus). Paulus verlangt auch, das ein Bischof verheiratet sein soll und sich als guter Familienvater erweisen. Der Zölibat wurde im 12,. jahrhundert aus finanziellen Interessen durchgesetzt, damit die oft sehr reichen Bischöfe ihren Besitz der Kirche hinterlassen mussten. Was auch mitgespielt hat war der typisch katholische Ekel vor Frauen sowie der einfluss des Mönchstums. Die Priester der Ostkirche dürfen heiraten, ebenso die protestantischen Pastoren, auch die Prediger der Freikirchen.

Jetzt mal im Ernst: Worauf beruft sich da der Vatikan? Oder
kriegt man da auch nur als antwort: Ähh, naja, das war halt
schon immer so…

Der Vatikan krümmt und windet sich verzweifelt, weil man heute nicht mehr gut sagen kann, dass man Frauen widerlich findet und den Kontakt mit ihnen als kultische Beschmutzung sieht. Gute Zusammenfassung findest du bei Georg Denzler, „2000 Jahre christliche Sexualmoral“.
mfg,
bb

Hallo Frank,

Und noch eines als Dreingabe: Die sog. Unfehlbarkeit des
Papstes „ex cathedra“ ist erst um 1870 im Zuge des sog.
Kirchenkampfes mit dem Bismarck-Reich eingeführt worden. Vor
1870 hätte niemand in der katholischen Kirche daran gedacht,
dass der Papst unfehlbar sein könnte.

Meines Wissen wurde die Unfehlbarkeit des Papstes gegen heftigen Widerstand eines Großteils der Kurie) beim Ersten Vatikanum durchgedrückt. War das 1870?
mfg,
bb

Zölibat: ‚eines Weibes Mann‘
Hallo Harald,

Immerhin gab Paulus dem Timotheus folgende Anweisung:

  1. TIM 3,2 Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer
    einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt
    im Lehren,
  2. TIM 3,5 Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht
    vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?

Ich glaube, man übersetzt „eines Weibes Mann“ nicht nur mit „Mann einer EINZIGEN Frau“, sondern auch einfach mit „verheiratet“. Der Zusammenhang zeigt ja auch ganz klar, dass der Stand eines Familienvaters Voraussetzung für das Bischofsamt ist, da sich am Verhalten in der eigenen Familie überprüfen lässt, wie geeignet ein Mann ist eine Gemeinde zu leiten. Stimmts?`
mfg,
bb

Hallo Anna,

Naja, die katholische Kirche beruft sich da vor allem auf zwei
Bibelstellen, Mt 19,12 „Denn einige sind von Geburt an zur Ehe
unfähig gemacht; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig
gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig
gemacht um des Himmelreichs willen.“

Der Vers spricht eindeutig davon, dass „einige“ aus verschiedenen Gründen nicht heiraten können oder wollen, aber niemals davon, dass NUR DER EHELOSE Priester werden darf. auch bei einer Abschaffung des Zölibats wird es immer menschen geben, diie sich zur Ehe nicht geeignet oder berufen fühlen, das sei ihnen unbenommen.„Wer es fassen KANN, der fasse es!“ Freiwilig allein bleiben ist etwas anderes als dazu gezwungen werden.

und 1 Kor 7,32-33 "Wer

ledig ist, der sorgt sich um die Sache des Herrn, wie er dem
Herrn gefalle; wer aber verheiratet ist, der sorgt sich um die
Dinge der Welt, wie er der Frau gefalle, und so ist er
geteilten Herzens.".

Damit würde gesagt, dass alle verheirateten Männer (und Frauen) schlechte, halbe Christen sind und alle Ehelosen gute Christen. Die Ehe wäre also für Christen etwas Widergöttliches und Unanständiges? Das kommt davon, wenn man einzelne Verse herausreißt und zum Dogma erhebt!

Manchmal wird noch Lk 16,13 „Kein Knecht kann zwei Herren
dienen; entweder er wird den einen hassen und den andern
lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern
verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

Das ist ein voller Blödsinn, weil der „Mammon“ das Geld, der Reichtum ist und mit Frauen überhaupt nichts zu tun hat. Offenbar hat die Kirche aber nie grioße Probleme damit gehabt, mit dem Mammon im Bett zu liegen, hm?
außerdem würde damit wieder das Gleiche gesagt: Wer verheiratet ist, hasst Gott und will ihm nicht dienen. Das Sakrament der Ehe als Beleidigung Gottes? Hmmm, das spießts sichs…

hergenommen, entsprechend übertragen auf Priesteramt und Ehe.
Für die kath. Kirche stellt die Ehe eine Behinderung des
Priesters dar, dieser wäre mit seiner Frau beschäftigt und sie
würde seinen Dienst an Gott behindern.

Natürlich kann eine Familie ein Handikap sein und fordert viel zeit, man darf aber nicht vergessen, wieviel Arbeit in der Gemeinde die (unbezahlten!!) Pfarrersfrauen erledigen. Es ist bekannt, dass katholische Priester vor allem an der Einsamkeit kranken. Ein Partner ist ja auch ein Mensch, bei dem man abladen und Kraft finden kann. (Steht auch in der Bibel).Für die katholische Kirche sind Frauen natürlich nur schlecht.

Der Zölibat ist ein Zeichen

des neuen Lebens, zu dessen Dienst der Diener der Kirche
geweiht wird; mit freudigem Herzen auf sich genommen, kündigt
er strahlend das Reich Gottes an [Vgl. P0 16].

Das heißt, der verheiratete Katholik hat kein „neues Leben“ und keinen Anteil am, Reich Gottes?
Und von wegen strahlend: Zu einem ungeheuer hohen Prozentsatz sind zölibatäre Priester schwul, pädophil, Alkoholiker oder sonstwie gestört. Da die Kirche das nicht zugeben kann, vertuscht man das ganze Problem und versetzt diese psychisch kranken Männer von einer Stelle zur anderen.Ist ja alles nicht so schlimm wie die unverzeihliche Sünde, so ein weib zu heiraten und mit der man weiß schon was zu machen, pfui!
mfg,
bb

Hallo Kerstin,

Der Priester soll sich ganz auf seine Aufgabe konzentrieren
können. Er führt eine Gemeinde und soll seine Kraft dahinein
stecken. So habe ich das mal gehört.

Einerseits hat der Unverheiratete mehr Zeit und energie, das stimmt. Andererseits hat er keine Partnerin, die ihn tröstet und auffängt, er ist einsam, hat sexuelle Probleme und fühlt sich alleingelassen.Übrigens arbeiten Pfarrersfrauen sehr beträchtlich in den Gemeinden mit!
außerdem würde das bedeuten, dass alle verheirateten Popen und Pastoren sich nur halbherzig um ihre Gemeinden kümmern, was ganz einfach nicht stimmt.
In Wirklichkeit soll der Priester einsam gemacht werden, damit er ganz auf die Kirchenhierarchie fixiert ist.

Der Priester handelt nach den Grundsätzen Jesu.

Warum hat Jesus dann einen verheirateten Mann (Petrus) zum ersten Papst gemacht, wenn man schon katholisch argumentiert? warum sagt Paulus, er hätte doch auch „wie die anderen Apostel eine Frau bei sich haben können“? Paulus entscheidet für sich selbst, dass er nicht heiraten möchte, aber weder Petrus noch Paulus haben jemals verboten zu heiraten, ganz im gegenteil!
mfg,
bb

Hallo Ertan!

Jups, jetzt haben wir endlich auch einen Moslem in der Runde, herzlich willkommen

Deinen Argumenten stimme ich voll zu!
mfg,
bb

also ich bin Moslem und das war einer der sachen die ich nie
verstanden habe,solange ich in Deutschland lebe und das sind
immerhin schon 26 jahre.Nagut aber kann sich denn ein Mann
sich auf seine Gemeinde konzentrieren wenn Er doch mit sich
und seine Umwelt nicht im Harmonie und einklag leben kann.
Also bei uns wird die Ehe und damit auch Die Famlie im
vordergrund gestellt und der Basis für Erfolg und innere
zufriedenheit quasi,ich weiss nicht ob ich es so rüberbringen
konte aber mal ehrlich.Mann ist doch vor allem dingen auch
Mensch,mit all seinen bedürfnissen und alles andere ist doch
Verdrängung…oder nicht.

Hallo Barbara,

natürlich hast Du recht. :wink:

Für die Übersetzung bin ich aber nicht verantwortlich, die stammt von der DBG.
(Copyright 1985, 1998 by Deutsche Bibelgesellschaft,Stuttgart)

Gruß Harald

Ich glaube, man übersetzt „eines Weibes Mann“ nicht nur mit
„Mann einer EINZIGEN Frau“, sondern auch einfach mit
„verheiratet“. Der Zusammenhang zeigt ja auch ganz klar, dass
der Stand eines Familienvaters Voraussetzung für das
Bischofsamt ist, da sich am Verhalten in der eigenen Familie
überprüfen lässt, wie geeignet ein Mann ist eine Gemeinde zu
leiten. Stimmts?`
mfg,
bb

Hallo Barbara,

Naja, die katholische Kirche beruft sich da vor allem auf zwei
Bibelstellen, Mt 19,12 „Denn einige sind von Geburt an zur Ehe
unfähig gemacht; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig
gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig
gemacht um des Himmelreichs willen.“

Der Vers spricht eindeutig davon, dass „einige“ aus
verschiedenen Gründen nicht heiraten können oder wollen, aber
niemals davon, dass NUR DER EHELOSE Priester werden darf.

Natürlich ist in dieser Bibelstelle nur von „einigen“ die Rede, aber die katholische Kirche dreht sich es eben so hin, dass die paar, die sich „um des Himmelreichs willen“ selbst zur Ehe unfähig gemacht haben, eben die kath. Priester sind (natürlich auch alle Mönche und Nonnen).
Meiner Meinung nach kann die kath. Kirche den Zölibat überhaupt nicht begründen. Da man ja aber doch irgendeine Begründung braucht, werden händeringend irgendwelche Bibelstellen herangezogen, ob nun passend oder nicht, Hauptsache, man hat was. Aber warum denn überhaupt noch auf irgendwas berufen, Lehren der katholischen Kirche brauchen ja nicht biblisch begründet sein… Oder einfach auf Tradition - die passt ja immer…

bei einer Abschaffung des Zölibats wird es immer menschen
geben, die sich zur Ehe nicht geeignet oder berufen fühlen,
das sei ihnen unbenommen.„Wer es fassen KANN, der fasse es!“
Freiwilig allein bleiben ist etwas anderes als dazu gezwungen
werden.

Ist auch meine Meinung. Die Entscheidung, sein ganzes zukünftiges Leben zum Zölibat verpflichtet zu sein, ist eine so tiefgreifende! Kann der junge Priester, der dieses Gelübde ablegt, sich dessen Tragweite überhaupt bewusst sein und begreifen, auf was er sich da einlässt?
Ich möchte gerne freiwillig allein bleiben. Zumindest habe ich das momentan vor, was die Zukunft bringen wird, weiß keiner. Sollte ich irgendwann merken, dass meine Entscheidung falsch war, dann kann ich es ändern und heiraten. Ich habe die Wahl, mich zwingt niemand zu irgendetwas. Aber welche Möglichkeiten hätte dieser Priester?

Manchmal wird noch Lk 16,13 „…“ hergenommen

Das ist ein voller Blödsinn, weil der „Mammon“ das Geld, der
Reichtum ist und mit Frauen überhaupt nichts zu tun hat.

Natürlich ist das Blödsinn, ich finde es dazu noch eine absolute Frechheit, dass „Ehefrau“ und „Geld“ austauschbare Begriffe sein sollen… Leider hört man dieses Argument aber immer wieder einmal.

außerdem würde damit wieder das Gleiche gesagt: Wer
verheiratet ist, hasst Gott und will ihm nicht dienen. Das
Sakrament der Ehe als Beleidigung Gottes? Hmmm, das spießts
sichs…

Nö, nicht das Sakrament der Ehe wäre das Problem, sondern die (unvermeidlich) vorhandene Ehefrau wäre die Beleidigung, da sie unseren guten Mann ja bei seinem Dienst an Gott sooo stark behindern würde…

Für
die katholische Kirche sind Frauen natürlich nur schlecht.

Hm. Wie kommst Du zu dieser Meinung?

Der Zölibat ist ein Zeichen

des neuen Lebens, zu dessen Dienst der Diener der Kirche
geweiht wird; mit freudigem Herzen auf sich genommen, kündigt
er strahlend das Reich Gottes an [Vgl. P0 16].

Das heißt, der verheiratete Katholik hat kein „neues Leben“
und keinen Anteil am, Reich Gottes?

Hihi, ich weiß schon, warum ich vor das Zitat „ohne jeglichen Kommentar und Wertung“ geschrieben habe :smile:. Wir sollten halt nie vergessen, dass die kath. Kirche ihre Priester immer noch als höherstehender ansieht als den Laien-Rest.

Und von wegen strahlend: Zu einem ungeheuer hohen Prozentsat
sind zölibatäre Priester schwul, pädophil, Alkoholiker oder
sonstwie gestört.

Tja, denen fehlt eben das „freudige Herz“…

Da die Kirche das nicht zugeben kann,
vertuscht man das ganze Problem und versetzt diese psychisch
kranken Männer von einer Stelle zur anderen.Ist ja alles nicht
so schlimm wie die unverzeihliche Sünde, so ein weib zu
heiraten und mit der man weiß schon was zu machen, pfui!

Zugeben wird die Kirche so etwas niemals. Für mich stellt sich aber ehrlich gesagt die Frage, wie viele dieser psychisch kranken Priester erst durch den Zwangs-Zölibat so wurden, und wie viele es schon vorher waren. Und warum in der kath. Kirche heute noch vielerorts eine so große Sexualangst herrscht…

Viele Grüße!
Anna

Hallo Anna,
.

Meiner Meinung nach kann die kath. Kirche den Zölibat
überhaupt nicht begründen. Da man ja aber doch
irgendeine Begründung braucht, werden händeringend
irgendwelche Bibelstellen herangezogen, ob nun passend oder
nicht, Hauptsache, man hat was. Aber warum denn überhaupt noch
auf irgendwas berufen, Lehren der katholischen Kirche brauchen
ja nicht biblisch begründet sein… Oder einfach auf Tradition

  • die passt ja immer…

Du sagst es!

Und von wegen strahlend: Zu einem ungeheuer hohen Prozentsat
sind zölibatäre Priester schwul, pädophil, Alkoholiker oder
sonstwie gestört.

Tja, denen fehlt eben das „freudige Herz“…
Zugeben wird die Kirche so etwas niemals. Für mich stellt sich
aber ehrlich gesagt die Frage, wie viele dieser psychisch
kranken Priester erst durch den Zwangs-Zölibat so wurden, und
wie viele es schon vorher waren. Und warum in der kath. Kirche
heute noch vielerorts eine so große Sexualangst herrscht…

Das hat einen einfachen Grund. Die katholische Kirche kann laut Selbstdefinition niemals irren. Daher muss sie jeden Scheiß, den sie einmal gelehrt hat, auch weiterhin lehren. Z.B. hat es bis zum Ende des 20. Jahrhunderts gedauert, bis die Kirche sich das Eingeständnis abringen konnte, dass Galilei doch Recht gehabt hat.Ebenso müssen längst veraltete Sexualtheorien - z.B. die physiologische Minderwertigkeit der Frau, die sie (genau wie die Tiere) zur „weiheunfähigen Materie“ macht - beibehalten werden, ebenso die Ansicht, dass nur der Mann Menschen schafft, während die Frau nur als „Backofen“ für das fertig gelieferte Menschlein fungiert. Daher die Ansicht, dass es allein Sache des Mannes ist zu entscheiden, wann eine Frau ein Kind zu kriegen hat - und die Erklärung des Papstes, auch vergewaltigte Frauen hätten diese Kinder gefälligst zu kriegen, Mann ist schließlich Mann, was soll das Gemaule! (Besonders pikant: Die Mahnung ging an moslemische Frauen im Kosovo!)
mfg,
bb

Hi

Ich habe schon als kleiner junge (teenager) ind der schule beim religionsunterricht mitgemacht obwohl ich es nicht musste und siehe da hatte ich schon mehr wissen als einen „einheimische“.
Das ist natürlich auch zürückzuführen in meine erziehung die ich erhalten habe und in vielen dingen haben unsere religione ja auch gemeinsamkeiten die sich jedoch in einigen grundsätzen ziemlich stark unterscheiden.ich finde es gut das man sich gegenseitig zuhört und in prinzipiellen sachen voneinander lernt ohne irgendwie sich von seinen eigenen vorstellungen weit zu entfernen.
viele grüsse

Ertan

Hi Ertan,

ich erhalten habe und in vielen dingen haben unsere religione
ja auch gemeinsamkeiten die sich jedoch in einigen grundsätzen
ziemlich stark unterscheiden.ich finde es gut das man sich
gegenseitig zuhört und in prinzipiellen sachen voneinander
lernt ohne irgendwie sich von seinen eigenen vorstellungen
weit zu entfernen.

Meine jüdische Nachbarn pflegt zu mir zu sagen: „einig werden wir uns nie. Aber bis dahin können wir miteinander reden.“
Gerade in der Diskussion mit anderen Religionen stößt man oft auf ganz neue Blickwinkel. Es ist nur sehr schwer, die Ruhe zu bewahren, wenn es um so entscheidende Dinge geht, und sich gegenseitig nicht anzugreifen, dabei aber den eigenen Standpunkt festzuhalten.
gruß,
bb

Hallo

…also angereifen tue ich sowieso nicht.es häng meistens von denjenigen ab die angesprochen wird und ob er / sie sich angesprochen bzw. angegriffen fühlt.aber auch dann bewahre ich eigentlich die ruhe und versuche meine standpunkt zu erläutern und wen ich sehe das es kein zweck hat und mein gegenüber nimmt es nicht auf sondern blockt ab…tja da kan ich auch nichts machen aber wenn ich sachen hier lese die im prinzip ja meine vorstellungen wiedersprechen , versuch ich meisstens neutral zu denken damit ich es auch verstehen kann.

ich hoffe das ich mich einigermassen verständlich ausgedrückt habe !!

…ciao bis demnächst…!!

Ertan