Warum fällt es mir so schwer zu vergessen?

Hallo liebe Wissenden, ich schlage mich schon seit ca. 13 Jahren mit einem Problem herum. Um dieses Problem zu erläutern, muss ich schon ein wenig ausholen.
Vor 13 Jahren habe ich erfahren, dass mich mein Mann betrogen hat. Meine Kontrahentin hat sich das Verhältnis „erlogen“, d.h. sie hat mich ganz fürchterlich verleumdet. Und dumm, wie manche Männer - explicit meiner - sein können, hat er das auch geglaubt, damit er sich nicht so schuldig fühlen muss. Ende Februar 1996 ist die Seifenblase geplatzt, mein früherer Verlobter hat eine ganz harte Landung in der Realität gemacht, das Verhältnis war sofort beendet. Ihm wurde klar, dass er die Ehe (damals 36 Jahre) gegen die Wand geknallt hat, seine sämtlichen Felle am Horizont verschwunden sind. Ihm wurde klar, dass er mich braucht, weil er mich liebt und ohne mich nicht leben kann und will. Zu meiner Konkurrenz wäre er nie gegangen.
Wir haben uns ausgesprochen, was ziemlich heftig war, und ich habe ihm verziehen, weil ich ihn liebe. Was mir aber nach wie vor Probleme bereitet, ist die Tatsache, dass er einer an sich wildfremden Frau, die mich nur für ein paar Tage bei einem Malkurs kennengelernt hat, mehr geglaubt hat als mir. Und das nach 36 Ehejahren. Er hat diese Frau auch nicht angerufen und gefragt, weshalb sie mich so verleumdet hat. D.h. er hat sich nicht für mich engesetzt. Er hat sich nach diesem Desaster total umgekrempelt und mutierte zu einem sehr liebevollen und zärtlichen Mann. Dass er sich nicht vor mich gestellt hat ist klar - einfach Feigheit! Und an dieser Feigheit kaue ich wie auf einem zähen Hundeknochen. Nicht immer, aber mir kommt das manches Mal hoch, ohne dass ich weiß, warum .
Könnt Ihr mir bitte Vorschläge machen, wie ich mit diesem Verrat umgehen kann. Sonst ist alles bei uns in bester Ordnung, nur genau über dieses Thema kann ich mit meinem Mann nicht reden, weil er - was ich ja verstehen kann - nicht mehr an seine Dummheit erinnert werden möchte.
Vielen Dank im Voraus für Eure guten Ratschläge - seiden hexe

Hallo Helga,

Deine Geschichte löste bei mir spontan den Eindruck aus, dass es gar nicht um Euch, sondern in erster Linie um Dich geht; Als betrachtetest Du diese alte Geschichte immer noch als „Hochverrat“ und „Majestätsbeleidigung“.

Es klingt für mich, als könntest Du Dir selbst irgendwas nicht verzeihen; Als wäre etwas Deinem hohen Anspruch nicht gerecht gerecht.

Aus Deinen Zeilen schließe ich, dass Du an Dir und Deinem Tun nicht den geringsten Zweifel hast und auch nicht zulässt. Dass Dein Mann zu Dir zurückkommen durfte, scheint einem Gnadenakt zu gleichen, weil das, was er tat, unentschuldbar ist.

Ich bin Laie und kann somit nur vermuten, dass es ggf. um Narzismus (Deinen) gehen könnte . . .

Hallo Builder Tom,es war kein Gnadenakt, dass mein Mann zurückkehren „durfte“. Mein Mann wollte zurück zu mir. Es war weder Hochverrat noch Majestätsbeleidigung, es war schlicht und ergreifend Ehebruch, d.h. Brechen einen Versprechens und Missbrauchs meines Vertrauens. Ich habe keine Zweifel an meinem Verzeihen. Es ist auch kein Narzismus, mir stößt nur ab und an auf, dass er sich nicht vor mich gestellt hat als ihm klar wurde, dass er auf Verleumdungen hereingefallen ist. Und nur das ist ab und an mein Problem, nicht mehr und nicht weniger.
Gruß Helga

Hi Tom, Du fährst ja hier ein schweres Geschütz auf, von wegen „Narzissmus“.
Dass d. betrügende Ehemann seiner betrogenen Frau überhaupt keine Möglichkeit gibt dies aufzuarbeiten indem er, aus lauter Feigheit, ein Gespräch darüber garnicht zu läst, scheint Dich überhaupt nicht zu interessieren.
Du schreibst d. alleinige Schuld d. Frau zu. Über soviel Laienquatsch auf einem Haufen, kann man nur d. Kopf schütteln.
ramses90

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Hallo Helga,

lass Builder Tom einfach schwätzen…

Ich bin zwar auch Laie, aber ich versuche keinen Blödsinn zu quatschen.

Du bist einfach sehr stark verletzt worden. Dein Urvertrauen wurde erschüttert. Plötzlich war die Welt eben doch eine Scheibe…

Für mich klingt es so, als hättest du es noch überhaupt nicht verarbeitet. Irgendwann helfen nur einfach Gespräche auch nicht mehr. Da ist das Thema so tot geredet. Da muss einfach mehr her…
Hab ihr/ du schon mal über profesionelle Hilfe nachgedacht?

Vielleicht geht ihr ja mal zusammen zu einer Paarberatung. Da hättest du den Rahmen und Raum ihm nochmal zu sagen wie sehr er dir weh getan hat. Oft tut das schon gut…und wenn er nicht mit will, kannst du ja vielleicht erstmal alleine zu einer Beratungsstelle gehen.

Vielleicht hilft es dir…

Gruß,

lulea

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Hallo Helga,

vielleicht war es so, dass Deinem Mann damals alles recht war, was - in seinen Augen - sein Fremdgehen entschuldbar erscheinen ließ.

Nimm mal an, diese Frau war eine Verlockung für ihn. Eigentlich. Oder zunächst auch nicht. Oder nur ein bisschen. Möglicherweise hatte er Skrupel, Dich zu hintergehen. Wenn nun die Frau schwere Geschütze auffuhr (Lügen oder Halbwahrheiten erzählte), um ihn für sich zu gewinnen, könnte es durchaus sein, dass er ihr wider bessereres Wissen gerne gelaubt hat, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen.

Ich kann mir schon vorstellen, dass er jetzt keine plausible Antwort darauf hat, warum er damals den ganzen Schmonzes geglaubt hat, was ihm diese Frau über Dich aufgetischt hat.

Fakt ist, er ist damals schwach geworden, hat mit der anderen Frau etwas angefangen, was letztendlich doch nicht so toll war und hatte hinterher irdgendwie keine gute Begründung dafür.

Ich würde Dir raten: lege die Sache in eine Kiste, verschließe sie und bringe sie auf den Speicher, damit sie dort verstauben kann.

Du kannst sie nicht ungeschehen machen. Er auch nicht.
Jeder kann mal irren.
Darauf herumzuhacken (oder daran zu denken und sich schlecht zu fühlen) ändert nichts am Gewesenen!
Keiner ist davor gefeit, irgendwann mal eine Dummheit zu begehen.
Du auch nicht - auch wenn Du das Dir heute nicht vorstellen kannst.

Wenn Du mit Deinem Mann ein gutes Leben führst, und Du Wert darauf legst, dass es noch lange so bleiben möge, dann verbiete Dir, über sein Verhalten vor 13 Jahren nachzugrübeln. Nimm es hin, dass es nicht gut war. Er ist nicht vollkommen. Er hat sicher keine rationale Erklärug dafür, warum er damals dieser fremden Frau mehr geglaubt hat als Dir. Dass es es bereut, hat er Dir gezeigt. Was willst Du mehr?

Ständig Nachzugrübeln, warum er Dich seinerzeit verraten hat, bringt Dir nichts, ausser ständig ungute Gefühle, Zweifel und Mißtrauen an Dir selbst.

Wenn Du ihm gar nicht vergessen kannst, und Du Deine innere Ruhe nicht findest, solltest Du eine Trennung in Erwägung ziehen. Bedenke aber, man kann vom Verhalten eines jeden Menschen mal schwer enttäuscht werden. Auch Eltern können enttäuschen. Oder die eigenen Kinder. Man muss auch mal gut sein lassen - um des eigenen Frieden willens.

Beste Grüße
Maralena

Dass es dir schwer fällt, die Sache zu vergessen, kann ich mir zunächst sehr gut vorstellen. Er hat sich dir gegenüber illoyal verhalten und wäre bereit gewesen, für jemanden, der lügt und betrügt, dich zu verlassen.

Das Problem könnte sein Umgang mit der Sache sein. Weil er dir bei der Verarbeitung nicht helfen möchte und er - wie du schreibst - nicht an seine Dummheit erinnert werden möchte und darüber nicht sprechen wollte. Hier kann nur er dir bei der Verarbeitung helfen, indem du mit ihm darüber sprichst und du Ausflüchte nicht gelten lässt.

Ein anderes Problem sehe ich in deinen sehr hohen moralischen Ansprüchen. Der Vorgang dürfte für dich immer noch „ungesühnt“ sein, was dir zu schaffen macht.

Möglicherweise hat er mit seinem Verhalten auch an einem unbewältigten Punkt in deiner Vergangenheit oder in eurer Beziehung im Allgemeinen gekratzt.

Das sind alles Punkte, die ein Aussenstehender schlecht beurteilen kann.

Hallo Ramses, vielen Dank für den schriftlichen Beistand. Gruß H. Müller

Hallo Lulea, danke für die Antwort. Es ist halt ein Problem mit der Mikrobe der menschlichen Dummheit. Ja die Welt war tatsächlich auf einmal eine Scheibe, in der Zwischenzeit ist sie wieder kugelrund. Professionelle Hilfe haben wir gesucht, aber leider waren nur die Probleme meines Mannes Gesprächsthema. „Sie sind ja so stark“. Aber ich habe bei diesen Gesprächen viel gelernt und konnte so meinem Mann helfen , seine Probleme zu lösen. Ich habe alles verarbeitet und die meiste Zeitüberhaupt keine Probleme, aber aus unerfindlichen Gründen, hocke ich wieder im schwarzen Loch, aber Münchhausen ist ein Waisenkind gegen mich im Herausziehen an den eigenen Haaren.Liebe Grüße Helga

Hallo Bitter Moon, danke für die Antwort. Mein Mann schämt sich ganz einfach für seine Dummheit. Ich glaube gesühnt hat er. Er konnte anfänglich überhaupt nicht verstehen, dass ich ihm verziehen habe. „So etwas kann man(n)(frau)doch überhaupt nicht verzeihen“. Er hat an einer sehr schwierigen Kindheit und Jugend zu kauen, dann noch die Vertreibung. Spielt sicher alle auch eine Rolle. Das mit den hohen moralischen Ansprüchen habe icvh so noch gar nicht gesehen. Ich versuche halt nach der Kant’schen Devise oder vereinfacht gesagt „was Du nicht willst, was man Dir antut, das füg auch keinem anderen zu“ zu leben. Ist eigentlich gar nicht so verkehrt. Mir hat nur zu schaffen gemacht, dass er so dumm war, dass er diese wirklich sehr schlimmen Lügen geglaubt hat.
Aber sämtliche Antworten haben mir sehr geholfen, alles von einer anderen Seite aus zu betrachten.
Vielen Dank und liebe Grüße Helga

Hallo Maralena, herzlichen dank für die einfühlsame Antwort. Ich habe mir Deine Antwort sehr zu Herzen genommen. Du hast Recht. Er hat eine vermeintlich rationale Erklärung, dass er die Lügen geglaubt hat. Er wollte etwas erleben. Und, das hat er auch, aber nicht so, denn er war richtig froh, dass die Seifenblase platzte. Nachgrübeln tu ich normalerweise nicht, denn es ist wie es ist. Warum das plötzlich wieder an die Oberfläche kommt,keine Erklärung. Aber alle Antworten - bis auf eine - waren sehr hilfreich für mich, vor allem, weil ich noch einmal über micht selbst nachdenken musste.
Herzlichen Dank und liebe Grüße Helga

Hallo,

ich finde, du solltest nicht mehr an die Vergangenheit denken, sondern vielmehr an die gemeinsame zeit, die ihr jetzt zusammen verbringt.
Wenn du ihm einfach nicht verzeihen kannst und wenn er vielleicht auch keine reue zeigt, dann wäre es vielleicht doch besser, wenn diese Beziehung nicht weitergeht. Damit meine ich, dass du dich nicht länger mit dieser erinnerung belasten musst, wenn du es sowieso nicht vergessen kannst und dann besser einen schlussstrich ziehst.

Lg
M.Felix

Hallo Helga, hallo Ramses, hallo Tom

ich bin in einer ähnlichen Situation wie du Helga — ich kann’s sehr gut nachvollziehen; kann dich gut verstehen. Auch die Zeitspanne, nach der du noch immer daran knabberst.

Aber geht doch mal beide davon aus, dass Tom konstruktive Kritik leistet und er ernsthaft helfen wollte: dann ist das mit der ‚Majestätsbeleidigung‘ ein wirklich überdenkenswerter Aspekt!
Schiesst nicht gleich dagegen, nur weil’s ‚weh‘ tut und die NUR vermeintlich eindeutige Schuldfrage relativiert!

Um Gesprächpartner wie Tom in diesem Fall einer ist, wär’ ich dankbar! Danke Tom für’s ‚NICHT-JA-SAGEN‘ !!!

Es ist doch - auch wenn’s hier GANZ KLAR ist, wo die (Haupt)Schuld liegt - immer noch so, dass auch diese Medaille 2 Seiten hat. Jede Wette!

Ich für meinen Teil kann nur sagen, Tom’s „Majestätsbeleidigung“ trifft - unter anderem - eben auch zu. Seit langem mal eine treffende Metapher, die das andere Licht, das den Fall bescheint, gut beschreibt und eine Option bietet, an sich selbst und nicht nur an der Schuldfrage des anderen rum zu doktor’n. (bei letzterm wächst man nämlich nicht ein bisschen am Problem!)

Fühl’ dich dadurch nicht angegriffen, Helga.
Du hast ‚moralischen‘ Beistand deswegen auch garnicht nötig!
Nimm es als Option, die dich u.U. weiterbringt.
Überdenk’ es — und wenn es ein klein bisschen passt, dann kommst du ein riesen Stück weiter!
Wenn’s nicht passt, hat’s nicht geschadet, es in Erwägung gezogen zu haben.

Deine Reaktion (Zitat: … danke für den Beistand … ) lässt vermuten, dass du bisher noch nicht in diese Richtung gedacht hast. Vielleicht liegt aber da ein Puzzlestein, der deinen Horizont erweitert. Und das ist in jedem Fall das Beste, was passieren kann!

PS:
Hätte Tom MIR das gesagt, hätte ich im ersten Moment gebellt!
Und hätte ich im nächsten Moment mein eigenes Bellen gehört, hätte ich gewusst, Tom hat getroffen!
Ich tue jetzt so, als hätte Tom es zu mir gesagt und schau mal, was mein angekratztes Ego daraus macht!

Helga - ich wünsch dir alles Gute!

Hallo M. Felix, ich denke nicht an die Vergangenheit, weil ich heute lebe. Dass mir der ganze Mist ab und an aufstößt, dafür finde ich auch keine Erklärung. Ich habe nur zwischendurch das Problem, dass mein Mann diese unsäglichen Lügen über mich geglaubt und als er feststellen musste, dass er gelinkt wurde, mich dann nicht verteidigt hat. Ich hatte in meiner Jugend ganz schlimme Erfahrungen machen müssen, dass mein Vater (!)mich in unserer Stadt bei wildfremden Menschen ganz furchtbar in die Pfanne gehauen hat und meine Mutter, für die ich das Verhältnis, das er mit einer anderen Frau hatte, auseinandergebracht habe, diese Verleumdung auch noch auf der Zunge zergehen liess, als sie mir davon berichtete.Ich kann und ich habe verziehen und wie ich geschrieben habe, leben wir sehr gut zusammen. Ich hatte nur nach Ratschlägen gesucht, damit ich mit mir besser klar komme.
Mit herzlichem Dank H. Müller

Hallo Michael, danke für Dein Posting. Meine Reaktion bei Tom war deshalb so, weil er mein Posting nur mit einem Auge gelesen hat. Denn dann wäre ihm klar gewesen, dass ich nicht an dem Ehebruch knabbere, sonderen daran, dass mein Mann mich nicht gegen diese Lügen, auf die er reingefallen ist, verteidigt hat. Nicht mehr und nicht weniger. Du kannst mir glauben, dass ich genügend über mich nachgedacht hat. Mir ist schon klar, dass es immer Zwei braucht, wenn etwas schief geht. Und wenn ich nicht gewusst hätte, dass jede Medaille auch eine Rückseite hätte, wären wir nicht da, wo wir heute sind. Dennn in jedem Negativen gibt es auch ein Positivum. Auf Grund unserer langen Ehejahre habe ich auch die entsprechende Lebenserfahrung und mir ist gewiss nichts Menschliches fremd. Trotzdem fand und finde ich die Bemerkungen von Tom kontraproduktiv, weil eben nicht durchdacht. Und was die Majestätsbeleidung und den Narzissmus angelangt leicht unterhalb der Gürtellinie angesiedelt.
Gruß H. Müller

Hallo Michael, noch eine Bemerkung. Wie kann man(n) nur auf die Schnapsidee kommen, dass Ehebruch und Vertrauensmissbrauch Majestätsbeleidigung sei und deshalb Narzissmus impliziert?! Das sollte er mir mal erklären. Ich bin kein getroffener Hund, zumal die Antwort von Tom total an meiner Frage vorbeiging.
MfG H. Müller

Hier ist meine Lieblingstechnik die Probleme loszuwerden. Mach es dir bequem, schliesse die Augen und lebe diese Situation wo du erfahren hast das er dich betrogen hat nochmal ohne irgentwas zu verändern durch. Das ganze 2x pro Woche durchführen. Wie es funkt werde ich nicht sagen. So wird man mehr Erfolg haben.

Hallo,

also wenn ich die Dame richtig verstanden hat, dann durchlebt sie das ganze bereits immer wieder, unfreiwillig. Ich bezweifele ehrlich, dass Deine Technik außer Kummer etwas bewirken kann. Allerdings kann ich nicht übers Wasser laufen :wink:

Sicherlich kann man nicht verarbeiten, ohne sich der Situation zu stellen. Ist aber schwer, wenn der Hauptbeteiligte, da nicht mitspielt.
Verarbeiten nicht möglich… da bleibt nur die Verdrängung, das machen wir ja auch ganz automatisch, um uns zu schützen.

Im Leben eines jeden Menschen gibt es solche Altlasten. Manchmal werden wir durch irgendeine Kleinigkeit an diese erinnert, weil wir unbewusst assoziieren. Mir hilft es manchmal (leider auch nicht immer), wenn ich mir bewusst mache, dass ich eben NICHT in der gleichen Situation wie damals bin, dass … tausend Dinge eben ganz anders sind.

Helga scheint ja nach diesen unschönen Ereignissen doch eine harmonische Beziehung führen zu können, zumindest weitestgehend. Dazu muss ein gewisses Vertrauen neu gewachsen sein, oder sie macht sich etwas vor. Sein Verhalten scheint sich aber ziemlich gewandelt zu haben. Das wäre vielleicht eine Basis um anzusetzen…

Ich versuche mal klarer darzustellen, was ich meine…*schwitz*.

Sie könnte z.B. in einem Fall, dass diese schlimme Geschichte wieder hochkommt…sich sagen: "das war einmal, das ist vergessen…er ist heute ein ganz anderer, und ich muss keine Angst haben, dass sowas nochmal passiert…

Ich kanns leider nicht gut erklären, deshalb nochmal ein abstrakterer Versuch, versuchen das ganze aus der heutigen Perspektive zu sehen, mit den Erfahrungen der anschließenden (guten) 13 Jahre.

Herrje, so wirklich glücklich bin ich mit meinen Erklärungsversuchen noch nicht :frowning: Vielleicht versteht ja einer, was ich meine und kann das besser formulieren…dann bitte

Gruss
Petra

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Hallo Petra, vielen Dank für Deine Antwort. Es ist gnauso wie Du schreibst. Aus nichtigen Gründen kommt das alles hoch. Seit ich hier angefragt habe, habe ich alles noch einmal durchgekaut. Warum mein Mann sich die ganzen Ehejahre über so verhalten hat, wie er sich verhielt, ist inzwischen geklärt, d.h. die Würmer mussten mühsam aus der Nase gezogen werden.Es war schon ausgesprochen hart, was er als Kleinkind und später in seiner Familie erleben musste. Das prägt halt für den ganzen Rest des Lebens.Wir haben in den vergangenen 13 Jahren so viel erreicht, er hat sich total umgekrempelt und kann jetzt über Gefühle nicht nur reden, sondern diese auch umsetzen. Das war halt vorher nicht möglich. Und weil er sich so total umkrempeln konnte und wir deshalb so gut leben, freuen wir uns auch auf unsere Goldene Hochzeit im September, die wir mit unseren Kindern, meinen Geschwistern und vielen guten Bekannten feiern werden.
Noch einmal herzlichen Dank für Deine Antwort H. Müller

Danke für Deine Antwort.
Viele Grüße H. Müller