Kann mir zwar nicht vorstellen, dass jemand eine Antwort auf diese Frage parat hat, versuche mein Glück aber dennoch mal:
Kann mir jemand sagen, wieso man in einem ungarischen Sprachatlas aus den 1960’er Jahren, zusätzlich zum Ungarischen, auch die Übersetzungen auf Französisch stehen hat?
da sich hier im Forum m. E. kein Freak rumtreibt, der sich leidenschaftlich mit ungarischen Sprachatlanten aus den Sechzigern beschäftigt, wäre es gut, wenn Du ein wenig mehr Input geben würdest. Sprich: Um welchen Atlas genau handelt es sich? Ist das Buch komplett zweisprachig oder nur manche Anmerkungen? Handelt es sich evtl. um die Übersetzung eines französischen Werks oder ein gemeinschaftliches ungarisch-französisches Projekt? Usw. Mit ein bisschen mehr Kontext ließe es sich deutlich leichter recherchieren oder philosophieren.
Also, es ist wirklich ein rein ungarischer Sprachatlas von mehreren ungarischen Autoren, sprich keine Übersetzung eines französischen Werkes. Name: „A magyar nyelvjárások atlasza“.
Er ist komplett zweisprachig, also nicht nur vereinzelte Anmerkungen. Soweit ich das beurteilen kann, ist es auch kein ungarisch-französisches Gemeinschaftsprojekt (damit hätte sich die Frage ja auch schon erledigt…).
Galt Französisch vielleicht in den 60’er, 70’er Jahren als besondere wissenschaftliche Sprache?!
Vielleicht ein Relikt der „Diplomatensprache Französisch“?
Der angesprochene Zeitraum 50er,60er des 20. Jhdt. war ja der Zeitraum des Comecon, in dem man in den „Bruderländern“ der Sowjetunion vorzugsweise Russisch als Zweitsprache lernte; das Englische war verpönt als Sprache des Eisernen Vorhangs und der NATO. Das würde Französisch als neutrale Sprache (die übrigens auch schon vor der Oktoberrevolution in Russland in gehobenen Kreisen populär war) vermuten lassen.