ich lese gerade „Der Aktionär“, und nun wird halt schon wieder einmal eine Pharma-Aktie empfohlen, weil das entsprechende Unternehmen ein Medikament gegen Krebs in einer Phase-II-Studie hat. Diesmal ist es ein Medikament gegen Blasenkrebs.
Dazu meine Frage:
Warum gibt es für jede Krebsart ein eigenes Medikament? Warum nicht „eine Sorte“ Chemotherapie, die Krebszellen überall im Körper vernichtet?
Und noch eine zweite Frage:
Ist das nicht ein bisschen unsinnig, wegen einer Phase-II-Studie die Aktie zum Kauf zu empfehlen? Das dauert doch noch ein paar Jahre bis das Medikament marktreif ist - wenn es überhaupt hilft und zugelassen wird.
Macht es Sinn, schon in der Phase-II-Studie eine Pharmaaktie zu empfehlen? Wie lange kann man noch bis zur Marktreife des Medikaments rechnen, und wie hoch ist überhaupt die Chance, dass es zugelassen wird? Gibt es da Erfahrungswerte, bei welchem Prozentsatz an Studien etwas Sinnvolles rauskommt?
Dazu meine Frage:
Warum gibt es für jede Krebsart ein eigenes Medikament? Warum
nicht „eine Sorte“ Chemotherapie, die Krebszellen überall im
Körper vernichtet?
Weil eben jeder Krebs verschieden ist, in seiner Ursache, in seiner Ausbreitung und in seiner Ausbreitungstendenz.
Demnach kann es das Chemotherapeutikun, nicht geben.
Überspitzt ausgedrückt: gabe ein solche Mittel, dann wäre der Krebs besiegt.
Und noch eine zweite Frage:
Ist das nicht ein bisschen unsinnig, wegen einer
Phase-II-Studie die Aktie zum Kauf zu empfehlen? Das dauert
doch noch ein paar Jahre bis das Medikament marktreif ist -
wenn es überhaupt hilft und zugelassen wird.
Das ist eine Frage an einen Börsianer, nicht an einen Mediziner. Ganz privat (und bitte ohne den geringsten Anspruch auf Richtigkeit: Ich würde mich raushalten…
Dazu meine Frage:
Warum gibt es für jede Krebsart ein eigenes Medikament? Warum
nicht „eine Sorte“ Chemotherapie, die Krebszellen überall im
Körper vernichtet?
es ist sogar noch komplexer.
Selbst bei gleichen Krebsarten kann man nicht jeden Menschen gleich medikamentieren. Auch bei der Chemo wird ein Cocktail zusammengestellt, der bei jedem etwas anders zusammmengesetzt ist.
Ist das nicht ein bisschen unsinnig, wegen einer
Phase-II-Studie die Aktie zum Kauf zu empfehlen? Das dauert
doch noch ein paar Jahre bis das Medikament marktreif ist -
wenn es überhaupt hilft und zugelassen wird.
Entwicklungen in Phase II haben den größten Finanzierungsbedarf. Da macht es für eine kleine Firma schon Sinn, Reklame für ihren Hoffnungsträger zu machen. Der Investor nimmt dann an einer Art Lotterie teil. In solche Einzelaktien zu investieren macht nur Sinn, wenn man den Totalverlust schmerzlos verkraften kann.
Über den Makler erst mal unabhängig Auskünfte einholen.
Udo Becker