Hallo!
Es war mir eben ein bisschen peinlich, als ich in einer Diskussion am Mittagstisch gefragt wurde, warum Bonn eigentlich nach 1949 die Hauptstadt Westdeutschlands war - ich wusste keine Antwort zu geben…
Warum gerade Bonn? Warum nicht Koeln? Oder Muenchen oder Hamburg? Oder Frankfurt? Alle groesser als Bonn.
Kann mich jemand erhellen?
eigentlich sollte es Frankfurt werden, aber Adenauer hat Bonn bevorzugt. Gerüchten zufolge, weil es sehr nahe bei seiner Heimat lag.
Faktum ist aber, daß er durch Intriegenspinnen quer durch die Fraktionen eine Mehrheit für Bonn ergaunerte.
Danke fuer die schnelle Antwort - aber: hatte er denn die Wahl? Konnte er einfach sagen: „Och, da komm ich her, da will ich Bundeskanzler sein - nehmen wir doch mal Bonn.“???
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hatte er denn die
Wahl? Konnte er einfach sagen: „Och, da komm ich her, da will
ich Bundeskanzler sein - nehmen wir doch mal Bonn.“???
Adenauer war bekannt dafür, daß er seinen Willen durchsetzen konnte. Wenn nicht mit sauberen Mitteln dann eben hintenrum.
Darin war er ein Meister.
Er führte über jeden Parlamentarier ein Dossier (hat was mit der und der, was die Frau nicht wissen darf), das er ggf. auch einsetzte.
der entscheidende Faktor für Bonn war,das es sich um ein „Dorf“ handelte…
Denn der erklärte Wille der (noch) 4 Allierten war es schon während
des 2.WK das Deutsche Reich auf Dauer zu zerschlagen und ein Wiedererstarken zu verhindern.Deswegen vereinbarte man ja auch sowohl
die Teilung des Deutschen Reiches als auch der Reichshauptstadt in jeweils 4 Besatzungszonen (UdSSR,USA,GB,F).
Daher hätte jede große (West)Deutsche Stadt mit geschichtsträchtigem
Bezug wie z.B. Frankfurt am Main sofort ein VETO der Allierten ausgelöst.
Von daher kann man von einer glücklichen Fügung sprechen,das Konrad Adenauer während seiner „Exilzeit“ vom Kölner OB-Posten während des
III.Reiches in Rhöndorf weilte…
So konnte er mit Bonn (Beethoven) natürlich viele Pluspunkte bei den Allierten „einheimsen“…
Denn über eines sollte man sich im klaren sein,bis Anfang der 1950er
Jahre hatten die „Besatzer“ in D immer noch das letzte Wort über alles…
Andreas, der Adenauer eher als schlau denn als intrigant
versteht.
Das eine schliesst das andere ja keineswegs aus. Und: nur wer richtig schlau ist, kann auch richtig intrigieren. Dumm erdachte Intrigen fuehren selten zum gewuenschten Ergebnis…
also es gab bekannterweise zwei Kandidaten: Frankfurt und Bonn.
Nun gibt es viele Spekulationen warum Bonn. Neben der Nähe zu Köln (Adenauers Heimat) und allen anderen Möglichkeiten (Bestechung habe ich auch schon öfters gehört) halte ich ein Argument gegen Frankfurt für entscheident:
Bei einer Invasion aus dem Osten (was später auch nicht so unrealistisch war), wäre Frankfurt sehr schnell erreicht gewesen. Bonn hingegen ist viel weiter von der Grenze entfernt und damit hätte man mehr Zeit gehabt.
Wie stichhaltig das Argument ist, weiß ich nicht. Klingt plausibel, aber villeicht sollte man im Militärhistorie-Forum platzieren.
das hab ich in einer Biographie gelesen. Den Titel hab ich leider nicht im Kopf, das Buch hatte ich mir seinerzeit von meinem Vater geliehen, der nach der Lektüre sein Bild von Adenauer erschüttert sah.
entscheidend auch für die Abstimmung war, dass man das Provisorium betonen wollte, und daher ein „Dorf“ bevorzugte. Frankfurt wäre eine echte Metropole geworden und hat ja auch historisch „Anspruch“ als echte Hauptstadt. Dadurch wäre Berlin tatsächlich geschmälert worden.
Andreas
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Als Frankfurter war ich darüber früher ziemlich sauer
Begriffen habe ich eigentlich nur ein Grund für Bonn:
Durch die zunehmend von den Westmächten wahrgenommene
Bedrohung durch die UdSSR war Frankfurt am Main zu
exponiert gelegen als mögliche Hauptstadt. Gegen einen
Panzervorstoss über Fulda durch das Kinzigtal wäre
Frankfurt kaum verteidigbar gewesen. Bonn dagegen wird
durch die Mittelgebirge und den Rhein hervorragend
nach Osten hin abgeschirmt.
Daneben wollten die Briten und die Franzosen eine zu
enge Verbindung einer Deutschen Regierung in Ffm mit
dem US-Kommando für Deutschland in Frankfurt verhindern.