gerade ging hier durch die Nachrichten, dass in Hamburg die Winterhilfe für Obdachlose um 50% zusammengestrichen wird. Könnte man zwar locker mit den Pensionsansprüchen des Herrn Schill bezahlen, aber klar, dass immer bei den Schwächsten gespart wird.
Mir ist allerdings überhaupt nicht klar, wieso es überhaupt Obdachlose in Deutschland gibt. Haben die denn kein Anrecht auf Sozialhilfe und damit eine Sozialwohnung – zur Not bezahl vom Land/der Stadt?
Mir ist allerdings überhaupt nicht klar, wieso es überhaupt
Obdachlose in Deutschland gibt. Haben die denn kein Anrecht
auf Sozialhilfe und damit eine Sozialwohnung – zur Not bezahl
vom Land/der Stadt?
Hi Fritze,
eine sehr gute Frage. Zunächst das Hauptproblem: Man braucht eine gewisse Eigeninitiative, wenn man sich auf eigene Füße stellen möchte. So zB der Gang zu Behörden, Termine einhalten, etc. Es gibt nun viele Menschen, die aus psychischen Gründen oder wegen ihrer Drogensucht völlig antriebslos sind und dazu nicht in der Lage sind. Nun gibt es auch viele sonstige Einrichtungen durch private, öffentliche, kirchliche Träger und Streetworker für diese Fälle. Jedes Schicksal ist eine ganz individuelles. Viele Obdachlose finden so ihren eigenen Weg zwischen Betteln, Kumpanenschaft und der (Aus-)Nutzung aller möglichen Einrichtungen. Nicht eben wenige führen so ein Leben, das ihnen erstrebenswerter erscheint, als Sozialwohnung, früh aufstehen und dann malochen gehen. Viele andere denken nur an die nächste Flasche Fusel, den nächsten Schuß, etc… Viele wissen auch nicht einmal, was eine Behörde ist, wo man eine solche findet oder glauben, sie würden dort erschossen. Die Schicksale sind alle ganz verschieden und ich kann hier nur beispielhaft einige Punkte nennen.
man liest doch aber immer wieder von Horrostories wie dem Ingenieur, der erst arbeitslos, dann geschieden, insolvent und in letzter Konsequenz dann obdachlos wurde. Solche Geschichten rauben mir nachts den Schlaf, denn wer kann heute schon behaupten, sein Job wäre sicher (von Beamten auf Lebenszeit einmal abgesehen).
man liest doch aber immer wieder von Horrostories wie dem
Ingenieur, der erst arbeitslos, dann geschieden, insolvent und
in letzter Konsequenz dann obdachlos wurde. Solche Geschichten
rauben mir nachts den Schlaf, denn wer kann heute schon
behaupten, sein Job wäre sicher (von Beamten auf Lebenszeit
einmal abgesehen).
Hallo Fritze,
ich kann dir dafür garantierten, dass dein Job nicht sicher ist und zu 80% Sicherheit damit zu rechnen ist, dass du in spätesttens 10 Jahren keinen mehr haben wirst als 50-jähriger.
Ergo --> irgendwo Land besetzen und selber Radieschen anbauen, bevor du selbige von unte anguggst
ja. Das liest man immer wieder. Der ABstieg hat aber in so ziemlich allen Fällen die psychische Krise als Ursache. Krach zu Hause -> Alkohol -> Jobverlust -> Schulden -> Scheidung, der Abstieg ist vorprogrammiert. Obige Reihe kann auch anders geordnet werden.
Damit einher geht immer ein massiver Verlust des Selbstbewusstseins. Das wäre aber zmuindest minmal nötig, um die staatlichen Hilfen in Anspruch zu nehmen.
Es gibt einfach viele Menschen, die so wenig Lebenskraft haben, die oft auch nicht wohnfähig sind, daß sie dann eben lieber unter der Brücke schlafen als sich helfen zu lassen.
Am Geld liegt es jedenfalls nicht. Allein Köln gibt jährlich mehrere Millionen aus, um Hotelzimmer für Obdachlose anzumieten, weil die Städte eben niemanden einfach so auf der Straße lassen dürfen.
ich kann dir dafür garantierten, dass dein Job nicht sicher
ist und zu 80% Sicherheit damit zu rechnen ist, dass du in
spätesttens 10 Jahren keinen mehr haben wirst als 50-jähriger.
Erstens machst Du mich wesentlich älter, als ich bin und zweitens würde mich mal interessieren, wie Du die 80% ausgerechnet hast. Oder ist das nur so dahergelabert wie bei den meisten Menschen, die keine Ahnung haben, aber meinen mit so einer Angabe klänge das irgendwie besser?
Ergo --> irgendwo Land besetzen und selber Radieschen
anbauen, bevor du selbige von unte anguggst
Immer nur Radieschen, das wäre mir auf die Dauer zu fad’
Es gibt auch Menschen, die sich die Schuld für ihren Abstieg geben und die Obdachlosigkeit als gerechte Strafe dafür ansehen. Grundsetzlich halte ich Obdachlose als extrem hilfebedürftig; leider geschieht praktisch nichts.
ich kann dir dafür garantierten, dass dein Job nicht sicher
ist und zu 80% Sicherheit damit zu rechnen ist, dass du in
spätesttens 10 Jahren keinen mehr haben wirst als 50-jähriger.
Erstens machst Du mich wesentlich älter, als ich bin und
zweitens würde mich mal interessieren, wie Du die 80%
ausgerechnet hast. Oder ist das nur so dahergelabert wie bei
den meisten Menschen, die keine Ahnung haben, aber meinen mit
so einer Angabe klänge das irgendwie besser?
Sorry Fritz, das ging nicht speziell um dich sondern war ein allgemeines „du“.
Wieso 80%? Das ist pauschalisiert. Ich bin der Meinung, dass diese Wirtschaft so keine 10 Jahre mehr hält. Wenn, dann ist es auaszuschliessen, dass Leute über 50 noch nen Job kriegen/haben.
Also dumm dahergelabert. Warum benutzt Du Zahlen, wenn Du überhaupt keine Anhaltspunkte für deren Richtigkeit hast? Seriöser wäre es gewesen, dann überhaupt keine Zahlen zu nennen. Aber natürlich sieht so ein %-Zeichen immer gut aus, in einer Diskussion. Ich habe auch schon Menschen im gleichen Satz sagen hören, etwas ginge nur in einem von Tausend fällen schief und sei zu 99% sicher. Offenbar auch vollkommen aus der Luft gegriffen, sonst würden solche Peinlichkeiten ja sofort auffallen.
Grundsetzlich halte ich Obdachlose als extrem
hilfebedürftig; leider geschieht praktisch nichts.
Ganz meine Meinung. Aber es ist ja so schön einfach, denen die ohnehin gar nichts haben und sich am allerschlechtesten wehren können, die Zuwendungen zu kürzen.
Derzeit entwickelt sich unsere Gesellschaft scheinbar wirklich zu einer gigantischen Ansammlung von rücksichtslosen Egoisten. Kein Wunder, dass eine Gemeinschaft wie ein „Staat“ dabei in Existenzschwierigkeiten kommt.
Also dumm dahergelabert. Warum benutzt Du Zahlen, wenn Du
überhaupt keine Anhaltspunkte für deren Richtigkeit hast?
Seriöser wäre es gewesen, dann überhaupt keine Zahlen zu
nennen. Aber natürlich sieht so ein %-Zeichen immer gut aus,
in einer Diskussion. Ich habe auch schon Menschen im gleichen
Satz sagen hören, etwas ginge nur in einem von Tausend fällen
schief und sei zu 99% sicher. Offenbar auch vollkommen aus der
Luft gegriffen, sonst würden solche Peinlichkeiten ja sofort
auffallen.
Das war nicht dumm dahergelabert, sonderrn mein persönliches Empfinden für die Wahrscheinlichkeit.
Wenn du keine Zahlen interpretieren kannst, lass es doch einfach
Derzeit entwickelt sich unsere Gesellschaft scheinbar wirklich
zu einer gigantischen Ansammlung von rücksichtslosen Egoisten.
Kein Wunder, dass eine Gemeinschaft wie ein „Staat“ dabei in
Existenzschwierigkeiten kommt.
Das war nicht dumm dahergelabert, sonderrn mein persönliches
Empfinden für die Wahrscheinlichkeit.
Wenn du keine Zahlen interpretieren kannst, lass es doch
einfach
Gelungenes Interpretieren setzt eine eindeutige Vorlage, sowie eine Begründung der Intpretation voraus. Die vermisse ich bei deinen Prophezeiungen.
gerade ging hier durch die Nachrichten, dass in Hamburg die
Winterhilfe für Obdachlose um 50% zusammengestrichen wird.
Könnte man zwar locker mit den Pensionsansprüchen des Herrn
Schill bezahlen, aber klar, dass immer bei den Schwächsten
gespart wird.
Ich nehme an, daß sich Deine Frage auf Deutschland bezieht. Für andere Länder würden nämlich andere Antworten gelten.
In den ersten Nachkriegsjahren und Nachkriegsjahrzehnten gab es kaum Obdachlose (zumindest nachdem die Städte wieder halbwegs aufgebaut waren).
Mit zunehmendem Wohlstand nahm auch die Obdachlosigkeit zu; es ist also in Deutschland kein Armutsproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem.
In Deutschland MUSS niemand obdachlos sein. Jedermann hat Anspruch auf Sozialhilfe und erhält sie auch. Niemand muß auf der Straße schlafen; es gibt überall zumindest Übernachtungsmöglichkeiten und Räume, in denen man duschen kann, seine Wäsche waschen kann oder auch einfache Mahlzeiten erhalten kann.
Manchmal wollen die Obdachlosen diese Hilfe nicht in Anspruch nehmen. Dafür kann es verschiedene Gründe geben: in manchen Heimen ist Alkoholgenuß verboten, und die Leute wollen nicht auf ihr Bier verzichten. In anderen Heimen sind Hunde verboten, aber die Leute wollen ihren Hund mitbringen.
Es gibt auch Obdachlose, die einfach obdachlos sein wollen, so merkwürdig das klingt. Unsere Gesellschaft ist frei; niemand wird dann gegen seinen Willen gezwungen, in eine Unterkunft zu gehen.