Hab einen Artikel in der Bild der Wissenschaft gelesen, in der Stand das man einen Wirkstoff im Beifuß gefunden hätte, das eine effektive Waffe gegen Brustkrebs wäre. Dabei müßte man aber einen Eiweiß hinzuführen das den Eisengehalt in den Krebszellen erhöht da die Substanz ansonsten kaum wirken würde.
Da aber in den Krebszellen mehr Eisen vorhanden ist, sterben zum größtenteil diese Zellen zuerst.
also, ich bin keine Fachfrau auf dem Gebiet der Krebsforschung, aber ich habe mir mal den angegebenen Artikel in der Bild der Wissenschaft und den Orginalabstract von Singh und Lai (Selective toxicity of dihydroartemisinin and holotransferrin toward human breast cancer cells) in der Life Sciences angesehen. Ich finde den Artikel in der BdW nicht sonderlich gut. Oder hast du das mit dem „fügten sie ein Eiweiß bei, dass die Einfuhr von Eisen in die Krebszellen erhöht“ verstanden? Die Autoren des Orginalartikels haben außerdem nicht mit Beifuß behandelt, sondern mit Dihydroartemisinin und ob die in der Petrischale gewonnenen Experimente auf den Menschen übertragbar sind, ist fraglich. Hier werden Hoffnungen geweckt, die so nicht haltbar sind.
Außerdem hört sich der Artikel so an, als ob sich da schwuppdiwupp gerade ein neuer Weg im Kampf gegen Krebs auftut. Einen Artikel (Selective cancer cell cytotoxicity from exposure to dihydroartemisinin and holotransferrin, in Cancer Lett.), der eigentlich ähnliches wie der Artikel jetzt sagt, haben die Autoren Singh und Lai aber schon 1995 veröffentlicht. Scheint also doch nicht alles so einfach zu sein.
Naja, zu deiner Frage mit dem Eisen. Eisen ist wichtig für das Wachstum aller Zellen. Nur wenn Zellen genügend Eisen haben, können sie wachsen. Tumorzellen wachsen aber nun mal ganz besonders schnell und viel (sind halt Tumorzellen). Deshalb nehmen Tumorzellen auch so gut Eisen auf. Sie sind schließlich fehlprogrammierte Zellen, bei denen alles, was mit Wachstum zu tun hat, wohl ein bisschen aus dem Ruder läuft.
Hier liegt auch schon das Problem: Tumorzellen wachsen besonders gut, wenn man viel Eisen zu sich nimmt (deshalb eisenreduzierte Diät bei einigen Krebserkrankungen). Die neue Therapie wirkt aber (vereinfacht ausgedrückt) nur, wenn das Artemisinanalogon zusammen mit Holotransferrin gegeben wird. Und das Holotransferrin steigert wiederum bei den Tumorzellen die Aufnahme von Eisen. Stellt sich die Frage, was letztlich im Kampf gegen Krebszellen besser sein wird: mehr oder weniger Eisen zuführen?
Ich hoffe, ich habe nicht zu viel herumgeblubbert und deine Frage einigermaßen beantwortet.
Außerdem hört sich der Artikel so an, als ob sich da
schwuppdiwupp gerade ein neuer Weg im Kampf gegen Krebs
auftut.
Da muss ich dir recht geben, die meisten Artikeln in der Bild der Wissenschaft scheinen vor Optimismus zu strotzen. Oder die wurden von den Wissenschaftlern bezahlt, damit sie überaus positive Berichte veröffentlichen, so dass die Aktien des Pharma Konzern steigen und das Budget für die Forschung weiterhin gezahlt wird!
Naja, zu deiner Frage mit dem Eisen. Eisen ist wichtig für das
Wachstum aller Zellen. Nur wenn Zellen genügend Eisen haben,
können sie wachsen. Tumorzellen wachsen aber nun mal ganz
besonders schnell und viel (sind halt Tumorzellen). Deshalb
nehmen Tumorzellen auch so gut Eisen auf. Sie sind schließlich
fehlprogrammierte Zellen, bei denen alles, was mit Wachstum zu
tun hat, wohl ein bisschen aus dem Ruder läuft.
Hier liegt auch schon das Problem: Tumorzellen wachsen
besonders gut, wenn man viel Eisen zu sich nimmt (deshalb
eisenreduzierte Diät bei einigen Krebserkrankungen). Die neue
Therapie wirkt aber (vereinfacht ausgedrückt) nur, wenn das
Artemisinanalogon zusammen mit Holotransferrin gegeben wird.
Und das Holotransferrin steigert wiederum bei den Tumorzellen
die Aufnahme von Eisen. Stellt sich die Frage, was letztlich
im Kampf gegen Krebszellen besser sein wird: mehr oder weniger
Eisen zuführen?
Vielen Dank für deine Antwort! Besser hätte ich es vom Bio Lehrer auch nicht beantwortet bekommen!