Man hört immer mal: „Ich hatte eine Menge UNkosten“, womit „Ich hatte Auslagen“ oder „Ich hatte Kosten zu tragen“ gemeint sind.
Wie kam es zu dieser umgangssprachlichen Bezeichnung? In fiskalischer Korrespondenz ist mir der Begriff noch nicht begegnet bzw. habe ich nicht darauf geachtet.
fachsprachlich gibt es diesen Term nicht. Allgemeinsprachlich sind, so würde ich es sehen, Kosten gemeint, die sich gerade nicht direkt auf das Produkt/die Dienstleistung beziehen.
So zum Beispiel Versandkosten - diese fügen dem Produkt ja keinen Mehrwert hinzu, sondern dienen lediglich der Bereitstellung des Produkts.
Kosten seien betrieblich gerechtfertigt, während Unkosten Ausgaben seien, die nicht dem Betriebszweck dienen würden (Abendessen mit Sekretärin, Golfspiel) hingegen nicht). Seine Kunst sei es nun, dem Finanzamt gegenüber aus Unkosten Kosten zu machen.
Aus kaufmännisch-betriebswirtschaftlicher Sicht gibt es - glaube ich - keine Unkosten, nur Kosten. Umgangssprächlich hingegen wird dieses Wort oft benutzt, um unvorgesehene Kosten usw. zu kennzeichnen. Eben mit der Vorsilbe „Un“ (böse, böse).
es geht hier m.M.n. nicht um die Bedeutung des Wortes „Unkosten“ sondern um die Bedeutung der Silbe „Un“, die gefühlsmäßig eher eine Negation darstellt, d.h. „Unkosten“ sind sozusagen „keine Kosten“. Der Sprachgebrauch ist aber eben, dass es sich um Kosten handelt.
Während ich bei Kosten vs. Unkosten keinen Unterschied in der Intensität/Größe beider Aussagen erkenne, ist dieses bei „Wetter“ vs. "Unwetter"deutlich der Fall, hier verstärkt die Silbe „Un“ die Intensität bis in den u.U. lebensgefährlichen Bereich!
Während ich bei Kosten vs. Unkosten keinen Unterschied in der
Intensität/Größe beider Aussagen erkenne, ist dieses bei
„Wetter“ vs. "Unwetter"deutlich der Fall, hier verstärkt die
Silbe „Un“ die Intensität bis in den u.U. lebensgefährlichen
Bereich!
Ich würde sagen bei Wetter/Unwetter ist es weniger die Intensität, sondern mehr die Bewertung des Wetters, die sich verändert. „Wetter“ ist ja erstmal neutral (es kann auch „supertolles Sonnenwetter“ sein, das wäre auch sehr intensiv), ein Unwetter ist eindeutig negativ belegt.
Daher auch meine (evt. etwas mißglückte) Herleitung: „Unkosten“ sind „schlechte“ Kosten, die nicht zur Qualität des Produkts beitragen.
Ich habe einmal, sehr zum Entsetzen meiner Frau (Bankkauffrau), das Wort „Unkostenbeitrag“ verwendet >>
„… Es wird ein Unkostenbeitrag von 5,00 € erhoben …“
Dabei ist diese Formulierung m.E. die einzige, die diesem sog. „Unwort“ gerecht wird. Wenn ich eine Veranstaltung abhalte, die mir/meinem Verein usw. Kosten verursacht, die in irgendeiner Form abgedeckt werden müssen, dann ist ein, von den einzelnen Teilnehmern zu entrichtender Geldbeitrag, der diese Kosten eliminiert, ein „Un“-Kosten-Beitrag, da er dazu führt, dass den Veranstaltenden keine Kosten entstehen.