Hallo Desperado,
ist mir schon fast peinlich, schon wieder ich
und gebe meinen Senf dazu.
Bediene mein nachfolgendes Thema
als Vielredner fast selber.
„schäm“
Dein Thema ist jedoch so was
von so sehr mein Thema und ich muss schreiben:
mir ist bei mir selbst und anderen aufgefallen dass man um
seinen Hunger zu stillen meist genau eine Packung oder andere
Einheit eines Nahrungsmittels konsumiert. Z.B. eine Packung
Nudeln, eine Tafel Schokolade, einen Schokoriegel…
und mir fällt fast jeden Tag, gerade eben auch wieder auf,
wenn ich wieder was Gutes koche und
das kann ich inzwischen super,
dass ich immer eine doppelte Portion mache.
Sieht man mir inzwischen auch reichlich an,
dass ich immer für zwei koche und das alleine esse.
Ich schaffe es seit Jahren nicht,
mir genau die Hälfte weniger zu machen.
Es wird trotz aller guten Vorsätze
und eigener Schelte und dem Ergebnis auf der Waage mit
schlafwandlerischer Sicherheit immer eine doppelte Portion.
Du fragst nach den psychologischen Mustern,
die zu diesem Konsum führen.
Bei Dir eine ganze oder mehr Packung
und bei mir immer die doppelte Portion.
Was mein Problem betrifft,
fragte ich mich jedesmal nach dem Grund.
Ich denke, ich habe keine Lust alleine zu essen
und mein Unbewusstsein sorgt dafür,
dass ich das angesichts der doppelten Portionen
aufgetischt, endlich mitbekomme.
Was Du schreibst, von allem eine Packung zu essen,
geht mir auch so ähnlich, obwohl es jetzt
schon gelingt, dass auch eine offene Tüte Gummitiere,
oder eine offene Tafel Schokolade,
oder offene Nudeltüte einige Zeit
offen und liegen haben kann.
Es gab früher Zeiten, da musste ich alles verputzen,
bis eine oder zwei Packungen weg waren.
Gerade heute:
Eine Tüte 500g wunderbare schwäbische dünne Bandnudeln.
Da stand ich schon gestern abend
und diskutierte mit mir, wieviel ich aus der Tüte nehme.
Heute hatte ich bis 16 Uhr vor den Nudeln
nur einige Bananen gegessen und
war schon dabei die gesamte Nudeltüte in den Topf zu geben.
Doch ich konnte mich noch bremsen.
Das Ergebnis war natürlich statt einer dreifachen,
„nur“ eine doppelte Portion.
Psychologische Ursachen könnten sein:
frühkindliche und auch im Erwachsenenalter
fortgesetzte Eßstörungen, Mangelernährung
Erlebte Essensnot und daheraus die Angst
nicht genug zu bekommen
Über viele Stunden nichts gegessen zu haben
und dann in sich hinein schlingen.
Gier
Essen als Ersatz für andere Bedürfnisse,
die nicht erfüllt werden
Essen als Trost i.S. ich tue mir was Gutes,
Streicheleinheiten, Zuwendung …
Konditionierung in der Kindheit z.B. kennt fast jede/r:
"Bevor Du nicht Dein Teller abgegessen hast,
stehst du nicht vom Tisch auf,
oder gibt es dies oder jenes nicht …
Oder die Angst, es könnte nicht mehr genug da sein,
jemand anderes nimmt mir was weg,
wenn ich nicht schnell alles verputze
Wie damit umgehen?
Ich denke, Du bist auf dem richtigen Weg,
denn wenn Dir Dein Tun schon selber bewusst wird
und Du darüber nachdenkst,
ist das schon fast die halbe Miete
und kann man weitere Schrittte gehen,
sich besser auf die Schliche kommen.
So, ich hoffe, einige Anregungen sind für Dich dabei.
Einen satten Gruß (nach doppelter Nudelpotion) von
Sophia