Warum isst der Mensch genau einen Packungsinhalt?

Hallo,

mir ist bei mir selbst und anderen aufgefallen dass man um seinen Hunger zu stillen meist genau eine Packung oder andere Einheit eines Nahrungsmittels konsumiert. Z.B. eine Packung Nudeln, eine Tafel Schokolade, einen Schokoriegel…

Natuerlich sind die Packungsgroessen auf den durchschnittlichen Hunger der durchschnittlichen Person abgestimmt - aber ist jeder Hunger durchschnittlich und jede Person ein Durchschnittsmensch?

Welche psychische Blockade hindert den Menschen daran z.B. eine dreiviertel oder eine eineinviertel Tafel Schokolade zu essen?

Warum stellt sich das Saettigungsgefuehl genau dann ein wenn nichts mehr in der Packung ist und nicht irgendwann waehrend des Konsums der ersten oder zweiten Packung von etwas?

Gibt es eine psychologische Erklaerung fuer dieses Phaenomen?

Gruss und Dank

Desperado

Gute Frage!

Ich selber esse nur so, wie ich Hunger habe- und da bleibt oft 1 Bissen vom Brötchen übrig-- ein paar Pommes auf dem Teller…

Vermutlich bei vielen anders, weil man isst ohne in sich reinzuhören, wann man satt ist-- und weil man doch „die zwei Bissen“ sowieso noch runterbringt!!

Dann- ganz ehrlich- wurde ich ja auch schon komisch angeblickt, wenn ich was liegen liess…- der Teller „muss“ halt leer sein :wink:

Ich denke- keiner denkt darüber nach!
Das Essen geht rein- schmeckt-- also fott damit*gg*

Kitty

Hallo Desperado,

ist mir schon fast peinlich, schon wieder ich
und gebe meinen Senf dazu.
Bediene mein nachfolgendes Thema
als Vielredner fast selber.
„schäm“
Dein Thema ist jedoch so was
von so sehr mein Thema und ich muss schreiben:

mir ist bei mir selbst und anderen aufgefallen dass man um
seinen Hunger zu stillen meist genau eine Packung oder andere
Einheit eines Nahrungsmittels konsumiert. Z.B. eine Packung
Nudeln, eine Tafel Schokolade, einen Schokoriegel…

und mir fällt fast jeden Tag, gerade eben auch wieder auf,
wenn ich wieder was Gutes koche und
das kann ich inzwischen super,
dass ich immer eine doppelte Portion mache.
Sieht man mir inzwischen auch reichlich an,
dass ich immer für zwei koche und das alleine esse.
Ich schaffe es seit Jahren nicht,
mir genau die Hälfte weniger zu machen.
Es wird trotz aller guten Vorsätze
und eigener Schelte und dem Ergebnis auf der Waage mit
schlafwandlerischer Sicherheit immer eine doppelte Portion.

Du fragst nach den psychologischen Mustern,
die zu diesem Konsum führen.
Bei Dir eine ganze oder mehr Packung
und bei mir immer die doppelte Portion.

Was mein Problem betrifft,
fragte ich mich jedesmal nach dem Grund.
Ich denke, ich habe keine Lust alleine zu essen
und mein Unbewusstsein sorgt dafür,
dass ich das angesichts der doppelten Portionen
aufgetischt, endlich mitbekomme.

Was Du schreibst, von allem eine Packung zu essen,
geht mir auch so ähnlich, obwohl es jetzt
schon gelingt, dass auch eine offene Tüte Gummitiere,
oder eine offene Tafel Schokolade,
oder offene Nudeltüte einige Zeit
offen und liegen haben kann.
Es gab früher Zeiten, da musste ich alles verputzen,
bis eine oder zwei Packungen weg waren.
Gerade heute:
Eine Tüte 500g wunderbare schwäbische dünne Bandnudeln.
Da stand ich schon gestern abend
und diskutierte mit mir, wieviel ich aus der Tüte nehme.
Heute hatte ich bis 16 Uhr vor den Nudeln
nur einige Bananen gegessen und
war schon dabei die gesamte Nudeltüte in den Topf zu geben.
Doch ich konnte mich noch bremsen.
Das Ergebnis war natürlich statt einer dreifachen,
„nur“ eine doppelte Portion.

Psychologische Ursachen könnten sein:
frühkindliche und auch im Erwachsenenalter
fortgesetzte Eßstörungen, Mangelernährung

Erlebte Essensnot und daheraus die Angst
nicht genug zu bekommen
Über viele Stunden nichts gegessen zu haben
und dann in sich hinein schlingen.
Gier

Essen als Ersatz für andere Bedürfnisse,
die nicht erfüllt werden
Essen als Trost i.S. ich tue mir was Gutes,
Streicheleinheiten, Zuwendung …

Konditionierung in der Kindheit z.B. kennt fast jede/r:
"Bevor Du nicht Dein Teller abgegessen hast,
stehst du nicht vom Tisch auf,
oder gibt es dies oder jenes nicht …

Oder die Angst, es könnte nicht mehr genug da sein,
jemand anderes nimmt mir was weg,
wenn ich nicht schnell alles verputze

Wie damit umgehen?
Ich denke, Du bist auf dem richtigen Weg,
denn wenn Dir Dein Tun schon selber bewusst wird
und Du darüber nachdenkst,
ist das schon fast die halbe Miete
und kann man weitere Schrittte gehen,
sich besser auf die Schliche kommen.

So, ich hoffe, einige Anregungen sind für Dich dabei.

Einen satten Gruß (nach doppelter Nudelpotion) von
Sophia

Hallo,

ich denke, da gibt es viele Gründe - evolutionäre, kulturelle,
ökonomische usw.

Von Natur her sind wir sicher darauf ausgerichtet, dann reichlich
Nahrung aufzunehmen und auch zu speichern, wenn genug da ist.
Andernfalls hätten die Vorfahren Hungerzeiten nicht überlebt.

Kulturell schleppen wir auch eine Rucksack mit uns. Für die
Großeltern war es noch üblich , alles aufzuessen, was auf den
Teller kam. Essen war nicht immer reichlich vorhanden und mußte
mühsam erarbeitet werden. Etwas wegzuwerfen, was noch genießbar
ist, kam nicht in Frage. Kinder mußten oft unter Zwang aufessen.
Sowas wirkt auch über Generationen nach.

Ökonomisch ist es auch heute natürlich so, daß man versucht
ein optimales Preis-Leistungsverhältnis zu erreichen.
Essen kostet immer noch Geld, und muß bezahlt werden.
Gesundes Essen kostet oft etwas mehr als Fastfood (auch wenn’s
nicht wirklich stimmt, so scheint es doch meist so).
Also wirft man nix weg, auch wenn es besser wäre.
„Lieber sich den Hals verrenken, als was verschenken“ .

Die Situation, daß Essen für die Masse der Bevölkerung immer
reichlich vorhanden ist und noch schlimmer, daß es zu viel
Energie beinhaltet, ist wohl in der Geschichte der Menschen
bisher einmalig.

Gruß Uwi

mir ist bei mir selbst und anderen aufgefallen dass man um
seinen Hunger zu stillen meist genau eine Packung oder andere
Einheit eines Nahrungsmittels konsumiert. Z.B. eine Packung
Nudeln, eine Tafel Schokolade, einen Schokoriegel…

Natuerlich sind die Packungsgroessen auf den
durchschnittlichen Hunger der durchschnittlichen Person
abgestimmt - aber ist jeder Hunger durchschnittlich und jede
Person ein Durchschnittsmensch?

Welche psychische Blockade hindert den Menschen daran z.B.
eine dreiviertel oder eine eineinviertel Tafel Schokolade zu
essen?

Warum stellt sich das Saettigungsgefuehl genau dann ein wenn
nichts mehr in der Packung ist und nicht irgendwann waehrend
des Konsums der ersten oder zweiten Packung von etwas?

Gibt es eine psychologische Erklaerung fuer dieses Phaenomen?

Gruss und Dank

Desperado

Erziehung
Hi Desperado,

in meinem Fall behaupte ich, ist es anerzogen.

„Den Löffel voll heb ich aber jetzt nicht auf“
„Mach den Topf doch noch leer“
„Das kann ich doch jetzt nicht wegschmeissen“

Nur einige Sprüche meiner Mutter (Kriegskind, selber gut genährt). Wenn man das jeden Tag wieder hört, bleibt was hängen. Nur wenn ich gut aufpasse kann ich mich heute ganz bewusst anders entscheiden. Unbewusst esse ich meine ganze Portion einfach auf.

Gegen das Argument mit dem Wegschmeissen predige ich mir selbst immer 2 Dinge: 1. Man kann es einfrieren 2. Sich das Zeug als Fett auf die Hüften zu legen ist noch viel schlimmer als weggeschmissen.
Hilft aber nicht immer.

Grüße
kernig

Hallo,

tut er doch gar nicht.

Wo käm ich hin, wenn ich eine ganze Tafel Schokolade auf einmal esse? Wahrscheinlich in diese „Ich-bin-zu-fett-was-soll-ich-tun?“-Sendungen. Möglicherweise aber mit dem Kopf über die Kloschüssel. Warum soll ich mir 500g gekochte Nudeln reinschieben?

Nunja, vielleicht liegt es daran, daß ich in er Kindheit immer unterernährt war, weil ich nicht essen wollte. Dann kam die typische Nummer von: „Du bleibst sitzen, bis Du aufgegessen hast!“ Lange haben meine Eltern das aber nicht durchgehalten und seither bestimme ich, wieviel ich esse oder nicht esse.

Ehrlich gesagt kenne ich auch nicht so viele Menschen, die sich ihr Eßverhalten von der Packungsgröße bestimmen lassen. Aber ich will nicht ausschließen, daß es Menschen mit dem von Dir beschriebenen Verhalten gibt. Es gibt ja auch die Ernährungstheorie, die besagt, würden wir wirklich mal aufpassen auf das was wir tut, wenn wir essen, würden wir meistens die Hälfte liegen lassen. Halt aufhören, wenn man satt ist. Würde man so essen, nähme man automatisch ab, vorausgesetzt, man hatte Übergewicht. Also auf seinen Körper hören. Das geht denen wohl ab, die soch eine Ein-Personen-Mahlzeit mit 500 gr Nudeln kochen und essen, bloß weil es eben eine Packung ist.

Natuerlich sind die Packungsgroessen auf den
durchschnittlichen Hunger der durchschnittlichen Person
abgestimmt -

Das stimmt ja so auch nicht. Eine 500gr Packung Penne haben locker fast 1800 Kalorien, das ist wohl ein ganz klein wenig viel pro Mahlzeit für eine einzelne Person - es sei denn man ist sonst fast nix mehr. Wäre schön, wenn es mehr Packungsrößen pro Person berechnet gäbe.

aber ist jeder Hunger durchschnittlich und jede
Person ein Durchschnittsmensch?

Nein, zum Glück nicht

Welche psychische Blockade hindert den Menschen daran z.B.
eine dreiviertel oder eine eineinviertel Tafel Schokolade zu
essen?

Sag Du’s mir, ich hör auf, wenn ich genug habe.

Warum stellt sich das Saettigungsgefuehl genau dann ein wenn
nichts mehr in der Packung ist und nicht irgendwann waehrend
des Konsums der ersten oder zweiten Packung von etwas?

Tut es nicht. Das Sättingungsgefühl stellt sich viel früher ein. Wir ignorieren es nur bzw. nehem uns beim essen nicht die Zeit die es braucht um zu realisiren, das es nun gut ist.

Gibt es eine psychologische Erklaerung fuer dieses Phaenomen?

Haufenweise. In jedem Buch über Ernährung wirst Du eine andere finden.

Gruss und Dank

Nicht dafür

Beste Grüße

Avera

Hallo Desperado!

Ein Argument könnte auch sein, dass die Pakungsgröße einiger Produkte sich dem Verbrauch anpasst.

Es gibt schon Leute die untersuchen, wie groß eine geeignete Verpackung sein muss. Dabei kommt dann so etwas merkwürdiges wie „ein viertel Pfund“ raus (z.B. beim schottischen Spezialitätenrestaurant der Viertelpfünder mit Käse).

Es gibt aber auch Produkte, die sind eher auf Nachhaltigkeit ausgelegt, d.h. der Konsument soll nicht direkt alles auf einmal essen. Ich habe hier gerade eine Packung „Dickmann’s“ vor mir stehen - die werde ich (hoffentlich) nicht alle auf einmal essen (Und deswegen werden sie in einer „Frischebox“ verkauft).

Bei der Schokolade und den Gummibärchen im Schrank wird es aber anders laufen, die haben eine weitaus niedrigere Halbwertzeit…

Apropros Gummibärchen: hier gibt es unterschiedliche Packungsgrößen - z.B. die Saftbären von Haribo (175gr) enthalten weniger (weil sie vielleicht auch eine etwas bewusster essende Zielgruppe haben) als die Gummibärchen (200 und 250gr). Bei Aldi ist es vielleicht noch eine andere Zielgruppe, hier ist die Packungsgröße glaube ich 250gr oder 300gr. Es gibt noch die Minis in mehreren kleinen Portionsbeuteln, die haben 250gr und sollen wohl nicht alle auf einmal gegessen werden.

Aber wie gesagt - das wird mittlerweile alles auch experimentell untersucht und den Kundenbedürfnissen angepasst. Dabei ist das ja nicht unbedingt schlecht - denn wenn es bei Dir so läuft, dass immer alles verbraucht wird, so wird eine Verschwendung vermieden.

Lieben Gruß
Patrick

Hallo lieber Patrick!

Es gibt aber auch Produkte, die sind eher auf Nachhaltigkeit
ausgelegt, d.h. der Konsument soll nicht direkt alles auf
einmal essen. Ich habe hier gerade eine Packung „Dickmann’s“
vor mir stehen - die werde ich (hoffentlich) nicht alle auf
einmal essen (Und deswegen werden sie in einer „Frischebox“
verkauft).

… und, wieviel „Dickmann´s“ haben in der „Frischebox“ bis jetzt überleben können?

Aber wie gesagt - das wird mittlerweile alles auch
experimentell untersucht und den Kundenbedürfnissen angepasst.

Und, den Umsatzbedürfnissen und Gewinnmargen der herstellenden Unternehmen.

Lieben Gruß
Sophia

Hi,
natuerlich wurden hier viele zutreffende Sachen erwaehnt (kulturell - Teller muss leer sein… waehrend in einer anderen Kultur zB ein bisschen auf dem Teller verbleiben sollte. Kriegskinder & deren Kinder und Kindeskinder, etc etc etc). Und ja, die Packungsgroessen sind nicht nur zufaellig so, da wird sicher einiges an Marktforschung betrieben. Wobei aber umgekehrt auch die Packungs- bzw Portionsgroessen das Essverhalten beeinflussen (siehe ‚super size it‘).

Aber dennoch bin ich der Meinung, dass der Grund, warum ich, wie Du sagst ‚genau einen Packungsinhalt‘ esse, ein viel einfacherer ist:

Die meisten Menschen essen nicht ‚bewusst‘ genug (sondern eben nebenbei beim Fernsehen oder internetsurfen oder oder oder), um zu merken, dass sie satt sind. Bzw ich merke manchmal, dass ich ‚eigentlich‘ satt bin, aber es schmeckt halt…

Wenn aber die Packung alle ist, dann hoert man automatisch auf!
Nix mehr da, alle! Und ne neue Packung aufmachen kommt gar nicht in die Tuete, eh, in Frage, denn ich bin ja eh nicht hungrig!

Vorher aufzuhoeren wuerde ja bedeuten, dass ich mir es etwas bewusster machen muesste, dass ich gerade nur am Naschen bin.

Psychologisch gesehen ist dies der gleiche Grund, warum zB Iren (oder alle anderen, die ‚closing time‘ haben) trinken, bis das Pub zumacht (oder auf ner Party eben bis der Alk ausgeht). I’m having fun, and why should I stop having fun unless there is a reason for it?

gruss, isabel

hallo desperado,

deine frage suggeriert ja bereits daß es eine tatsache ist.
ich habe im juni zum geburtstag eine tafel schokolade bekommen, die immer noch auf dem tisch liegt und stück für stück aufgefuttert wird. weder verbrauche ich eine ganze packung nudeln, noch reis, noch kartoffeln.
eigentlich ist es eher die ausnahme, wenn ich eine packung komplett leere. außer bei sahne, da sind aber nur 200g drin.

strubbel
V:open_mouth:)

Hi,

wo lässt Deine Fragestellung zu, dass es auch anders sein könnte? Manche knabbern an ihrem Essen tagelang, wochenlang und auch länger. Manche brauchen zwei Packungsgrößen oder / und diese häufiger.

Erinnere ich mich an diverses Kantinenessen, so habe ich den Eindruck, dass die Menschen teils mangels Zeit das Essen eher schlingen denn essen bzw. gar genießen. Essen sollte auch was mit Geschmack zu tun haben, und da gehen - gerade beim Kantinenessen - die Geschmäcker auseinander. Und wenn man das Schlingen gewohnt ist, auch am Morgen sich wenig Zeit nimmt, weil man lieber noch eine Mütze voll Schlaf nimmt, isst man hier wieder nicht sonderlich bewußt. Dadurch isst man wohl zumeist eher mehr. Teils haben Menschen kein gutes Körpergefühl und können nicht gut einschätzen, wann sie wirklich satt sind. Und da Menschen sich für Elementares gerade mitunter am wenigsten Zeit nehmen, z.B. für bewußt zu essen, isst man teils lieber auf, weil alles wieder aufräumen, kostet auch wieder Zeit, die man ja nicht hat. Manche futtern auch kompensatorisch in sich was rein: Ersatzfutter! Manche kennen auch den Futterneid, wenn man meint der Nachbar habe mehr bekommen, sich drüber ärgert, ohne bei sich reinzuhorchen, was der Magen selbst tatsächlich haben möchte. Je größer die Teller sind, desto weniger sieht das Essen aus. Und schon könnte einem die menschliche Gier ein Schnippchen schlagen und Hunger anzeigen. Die Frage wäre dann zwar wonach einem hungert… doch dafür ist zumeist keine Zeit in sich zu gehen. Mit der Gewohnheit werden die Packungseinheiten auch sich anpassen, zumeist wird nach oben korrigiert. In manchen Kulturkreisen gilt es als mindestens unhöflich bishin zu beleidigend, isst man nicht mit bzw. auf. Das fiel mir sehr spontan ein und es gibt sicherlich viel mehr Gründe. Doch meines Erachtens ist der Hauptgrund ein zunehmend mangelnder Bezug der Menschen zu ihrem Körper und zu dessen Bedürfnissen.

Beim Kantinenfutter kann man teils halt nur sehr bedingt wählen. Sich selbst Essen kochen und mit zur Arbeit nehmen, ist meist zu zeitaufwendig. Und wer würde schon unbedingt am Morgen wissen, worauf er mittags Lust hat? Tja, und wer weiß was ihm gerade von Herzen schmecken würde, der hat möglicherweise nicht das Geld dazu. Frische Lebensmittel sind in der Regel teurer als Fertigfutter. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und teils sind die Geschmacksknospen so abgestumpft, dass man gar nicht mehr schmeckt, wie eklig das Essen teils ist. Da mag es in gewisser Weise auch ein Vorteil sein, wenn man so seine Essrationen in Portionen hat. Im Grunde sollte die Esskultur eine ganz andere sein. Sprich mit Leuten zusammen essen, die man mag, mit denen man sich austaucht und mit denen man das Essen zusammen genießtund sich dabei Zeit lässt. Doch wir leben ja in einer schnelllebigen Zeit…

Nachfolgendes Bild mit Text finde ich recht bezeichnend für das Verhalten doch nicht gerade weniger Menschen hierzulande und heutzutage:
http://www.basicthinking.de/blog/2007/03/23/wann-bru…

Wenn’s das nur mit Sushi gäbe. :smile:))

Ciao,
Romana

Hi Kitty,

Dein beschriebenes Essverhalten klingt gesund. Sehr viel weniger Menschen würden Reste nicht stehen lassen, weil a, das Aufräumen nicht lohnt. Und in welchem Restaurant, Stehimbiss… kann man sich schon eine halbe Hähnchenkeule und zwei Pommes Frites einpacken lassen? Zumindest nicht ohne dass doof geguckt wird.

Weshalb ich jedoch antworte, mag sein, dass man meint, nichts verkommen lassen zu dürfen. Denn das sind ja wertvolle Lebensmittel, für die man auch bezahlt hat. Andernorts verhungern die Leut’…

Ich denke nur nicht, dass man wirklich spart bzw. etwas gewinnt, wenn man über den Hunger hinaus isst. Denn in der einen oder anderen Form rächt sich das, z.B. in Form von Übergewicht, Erkrankungen unterschiedlicher Art.

Bewusstes Essen ist in gewisser Weise auch Luxus. Man muss sich die Zeit nehmen in sich reinzuhören, was einige erst wieder lernen müssten und man muss sich die Zeit nehmen das was der Körper sich wünscht, auch zu bekommen, zur Not hat man selbst zu kochen, was bei Berufstätigen außer Haus schon wieder eine größere Hürde darstellt. Die Mittagspause in Firmen ist oft nur eine halbe Stunde bis Stunde. Bis man in der Kantine ist bzw. sich was in der nächsten Metzgerei oder Supermarkt geholt hat, ist die Mittagspause fast schon vorbei. Ergo, Schlingen ist angesagt. Manche Firmen gingen zwar auf längere Mittagspausen mittels Ausstempeln gar ein, doch länger als nötig will auch fast niemand in der Arbeit verbringen.

Ich erlebe sehr viel mehr Menschen die auf Qualität beim Kauf von Dingen achten, z.B. Schuhe, Auto, Kleidung… indes beim Essen Qualität trotz zunehmden Bewußtseins immer noch hintan zu stehen scheint. Hauptsache satt is(s)t man.

Ciao,
Romana