Neulich fiel einem Kollegen und mir auf, dass sehr viel Geflügel (Truthahn, Huhn, Gans, Ente usw) gegessen wird, aber wir beide noch nie gehört haben, dass jemand einen Schwan gegessen hätte.
Ist ein Schwan vielleicht ungenießbar? Oder liegt es daran, dass er so schön ist? Aber eine Ente ist ja auch schön.
Ist es vielleicht in anderen Ländern üblich einen Schwan zu essen?
wenn ich recht informiert bin, war Schwan früher bei großen Banketten recht beliebt. Das Fleisch schmeckt aber wohl nicht besonders. Scheinbar ist auch eine geschäftsmäßige Zucht/Mast/Haltung nicht so einfach.
Schwan ist Geflügel. Kann man essen. Gehört zur Familie der Entenvögel und zur Ordnung der Gänsevögel…
Isst man auch: In China nennt man den Schwan auch „Himmelsgans“ und wird zubereitet wie Peking-Ente…
Schwäne wurden auch früher hier in D serviert. Das Halten von Schwänen war jahrhundertelang ein Hoheitsrecht.
Warum man Schwäne heute nicht mehr auf der Speisekarte findet? Kein Ahnung - evtl. weil sie so „schön“ sind?? Aber können täte man, wenn man wollte, weil dürfen täte man, wenn man sich traute…
hier bei uns haben letztes Jahr Ausländer (wer wohl sonst??!!) einen Schwan gefangen und zu Essenszwecken gemeuchelt. Zum Glück kamen anständige Deutsche vorbei, haben die Polizei informiert, und dann ging es auch noch durch die Lokalpresse.
warum keine Hunde? Alldieweil es in D verboten ist, Hunde zu Nahrungszwecken zu schlachten (BGBl. 1, 1986, S. 398).
Also können tut man, dürfen darf man nicht.
In Asien werden aber Hunde zu Nahrungszwecken geschlachtet.
Artikel hierzu siehe: http://www.morgenwelt.de/638.html
mein Großvater hat nach dem Krieg auch Schwäne gefangen und verspeist. Nach seiner (und auch der Meinung der anderen Esser) war das Fleisch aber kein geschmackliches Spitzlicht.
Es soll wohl eher tranig/talkig geschmeckt haben.
etwas ot…
zum Thema Schwäne essen:
Auf einer meiner Azubi- Reisen erzählte mir die philippinische Besatzung des Containerschiffs sie hätten auf der letzten Reise im Hafen „goose with long neck“ geangelt, versehentlich, eigentlich wollten sie Fische. Aber der Vogel wäre auch sehr delikat gewesen- ob das eine europäische Spezialität sei. Ich stand voll auf dem Schlauch und konnte gar nichts dazu sagen, weil Gänse mit langem Hals mir einfach nicht bekannt waren.
Nach etwa zwei Wochen lief eines dieser unsäglichen Karaoke- Videos mit bewegter Foto-Love-Story vor romantischer Kulisse und als das Pärchen an einem hübschen See vorbeispazierten riefen vier man hoch ganz aufgeregt: „Look, this is goose with long neck…veery delicious…“
hier bei uns haben letztes Jahr Ausländer (wer wohl sonst??!!)
einen Schwan gefangen und zu Essenszwecken gemeuchelt. Zum
Glück kamen anständige Deutsche vorbei, haben die Polizei
informiert, und dann ging es auch noch durch die Lokalpresse.
Warum auch nicht: Tageszeitungen pflegen über Straftaten zu berichten.
Danke für die schnelle Antwort, es stimmt also, dass er eher
ungenießbar ist.
das halte ich nicht für bewiesen.
was die salmomonellen betrifft, so waren die damals noch nicht bekannt und daher keinen einfluß auf die auswahl gehabt haben, wenn er schwan zur genüge gegart worden ist.
fleisch gab es außerdem im übermaß. gemüse essen kannte man dagegen kaum.
und was heißt tranig? eskimos essen mit wachsender begeisterung walfleisch, iren hammeleintopf und wer weiß, was andere völker noch so alles essen, worauf unsere geschmacksnerven nicht geeicht sind. (außerdem möchte ich nicht wissen, was die zu dem dreck sagen würden, den man hier fertig abgepackt verzehrt.)
eine nachmittelalterliche szene, ein bankett mit kaiser und adel, bei dem schwan serviert wurde, haben wir vor ein paar jahren mal gründlich recherchiert und geschrieben.
meine theorie: schwan zu essen war den menschen höheren standes vorbehalten, weil der vogel so etwas majestetisches an sich hat. fand sich ja auch gern in den schloßparks ein. du glaubst doch nicht, daß zu zeiten, in denen der einfache mensch noch nicht mal selbst sein wild erlegen durfte, ohne der wilderei angeklagt zu werden, einen so edlen vogel einfach so braten durfte.
hör ich Dich das „Olim lacus colueram“ des gebratenen Schwans aus den Carmina Burana schmettern…
Die Tabuisierung kann m.E. auch mit der Größe des Bratens zu tun haben, vgl. Pferd: Mehr als zwei Leute aus dem gemeinen Volk auf einem Haufen sind potentiell gefährlich, alldieweil sie bereits den Keim eines Aufruhrs mit sich am Tisch sitzen haben.
hör ich Dich das „Olim lacus colueram“ des gebratenen Schwans
aus den Carmina Burana schmettern…
na besser nicht!
zur veranschaulichung reste einer alten webseite von mir (an die ich aber nicht mehr editierenderweise rankomme): http://members.aol.com/annjabusch/photo.htm
Die Tabuisierung kann m.E. auch mit der Größe des Bratens zu
tun haben, vgl. Pferd: Mehr als zwei Leute aus dem gemeinen
Volk auf einem Haufen sind potentiell gefährlich, alldieweil
sie bereits den Keim eines Aufruhrs mit sich am Tisch sitzen
haben.
das kann gut sein. die biester können ja auch ganz schön respekt einflößen.
mein Großvater hat nach dem Krieg auch Schwäne gefangen und
verspeist. Nach seiner (und auch der Meinung der anderen
Esser) war das Fleisch aber kein geschmackliches Spitzlicht.
Es soll wohl eher tranig/talkig geschmeckt haben.
Hallo,
ich denke mal, allgemein dürfte älteres, gefangenes Wildgefügel ziemlich zäh und nicht so das geschmackliche Highlight sein. Auch wilde Ente oder Gans.
Ich vermute, wenn man Schwäne mästen und jung genug schlachten würde, wären sie einem Gänsebraten nicht so unähnlich. Den hauptgrund, warum sie nicht gegessen werden sehe ich darin, dass sie relativ ungesellige Tiere sind, die sich nicht in der Massentierhaltung züchten lassen.
Also der Kaiser Nero soll Schwäne als Leibspeise gehabt haben. Bei Banketten wurden Schwäne teilweise gehäutet, dann gekocht und wieder mit Haut und Federn bezogen als optisches Highlight. In Asien isst man übrigens auch Pfauen, in Deutschland gab es eine Zeit lag Artenschutz für den Schwan ich denke das hat uns das Schwanenessen abgewöhnt.
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Die Tabuisierung kann m.E. auch mit der Größe des Bratens zu
tun haben, vgl. Pferd:
hm, ein Schwein und ein Rind sind aber etwas größer als ein Schwan und werden recht gerne verspeist.
Warum sollte der Schwan nicht auch in Teilen gegessen werden?
also, in England isses meines Wissens nach so, daß alle Schwäne der Königin gehören (und früher dem König).
Da war es also vermutlich so, daß Otto Normalverbraucher (das gesetz ist angeblich aus dem 12. Jhd) langsam verlernte, die zuzubereiten…
Das mit dem tranigen Geschmack ist mir allerdings auch sehr plausibel - die meisten Schwäne sind wohl auch zu alt - Geflügel wird ja eher jung (unter 1 Jahr alt) gegessen…
(Alter Karpfen muffelt auch manchmal so grauslich es gilt also auch bei Tieren: Man ist, was man ißt)
Warum sollte der Schwan nicht auch in Teilen gegessen werden?
das fragt sich schon, ist ja von meiner Seite auch spekulativ - aber Wendys Vermutung betreffend Schwäne als königliches Privileg geht schon auch in die Richtung.