Warum ist Ärzten mein Problem egal?

Hallo

Ich habe seit ein Problem, das ich schon immer habe, aber in den letzten Jahren wird das immer schlimmer. Und zwar passiert es mir recht häufig, daß ich mich versehentlich verschlucke. Meine Mutter meinte, daß ihr das schon aufgefallen wäre, als ich noch klein war, daß ich mich häufiger verschluckt hätte, als andere Kinder.
Mittlerweile ist es so weit, daß ich einige Speisen, die etwas „rutschig“ sind, nicht mehr essen kann, weil ich mich da praktisch darauf verlassen kann, daß jeder zweite Bissen im falschen Gang landet. Aber auch ohne daß ich etwas esse, passiert es mir fast täglich, daß mir Speichel im Hals runterläuft, und nicht den richtige Weg findet. Manchmal spüre ich das direkt, daß Speichel nach hinten läuft, ich spüre wie der in den falschen Hals gerät, aber es passiert nichts. Auch bewusst kann ich nichts tun, die gesamte Muskulatur im Hals-Rachenraum ist in dem Moment wie abgeschaltet, ich fühle das Unheil kommen, und kann nichts dagegen unternehmen.
Besonders schlimm ist es Nachts, weil es immer wieder vorkommt, daß Magensäure den Hals hochkommt, und dann eingeatmet wird. Dann wache ich auf, und nichts geht mehr. Der Hals ist völlig dicht, keine Luft geht mehr rein oder raus. Mehr als einmal habe ich schon gedacht: „das war es jetzt wohl, da komme ich nicht mehr lebend raus“. Hilfe holen kann ich nicht, erstens könnte ich am Telefon sowieso nicht sprechen, und selbst wenn, bis ein Notarzt da ist, ist es sowieso zu spät.
Ich habe schon mehrere Ärzte aufgesucht deswegen, aber die interessiert das gar nicht. Die sehen scheinbar nur 2 Dinge:

  1. bin ich „nur“ Kassenpatient
  2. bin ich allergisch auf Hausstaub.
    Sobald die das wissen, wollen die nur die Allergie behandeln, und jede andere Krankheit ist denen egal. Mehr als kommentare wie „Sie haben eben etwas erhöhte Speichelproduktion, da kommt sowas schon mal vor“, die ohne jede Untersuchung abgegeben werden, bekomme ich da aus den Ärzten nicht heraus. Das ist doch wohl ein schlechter Witz. Wie kann ich einen Arzt dazu bringen, sich das Problem mal genauer anzusehen? Sowas passiert doch nicht einfach so. Die Allergie dagegen ist mir völlig schnuppe, Was ich nach Meinung der Ärzte da alles tun sollte, ist geradezu lachhaft. Ich müsste mein ganzes Leben nur noch auf die Allergie ausrichten. Und das, obwohl ich mit der Allergie keinerlei Probleme habe, nach dem Aufstehen wird mal kräftig durchgeschnäutzt, und den Rest des Tages lässt die mich in Ruhe. Warum also sollte ich mir deswegen irgendwelche Aktionen antun. Da finde ich das Problem mit dem Fehler beim Schluckreflex wesentlich gravierender. Nur wie macht man das einem Arzt klar?

Hallo Brainstorm,

wenn du tatsächlich einen gestörten Schluckreflex hast und nicht nur eine Allergie, die dir „schnuppe ist“, und eine gastro-oesophageale Refluxkrankheit (GERD), die zum Hochsteigen der Magensäure, besonders nachts, führt, dann solltest du mal einen Neurologen aufsuchen.

Soweit man deinen verärgerten Report per Distanz beurteilen kann, scheint mir die GERD die ausschlaggebende Ursache deiner Beschwerden zu sein.

Montanus

Guten Morgen,

Und das, obwohl ich mit
der Allergie keinerlei Probleme habe, nach dem Aufstehen wird
mal kräftig durchgeschnäutzt, und den Rest des Tages lässt die
mich in Ruhe.

Hast du dir schon mal überlegt, dass die Allergie Grund für die übermäßige Speichelproduktion sein kann und wenn du die Allergie angehst, sich das andere Problem im Nachzug erledigt?

Der Körper ist eine Einheit und besteht nicht aus einzelnen Teilen und Symptomen.

Falls dies nicht der Fall ist und du trotz behandelter Allergie das gleiche Problem weiter hast, kannst du zumindest den Arzt leichter auf die Problematik hinweisen und veranlassen, dass er sich darauf konzentriert.

Gute Besserung!
GWS

Hallo Br.,

Das muss doch erstmal schulmedizinisch vollständig abgeklärt werden durch eine Spiegelung.

Das wundert mich, dass man in der Hinsicht noch nichts gemacht hat ?

Und dann kann man das auch noch durch eine gesunde Lebensweise in einem gewissen Rahmen beeinflussen:

Alkohol, Zigaretten, Fleisch, Süßigkeiten, aber auch dinge wie Orangensaft oder Cola verstärken solche Probleme;
insbesondere, wenn man abends sowas zu sich nimmt, entstehen nachts solche probleme.

Milch (in Maßen) wirkt dem entgegen.

Auch säuereneutraliserende Mittel auf Basis z.B von Hydrotalcit wirken den Symptomen entgegen, und haben in Maßen genommen, kaum nebenwirkungen.

Teilweise ist durch eine gesunde Ernährung und Einnahme solcher Medikamente sogar eine wesentliche Besserung der Grunderkrankung möglich.

Hallo,

Auch säuereneutraliserende Mittel auf Basis z.B von
Hydrotalcit wirken den Symptomen entgegen, und haben in Maßen
genommen, kaum nebenwirkungen.

Das stimmt leider nicht ganz. Die Einnahme führt auf Dauer zu mehr Problemen. Die einmalige Einnahme macht auch kaum Sinn, da meist Probleme nicht bei Einzelfällen bleiben, sondern häufiger auftreten.

Anja

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Dnake an alle erstmal…
Erstmal danke für die Antworten.

Ich habe bei meinem Hausarzt schon mal eine Überweisung zu einem Facharzt wegen der Geschilderten Problematik bekommen. Nur hat besagter Facharzt sich das Problem kaum angesehen. Die Aussage mit der angeblichen überhöhten Spechelproduktion kommt von diesem Facharzt. Wie der das festgestellt haben will, ist mir unklar, weil der mir das sozusagen zwischen Tür und Angel, ohne jede vorangegangene Untersuchung gesagt hat. Ich würde das also noch nichtmal als Diagnose ansehen.

Was denn nun? Ein oder mehrere Ärzte? Und was genau für Fachrichtungen hast du konkret mit diesem Problem angesprochen?

Guten Abend,

Ich habe bei meinem Hausarzt schon mal eine Überweisung zu
einem Facharzt wegen der Geschilderten Problematik bekommen.

Das klingt aber jetzt schon ganz anders. Dein Hausarzt HAT dich ernstgenommen und dich überwiesen. Nun bist du an einen unfähigen/unwilligen Facharzt geraten (oder an einen, der seinen schlechten Tag hatte / oder du hast deine Problematik nicht verständlich machen können).

Dann geh zurück zu deinem Hausarzt, bitte ihn um eine neue Überweisung und vielleicht eine Empfehlung - er kennt die Fachärzte in der Gegend ja.

MfG
GWS

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Genau genommen war ich (abgesehen vom Hausarzt) bei zwei Fachärzten. Beim ersten wie schon erwähnt, durch die Überweisung. Beim anderen eher Zufällig, da war ich plötzlich erkrankt, und der Arzt, hatte den Örtlichen Notdienst (Hausarzt hatte da schon Feierabend). Da ich schonmal da war (und der Notdienst schiebende Arzt eben ein entsprechender Facharzt war), habe ich das Problem dabei auch gleich angesprochen, aber der hat das genauso abgetan wie der erste Facharzt auch. Aber ich sollte doch dringend nochmal später zu ihm kommen, wegen der Allergiebehandlung…

PS: Da mein Hausarzt auch Allergologe ist, sehe ich keinen Grund wegen der Allergie noch andere Ärzte aufzusuchen. Das was getan werden muss, ist getan, alles andere ist rausgeworfenes Geld.

(Hausarzt hatte da schon Feierabend). Da ich schonmal da war
(und der Notdienst schiebende Arzt eben ein entsprechender
Facharzt war), habe ich das Problem dabei auch gleich
angesprochen, aber der hat das genauso abgetan wie der erste
Facharzt auch. Aber ich sollte doch dringend nochmal später zu
ihm kommen, wegen der Allergiebehandlung…

Also ein Allergologe? Wenn du zu einem Allergologen gehst, ist es nicht verwunderlich, dass der nur deine Allergie behandelt - das andere ist nicht sein Job! Das hat auch nichts damit zu tun, dass du Kassenpatient bist.

Du brauchst die richtige Fachrichtung! Du kannst einem Dutzend Fachärzten gehen, wenn nicht die richtige Fachrichtung dabei ist, wird dir das nichts helfen. Dir nützt auch nichts, wenn du bei einem Wasserrohrbruch nacheinander den Maler, den Elektriker, den Bäcker und den KFZ-Mechaniker kommen lässt, frei nach dem Motto: Sind ja alles Fachleute, Handwerker…

Du brauchst m.E. einen Gastroenterologen, also eine Facharzt für innere Medizin, der sich auf den Magen-Darm-Trakt spezialisiert hat
http://de.wikipedia.org/wiki/Gastroenterologie
und der Neurologe ist auch schon genannt worden.

Last not least zu deiner Schilderung des „Facharztbesuchs“ im Notdienst: Wenn man einen Arzt in Vertretung mit einer Kiste anspricht, die man schon ewig hat, wird man bzw. das in aller Regel „abgetan“. Das hat zwei Gründe. Erstens würde das den Rahmen einer „Not-“/Vertretungsbehandlung sprengen und zweitens verstößt es gegen den Berufsethos, wenn Ärzte im Rahmen einer solchen Vertretungsbehandlung etwas unternehmen, das als Abwerben von Patienten ausgelegt wird. Interpretiere also in diesen Besuch nicht mehr rein, als es war.

Bevor du nicht bei Fachärzten der o.g. Fachrichtungen warst, ist jede Spekulation hinfällig. Und es ist auch KEIN rausgeworfenes Geld bzw. KEINE Zeitverschwendung, dahinzugehen.

Bei der Gelegenheit würde ich dir raten, auch noch mal deinen eigenen Kommunikationsstil anzugucken. Nicht bös gemeint! Aber es gibt m.E. zwei Möglichkeiten: Entweder, dein Hausarzt, der eigentlich die Fäden in der Hand haben müsste und die in diesem Fall notwendigen Überweisungen an die Fachkollegen veranlassen und koordinieren müsste, ist eine Krampe, weil er das nicht tut. Oder - und da habe ich ein wenig nach deinen Beiträgen den Verdacht - du kommunizierst nicht deutlich und klar genug.

Also im Stil von: Lieber Dr. Sowieso. Ich habe massive Probleme mit dem Schlucken und der Speiseröhre.

Mittlerweile ist es so weit, daß ich einige Speisen, die etwas „rutschig“ sind, nicht mehr essen kann, weil ich mich da praktisch darauf verlassen kann, daß jeder zweite Bissen im falschen Gang landet.
Aber auch ohne daß ich etwas esse, passiert es mir fast täglich, daß mir Speichel im Hals runterläuft, und nicht den richtige Weg findet. Manchmal spüre ich das direkt, daß Speichel nach hinten läuft, ich spüre wie der in den falschen Hals gerät, aber es passiert nichts. Auch bewusst kann ich nichts tun, die gesamte Muskulatur im Hals-Rachenraum ist in dem Moment wie abgeschaltet, ich fühle das Unheil kommen, und kann nichts dagegen unternehmen.
Besonders schlimm ist es Nachts, weil es immer wieder vorkommt, daß Magensäure den Hals hochkommt, und dann eingeatmet wird. Dann wache ich auf, und nichts geht mehr. Der Hals ist völlig dicht, keine Luft geht mehr rein oder raus. Mehr als einmal habe ich schon gedacht: „das war es jetzt wohl, da komme ich nicht mehr lebend raus“.

Wenn der Arzt nicht völlig Plemplem ist, dann überweist der dich nach dieser Schilderung an den / die richtigen Fachärzte - und das sind keine Allergologen…

Sollte der Hausarzt wider erwarten doch so plemplem sein, dann such dir einen anderen.

(Hausarzt hatte da schon Feierabend). Da ich schonmal da war
(und der Notdienst schiebende Arzt eben ein entsprechender
Facharzt war), habe ich das Problem dabei auch gleich
angesprochen, aber der hat das genauso abgetan wie der erste
Facharzt auch. Aber ich sollte doch dringend nochmal später zu
ihm kommen, wegen der Allergiebehandlung…

Also ein Allergologe? Wenn du zu einem Allergologen gehst, ist
es nicht verwunderlich, dass der nur deine Allergie behandelt

  • das andere ist nicht sein Job! Das hat auch nichts damit zu
    tun, dass du Kassenpatient bist.

Nein der Notdienst-Arzt war kein Allergologe sondern Internist. Deswegen dachte ich ja auch, daß der da der Richtige ist.

Hallo Brainstorm,

suche im Netz mal nach „Schluckdiagnostik Neurologie“, da wirst du fündig und wirst auch in deiner Gegend eine fachgerechte Diagnostik finden.

Lass dich dort untersuchen um eine körperliche Ursache abzuklären, auch eine Magenspiegelung wegen dem Reflux würde ich noch empfehlen.
Wenn keine körperliche Ursache gefunden wird, kann ich aus eigener Erfahrung her sagen, dass diese Symptome auch oft Begleiterscheinungen einer Angststörung sind. „was willst du nicht mehr schlucken“?

Wenn du nicht aufpasst wächst sich das ganz schnell zu einer Schluckphobie aus (Phagophobie) und dann ist dringend therapeutische Unterstützung notwendig, um diese Panik wieder zu verlieren.

Sprich mit deinem Hausarzt und mache es dringend, dass du die Überweisungen bekommst, bevor sich das verschlimmert bzw damit du Klarheit hast, was jetzt genau zu tun ist.

Gute Besserung und viel Erfolg
Schiwa

Hallo B.,
es gibt ja Bewegungsstörungen der Speiseröhre, die z.B. durch Aussackungen (Divertikel) und andere Verwachsungen verursacht sein können. Vielleicht sogar angeboren? Da Deine Mutter schon aus Deiner Kinderzeit von häufigem Verschlucken berichtet?
Ich fände sinnvoll, wenn Du testweise einmal einen Schluck Kontrastmittel vor einer Durchleuchtungsanlage nähmst und der Röntgenologe den Transport des Kontrastmittels durch die Speiseröhre beobachtete. Ob es da Stops gibt, Fehlbewegungen, Fehlwege, atypische Depots, ob hinterher das noch erkennbare Schleimhautrelief regelmäßig ist. Vielleicht kannst Du Deine Ärzte zu einer solchen Untersuchung bewegen. „Röntgenbreischluck“ nennt sie sich.

Den Hinweis von Montanus würde ich aber ebenfalls unbedingt aufgreifen - ein sog. „Reflux“ (Magensäure zurück in die Speiseröhre) ist etwas, was behandelt werden MUSS (da sehr risikoreich auf Dauer); sofern die Magensäure bis in Kehlkopfhöhe steigt - umso mehr. Sowas untersuchen die Gastroenterologen per Magenspiegelung.

Wenn Du mit dem ersteren Problem nicht weiterkommst, würde ich in die neurologische Ambulanz einer großen Uniklinik gehen. Göttingen, München, Hannover … vorher fragen, ob Spezialkenntnisse für Schluckstörungen bestehen (oder danach googeln).

Viel Erfolg, S.I.