Grüß Dich,
warum gibt es in der BRD so viele BehördenangestellteInnen?
Weil in Deutschland vieles durch den Staat geregelt wird. Ganz einfach.
Nach meinem Wissenstand gibt es - weltweit - nicht solch
einen gigantischen öffentlichen Dienst, proportional zur
Einwohnerzahl, wie in der BRD.
q. e. d.
Da fallen mir einige Beispiele ein, wo es eine ähnliche Handhabung gibt…
Mit der ökonomischen „Versorgung“ der Bevölkerung kann das ja
wohl kaum etwas zu tun haben.
Das „ökonomisch“ in diesem Kontext ist natürlich völliger Unsinn. Aber wenn nicht mit der Versorgung der Bevölkerung - womit denn dann, Deiner Meinung nach?
Laut Untersuchung sind ja wohl
nur ungefähr 50% der Bürger mit den Leistungen der deutschen
Behörden zufrieden. Quelle: stern, t-online, mc k, Hamburger
Abendblatt usw.
Logisch, es muss halt immer noch mehr sein. Zufrieden ist man nie, und schon gar nicht in Deutschland, der anscheinend größten Meckerhochburg der Welt. Es gibt schon sehr viele Behördensysteme, die sich den Ansprüchen der Bürger angepasst haben. Andererseits ist das aber auch eine nicht ganz einfache Sache. Als Beispiel: Die schönen alten Formulare sind vielen Bürgern ein Dorn im Auge, sie möchten viel lieber, dass das alles schneller und einfacher für sie abläuft. Verständlich! Aber um den Papierkram loszuwerden, wäre die Anschaffung moderner Computersysteme notwendig. Denn an der Tatsache, dass Daten aufgenommen werden müssen, ist ja nicht zu rütteln. Doch der Staat ist pleite. Es gibt kein Geld für moderne DV-Technik. Ein Teufelskreis - mitunter…
Das würde für einen simplen, marktwirtschaftlich orientierten
- „ökonomisches Prinzip“ - Betrieb das totale A U S
bedeuten.
Hoheitliche Aufgaben können sich niemals rechnen. Das lernt man spätestens in Sozialkunde in der Sek I. Eigentlich auch logisch, oder? Deshalb hinkt Deine Herleitung hinten und vorne.
Warum wird der „normale“ Steuerzahler mit solch einem
sinnlosem (übertriebener, unflex., dummer öffentlicher Dienst)
Zeuch belastet? Warum wehrt sich da niemand effektiv?
Zunächst einmal bestehen Behörden zum überwiegenden Teil aus Angestellten und nicht aus Beamten. Insofern sind das also auch „normale“ Steuerzahler. Aber als selbst im öffentlichen Dienst Angestellte weise ich Deine polemisierenden Adjektiva, zum Beispiel dumm, von mir. Bin mal gespannt, was Du so unter „wehren“ verstehst!! Meine Erfahrung ist nämlich die, dass viele (zum Glück nicht alle) Bürger sich an Behörden wenden und von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, nur wissen, dass sie zu wenig Geld auf Tasche haben und nun vom Gegenüber erwarten, dass dieser alles für ihn regelt. Ich finde, viele Menschen sind es einfach gar nicht mehr gewöhnt, sich auch einmal selbst um ihre Angelegenheiten zu kümmern.
Mir ist klar, hochdotierte Behördenjobs sind prima
„Parkplätze“ für abgehalfterte Politiker oder sonstige
Menschen aus dem öffentlichen Dienst die Mist gebaut haben.
Hochdotiert! Na klar doch!!! Und die Politiker finden sich nach ihrer Karriere sicher nicht auf dem Sozialamt wieder als Amtsleiter oder so. Die bleiben da viel lieber auf ihren Vorstandsposten in der freien Wirtschaft sitzen 
Warum soll aber der „normale“ Steuerzahler (dazu gehört ja
auch der „kleine“ Behördenangestellte) weiterhin für den Murks
der Politiker und der Behördengroßkopferten aufkommen?
Weil er dafür bezahlt wird bzw. (bei Beamten) einen Eid geleistet hat.
1998/9 wurde durch Behördenunfähigkeit (Entscheidungen der
gehobenen und höheren Ebene) die Summe von ca. 15 Milliarden
vernichtet. Quelle: Bund der Steuerzahler.
Endlich mal was Greifbares. Da geschieht viel Unsinniges, in der Tat. Oftmals sind den Behörden aber auch durch völlig veraltete Gesetzesvorgaben und/oder Dienstanweisungen die Hände gebunden (könnte ich oft dran verzweifeln)!
Am Rande: Nur einer von 900-1100 Behördenangestellten hat
einen (vergleichbar Hochschule oder Uni) Abschluss.
Ohne Schulabschluss bekommst Du nicht einmal einen Botenjob im öffentlichen Dienst.
Der
Krankenstand ist der höchste in jeder Berufsgruppe auf diesem
Planeten. Quelle: Spiegel, stern, taz
In der Tat…
Kaum einer der „Behördenangestellten“ erreicht (bei Lehren 45
Jahre!!!, die lassen sich in diesem Alter pensionieren!!) das
„normale“ Pensionsalter. Quelle: dito.
Ein Angestellter kann sich nicht pensionieren lassen!!! Lehrer sind in der Mehrzahl Beamte. Wenn die sich mit 45 in den Ruhestand versetzen lassen, so geschieht das mit hohen Abschlägen. Wahrscheinlich einer der Gründe, weshalb viele nach ihrer Pensionierung woanders weiterarbeiten.
Dann gibt es noch Untersuchungen über den „üblichen“
Bürodiebstahl und Drogenkonsum innerhalb deutscher Behörden.
Man rate wie das aussieht. Da auch die üblichen Untersuchungen
und Quellen.
Bürodiebstahl??? Wir bekommen noch nicht mal Stifte oder ähnliches gestellt. Was sollte ich da stehlen? Und von Drogenkonsum weiß ich ehrlich gesagt auch nichts. Letztendlich kann ich das natürlich nicht ausschließen. Auch Bedienstete sind schließlich Menschen wie Du und ich.
Viele Grüße
Jana