Warum ist der Biedenkopf erst jetzt gegangen?

Ist es wahltaktische Entscheidung? (vor den Wahlen das Image der CDU zu reinigen) Und wenn, dann innerhalb des einzelnen Landes oder auf der Bundesebene? (der Termin wird so gesucht, daß es der Partei besser dient - so daß nicht die moralisches Ansehen eines Politikers entscheidend ist, sondern die machtpolitische Taktik der Parteistrategen?)

Oder stecken dahinter nur persönliche Motive? (Gesundheit, Beleidigung über das Verhalten eigener Parteifreunde, die seinen „Feind“ zu dem Vorsitzenden gewählt haben etc.)

Laut der Information im Fokus

http://www.focus.de/G/GN/gn.htm?snr=104378&streamsnr=7

hat Biedenkopf schon mehrere Male seinen Rücktritt angekündigt, aber erst jetzt gegangen. Warum jetzt also? Warum weiß er schon im Januar, daß es am 18. April stattfindet?

Und zu gutem Letzt: stimmt es, daß er immer noch bejübelt wird?

Vielen Dank

hallo Peet,
ich vermute mal, dass er einfach gezwungen wurde.
Das problem der sächsischen CDU ist die Farblosigkeit der möglichen Nachfolger.
Dazu kommt, dass jeder Absolutist, und er war nun mal in Sachsen von der Mehrheit der Wähler gewünscht, glaubt, ewig zu leben und ewig regieren zu müssen.
Er war nun mal des Beste, was Sachsen bekommen konnte (und das ist positiv gemeint).
Dass ihm solche Erfolge etwas zu Kopf gestigen sind, na, ja, das ist schon anderen auch passiert.
Ich glaube nicht, dass die SPD oder gar die PDS in Sachsen es besser hätte machen können.
Grüße
Raimund

Hallo Peet,

er ist gegangen worden, wie man so schön sagt. Zu Fall brachten ihn die Affären in Verbindung mit seiner Dienstwohnung, um den von einem befreundeten Investor errichteten Bürokomplex Paunsdorf und einen unüblichen Rabatt für das Ehepaar Biedenkopf beim Möbelhaus Ikea.

Politisch unter Druck geraten, kündigte er im Januar dieses Jahres seinen vorzeitigen Rücktritt an. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die von Dir erhobene Vermutung einer wahltaktischen Entscheidung in dem Sinne zugrunde lag, dass noch die Zeit das Image der CDU aufbessern sollte. Denn wenn Biedenkopf sich total stur (noch mehr als so schon *g*) gestellt hätte, hätte er auch nicht gehen müssen. Vielmehr spielte seine Nachfolge eine nicht unerhebliche Rolle. Biedenkopf tat sich sehr schwer mit dem Vorschlag, sein Erzrivale Milbradt sollte kandidieren.

Laut der Information im Fokus

http://www.focus.de/G/GN/gn.htm?snr=104378&streamsnr=7

hat Biedenkopf schon mehrere Male seinen Rücktritt
angekündigt, aber erst jetzt gegangen. Warum jetzt also? Warum
weiß er schon im Januar, daß es am 18. April stattfindet?

So viel ich weiß, ist im Januar noch kein konkreter Termin von ihm benannt worden.

Und zu gutem Letzt: stimmt es, daß er immer noch bejübelt
wird?

In Sachsen ganz sicher. Er hat viel für das Land getan, es wirtschaftlich gut positioniert, was ihm die Gunst von zirka achtzig Prozent der Bevölkerung und auch den Respekt seiner politischen Gegner eingebracht hat.

Viele Grüße
Jana

Hallo Pett,

Biedenkopf hat bereits im letzten Jahr seinen Rücktritt auf dieses Jahr angekündigt.

Hintergrund sind u.a. die Affäre wegen der geringen Miete ( der Preis wurde nachweislich nicht von Biedenkopf festgelegt, kann also nichts dafür), dann diese Prozente-Geshcichte, bei denen das Ehepaar Biedenkopf beim Einkauf bei IKEA Prozent verlangt hat (warum hat eigentlich ein Ministerpräsident , egal was er verdient dieses Recht nicht ? ) dann soll etwas mit einem Auftrag gewesne sein (konnte nie bewiesen werden).

Sein größer Fehler, er hat den jetzigen Nachfolger stets als „unqualifiziert“ abgelehnt und diesen demontieren wollen. Er hat dabei nicht mit denen gerechnet, die erst unter Milbradt für sich persönlich und ihre Kreise das grosse Geschäft wittern.

Ist es wahltaktische Entscheidung? (vor den Wahlen das Image
der CDU zu reinigen) Und wenn, dann innerhalb des einzelnen
Landes oder auf der Bundesebene? (der Termin wird so gesucht,
daß es der Partei besser dient - so daß nicht die moralisches
Ansehen eines Politikers entscheidend ist, sondern die
machtpolitische Taktik der Parteistrategen?)

Oder stecken dahinter nur persönliche Motive? (Gesundheit,
Beleidigung über das Verhalten eigener Parteifreunde, die
seinen „Feind“ zu dem Vorsitzenden gewählt haben etc.)

Laut der Information im Fokus

http://www.focus.de/G/GN/gn.htm?snr=104378&streamsnr=7

hat Biedenkopf schon mehrere Male seinen Rücktritt
angekündigt, aber erst jetzt gegangen. Warum jetzt also? Warum
weiß er schon im Januar, daß es am 18. April stattfindet?

Und zu gutem Letzt: stimmt es, daß er immer noch bejübelt
wird?

Ja, dies stimmt und ist berechtigt. Er hat wie kaum ein anderer der Ministerpräsidenten Sachsen nach oben gebracht. Er scheint für Aussenstehende kühl, ja durchaus auch als arrogant. Wer ihn näher kennt, weiss, dass dies einer der wenigen Politiker noch war, der für Überzeugungen gerungen und hart gearbeitet hat.

GRuss Günter

Hallo peet,

nun mal eine Antwort von vor Ort.

Ist es wahltaktische Entscheidung? (vor den Wahlen das Image
der CDU zu reinigen) Und wenn, dann innerhalb des einzelnen
Landes oder auf der Bundesebene? (der Termin wird so gesucht,
daß es der Partei besser dient - so daß nicht die moralisches
Ansehen eines Politikers entscheidend ist, sondern die
machtpolitische Taktik der Parteistrategen?)

Der Termin ergab sich aus der Sitzungsperiode des sächs. Landtags. Sie hatten wohl erst jetzt wieder Plenarsitzungen. Es sollte Abgang und Wahl in einem Rutsch stattfinden. Ausserdem wollte sich KK und der Wiss.mi. Meyer (bundesweit bekannt als Vorsitzender des ZDK) noch den Hochschulpakt durchdrücken.

Oder stecken dahinter nur persönliche Motive? (Gesundheit,
Beleidigung über das Verhalten eigener Parteifreunde, die
seinen „Feind“ zu dem Vorsitzenden gewählt haben etc.)

Laut der Information im Focus
hat Biedenkopf schon mehrere Male seinen Rücktritt
angekündigt, aber erst jetzt gegangen. Warum jetzt also? Warum
weiß er schon im Januar, daß es am 18. April stattfindet?

s.o.
Die vorigen Rücktrittsankündigungen waren eher vage, so nach dem Motto: ‚rechtzeitig‘, ‚so dass sich mein Nachfolger noch profilieren kann‘ …
Der erfolgte Rücktritt ist eindeutig eine Folge einer Fehleinschätzung.
Vor ca. 15 Monate sägte er seinen Finazer Milbradt ab mit dem erseit 1990 (?) im Gleichschritt marschiert ist. Er watschte ihn öffentlichals unfähig ab. Es wird -insgesamt glaubwürdig- kolportiert, dass Milbradt zu laut mit den Hufen geschart hääte, d.h. von KK einen Fahrplan zum Machtwechsel, stärkere Beteiligung seinerseits an der Politik, dass er auch in den Medien langsam aufgebaut würde. KK wollte dagegen alles allein bestimmen, patriarchal eben.
In der Folge erfuhr die Presse und interessierte SPDler, dass KK zum Sozialhilfetarif (9DM/m2 incl. NK) in seiner vom Freistaat gemieten Villa wohnt, die Firma seines Schwiegersohn ohne Ausschreibung die Reinigung übertragen wurde. Es wurde nachgefragt was KI (Königin Ingrid) so treibt … Die sonst so zahme, nicht-inestigative Dresdner Presse (40% SPD-Besitz) nahm die Steilvorlagen von gut-informierten Kreisen und von SPD-Mensch Nolle (den die sächs. SPD-Fraktion nicht gerade als Held sieht) auf. So wurde die Öffentlichkeit auf den Ruf ‚KK muss weg‘ eingestimmt.
In der CDU folgten dem die jungen, die unzufriedenen, die ehrgeizigen. So kam es dass gegen ausdrücklichen Wunsch von KK nicht sein Paladin Flath Parteivorsitzender der S-CDU, sondern Milbradt wurde (Sommer vergangenen Jahres).

Und zu gutem Letzt: stimmt es, daß er immer noch bejübelt
wird?

nein, aber er hat durchaus positives für das Land geleistet, was auchseine Affären/chen nicht nehmen können. Ich denke die 10 Jahren waren insgesamt positv für Sachsen.

Tschuess Marco.

die Wirklichkeit ist sicher viel einfacher:

entweder hatte er seinen Beratervertrag noch nicht unter Dach und Fach oder bei der EU war noch kein Pöstchen frei

Gruß

Peter

hallo Peter,
na zur EU geht der bestimmt nicht mehr!
In dem Alter?
Grüße
Raimund