Warum ist der deutsche Film so wenig beliebt?

Hi.

Generell kann man wohl sagen, dass Hollywood, Frankreich, Hongkong, Japan und die Briten das Monopol für coole Filme haben. In der BRD sind vergleichbare Produkte nur die rare Ausnahme.

Warum ist das so? An den Regisseuren kann´s nicht liegen, die haben oft auch in den USA großen Erfolg. Liegt´s an den Stories (zu verkrampft)? Oder den Darstellern (nichtssagende Gesichter)? Liegt vielleicht auch den dünnen deutschen Schauspielerstimmen (meine Vermutung)? US-Filme werden ja super synchronisiert, dagegen plappern die deutschen Filmdarsteller wie Holzpuppen.

Wie seht ihr das?

Horst

Hallo Horst!

Generell kann man wohl sagen, dass Hollywood, Frankreich,
Hongkong, Japan und die Briten das Monopol für coole Filme
haben. In der BRD sind vergleichbare Produkte nur die rare
Ausnahme.

Wieso kann man das GENERELL sagen? Was sind für dich coole Filme? Cool ist in dem Zusammenhang viel zu schwammig und kann alles sein, deshalb würde ich dich bitten, das ein wenig zu spezifizieren.
Ich glaube nicht, dass sich der deutsche Film generell hinter einigen der genannten Länder verstecken muss.

Warum ist das so? An den Regisseuren kann´s nicht liegen, die
haben oft auch in den USA großen Erfolg. Liegt´s an den
Stories (zu verkrampft)?

Auch wieder Ansichtssache. Meiner Ansicht nach sind viele der Hollywoodfilme viel verkrampfter als europäische.

Oder den Darstellern (nichtssagende Gesichter)?

Willst du damit sagen, dass deutsche Schauspieler schlecht aussehen oder durch ihre Mimik nicht überzeugen, d. H. ihren Beruf verfehlt haben?

Liegt vielleicht auch den dünnen deutschen
Schauspielerstimmen (meine Vermutung)? US-Filme werden ja
super synchronisiert

…von deutschen Schauspielern, von daher ist dein Argument meiner Ansicht nach nicht haltbar.

Über ein paar Erleuterungen und Spezifizierungen wäre ich dankbar.

Grüße

Martin

Eine einfache Antwort ist in diesem Fall schwer, da die „Probleme“ des deutschen Films vielfältig sind:Zunächst sind da die Budgets, die(momentan) bei Hollywood-Filmen bei durchschnittlich(!)130-150 Mio. $ liegen.Vergleich:„Der Baader-Meinhof-Komplex“,für deutsche Verhältnisse eine Großproduktion, hatte ein Budget von ca. 20 Mio. Euro. Dazu kommen Gelder für Kopien,Vertrieb und Werbung. Da geht Hollywood meist in die vollen. Selbst der schwachsinnigste Horrorfilm bekommt oft ein Werbebudget, mit dem deutsche Regisseure ein oder zwei komplette Filme inszenieren können. Nie vergessen:Hollywood ist eine FILMINDUSTRIE!Die hatten wir in Deutschland auch mal, aber das haben uns ja bekanntermaßen die Nazis versaut.
Die „coolen Geschichten“. Das die Amerikaner immer so coole Filme („Sin City“,„Fight Club“,„Pulp Fiction“,"Blues Brothers"u.ä.)machen, liegt an ihrer Affinität zu trivialen Geschichten. Comics, in Deutschland jahrzehntelang vom „Kulturbertrieb“ belächelt,ignoriert u. schräg angesehen, gehören in Amerika quasi zur Allgemeinbildung.
Schwierige Gesellschaftliche Themen auf den einfachsten Nenner herunterbrechen, gelingt den Amerikanern meisterhaft. Eine Erfolgsformel, mit der man unterschiedliche Alters-und Gesellschafts-
schichten erreicht.
Bsp. Hongkong/Japan. Asiatisches Kino setzt auf sehr komplexe Geschichten, die sich meist um Ehrbegriffe, Freundschaft u. Loyalität drehen. Anders als das amerikanische Kino fordern diese Geschichten vom Zuschauer ein ungewohnt hohes Maß an Aufmerksamkeit. Bei japanischen Filmen erschreckt das europäische Publikum zudem noch ein wahnwitziges Pensum an viehischer Gewalt, bei der das Blut oft spritzt,wie aus einem Hydranten!
By the Way:smiley:as synchronisieren ist eine rein deutsche Spezialität.Das funktioniert mal gut,mal nicht gut. Viele deutsche Filmfreaks schwören auf Originalversionen.Als Kompromiss vielleicht mit Untertiteln. In den USA sind Sychronisationen völlig unbekannt und Untertitel mögen amerikanische Kinogänger überhaupt nicht. Filme in nichtenglischer Sprache laufen dort unter „Filmkunst“ u. erreichen in wenigen,speziellen Kinos meist nur Intellektuelle/Filmstudenten
/andere Studenten=mieses Einspielergebnis!
Ich hoffe, das hilft Dir erstmal weiter…
MfG
morfois

Hi,

ich würde die Frage andersrum stellen:

Warum sollte der deutsche Film genauso beliebt sein wie der amerikanische?

Deutschland ist weder ein besonders großes Land, noch haben wir eine internationale Sprache.
Frankreich ist das einzige Land, dass da Vergleich bietet, stellt aber eher eine Ausnahme dar.
Warum also sollten die deutschen Filme erfolgreicher sein als die spanischen, italienischen, polnischen, tschechischen, dänischen, schwedischen etc. pp. ?

Gruß

Tagchen

Generell kann man wohl sagen, dass Hollywood, Frankreich,
Hongkong, Japan und die Briten das Monopol für coole Filme
haben. In der BRD sind vergleichbare Produkte nur die rare
Ausnahme.

Naja, kommt darauf an, was ein „cooler Film“ sein soll… Zwischen Autorenkino - das durchaus so gekuenstelt sein kann, dass keiner es sehen will - und Mega-Action-Blockbuster ist viel Platz fuer verschiedene Geschmaecker…

Warum ist das so? An den Regisseuren kann´s nicht liegen, die
haben oft auch in den USA großen Erfolg. Liegt´s an den
Stories (zu verkrampft)? Oder den Darstellern (nichtssagende
Gesichter)? Liegt vielleicht auch den dünnen deutschen
Schauspielerstimmen (meine Vermutung)? US-Filme werden ja
super synchronisiert, dagegen plappern die deutschen
Filmdarsteller wie Holzpuppen.

Och naja… Ich mach es mal unsortiert… Ich kenne viele US-Filme - keine low budget im Uebrigen - die sich im Original anhoeren, als haette man eine unmotivierte Grunfschultheatertruppe vor sich. Ist also kein deutsches Phaenomen.

Was mich an deutschen Filmen oft stoert, ist der Brachialhumor jenseits aller Guertellinien, sofern es sich um eine Komoedie handeln soll oder alternativ der erhobene moralische Zeigefinger bei fast allem anderen.

Als ich vor einigen Wochen im Kino „C’est la vie“ gesehen habe, hatte ich genau das vor Augen. Es handelt sich dabei ja um eine Art Familien-Komoedie, welche allerdings auch vor Tragischem nicht zurueckschreckt. Und obgleich es in der Handlung oft eben auch um das Erwachsenwerden ging, mit allem was dazugehoert, gab es weder zwanghaft nackte Hinterteile und Brueste, noch Schwulenwitze, aber auch keine Vortraege ueber die Gefahren des ungeschutzten Geschlechtsverkehrs, des Rauchens oder des Drogenkonsums. Sowas waere bei einem deutschen Film mit dieser Thematik fast undenkbar.

Gruss
Paul

Hallo,

ich hab so eine Ahnung, dass es bei der staatlichen Filmfoerderung nur zwei Antragsformulare gibt. Das fuer Brachialhumor oder halt NS-Film.

Es gab und gibt gute deutsche Filme, aber die sind sehr selten!

Ciao! Bjoern

Kleiner Widerspruch

Hi.

Hi auch

Generell kann man wohl sagen, dass Hollywood, Frankreich,
Hongkong, Japan und die Briten das Monopol für coole Filme
haben. In der BRD sind vergleichbare Produkte nur die rare
Ausnahme.

Also ich finde, dass die Franzosen sogar noch schlechtere Filme machen können als wir Deutschen. :wink:
Und was ist an den sog. Karate Filmen made in Hongkong cool?
Desgleichen Godzilla & Co. aus Japan?

Gruss
Ratz

hallo

also ich weiss nicht - „knocking on heavens door“ und „good by lenin“ haben mir weitaus besser gefallen als die meisten hollywoodproduktionen der letzten jahre.

hollywood ist eine filmindustrie, die filme wie am fliesband herstellt. allein durch die masse reicht es schon aus, wenn nur wenige prozent brauchbar sind. der deutsche film hat bei weiten nicht den output. selbst wenn der prozentsatz an brauchbaren filmen dreimal so hoch wäre, kommen in summe weitaus weniger gute deutsche produktionen ins kino als amerikanische. das ist natürlich marketingtechnisch schlecht.

andererseits muss man die filmproduzenten auch verstehen: der erfolgreichste deutsche film war meines wissens nach „otto - der film“. ich habe ihn zwar gesehen und durchaus auch gelacht. aber seihen wir uns mal ehrlich: wirklich gut war der film nicht. detto bei „der schuh des manitu“. brachialhumor nach der holzhammermethode zieht offenbar, warum also nach kreativen konzepten suchen?

anders rum: die filmförderung bevorzugt offenbar „künsterlisch wertvolle filme“. wer definiert den künsterischen wert? schnell ein paar pornoszenen in den film reinschneiden und schon traut sich keiner mehr was gegen den film zu sagen, weil man ja sonst ein spiesser ist. nur warum sollte man sich den müll dann im kino anschauen?

oder noch besser: filmproduktion nach uwe boll. mässigst talentierter regiseur sieht filmproduktion als steuererleichterung für invertierte geizkrägen (bevor ich mein geld dem finanzminister schenke, schenke ich es lieber dem uwe boll…). wenn die einzige motivation hinter dem filmemachen die steuerhinterziehung ist, muss das ergebnis entsprechend aussehen. trägt auch nicht gerade zur vertrauensbildung in den deutschen film bei.

ich denke mal, es gibt in deutschlang genug schauspieler und regiseure, die das zeug dazu haben, JEDEM hollywoodschinken (die meist zwar alles andere als blass, dafür umsomehr hirnlos sind) den rang abzulaufen. man muss sie nur lassen und ihnen das geld für einen guten film in die hand geben. und man muss ihnen auch freie hand geben: wenn sagt: „mach mal einen gescheiten action-film, so wie die hollywood-blockbuster“, dann darf man sich nicht wundern, wenn man genau das selbe bekommt: hirnlose action, dümmliche dialoge, unlogische handlung. allerdings mit billigen special effects, wesshalb das ganze nicht cool sondern dämlich wirkt.

schau dir mal „wir können auch anders an“ (ich weiss - schon sehr alt). erstklassige schauspieler und ein regiseur, bei dem man das gefühl hat, dass er sich mal selbst verwirklichen konnte. hängt mind. 95% aller hollywood-produktionen um längen ab.

lg
erwin

Belegende Beispiele
Hi.

Also ich finde, dass die Franzosen sogar noch schlechtere Filme machen können als wir Deutschen. :wink:

In Einzelfällen sicher, aber ihre Spitzenleistungen toppen alles reine Deutsche. „Die purpurnen Flüsse“ (allein schon die Darsteller Reno und Cassel)vs. „Anatomie“ - Punkt für die Franzosen, finde ich. Oder was will die BRD dem „Pakt der Wölfe“ entgegen setzen? Oder dem „Tödlichen Wespennest“?

Und was ist an den sog. Karate Filmen made in Hongkong cool? Desgleichen Godzilla & Co. aus Japan?

Auch hier gibt es große Qualitätsunterschiede innerhalb der Hongkong- oder Japan-Produktionen.

Wir sollten die besten Produkte vergleichen, nicht die schlechtesten.

Kein deutsches Produkt kommt an „Kung Fu Hustle“ von Stephen Chow heran oder an den japanischen Original-„The Ring“ (Ringu). Ich könnte endlos viele andere Titel anführen.

Horst

Was cool ist
Hi.

Wieso kann man das GENERELL sagen? Was sind für dich coole
Filme?

Cool - das ist nahe an „kultig“. Filme, die man immer wieder anschauen kann, ohne angeödet zu werden. Cool - das ist flott, hat Power und Esprit.

Features, die dem deutschen Film weitgehend abgehen.

Ich glaube nicht, dass sich der deutsche Film generell hinter einigen der genannten Länder verstecken muss.

Konkrete Beispiele bitte.

Auch wieder Ansichtssache. Meiner Ansicht nach sind viele der
Hollywoodfilme viel verkrampfter als europäische.

Bitte nur die Topprodukte vergleichen, darum geht´s.

Oder den Darstellern (nichtssagende Gesichter)?

Willst du damit sagen, dass deutsche Schauspieler schlecht
aussehen oder durch ihre Mimik nicht überzeugen, d. H. ihren
Beruf verfehlt haben?

Teilweise ja. Aktuelles Beispiel ist Benjamin Sadler in „Last Impact“ (SAT.1). Er spielt die Rolle grottenschlecht. Schauspielerisch der Tiefpunkt einer ohnehin schlechten Produktion.

…von deutschen Schauspielern, von daher ist dein Argument
meiner Ansicht nach nicht haltbar.

Es geht um die Stimmen der aktiven Darsteller in deutschen Filmen. Die sind zu farblos.

Gruß

Hallo,

Generell kann man wohl sagen, dass Hollywood, Frankreich,
Hongkong, Japan und die Briten das Monopol für coole Filme
haben.

nee, kann man wohl nicht sagen. Du kannst das für Dich behaupten, würde Dich aber bitten, nicht für mich zu sprechen.

Generell kann man allerdings sagen, daß in Deutschland die Filmförderung eine sehr große Rolle spielt. Ausschließlich auf eigenes Risiko des Produzenten produzierte Filme sind selten, was sich natürlich auswirkt. Mit dem Geld anderer Leute wird vielfach deutlich entspannter umgegangen als mit dem eigenen.

Dennoch fallen mir einige deutsche Filme ein, die ich als recht gut einstufen würde und wenn ich mir die produzierten Stückzahlen anschaue, liegt die Quote bei den deutschen Filmen aus meiner Sicht nicht viel niedriger als bei den US-amerikanischen Filmen.

Gruß
Christian

Kunst und Geld - nicht notwendig verknüpft
Danke für deinen interessanten Beitrag. Einige Argumente, z.B. das Budget, sind mir natürlich vertraut, da ich die Materie etwas kenne (ein bekannter LA-Produzent - Willis, Snipes, Banderas, Swank usw. - las kürzlich ein VFX-lastiges Script von mir mit Interesse und lobte es partiell, lehnte aber ab).

Allerdings denke ich, dass das Thema dt. Film und Qualität mit Budget nicht direkt etwas zu tun hat. „Pulp Fiction“ kostete 7 Mio, „Slumdog Millionaire“ 15 Mio. Die Coen-Brothers-Filme sind auch „billig“ usw.

Die „coolen Geschichten“. Das die Amerikaner immer so coole Filme („Sin City“,„Fight Club“,„Pulp Fiction“,"Blues Brothers"u.ä.)machen, liegt an ihrer Affinität zu trivialen Geschichten.

Wobei diese „Trivialität“ ein hohes Niveau erreicht, von dem deutsche Film-Kunst nur träumen kann. Gute Filme haben symbolische, kultige Kraft - sie reduzieren auf das Wesentliche.

Bsp. Hongkong/Japan. Asiatisches Kino setzt auf sehr komplexe Geschichten, die sich meist um Ehrbegriffe, Freundschaft u. Loyalität drehen. Anders als das amerikanische Kino fordern diese Geschichten vom Zuschauer ein ungewohnt hohes Maß an Aufmerksamkeit.

Gut beobachtet. Wichtig ist aber auch, w i e das umgesetzt wird. Und da ist ein kreatives Potential am Werk, das in Deutschland kaum sichtbar ist.

Bei japanischen Filmen erschreckt das europäische Publikum zudem noch ein wahnwitziges Pensum an viehischer Gewalt, bei der das Blut oft spritzt,wie aus einem Hydranten!

Auch das kann Kunst sein, wenn es perfekt inszeniert ist.

By the Way:smiley:as synchronisieren ist eine rein deutsche
Spezialität. Das funktioniert mal gut,mal nicht gut.

Die dt. Synchronisation gilt als die beste der Welt. Ich bin ein absoluter Fan dieser Stimmen, die oft besser zum/zur ausländischen DarstellerIn passen als die Originalstimme (was diese Stimme nicht abwerten soll). Kiefer Sutherlands dt. Stimme z.B. ist Tobias Meister, der ganz anders als Kiefer spricht. Aber er holt aus Kiefer einen Aspekt heraus, der diesem etwas hinzufügt. Freilich ist Meister kein Top-Actor.

Horst

Wenig beliebt bei Deutschen, meine ich
Hi.

Nun, ich meinte implizit: „so wenig beliebt beim deutschen Publikum“.

In meinem Bekanntenkreis (ziemlich groß) gibt es keinen, der/die sich gezielt deutsche Filme ansieht. Wenn es um Filmabende geht, dann muss Hollywood oder Hongkong oder Reno usw. her. Ein paar Filmleute sind die Ausnahme, die machen das aber aus beruflichen Gründen, zumal sie selbst dt. Filme schreiben…

Horst

Standardisiertes Genuschel in dt. Filmen

Naja, kommt darauf an, was ein „cooler Film“ sein soll…

Habe ich an anderer Stelle definiert - hier nur kurz: flott und kultig.

Ich kenne viele US-Filme - keine low budget im Uebrigen - die sich im Original anhoeren, als haette man eine unmotivierte Grundschultheatertruppe vor sich. Ist also kein deutsches Phaenomen.

Nun, da würden mich Beispiele interessieren.

Was dt. Darstellerstimmen betrifft, geht dieses standardisierte pseudohochdeutsche Genuschel bei mir links rein und rechts raus.

Was mich an deutschen Filmen oft stoert, ist der Brachialhumor
jenseits aller Guertellinien, sofern es sich um eine Komoedie
handeln soll oder alternativ der erhobene moralische
Zeigefinger bei fast allem anderen.

Genau: dieses allzu Gewollte, dieses Verkrampfte.

… gab es weder zwanghaft nackte Hinterteile und Brueste, noch Schwulenwitze, aber auch keine Vortraege ueber die Gefahren des ungeschutzten Geschlechtsverkehrs, des Rauchens oder des Drogenkonsums. Sowas waere bei einem deutschen Film mit dieser Thematik fast undenkbar.

Exakt.

Horst

ich hab so eine Ahnung, dass es bei der staatlichen
Filmfoerderung nur zwei Antragsformulare gibt. Das fuer
Brachialhumor oder halt NS-Film.

Oder so´n Sozialrandfigurenaußerseiterfindetgroßeliebe-Geschwiemel usw.

Horst

Schon die Agenturen sind zu bieder

hollywood ist eine filmindustrie, die filme wie am fliesband
herstellt.

300 pro Jahr. Und das bei 50.000 Drehbüchern, die in jedem Moment in Hollywood kursieren.

In der BRD werden jährlich 60-70 Filme produziert. SOOO groß ist der Unterschied also nicht, dass der den Niveauunterschied begründen kann.

Ein Szenekenner schrieb: Wenn in den frühen 90ern jemand das Script zu „Und ewig grüßt das Murmeltier“ einer dt. Film-Agentur angeboten hätte, hätten die ihn zum Psychiater geschickt.

Es geht also schon auf der Ebene der Selektion los. Interessante Konzepte können in der BRD scheitern, weil die Zwischenstationen zu bieder funktionieren. Ich schickte kürzlich ein Horrorscript an eine Agentur, wo es von einer… Jugendfilm-Spezialistin beurteilt wurde. Die war von so viel (kreativem) Blutrausch gar nicht begeistert.

Horst

Dennoch fallen mir einige deutsche Filme ein, die ich als recht gut einstufen würde

Wie heißen sie denn? Und wie machen sie sich verglichen mit vergleichbaren US-Produktionen?

Horst

Dennoch fallen mir einige deutsche Filme ein, die ich als recht gut einstufen würde

Wie heißen sie denn?

00 Schneider
Abwärts
Anatomie
Die Apothekerin
Der Schuh des Manitu
Rossini
Schtonk!
Der Wixxer

Um mal die zu nennen, die mir als erstes eingefallen sind. Jeder für sich hat etwas besonderes, das man natürlich nicht mögen muß. Und natürlich sind das keine Filme wie Terminator I-III, Independence Day, Der Pate oder Pirates of the Caribbean I-III. Aber es muß ja nun auch nicht immer Action sein. Ich kann mich auch an Filmen wie Die Nacht vor der Hochzeit, Cocktail für eine Leiche oder Die Tiefseetaucher erfreuen.

Alles eine Frage des Geschmacks, der Stimmung und der Gelegenheit. Daher halte ich von pauschalen Urteilen nichts, auch wenn ich zugegebenermaßen nicht der größte Fan deutscher Produktionen bin.

Gruß
Christian