Warum ist die Bewertung durch den Chef wichtig?

Hallo,

warum ist man so abhängig von der Meinung des Chefs?
Mal angenommen es gibt keinen leistungsabhängigen Entgeltanteil und man macht seine Arbeit definitiv soweit korrekt dass man nicht um den Arbeitsplatz fürchten muss (zumindest nicht aus persönlichen Gründen :wink:.

Warum wünscht man sich trotzdem, vom Chef anerkannt zu werden? Obwohl es ja eigentlich nur „irgendeine“ eine Person ist, die man „zufällig“ als Chef vorgesetzt bekommen hat …mit allen möglichen Vorzügen und Schwächen.
Warum freut man sich über sein Lob mehr als über ein „fand ich gut“ von den Kollegen?
Gibt es dafür eine psychologische Ursache?
Oder geht es vielleicht nur mir so?

viele Grüße
emily

Warum freut man sich über sein Lob mehr als über ein „fand ich
gut“ von den Kollegen?

Weil er die Verantwortung über Gedeih und Verderb der ganzen Unternehmung inne hat, mutet man ihm auch die geballte Lobeskompetenz zu.

Gibt es dafür eine psychologische Ursache?

Das weiß ich nicht.
Ich bin selbstständig, und muss mich immer selber loben. Und bei den Kunden muss man davon ausgehen, dass nicht geschimpft schon genug gelobt ist.

Oder geht es vielleicht nur mir so?

Nein. Wir wollen im Kindalter von den Eltern gelobt werden. Später für gute Leistungen in der Schule. Nicht im Übermaß, sondern gerechtfertigt und wohldosiert. Bleibt die Anerkennung für Geleistetes langfristig oder dauerhaft aus, hat das gravierende Auswirkungen auf die Arbeitsmoral und -leistung der Schüler bzw. Mitarbeiter.

Gute Lehrkräfte und Chefs wissen um die sensationelle Kraft der Motivation und um die manipulative Wirkung subtiler Entkräftungsstrategien.

To.i

viele Grüße
emily

hi

warum ist man so abhängig von der Meinung des Chefs?

wer ist abhängig?

Warum wünscht man sich trotzdem, vom Chef anerkannt zu werden?

mache ich garnicht - weswegen „man“ da unpassend ist

Obwohl es ja eigentlich nur „irgendeine“ eine Person ist, die
man „zufällig“ als Chef vorgesetzt bekommen hat …mit allen
möglichen Vorzügen und Schwächen.

eben

Warum freut man sich über sein Lob mehr als über ein „fand ich
gut“ von den Kollegen?

Ich kann nur für mich sprechen - aber MIR ist ein „fand ich gut“ von meinen Kollegen (die genau wissen was ich mache, warum ich was mache und für wen ich es mache) tausendmal wichtiger, als das von einem Chef der mich quasi garnicht kennt

Gibt es dafür eine psychologische Ursache?

vielleicht hab ich ur ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein was meine beruflichen Fähigkeiten angeht?

Oder geht es vielleicht nur mir so?

es geht ganz vielen so, wenn ich mir so einige Kriecher Kollegen in meiner Umgebung anschaue :-\ die sich teilweise selbst verleugnen, nur um beim Chef ein gutes Wort einzuheimesen

Gruß H.

Hallo Emily,

ich vermute, für die Beziehung Untergebener - Chef gibt es lebengeschichtlich als Vorbild die eigene Beziehung zu den Eltern oder vor allem zum Vater. Und für ein Kind ist es sehr wichtig, von diesem anerkannt und akzeptiert zu sein.

Mein persönlicher Bezug dazu:

ich war ein uneheliches Kind und mein Vater hat sich nie für mich interessiert (jedenfalls hatte ich ihn in meiner Kindheit und Jugendzeit nie kennengelernt, erst später als Erwachsener hatte ich insgesamt zweimal Kontakt, aber ausschließlich aufgrund meiner eigenen Initiative). Dieses Desinteresse nahm und nehme ich ihm übel.

Im Beruf hatte ich fast immer ein schlechtes Verhältnis zum jeweiligen Chef und war sehr kritisch eingestellt. Dadurch habe ich mich nicht immer klug und geschickt verhalten, das merkte ich stets erst im nachhinein. Die dahinterliegende Dynamik war mir in der jeweiligen Situation nicht bewußt. Ich bin mir ziemlich sicher, daß es da einen Zuammenhang mit meiner persönlichen Vater-Geschichte gibt.

Grüße,

I.