Warum ist im Gehirn vieles seitenverkehrt?

Hi!

Mich hat mal jemand gefragt, warum viele Nervenfasern bzw. -bahnen zur Gegenseite kreuzen. Nuja, müssen die ja, da die linke Hirnhälfte die rechte Körperhälfte steuert und umgekehrt.

Und dann kam im Anschluß die Frage: ja und WARUM funtkioniert das Gehirn so seitenverkehrt?

hmmm… tjooo… öööh… *am Kopf kratz*

Weiß das einer von euch?

Gruß,
Sharon

Damit es besser funktioniert und fehlerfreier.
Google mal nach Pyramidenbahn(en) Kreuzung.
So mancher Patient nach Schlaganfall behält so wenigstens eine Restfunktion auf der betroff. Körperhälfte.
Bei noch offenen Fragen: Bitte melde Dich.
Bin im Garten
frieeda

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Hi!

Damit es besser funktioniert und fehlerfreier.

Warum sollte es nicht so gut funktionieren, wenn die linke Hirnhälfte auch die linke Körperhälfte versorgt?

Google mal nach Pyramidenbahn(en) Kreuzung.

Mir ist doch bekannt, was das ist :wink:
Gegoogelt hab ich schon und auch einige Bücher gewälzt. Überall steht nur, daß die Fasern kreuzen und daß die linke Hirnhälfte den rechten Körper versorgt, aber nirgends steht, WARUM!
Daß die Fasern kreuzen müssen, ist ja klar - siehe mein Ursprungsposting. Bleibt nur die Frage, warum das Gehirn kontralateral den Körper versorgt…? Warum tut es das nicht ipsilateral?

Zunächst dachte ich, es läge vermutlich an der embryonalen Entwicklung des Gehirns, immerhin findet dabei auch ein gewisses Maß an Rotation statt, aber leider nicht in der Form, daß es dieses Seitenverkehrte erklärt.

Bin im Garten

Ah, fein, bring mir was schönes mit *g*

Gruß,
Sharon

technisches
Hi,

Warum sollte es nicht so gut funktionieren, wenn die
linke Hirnhälfte auch die linke Körperhälfte
versorgt?

Es gibt oder gab sicher einen evolutionären Vorteil. Ob man den heute noch herausfinden kann oder schon hat weiß ich natürlich nicht. Falls du in der med. Literatur keinen Hinweis findest versuche es mal hier in einem der naturwissenschaftlichen oder technischen Bretter. Technik wird ja oft der Natur nachempfunden.
Mal eine Idee warum etwas überkreuz gebaut werden könnte. Kommt es auf einer Körperseite zu einer Schädigung (z.B. rechts) wäre der rechte Körperteil "hardware"beeinträchtigt, der linke "software"beeinträchtigt und es ergäbe sich evtl eine insgesamt noch brauchbare Funktionsfähigkeit des Gesamtkörpers. Wäre DIESELBE Körperhälfte dagegen soft- UND hardwarebeschädigt könnte diese uU GARNICHT mehr verwendet werden und der Gesamtkörper wäre evtl funktionsunfähig.

Kannst du diese Technikergedanken irgendwie nachvollziehen? :smile:

Mal ein Beispiel:
Ein alter Mensch ist nicht mehr gut zu Fuß weil die Muskeln schmerzen. Aber laufen kann er immer noch (und für Nahrung sorgen)
Ein junger Mensch hat rechts ein Bein gebrochen. Laufen kann er nicht mehr obwohl die Gesamtschädigung nicht größer ist als beim alten. Verstanden? :smile:

Grüße,
J~

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Hi!

Mir ist doch bekannt, was das ist :wink:
Gegoogelt hab ich schon und auch einige Bücher gewälzt.
Überall steht nur, daß die Fasern kreuzen und daß die linke
Hirnhälfte den rechten Körper versorgt, aber nirgends steht,
WARUM!
Daß die Fasern kreuzen müssen, ist ja klar - siehe mein
Ursprungsposting. Bleibt nur die Frage, warum das Gehirn
kontralateral den Körper versorgt…? Warum tut es das nicht
ipsilateral?

Die Kreuzung ist nicht vollständig, sondern nur zu einem %satz von etwas über 90%. Der Rest bleibt ipsilateral, Und dieser Teil (ca. >5%) kann durch Training enorm ausgebaut werden. Z.B nach Schlaganfall können so beide Körperhälften im Extremfall durch nur eine Hirnhälfte versorgt werden.

Rindenmulch*
frieeda

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interessanter link dazu!
Hi Sharon

hier ein interessanter link der evtl. den stand der forschung
repräsentiert.
http://science.orf.at/science/ays/76545
viele grüße nashorn

Hi!

Mal eine Idee warum etwas überkreuz gebaut werden könnte.
Kommt es auf einer Körperseite zu einer Schädigung (z.B.
rechts) wäre der rechte Körperteil "hardware"beeinträchtigt,
der linke "software"beeinträchtigt und es ergäbe sich evtl
eine insgesamt noch brauchbare Funktionsfähigkeit des
Gesamtkörpers. Wäre DIESELBE Körperhälfte dagegen soft- UND
hardwarebeschädigt könnte diese uU GARNICHT mehr verwendet
werden und der Gesamtkörper wäre evtl funktionsunfähig.

Hmm… ich verstehe zwar, was du sagen willst, aber das leuchtet mit als Begründung nicht wirklich ein :wink:

Beschränken wir uns auf Funktionen, die wirklich streng seitengetrennt sind, z.b. einige motorische und sensorische Funktionen in der Peripherie. Ich sehe da keinen Unterschied in der Auswirkung bei Ausfall der „Hardware“ oder der „Software“ oder gar beidem.

Klar, weil nur ein Teil der Nervenfasern, z.b. der Pyramidenbahn, kreuzt, würde ein Ausfall der „Software“ eine gewisse Versorgung durch die andere Hirnhälfte ermöglichen.
Das ist sicherlich von Vorteil und könnte darum der Grund sein, warum sich dieses Prinzip in der Evolution durchgesetzt hat. Aber wäre es dann nicht vorteilhafter, wenn es überhaupt keine „Seitenteilung“ gäbe? Dann würde bei einem Ausfall eines Hirnareals (hier könnte man ja nicht mehr von Hirnhälften sprechen) ein anderes Areal (=die andere Hälfte) die Funktionen problemlos übernehmen.
Dieses Modell hat sich aber offensichtlich nicht durchgesetzt, sondern es herrscht eine fast strikte Trennung der Körperhälften. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: seitengleiche Versorgung oder seitenverkehrte. Letztere hat sich durchgesetzt - warum?
Womit wir wieder am Anfang wären… *seufz*

Gruß,
Sharon

Hi!

hier ein interessanter link der evtl. den stand der forschung
repräsentiert.
http://science.orf.at/science/ays/76545

Also bisher sind da nur Rätselratereien von Interessierten, aber anscheinend werden sich nä. Woche Experten zu Wort melden. Ich bin gespannt :wink:
Danke für den Link!

Gruß,
Sharon

Auflösung
Hi!

Das letzte Wort ist sicher noch nicht gesprochen, aber mit dieser halben Lösung kann ich mich bis dahin begnügen:

Es existiert keine logische Erklärung, dafür aber einige Theorien.

Wen es interessiert, hier die wohl gängiste Theorie in Kurzform:
„Das Prinzip ist im Grunde einfach: Erhält ein Organismus von links ein Gefahrensignal, so muss er möglichst schnell reagieren können - und im Zweifelsfall vor dieser Gefahr flüchten. Die Muskeln, die man für diese Reaktion benötigt, sitzen allerdings in der rechten Körperhälfte, denn diese müssen sich für die Fluchtbewegung kontrahieren.“

Der ganze Artikel hier:
http://science.orf.at/science/ays/76865

Gruß,
Sharon