Hallo an alle Dosenöffner,
warum muß man die Fellnasen eigentlich jährlich impfen?
Meine sind jetzt im November dran (wozu gibts denn schließlich Weihnachtsgeld…) und dann fiel mir ein, dass ich ja schließlich auch nicht jährlich zum impfen gehe. Das Argument, dass sich die Tier-Pharmaindustrie jedes Jahr wieder die Mühe macht, die neusten Erreger aufzuspüren und Impfseren zu bauen, greift wohl nicht, oder?
Habe mal ein Jahr mit der Impfung meiner Kater ausgesetzt (war mir „entfallen“, da ich im Nov Mutter geworden bin, sorry…) und da mußte im nächsten Jahr gleich ne Grundimmunisierung gemacht werden…
Irgendwie unglaubwürdig in meinen Augen.
Was sagen die Tierärzte und anderen Wissenden dazu?
Gruß, finnie
Moien
warum muß man die Fellnasen eigentlich jährlich impfen?
Weil die Reaktion des Immunsystems auf Impfstoffe bei Tieren nicht so lange vorhält wie die des Menschen. Das liegt zum einen am Immunsystem selbst, zum anderen an der Qualität der Impfstoffe. Würde man mehr Aufwand für jede einzelne Art treiben hätte man effektiveres. Und kein Schwein könnte sich die Impfung leisten.
Das Argument,
dass sich die Tier-Pharmaindustrie jedes Jahr wieder die Mühe
macht, die neusten Erreger aufzuspüren und Impfseren zu bauen,
greift wohl nicht, oder?
Das halt ich auch für fadenscheinig. Sicherlich gibt es immer mal wieder einen neuen Stamm und der wird auch schonmalin die Impfstoffe eingearbeitet. Aber das „jährlich“ erscheint mir zweifelhaft.
cu
Hallo,
die jährliche Impfpraxis ist durchaus umstritten. Es ist nie wirklich untersucht worden, wie lange so eine Impfung vorhält. Bei Leukose geht man z.B. durchaus von mehreren Jahren Impfschutz aus, ab 7 Jahren hat die Katze wohl eine ausreichende Immunität aufgebaut, so dass dann die Leukoseimpfung sogar überflüssig ist. Wie gesagt wurde das alles noch nicht untersucht (war hätte auch Interesse an einer solchen Untersuchung? Die Pharmaindustire bestimmt nicht!)
Ein Problem stellt die Tollwut dar. Eine tollwutverdächtige Katze, deren Impfumg länger als ein Jahr zurückliegt, wird getötet. In USA gibt es aber inzwischen 3-Jahres-Impfungen gegen Tollwut.
Mancher wird sagen: „solange es nicht schadet, impfe ich lieber zuviel als zuwenig“. Genau da liegt das Problem. Es kann eben doch schaden. Durch das regelmäßige Impfen steigt die Wahrscheinlichkeit für ein Fibrosarkom („Impfsarkom“).
http://www.cuxkatzen.de/html/impfen_wir_zu_viel.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Fibrosarkom
Gruß, Niels
Hallo,
Weil die Reaktion des Immunsystems auf Impfstoffe bei Tieren
nicht so lange vorhält wie die des Menschen.
Quelle?
Würde man mehr Aufwand für jede einzelne Art
treiben hätte man effektiveres.
Die meisten Impfstoffe sind artspezifisch. Hunde werden nicht gegen Panleukopenie (Katzenseuche) oder Katzenschnupfen, Katzen nicht gegen Staupe geimpft.
Gruß, Niels
Hallo Niels,
DANKE für die Links!
Eine Bekannte von mir ist Tierheilpraktikerin und die meinte auch, dass Impfen alle 2,3 Jahre reicht.
Bleibt nur die Frage: Wie sag ichs meinem Tierarzt? 
Wie machst Du das mit Deinen Tieren (falls Du welche hast)?
Hallo,
Ein Problem stellt die Tollwut dar. Eine tollwutverdächtige
Katze, deren Impfumg länger als ein Jahr zurückliegt, wird
getötet. In USA gibt es aber inzwischen 3-Jahres-Impfungen
gegen Tollwut.
„wird getötet“ ist nicht ganz richtig. Der Amtstierarzt kann die Tötung, aber auch alternativ Quarantäne, anordnen. Aber aus Angst um seinen Kopf würde es wohl auf Tötung hinauslaufen.
Die Tollwut-Impfintervalle wurden auf 3 Jahre verlängert
http://www.wdr.de/tv/service/tiere/inhalt/20070325/b…
und so weit mir im Sinn (müßte mal nachsuchen) ist wurde auch die Empfehlung für Tetanus auf 3 Jahre erhöht.
Gruß Steffi
Bleibt nur die Frage: Wie sag ichs meinem Tierarzt? 
Indem du auf die Gesetzeslage hinweist.
Hallo Finnie!
Die jährliche Impfung ergibt sich aus den Wirksamkeitsstudien, die vom Gesetzgeber verlangt werden. Dabei wird die Antikörper-Titer-Konzentration kontrolliert. Ein Sicherheitsabstand wird zusätzlich eingearbeitet, weil alte, kranke oder abwehrgeschwächte Tiere auch einen ausreichenden Impfschutz brauchen.
Grippe-Impfungen müssen auch wir Menschen jährlich machen lassen, während die einmalige Pockenimpfung ausreichte - genauso ist es mit den Tieren: mancher Impfschutz hält eben nur ein Jahr.
Wenn sich die Datenlage ändert, wird darauf mit einer Veränderung der Impfempfehlung reagiert. Deshalb gibt es jetzt in der Tollwut-VO den Passus „impfen in Abständen, die der Impfstoffhersteller empfiehlt“ anstelle des „jährlich“, das früher verlangt wurde. Jetzt ist es abhängig davon, ob der jeweilige Impfstoffhersteller für seinen Tollwutimpfstoff eine mehrjährige Wirksamkeit nachweisen kann!
Impfstoff-assoziierte Sarkome werden mit einer Häufigkeit von 1:10000 oder weniger angegeben (Semin Vet Med Surg (Small Anim). 1995 Nov;10(4):234-7.). Die Häufigkeit für Leukoseinfektionen bei Katzen ist deutlich höher, besonders, wenn man in einem endemischen Gebiet wohnt, der Infektionsdruck also hoch ist. Deshalb ist es sinnvoll, den TA nach der Häufigkeit von Leukose in der Region zu fragen, bevor man sich gegen das Impfen entscheidet.
Die Argumentation, daß die Pharmaindustrie ein Interesse an den jährlichen Impfungen hat, ist genauso falsch wie die, daß wir TÄ uns daran gesund stoßen oder große (Geld-)Geschenke der Industrie für die Verbreitung ihres Impfstoffs bekommen.
Würde nicht geimpft, würde die Häufigkeit der Erkrankungen drastisch zunehmen, viel mehr Leute kämen mit ihren schwer erkrankten Tieren zu uns und mit EINEM Staupe-kranken Hund oder EINER Parvovirose-Katze verdienen wir TÄ und auch die Pharmaindustrie das 10-12fache von einer einfachen Impfung. Außerdem hätten die Impfstoffhersteller dann nicht praktisch sofort von dem einjährigen auf einen mehrjährigen Impfrhythmus bei der Tollwut gewechselt.
Geimpft wird soviel wie nötig und so wenig wie möglich - wer aber sein Tier an eine Leukose oder Parvovirose verloren hat, wird sicher den Sinn regelmäßiger Impfungen nicht mehr so kategorisch ablehnen, wie es im Internet in den verschiedenen Foren gerne propagiert wird.
Mit freundlichen Grüßen
Archie
Hi,
Nur dazu:
Grippe-Impfungen müssen auch wir Menschen jährlich machen
lassen, während die einmalige Pockenimpfung ausreichte -
genauso ist es mit den Tieren: mancher Impfschutz hält eben
nur ein Jahr.
Die jährliche Grippe Imfpung geschieht nicht wiel die Impfung nicht „länger hielte“, sondern weil da tatsächlich jedes Jahr die Zusammensetzung des Impfstoffes wechselt weil eben der Virus in dauernder Veränderung ist. Und gefährlich wird Dir wahrscheinlich die neueste Variante.
Gruß
M.
Hallo,
Impfstoff-assoziierte Sarkome werden mit einer Häufigkeit von
1:10000 oder weniger angegeben (Semin Vet Med Surg (Small
Anim). 1995 Nov;10(4):234-7.).
Zumindest die, die als Impffolgen gemeldet und anerkannt werden.
Aber wieviele Sarkome werden als Impffolge gemeldet?
Wieviele von den gemeldeten als solche auch anerkannt und gehen somit in die offiziellen Mitteilungen ein?
Wieviele werden wegen größerer zeitlicher Differenz geleugnet?
Und wieviele andere Folgen einer Impfung gibt es, die unter den Teppich gekehrt werden?
Die Argumentation, daß die Pharmaindustrie ein Interesse an
den jährlichen Impfungen hat, ist genauso falsch wie die, daß
wir TÄ uns daran gesund stoßen oder große (Geld-)Geschenke der
Industrie für die Verbreitung ihres Impfstoffs bekommen.
Spätestens wenn man sich mal Euro-Beträge klar macht, legt man diese naive/schön geredete Sicht beiseite.
Ich bin nicht absolut gegen Impfen, z.B. halte ich eine Grundimmunisierung durchaus für wichtig, aber bei diesem Schöngeschreibe geht mir der Hut hoch Frau TA.
Gruß Steffi
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Hallo Steffi!
„wird getötet“ ist nicht ganz richtig. Der Amtstierarzt
kann die Tötung, aber auch alternativ Quarantäne,
anordnen. Aber aus Angst um seinen Kopf würde es wohl auf
Tötung hinauslaufen.
Das stimmt so nicht - ein Tier, bei dem der Tollwutverdacht von einem TA ausgesprochen wurde und bei dem kein ausreichender Impfschutz vorliegt muss nach §9(1) eingeschläfert werden. Der Amtsveterinär kann nur dann davon absehen, wenn das Tier regelmäßig tollwutgeimpft ist (§9(3)).
Einzelfall-Ausnahmen sind möglich (§9(4)), aber nicht praktikabel.
1.: Welches Tier wird eingeschläfert, welches darf weiterleben?
2.: Wer riskiert bei der täglichen Versorgung Kopf und Kragen, falls das Tier in der Quarantäne wirklich Tollwut hat? (Verbraucherschutz und Seuchenbekämpfung)
3.: Wie sicher soll dieser Quarantänestall sein, wenn da nicht mal eine Maus rein- und raus kommen darf? (Seuchenbekämpfung)
4.: Wie sieht wohl die Psyche eines Tieres nach 3 Monaten Einzelhaft mit Isolation aus? Spätestens wenn sie aus Verzweifelung anfangen zu randalieren oder resigniert in der Ecke sitzen, muß wieder von Tollwut ausgegangen werden. Und zu warten, bis sie an Atemlähmung verreckt sind, erfüllt unzweifelhaft den Tatbesstand der Tierquälerei!
Es geht also weniger um den Kopf des Amtstierarztes als um die Gesundheit und das Wohlergehen der ihm anvertrauten Menschen und Tiere!
Unten noch die relevanten Artikel aus der VO!
Schönes Wochenende wünscht
Archie (dem ein solcher Fall schon untergekommen ist und der deshalb allen Patientenbesitzern rät, auch die Wohnungskatzen Tollwut zu impfen - man weiß nie, welchen Weg nach draußen sie finden)
§9 Tollwut-VO
(1) 1- Für Hunde und Katzen ordnet die zuständige Behörde die sofortige Tötung an, wenn anzunehmen ist, dass sie mit seuchenkranken Tieren in Berührung gekommen sind. 2- Sie kann die sofortige Tötung dieser Hunde und Katzen anordnen, wenn anzunehmen ist, dass sie mit seuchenverdächtigen Tieren in Berührung gekommen sind.
(3) 1- Absatz 1 gilt nicht für Hunde und Katzen, die nachweislich bei der Berührung unter wirksamem Impfschutz standen. 2- Solche Hunde und Katzen sind sofort behördlich zu beobachten und unverzüglich erneut gegen Tollwut zu impfen. 3- Die zuständige Behörde kann zulassen, dass von der Impfung abgesehen wird, wenn die Tiere bereits mehrmals in kurzen Abständen gegen Tollwut geimpft worden sind.
(4) Die zuständige Behörde kann im Einzelfall für nicht unter wirksamem Impfschutz stehende Hunde und Katzen Ausnahmen von Absatz 1 zulassen, sofern die Tiere sofort für mindestens drei Monate sicher eingesperrt werden und Belange der Seuchenbekämpfung nicht entgegenstehen.
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Hallo Steffi!
Und was hilft eine Grundimmunisierung, deren AK nach 12 Monaten oder später wieder aus dem Körpergedächtnis verschwunden sind?
Und was hilft es der Katze mit Leukose, wenn Du ihr den Impfpass unter die Nase hältst und sagst: Schau mal, du warst mal gegen Leukose geimpft, Du kannst gar nicht krank sein?
Was hast Du denn für belegbare Zahlen zu dem Thema Impfreaktion? DU hast keine Quelle benannt - das ist alles gesundes Halbwissen, was man mal gehört hat von jemandem der’s gehört hat von jemandem der glaubt, da was zu wissen! Oder es steht im Internet! Das ist wissenschaftlich und medizinisch nicht seriös!!!
Wenn Du meine Meinung schon Schönfärberei nennst, dann solltest Du bitte mit entsprechenden Studien und Artikeln aus WISSENSCHAFTLICHEN Journalen Deine Meinung belegen können und mich hier nicht einfach persönlich angreifen!
Irgendwelchen Erkrankungen, die zeitversetzt auftreten können auch 1000 andere Ursachen haben, allerdings muß eine Impfreaktion häufig bei Impfgegnern als Ursache herhalten für Durchfälle, Hautprobleme, unbehandelte Flohstichdermatiden, Allergien und was ihnen sonst noch einfällt. Ein impfstoff-induziertes Sarkom ist von einem mit Ursache Insektenstich, Zeckenbiß oder Kampfverletzung (Zahn bzw. Kralle) auch histologisch nur schwer zu unterscheiden, hauptsächlich nimmt man die Lokalisation als Hinweis für die Ursache.
Ich handele nach gutem Wissen und Gewissen, wenn ich Tiere impfe! Meine Tiere sind alle geimpft und ich wiederhole diese Impfungen in den empfohlenen bzw. vorgeschriebenen Abständen. Ich bekomme keine Geschenke der Pharmaindustrie und kenne auch keinen Kollegen, der welche bekäme! Ich habe begründet, warum unser finazielles Interesse eigentlich einer Impfung (außer Tollwut, da ist es Selbstschutz) entgegenläuft, aber wir (die Kollegen und ich) impfen, weil es für die Gesundheit der einzelnen Tiere und der Haustierpopulation einen positiven Effekt hat und damit auch den Menschen gut tut (ist die Katze gesund…
) Ich bin es echt Leid, von Pseudowissenschaftlern als der ausführende Teil einer rücksichtslosen, geldraffenden Impfmafia dargestellt zu werden (nicht von Dir, aber schau Dir mal an, was da im Netz und in einigen Zeitschriften los ist)!
Ich weiß, daß es mögliche Impfreaktionen gibt, bin aber immer noch der Ansicht, daß diese weniger schwerwiegend sind als die z.T. tödlichen oder chronischen Erkrankungen, gegen die sie schützen!
Bis später!
Archie
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Hallo Archie,
Und was hilft eine Grundimmunisierung, deren AK nach 12
Monaten oder später wieder aus dem Körpergedächtnis
verschwunden sind?
Wo siedelst du das Körpergedächtnis an? Titer im Blut?
Gruß Steffi
Hallo Archie,
nicht für den Inhalt, aber für die Bissigkeit entschuldige ich mich. Es ist nicht meine Art, aber es gibt Geschehnisse im Leben, die auch Nerven blank legen. Deine Schönschreiberei war nur der letzte Tropfen im Faß. Ich werde die Diskussion jetzt nicht vertiefen, da ich mich erstmal um wichtigeres kümmern muß.
Allerdings bin ich erstaunt, daß du, die du ja behauptest, dich gut mit klassischer Homöopathie auszukennen, so kritiklos beim Impfen bist.
Gruß Steffi
Hallo Archie!
Vielen Dank für die ausführliche und fundierte Antwort! (*)
Eine Frage hätte ich dann aber noch: ist es wirklich nötig nach einer ausgelassenen Impfung, eine Grundimmunisierung zu wiederholen? Das Immungedächtnis kann doch nach einem Jahr nicht komplett gelöscht sein?
Dank im Voraus,
finnie
Hallo Steffi!
Allerdings bin ich erstaunt, daß du, die du ja behauptest,
dich gut mit klassischer Homöopathie auszukennen, so kritiklos
beim Impfen bist.
Ich bin nicht kritiklos, ich bin nur nach Abwägung der mir zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen offensichtlich zu einem anderen Ergebnis gekommen als Du!
Das hat vielleicht mit meiner Arbeit zu tun - das Elend ungeimpfter Katzen, die an chronischem Katzenschnupfen leiden oder an Leukose verenden hat ganz schön Überzeugungskraft! Und leider kommt da auch die Homöopathie nicht weiter!
Mit freundlichen Grüßen
Archie
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