Warum kaum Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer für Superreiche?

Hallo,

wer ein Vermögen von über 26 Mio. Euro vererben oder verschenken möchte kann ganz legal eine Stiftung gründen und so die ansonsten anfallende Erbschafts- oder Schenkungssteuer fast gänzlich vermeiden.

Erklärt wird dies z. B. hier von einer Steuerberatungskanzlei: JUHN Partner | Wie Superreiche mit einer Familienstiftung Steuern sparen können

Es geht hier nicht um Unternehmensübertrag sondern um Vermögen jeglicher Art - das Argument des Erhaltes von Arbeitsplätzen zählt deshalb nicht.

Wieso möchte der Staat von Superreichen keine Erbschafts- oder Schenkungssteuer haben?

Gruß

Desperado

… weil diese Superreichen über mehrere Jahrzehnte erfolgreiche Lobbyarbeit betrieben haben und es geschafft haben, sich in der öffentlichen Debatte hinter Mittelständlern, kleinen Handwerksmeistern und Omas mit eigenem Häuschen zu verstecken, die diese Steuern angeblich in existenzbedrohende Nöte stürzt. Besonders freut das denjenigen Teil der “Eliten”, die in Benko-Manier Kohle vor Gläubigern in Sicherheit bringen können.

Diesen Lobbyargumenten sind mit Ausnahme der LINKEN alle im Bundestag vertretenen Parteien auf den Leim gegangen. Beim Sonderfall SPD gibt es Forderungen in Bezug auf Erbschafts- und Schenkungssteuer zwar noch in diversen Programmen und in Fensterreden - aber offensichtlich nur als Verhandlungsmasse für Koalitionsverhandlungen.

Und die selbst ernannte Vertreterin der “kleinen Leute” ist nicht nur hier auch ganz aktuell Erfüllungsgehilfe der Reichen:

Deutscher Bundestag Drucksache 21/2804 Antrag der Abgeordneten Hauke Finger, Kay Gottschalk, Torben Braga, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Steuerfairness fördern – Erbschaft- und Schenkungsteuer abschaffen