Warum kehren Täter immer wieder an den Ort der Tat zurück?
Evtl. …
Hallo,
Warum kehren Täter immer häufig wieder an den Ort der Tat zurück?
… weil sie die Frage quält, ob sie Spuren hinterlassen haben ?
Gruss
Enno
Warum kehren Täter immer wieder an den Ort der Tat zurück?
Damit die Kriminalromanhelden ihnen zufällig über den Weg laufen und sie dann überführen können?
Hai, MrE,
wär doch schön, wenn irgendjemand eine Quelle hätte, die diese Aussage überhaupt erst mal bestätigt - oder widerlegt - bevor wir uns 'n Kopp um die Ursache machen…ich glaub nämlich eher, daß es sich hier um eine literarische Erfindung handelt…
Gruß
Sibylle
… weil sie die Frage quält, ob sie Spuren hinterlassen haben
?
das würde ich auch sagen! vielleicht haben sie das gefühl, etwas am tatort „vergessen“ zu haben und wollen sich immer wieder neu vergewissern, daß es nicht so ist
Ich glaube, dass diese Aussage keine praktische Relevanz hat, denn:
Es ist doch unwahrscheinlich, dass jemand eine Untat begeht an einem Ort, an dem er noch nie war, oder nie mehr sein wird.
Wenn die Tat geplant ist, dann erst recht nicht, denn das wäre mit Risiko verbunden.
Jeder Mensch bewegt sich auf einem relativ engen Territorium, rein räumlich gesprochen.
Für mich ist das keine psychologische Frage, sondern nur eine Behauptung, die mehr oder weniger vom Himmel fällt.
Gruss von Helge,
der zufällig in dieses Brett gestolpert ist.
Hallo,
ich denke, es handelt sich um eine Behauptung, mit der man im Nachhinein den Erfolg zu erklären versucht, also um eine Pseudoerklärung. So etwas findet man bei Menschen im Alltag recht häufig, etwa wenn sie nach einem Unfall sagen: „Wäre ich doch nie dorthin gegangen.“, so als sei das die Ursache dafür, dass der Unfall überhaupt stattgefunden hat.
Das hängt zusammen mit einem archaisch-magischem Verständnis der Welt, dass es immer und für alles eine Erklärung geben müsse und dass man bestimmte Ereignisse als Schicksal deutet. Und das hängt wiederum damit zusammen, dass unser Denken so strukturiert ist, dass wir immer nach einer Ursache suchen, und wenn wir keine finden, uns eine zurechtlegen. Für die Behauptung, dass Täter immer wieder zurückkehren, folgt daraus, dass wir die vielen Fälle, wo das nicht so ist, also wo der Täter nicht an den Tatort zurückkehrt, nicht mehr wahrnehmen und nicht mehr berücksichtigen, weil sie unser Empfinden für Erklärung stören würden.
Es ist definitiv nicht wahr, dass Täter immer wieder zurückkehren. Die Ausnahme wurde schon angedeutet, nämlich bei Beziehungstaten, wo der Täter sich ohnehin immer schon dort bewegt hat, wo er die Tat beging. Aber das sind Sonderfälle, die mit dem Ausspruch ja nicht gemeint sind.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Andere Theorie…
Hi MrE!
Hi Gemeinde!
Ich persönlich vermute etwas ganz anderes dahinter und ich versuche es jetzt
zu beschreiben.
Als erstes: Hat jemand das Film „Die Music Box“ von Costa Gavras gesehen? Hauptdarstellern Armin Müller-Stahl und Jessica Lange (Der film gewann das Goldene Bär in Berlin, sogar!) Da wird dieses Verhalten sehr gut dargestellt und zwar in einer sehr tragischen Art und Weise.
Also ich denke, das Gefühl etwas unrechtens, ilegales begangen zu haben und (zunächst mal) davon gekommen zu sein, gibt ein im kranken Hirn eines Verbrechers ein Siegesgefühl, etwas geschafft zu haben wozu anderen nicht fähig sind. Das ist für denen unbeschreiblich toll.
Auf den anderen Seite, der Mensch ist ein Tier, der zwar intelligent (kann „schwieriges“, kompliziertes planen und durchführen) ist, aber auch sehr eitel. Der Mann/Die Frau zeigt gerne was der hat (tolles Auto, teueren Schmuck, riesige Villa,…) Vielen kaufen sich Sachen nicht den eigenen Genuß wegen, sondern einfach und allein um anderen zu beweisen, anderen zu zeigen, was sie alles haben und geschafft haben. Manche nennen das „Angeben“: „Es nutz mir nichts einen Porsche vor der Tür zu haben, wenn ich nicht dadurch beneidet und bewundert werde.“ -so ihre Gedankengang.
Dieses Verhalten wurde oft in Filmen (wie o.g.) aber auch in der Werbung benutzt. Und mehr oder weniger wir alle fallen gelegentlich darauf ein.
Und nun zu unser Verbrecher:
Der hat einen üblen Tat begangen. Aber: Was nutzt ihm wenn ihm keinem glaubt oder keinen nutzen davon kriegt? Also läßt sich dabei fotografieren und zeigt es rum. Einer der jüngsten Beispiele, die ich dafür habe sind diese Mördern (mit Gewehr) in die USA, die immer Hinweise hinterlassen haben, um geschnappt zu werden. Festgenommen zu werden ist, an sich, einen Nebenwirkung seines Handelns und an sich nicht so wichtig. Daß jeder über sie redet und in der Medien seinen Tat Ressonanz findet: Das ist das Gefühl, wonach sie sich gesehnt haben und auch der Ziel seines Tuns.
Das Wiederkehren am Ort des Geschehens dient imho in diesem Fall eben nicht mögliche Spüren zu beseitigen (eher im Gegenteil!!), sondern vielmehr, dieses Gefühl nochmal zu erleben und zwar so „Umstandsnahe“ wie möglich. In der Hoffnung, nochmals dieses Gefühl wieder zu erleben.
Was denkt Ihr?
Schönen Gruß
Helena
PS. Ich kann mehr Beispiele nennen, wenn Ihr wollt!!! :o)))
Warum kehren Täter immer wieder an den Ort der Tat zurück?
Warum kehren Täter immer wieder an den Ort der Tat zurück?
Um die Tat damit ungeschehen zu machen.
Kehren sie zurück und der Tatort ist friedlich, haben sie das Gefühl, es war nichts.
Gruß Max
Warum kehren Täter immer wieder an den Ort der Tat zurück?
a)um entweder nach Dingen zu suchen von denen sie vermuten das sie sie am Tatort verloren haben und die Spur zu ihnen zurueck zu fuehren ist oder
b)um die Tat nochmal zu durchleben und sich auf gut Deutsch daran aufzugeilen
LG